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Kein Zyklus nach Totgeburt

H`one0y9L1}_mit_XMinxi13


Das ihr aktuelles Leben und ihre gefühlswelt ist*

Sowas kommt wenn man mit dem Handy schreibt *grummel*

S:chokmomuinza1x5


Ich drücke dich auch erstmal. Es ist so furchtbar, was dir passiert ist und du hast alles Recht der Welt, fordernd, ärgerlich und ungeduldig mit deinem Körper zu sein.

Ich habe mal gelesen, der Zyklus einer Frau ist ein Luxus, den sie sich erst "leisten" kann, wenn sie körperlich auch in der Lage dazu wäre, ein Kind auszutragen. Eine Schwangerschaft ist harte Arbeit für den Körper und ich empfinde es nicht als unnormal, dass du nach 12 Wochen noch keine Mens hattest. Dein Wochenfluss hat ja auch länger gedauert, als bei anderen.

Ich würde den bisher fehlenden Zyklus schlicht als ein Zeichen betrachten, dass dein Körper noch nicht soweit ist, wieder schwanger zu werden. Vielleicht war es sogar "gut", dass du jetzt schon 3 Monate Zwangspause hast. Du brauchst doch erstmal wieder Energie, seelisch wie köperlich.

Was ich machen würde? Achte auf deine Ernährung, auf Schlaf, auf Bewegung, soweit dies deine Trauer zulässt. Fülle die Energiespeicher wieder auf, ggf. mit Nahrungsergänzungsmittel. Wenn dein Körper wieder fit ist, dann wirst du einen Eisprung haben und einen Zyklus.

C?alif5orniexrin


Liebe Zopfmuster

es tut mir so sehr leid, was passiert ist :°_

Das ist ein Trauma... ein Gefühlschaos, bei dem Wut, Trauer, Hoffnung, Schmerz ect. zusammen hochkommen und ich kann das auch gut nachvollziehen.

Ich hatte innerhalb eines halben Jahres 2 Frühaborte und kenne Gefühle, wie, sich schuldig zu fühlen, was stimmt mit einem nicht, wann funktioniert der Körper endlich wieder richtig usw.

Ich habe nach der Auschabung sofort mit Zyklustees begonnen und nehme auch Bryophyllum (hatte mir die Hebamme empfohlen). Ich hatte Glück und alles hat sich wieder eingependelt, aber wann ich wieder schwanger werde (oder ob überhaupt) steht deswegen ja trotzdem in den Sternen ":/

Ich kann gut verstehen, dass man wenigstens diese Sicherheit haben möchte, dass wenigstens alles "funktioniert".

Du hast ja schon geschrieben, dass du Bryo und Zyklustees nimmst, da hat man wenigstens das Gefühl, schon mal ein bischen was zu tun.

Mönchspfeffer würde ich mit dem Gyn absprechen. Vielleicht könntet du auch einen Hormonstatus erheben lassen (kann nur sein, dass du ihn selbst zahlen musst).

Ich finde es gut, dass du deine Gefühle hier schreibst, aus eigenen Erfahrungen weiss ich, dass schreiben auch hilft.

Wenn das hier Manchen alles zu drastisch ist, können sie es ja "beflissentlich " überlesen , aber dieses Psychiater- und kranksein- Geschwatze finde ich grad mal zum .... :-X

zioJpfm?uster


@ danae87:

Puh, ich bin so froh, dass du mir geschrieben hast! Deine Beiträge haben mir vor mehr als einem Jahr so geholfen. Und ich finde, was du gesagt hast, ist enorm wichtig: Dass jede Reaktion jetzt normal wäre. Deshalb finde ich es auch derart anmaßend, dass manch Ahnungslose hier für Betroffene definiert, was normal und was krankhaft ist.

Mönchspfeffer ist bei meinen langen Zyklen mit Follikelreifungsstörung kontraindiziert, glaub ich, und die Pille wollte ich nach acht Jahren Hormonfreiheit eigentlich nie wieder nehmen, aber ich bin auch dazu bereit, wenn mein Arzt es für sinnvoll erachtet - ich werd ihn mal fragen.

Ich hab mir jetzt eine Frist gesetzt, auch in Absprache mit meiner Therapeutin: Bis Ende März warte ich noch ab, dann gehe ich zu meinem Arzt. Sie hätte mich jetzt schon hingeschickt, doch ich will schauen, ob von alleine noch etwas passiert.

@ Adele8:

Danke für deine lieben Sätze an mich.

