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Ausschabung endet im Desaster

JoW19#71 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

meine Frau hat in einer Klinik mit Tagesklinik und Gyn-Abteilung am 7. Oktober eine ambulante Ausschabung vornehmen lassen, auf Anraten Ihrer Frauenärztin wegen extrem starker Regel. Da bei uns die Familienplanung eh abgeschlossen ist, war das auch kein Thema, zumal ich mich auch schon habe sterilisieren lassen.

Nun ist noch unter der Narkose der Blutdruck dramatisch in den Keller gefallen bei beginnender Tachykardie - sie war also dabei in einen Schockzustand abzurutschen. Eine eiligst dazugerufene Chirurgin hat umgehend Ihre Oberärztin angefordert und die hat sofort den Bauch meiner Frau geöffnet, da fanden sich dann etwa 3 Liter Blut im Bauchraum.

Die operierende Gyn hat da den Uterus perforiert und hat die direkt nebenan verlaufene Vena Iliaca Externa (grosse Beckenvene) getroffen und an 2 Stellen verletzt. Diese ist paarig angelegt und kommt aus der Großen Bauchvene. Zwar "nur" eine Vene aber groß und blutet ganz übel wenn einmal verletzt.

Sie haben die Vene per Naht notfallmäßig versorgt .

Bis Freitag Abend dann auf Intensiv künstlich beatmet und in Dauerschlaf gehalten :-(

Am nächsten Morgen ging es ihr schon etwas besser, hatte aber ein dickes rechtes Bein; Verdacht auf ausgedehnte Thrombose. Also Verlegung noch am Samstag in die Uniklinik Bonn, Gefäßchirurgie. Dort stellte man dann 'fest, das die große Beckenvene so gut vernäht war, das da überhaupt kein Blutfluss mehr stattfinden konnte.

Also dann am Dienstag den 11. Oktober eine 4,5 Stunden Operation dort vom Chefarzt persönlich. verengte Stelle ersetzt durch einen Plastikstent, eine Arterie mit der Vene verbunden, damit das Blut mit hoher Geschwindigkeit durch den Stent fliesst, damit er nicht "zugeht", die ausgedehnte Thrombose entfernt. Ach ja, diese künstliche "Arterie-Vene" Fistel muss in etwa 3 Monaten dann erneut chirurgisch entfernt werden, da venöses Blut per Druck ins Herz gelangt, was für das Herz auf Dauer nicht gut ist.

Nun ist meine Frau nach 8 Tagen Intensiv auf Normalstation und kämpft sich unter extremen Schmerzen zurück. Momentan ist sie froh alleine auf die Toilette zu kommen, was 5-6 Schritte bedeuten. Dann kommen demnächst noch 3-6 Wochen Anschlussheilbehandlung, 6 Monate Thrombosestrumpf sowie Macumar.

Wir haben 3 Kínder (3, 6 und 8 Jahre alt), und nun entsprechende Probleme.

Uns stellen sich 2 zentrale Fragen:

1. Wie kann es sein, das eine Vene bei einer Gebärmutterperforation an 2 verschiedenen Stellen verletzt wird (steht im OP-Bericht)?

2. wie kann es sein, das eine grosse Vene, nachdem sie notfallmäßig geflickt wurde, nicht nochmals auf Durchlässigkeit geprüft wird? Das müsste selbst ein Allgemeinchirurg hinbekommen.

Wir sind alle für Tips und Ratschläge dankbar

Jörg

Antworten
Leiscihenswxelt


Oh je, das klingt ja schrecklich :°_ Deine arme Frau.

Also zu deiner ersten Frage: Ich wurde auch schon ausgeschabt und das gehört leider zu den möglichen Risiken. Es steht auf dem Aufklärungsbogen, dass es in seltenen Fällen möglich ist, dass durch die Gebärmutter hindurch andere Organe verletzt werden können. Da wird man nicht gegen vor gehen können.