Ich möchte dich gerne eine Frage stellen. Ich bin schwanger in der 14. SSW und habe niemals gehört dass man nicht " einleitet" wenn die SS 43 Wochen lang gedauert hat und die Geburt nicht von alleine im Gange kommt... Du muss mich nicht antworten, aber es würde mich interessieren wieso die Ärzte nicht reagiert haben?? Mein FA hat mir erzählt dass man fast immer die Geburt einleitet wenn die Frau über 41 Wochen geht..

Wäre ich bei einem Arzt in Betreuung gewesen, hätte man sicher eingeleitet. Ich hatte jedoch schreckliche Angst vor einer Krankenhausentbindung und wurde nur von meiner Hebamme überwacht. Da es auch überm Termin keinerlei Anzeichen gab, dass es meiner Tochter nicht gut ging und ich für eine Einleitung (vor der ich ebenfalls riesig Schiss hatte) ins Krankenhaus gemusst hätte, warteten wir so lange ab. Ab 41+0 wurde täglich ein CTG geschrieben. Meine Hebamme zeigte sich bis zum Ende auch total optimistisch und unbesorgt. Ich wurde jeden Tag unruhiger, weil ich keinen Plan B hatte, falls das Kind nicht von alleine kommen würde. Ich wollte eine Krankenhausentbindung immer noch um jeden Preis vermeiden. Also probierten wir es mit sämtlichen sanften wehenanregenden Mitteln, aber erfolglos. Ich hatte ständig Übungswehen, mein Muttermund war schon 3cm offen, es wurde eine ergebnislose Eipollösung gemacht... Dieses Kind war in mir festgeklebt.

41+6 spürte ich sie mittags nicht mehr. Doch ich fand das nicht weiter beunruhigend, da sie schon immer eher ruhig gewesen war und es öfter Phasen gegeben hatte, in denen sie sich nicht bemerkbar gemacht hatte. Abends versuchte ich sie zu provozieren, ich stupste meinen Bauch, schüttelte ihn, hüpfte ein bisschen... Keine Reaktion. Da wurde mir mulmig, doch ich schob es erstmal von mir weg. Und als mir wenig später die Fruchtblase platzte, war ich eigentlich guter Dinge. Viele Babys sollen doch kurz vor der Geburt ganz ruhig sein, um ihre Kräfte zu sammeln. Bestimmt war alles in Ordnung. Selbst, als im Geburtshaus nur schlechte Herztöne gefunden wurden (die sich letztendlich als meine eigenen herausstellten) und ich doch ins Krankenhaus verlegt werden musste, machte ich mir noch keine Sorgen. Erst, als die Ärztin vor dem Ultraschallgerät stand, minutenlang, wortlos, während sie den Schallkopf über meinen Bauch gleiten ließ, erst da wusste ich, dass sie tot war. Sie war während der Wehen gestorben.

Wie sich herausstellte, hatte ich den ganzen Tag schon Geburtswehen gehabt. Ich hatte sie nicht als solche erkannt, weil sie ausschließlich im Rücken zu spüren gewesen waren. Die Übungs- und Senkwehen hatte ich nur im Bauch gespürt, aber die Geburtswehen machten sich bei mir offensichtlich nur im Rücken bemerkbar.

Meine Tochter wurde am Morgen des nächsten Tages spontan geboren, bei 42+0. Auf dem Arztbrief steht deshalb "IUFT 43. SSW." Weshalb sie sterben musste, ist uns noch ein Geheimnis und wird es wahrscheinlich immer bleiben. Wir warten noch auf die Obduktionsergebnisse, rechnen jedoch nicht mit einer Antwort, denn in der Hälfte dieser Fälle gibt es einfach keine. Sie nennen es SIDS im Mutterleib. Meine Tochter war äußerlich makellos und wunderschön, sie sah aus, als würde sie schlafen.

@ Honey:

Danke für deine Antwort und dafür, dass du versuchst, diese Situation begreiflich zu machen.

Ich möchte dir auch nochmal sagen, dass es mir sehr leid tut, was euch passiert ist. Ich habe deine Geschichte übrigens schon gelesen, als sie aktuell war - und war zu schwach, selbst etwas zu schreiben. Ich habe es von mir weggedrängt, weil ich mit diesem Grauen nicht umgehen konnte. Und jetzt ist mir etwas anderes, ebenso Unvorstellbares passiert. Ich kann es immer noch nicht begreifen. Eine von 3000 Geburten ist eine Totgeburt, aber in diese Statistik fallen eben sämtliche Kinder mit einem Gewicht von über 500g. Dass ein Kind vollausgetragen und ohne erkennbare Ursachen verstirbt ist ungleich seltener, wahrscheinlich so selten wie ein 6er im Lotto. Meine Hebamme hat 40 Jahre Berufserfahrung und musste vor uns niemals eine solche Erfahrung machen. Mein Frauenarzt, der über 70 ist, erlebte es einmal in jungen Jahren, als er noch im Krankenhaus angestellt war. Die Statistik sprach ebenfalls für uns: Es geschieht eher dicken als dünnen Frauen, eher Alten als Jungen, eher Schwarzen als Weißen, Rauchern als Nichtrauchern, sozialschwachen als mittelständischen Frauen. Ich bin jung, schlank, weiß, Nichtraucher, studiert und nicht in finanziellen Nöten und dennoch ist es uns passiert, unsere Tochter ist einfach so gestorben.

Mir geht es momentan einigermaßen okay, bin jetzt im 7. ÜZ nach der "kleinen" Geburt von Moritz. Ich hab einen Psychologen gefunden der mir sehr gut hilft und zu dem ich jede 2. -3. Woche gehe. Ich hab mir von der Arbeit erstmal eine Auszeit genommen für ein paar Monate damit ich selber wieder zu Kräften kommen kann.

Es ist gut zu lesen, dass es dir okay geht und du dir Zeit für dich nehmen kannst. Ich kann auch noch lange nicht ans Arbeiten denken. Eigentlich wäre ich jetzt für anderthalb Jahre zuhause und danach nie mehr zurückgekehrt, wollte nochmal studieren. Ich war ohnehin nie glücklich mit dem Job und habe meinen Arbeitgeber schon zu Anfang der Schwangerschaft über diesen Plan informiert. Da ich seit April letzten Jahres im Beschäftigungsverbot war, wurde meine Position längst ersetzt, es gibt gar keine richtige Stelle menr für mich. Ich müsste als Mitarbeiterin unter meinem Ersatz arbeiten und noch unliebsamere Aufgaben ohne jede Verantwortung übernehmen. Da fällt es mir umso schwerer mir vorzustellen, dass ich dorthin zurückkehre. Als habe es meine Tochter nie gegeben. Das fühlt sich so falsch an.

Zusätzlich kümmert sich jetzt ein sehr guter Frauenarzt um meinen Kinderwunsch und wir Schließen grade so nach und nach körperliche Ursachen aus, warum es bisher nicht nochmal geklappt hat. Bei der Ausschabung nach der Geburt gingen ein paar Sachen schief daher ist das notwendig. Ich bin aber guter Dinge dass es bald wird :)D

Was ging denn schief? Doch nicht etwa Asherman Das hört sich so optimistisch an! Ich wünsche dir sehr, dass bald alles gut wird. :-)

zoopfm1ustxer


@ Schokominza,

Californierin:

Ich danke euch für eure Beiträge! Ich muss gleich zur Rückbildung, habe deshalb nicht mehr viel Zeit, jetzt zu antworten, doch fühlt euch bitte nicht übergangen.

Schokominza, du hast womöglich Recht und ich versuche alles, jetzt gut zu meinem Körper zu sein, damit er sich erholt. Ich esse gesund, treibe Sport, schlafe viel, fülle Vitaminspeicher auf. Und ich hoffe, dass es so einfach ist und mein Körper nur wieder Kraft schöpfen muss, damit sich alles fügt.

Californierin, es tut mir leid, dass du auch Kinder verlieren musstest. Ich glaube, das ist immer schlimm und die Zweifel am eigenen Körper anschließend sehr mächtig und belastend, besonders, wenn man noch keine lebenden Kinder hat. Es tut mir gut, von dir verstanden zu werden und ich wünsche auch dir, dass du bald wieder schwanger wirst und die schlechten Zeiten ein Ende haben.

z"o{pfmu5stxer


Ach, übrigens habe ich gerade ein bisschen [[http://www.directupload.net/file/d/4275/o23cu2xg_jpg.htm Hoffnung]]. Die Auswertung könnte zwar immer noch zufällig sein, falls die Werte gestört waren, aber ich befinde mich immerhin seit drei Tagen konstant im HL-Niveau. Vielleicht war's ja doch ein Eisprung.

SRommeirsonkne8x0


@ Zopfmuster

Unter Tränen las ich deine Geschichte und die deiner Tochter.

Wie ähnlich erging es meiner Schwester!

Sie bekam in der 40 SSW gegen Mittag Wehen, konnte sich noch gut erinnern, dass sie ihre kleine am Vormittag gespürt hat. Nun beim ersten Kind ist man doch eher vorsichtig, also ab ins Krankenhaus - voll guter Dinge und bereit das kleine Wesen zu empfangen. Dort wurde gleich ein CTG durchgeführt - alles blieb leise, die Hebamme wurde unruhig - Oberarzt wurde geholt Ultraschall sollte durchgeführt werden - keine Reaktion aus dem Mutterleib. Die Wehen waren zu diesem Zeitpunkt schon so stark, dass sie die Kleine auf natürlichem Weg auf die Welt gebracht.

Es war ein Schock für uns alle - viel Leid, Kummer, Tränen ..... dass nicht wissen wie miteinander umgehen, was tun oder nichttun - spaltete fast die Familie. Ich hatte einige Zeit lang ein schlechtes Gewissen, völlig unproblematisch zwei gesunde Kinder auf die Welt gebracht zu haben.

Aber irgendwie - und frag mich nicht wie, schaffte es meine Schwester an diesem Leid nicht zu ersticken. Ich bewundere sie für diese Stärke. Eine Hebamme begleitete sie die erste Zeit und anschließend ging sie zu einer Psychologin. Ihr Mann suchte ebenfalls Hilfe - aber sie machten das getrennt voneinander. Sie ging nach 8 Wochen wieder arbeiten - was sie aber mit Leib und Seele macht. Sie meinte auch, dass sie die Ablenkung braucht.

Schwierige Tage, traurige Momente gab es und gibt es immer. Friedhofbesuche werden immer traurig sein. Einmal meinte sie zu mir "Ich lebe viel zu gern, dass ich verzweifle... und sie hatte ja auch noch viel vor.

Der Weg war schwer, aber sie wurde wieder schwanger - und ich weiß, dass du das unbedingt auch willst und ich wünsche es dir von Herzen - aber die Schwangerschaft mit all den Ängsten und der Verzweiflung war alles andere als einfach. Sie hatte auch einen Wunschkaiserschnitt - drei Wochen vor dem errechneten Termin - und endlich, endlich konnte sie ihre kleine Tochter in die Arme nehmen.

Sie ist der Sonnenschein unserer Familie - wir sind wahnsinnig stolz auf die sie - und umso mehr auf meine Schwester.

Diese Kraft und Stärke und den Optimismus den sie an den Tag legte - den wünsche ich dir von ganzem Herzen.

Hsoney91_~mitJ_Mini13


Zopfmuster

ich bin fast verblutet (über 2 Liter blutverlust allein unter der OP mit 3 Tagen Intensivstation im Anschluss) weil die AS zu spät gemacht wurde (knapp 1 Woche nach der Geburt) und die Stücke der Plazenta wieder an der Gebärmutter angewachsen waren beim ausschaben kam es dann zu kleinen Perforationen die jetzt leichte Verwachsungen/ Narben nach sich gezogen haben allerdings hat sich herausgestellt dass es Gott sei dank halb so wild ist, die Löcher gut geschlossen und die Eileiter nicht betroffen sind. Dementsprechend steht dem Kinderwunsch zumindest von dieser Seite aus nix mehr im Weg

Ich drücke dir ganz sehr die Daumen dass du einen Eisprung hattest!! :)_

Meine erste hochlage war nur 6-7 Tage lang, danach wurde sie wieder normal, also Stress dich erstmal nicht, falls Sie kürzer ist als gewohnt :)* :)* @:)

dEanaae87


Ich hab mir jetzt eine Frist gesetzt, auch in Absprache mit meiner Therapeutin: Bis Ende März warte ich noch ab, dann gehe ich zu meinem Arzt. Sie hätte mich jetzt schon hingeschickt, doch ich will schauen, ob von alleine noch etwas passiert.

Das finde ich sehr vernünftig.

Ich hab glesen das du nochmal studieren möchtest, könntest du dir vorstellen einfach schon zu diesem Semester anzufangen? Da kann man ja, je nach Fach, ganz gut gucken wieviel man sich zumutet und du wärest ein wenig beschäftigt und musst keine Elternzeit ohne Kind durchstehen. Aus Erfahrung kann ich sagen das studieren mit Kind geht und einem sogar mehr Zeit mit dem Kind ermöglicht als Berufstätigkeit und von verschiedenen Arbeitgebern wurde mir signalisiert das bereits vorhandene und nicht mehr so kleine Kinder auch für Einstellungen positiv wären.

Das sind alles total praktische Überlegungen, aber manchmal hilft so ein wenig Praktisches ja aus einem Sumpf so tief und weit das man glaubt nie wieder Land zu erreichen. :)_ :)_

hiats,chipxu


Wie geht's dir Zopfmuster?

Cqalifor*niexrin


ja, melde dich mal *:) :)_

z#opyfmlustexr


Lieb, dass ihr an mich denkt. Mir geht es überhaupt nicht gut. Ich habe das Gefühl, dass jeder Tag schwerer wird als der vorherige. Ich fühle mich absolut hoffnungslos, weine viele Stunden am Tag und schlafe die meiste restliche Zeit, weil ich so erschöpft bin. Immerhin habe ich wieder einen Zyklus, das hat mich kurzzeitig ein bisschen aufgebaut.

Wir haben die Obduktionsergebnisse erhalten und wissen jetzt, woran unsere Tochter gestorben ist: Die Endzotten der Plazenta waren nicht ausgebildet. Diese Zotten reifen ab der 34. Woche aus und sind ab der 37. Woche für den Sauerstofftransport zuständig. Ursache nicht ausgebildeter Zotten ist oft eine Blutgerinnungsstörung bei der Mutter. Allerdings wurden auch in den Plazenten gesund geborener Kinder schon unterentwickelte Zotten gefunden. Der kindliche Organismus kann die leichte Mangelversorgung oft noch sehr lange kompensieren, auch meine Tochter hat diesen Zustand wochenlang ohne irreversible Schäden überstanden. Bemerkbar machte sich ihre Not nur durch verminderte Aktivität, die ich dem Platzmangel zuschob.

Sie hätte überlebt, wenn ich sie nicht übertragen hätte. Letztendlich starb sie an Herzversagen, weil die Plazenta durch die Übertragung verkalkte und ihr Kreislauf die nun noch stärkere Minderdurchblutung nicht mehr kompensieren konnte.

Sie hätte überlebt, wenn ich ärztlich und nicht nur durch meine Hebamme betreut gewesen wäre, denn man hätte mich aufgrund der schlechten CTGs, der im Doppler erkennbaren Verkalkungen und der Terminüberschreitung wohl schon längst eher eingeleitet.

Sie hätte überlebt, wenn ich bloß auf mein schlechtes Bauchgefühl, meine plötzliche Angst gehört hätte, doch ich ließ mich beschwichtigen und wollte nicht als hysterische, ungeduldige Schwangere gesehen werden.

Sie hätte überlebt, wenn ich ihren Geburtstermin nicht dank meiner Zyklusaufzeichnungen genau bestimmt und darauf bestanden hätte, den vom Arzt ausgerechneten Termin um fast drei Wochen nach hinten zu verschieben, weil ich solche Angst vor einer Einleitung hatte. Hätte man mich nur eher eingeleitet! Am Tag, als sie geboren wurde, wäre ich nach dem alten Termin in der 45. Woche gewesen... So weit hätte man mich nicht kommen lassen.

Sie hätte überlebt, wenn ich nicht auf eine Hausgeburt bestanden hätte, wenn ich wie fast alle Schwangeren einfach ins nächstbeste Krankenhaus gegangen wäre, wo man mich am Termin eingeleitet hätte.

Sie hätte überlebt, wenn ich mir einfach halb so viele Gedanken gemacht hätte, wenn ich nicht alles so perfekt hätte machen wollen. Wenn ich mich blind in die Hände der Ärzte begeben hätte, wäre meine Tochter jetzt wohl am Leben.

Ich weiß im Augenblick nicht, wozu ich noch weitermachen soll. In meinem Leben ist bisher wirklich ausnahmslos alles schief gegangen, was mir wichtig war, und ausnahmslos alles war nicht meine Schuld, sondern das, was einige Leute Schicksal nennen und andere als Riesenscheißpech bezeichnen. Diese Schwangerschaft war das beste, was mir je passiert ist. Ich war noch nie zuvor so glücklich, so optimistisch und positiv. Ich hatte eine Zukunft, es war alles zum Greifen nah. Und an dem Tag, an dem ich dieses Glück endlich in den Händen hätte halten sollen, habe ich alles verloren.

Dass es schon über drei Monate her ist, fühlt sich völlig absurd an. Für mich ist noch gar keine Zeit vergangen. Das Wetter macht es nicht besser, es erinnert mich daran, wie die Zeit vergeht. Ich mochte den Frühling und Sommer noch nie und jetzt ist es noch unerträglicher als je zuvor. Vor einem Jahr habe ich an meinem Geburtstag positiv getestet, jetzt bin ich ein Jahr älter und Mutter und völlig zerstört und wahnsinnig vor Sehnsucht. Es ist alles so sinnlos, ich kann mir nicht vorstellen, dass man je wieder glücklich werden kann. Auf die Frage danach antworten alle Betroffenen auch eher ausweichend - "Doch, man kann wieder glücklich werden, nur nicht unbeschwert... Es wird anders sein, das Kind fehlt immer... Die Trauer bleibt und wird auch niemals kleiner, man lernt nur damit umzugehen." Ich finde, diese Aussicht ist eine echt beschissene Perspektive. Warum soll ich es überhaupt versuchen für ein Leben, das nicht mehr unbeschwert und erfüllt sein kann?

Leider werde ich auch so negativ (immerhin merke ich das noch, auch wenn es das nicht weniger verachtenswert macht, denn ich kann meine Gefühle trotzdem nicht steuern) und entwickle aus dem Nichts heraus eine heilige Wut auf Menschen, die mit Glück scheinbar mehr gesegnet sind - auf meine zahlreicheren Kette rauchenden Kolleginnen, deren Plazenten nicht versagt haben, auf grundsätzlich alle Eltern im Dezember geborener Kinder, auf Schwangere und ihren unbedarften Optimismus (raffen die denn nicht, dass ein Kind auch noch in der 43. Woche sterben kann?! - Achnee, denen passiert sowas ja nicht!), sogar auf andere Eltern totgeborener Kinder, die nach diesem Ereignis eine bessere medizinische Nachsorge als ich erhalten... Denn offenbar interessiert es niemanden, was mir passiert ist. Sämtlichen Berichten musste ich hinterherlaufen, um zu erfahren, dass sie schon im Januar fertiggestellt und an einen falschen Arzt geschickt worden waren, dass mein Zyklus im Arsch und mindestens fünfzig Tage lang ist, kümmert keinen, dass ich womöglich eine Gerinnungsstörung habe und dies vor einer weiteren Schwangerschaft gerne abklären ließe, interessiert keinen (ich habe den Termin beim Hämatologen erst Mitte August bekommen!)... Ich habe mich eigenständig um alle notwendigen Facharzttermine und Überweisungen kümmern müssen, dabei sollten diese Schritte gängiges Prozedere nach einer Totgeburt sein (und sind es auch bei allen anderen Betroffenen)... Ich fühle mich schon wie ein Bittsteller, eine hysterische Kuh, die jetzt auf lauter unnötige Untersuchungen besteht und eine Belastung für alle ist.

Eigentlich wollte ich gar nicht so viel schreiben, ich höre jetzt auch auf. Genießt eure Kinder, während ich meins auf dem Friedhof besuchen gehe.

b.amb(i9x1


Mir blutet mein Herz wenn ich das lese. Ich hatte im Dezember eine fehlgeburt, war erst in der 14. Woche aber ich bin nach wie vor leer. Ich kann deine Wut auf andere schwangere verstehen, mir geht es nicht anders.

Ich weiß eigentlich garnet so recht was ich sagen soll, ich fühl so unfassbar mit dir mit. Dieser Schmerz im Herz, diese Sinnlosigkeit.

Fühl dich gedrückt.

z8opfumustxer


Bambi, es tut mir leid, dass du dein Baby auch verloren hast. Es ist so unfair und so sinnlos!

Ich drücke dich auch in Verbundenheit! :°_

SWommerqsonne8x0


Zopfmuster hör auf!

Ich weiß nicht ob du es gelesen hast. ... das Baby meiner Schwester starb OBWOHL sie im Krankenhaus war ..OBWOHL sie in der Schwangerschaft mehr als top betreut wurde ....OBWOHL sie beim ersten Anzeichen in die Klinik sind. .OBWOHL sie vor dem errechnen Termin waren. .

Es zerreißt mir das Herz wenn ich deine Zeilen lese... Schrei deinen Schmerz raus. .. weine .. geh zum Friedhof. .. aber quäl dich doch nicht so.

Schlimme Dinge passieren. . Unfälle. ..Krankheiten ... eurem Baby ist ein Unfall passiert. .. niemand kann etwas dafür oder zu Verantwortung gezogen werden. .. am allerwenigsten du

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