Alles andere, da weiß ich auch nicht Bescheid. Ihr könntet einen Anwalt für Medizinrecht beauftragen. Und um den Alltag zu organisieren steht euch eine Haushaltshilfe zu.

BnenitqaBx.


Es ist tragisch. Und der offensichtlich unerfahrene Operateur hat sicherlich von diesem Vorfall entweder nihts mitbekommen oder das Ganze unterschätzt.

Mir ist das aber nur gering dramatisch passiert. Der die Ausschabung angesetzte Oberarzt war wegen Krankheit ausgefallen. Schon mit LmaA Tablette versehen, wurde mir das auf dem OP Tisch mitgeteilt, dass ein Assistenzarzt den Eingriff übernimmt.

Wach wurde ich auf der Intensivstation, wo alle zunächt nur rumdrucksten und darauf verwiesen, dass mit nur ein Arzt Auskunft geben darf.

Nach Stunden kam der OP Arzt, völlig verknickt und aufgelöst, sich entschuldigend, er hätte aus Versehen meine Gebärmutter mit dem Skalpell durchstoßen, es wäre zu einer Blutung getroffen. Er hätte sofort abgebrochen und einen Oberarzt zugezogen.

So etwas macht in der Regel kein Arzt, sofort am Bett des Patienten zu sagen, er hätte einen Fehler gemacht. Schon aus versicherungstechnischen Gründen.

Das wird hier in diesem äußert tragischen Fall so auch sicherlich nicht passieren. HIer mußten offensichtlich von nicht spezialisierten Ärzten in einer Notsituation Entscheidungen getroffen werden, die ihr Bestes gaben, aber die weit entfernt von ideal waren. Aber sie hatten offensichtlih nur die Wahl, Leben zu retten mit dem, was für sie möglich war oder ex.

Das hört sich hart an, aber aus langer Krankenhaustätigkeit kann ich nur sagen, dass bei Auffinden von 3 Liter Blut im Bauchraum ncht viel Handlungfreiheit besteht.

Es geht ums Ganze. Und wenn kein Spezialist vorhanden ist, und ein Gynäkologe ist nun mal kein Gefäßspezialist, ist es leider von einem Fehler zum nächsten gekommen.

Ich wünsche hier einen positiven Heilungsverlauf. Daneben sollte man alle OP Berichte usw. anfordern, hier wird eine Klage sicherlich unvermeidbar sein.

Mein Eingriff erfolgte in einer riesigen Klinik, der SChaden konnte begrenzt werden. Ich habe aufgrund des Schuldzugeständnisses des Arztes und seiner Entschuldigung verzeihen können. Die Einblutung in den Bauchraum ist hier nicht vergleichbar, ich hatte keinen Bock auf gerichtliche Auseinandersetzung. Dem Arzt ist ja auch keine Absicht zu unterstellen gewesen. Davop gehe ich in diesem Fall auch nicht aus.

Aber hier liegen ganz andere Gegebenheiten vor

Ich wünsche gute Genesung und viel Kraft, hier die Rechte auf Entschädigung umzusetzen.

Mbazi<kexen


Oh je... Ich kann dir keine Tipps geben. Außer bei der Krankenkasse nach einer Haushaltshilfe zu fragen ... Diese steht euch zu.

Und alles alles Gute für deine Frau, ich hoffe ihr geht es bald wieder besser! @:)

JEW1x971


Danke euch erstmal....hatte noch vergessen zu erwähnen, das die operierende Ärztin sich weder bei meiner Frau gemeldet hat, noch sich bei ihr entschuldigt hatte...obwohl die OÄ meinte, das sie das noch tun würde....

BoenixtaB.


Ärzte werden von Ihren Verrsicherungen angehalten, keine Entschuldigungen auszusprechen. Das könnte nämlich als Schuldanerkenntnis ausgelegt werden und sie haften dann vielleicht nicht.

Dass es bei mir zu einer Entschuldigung kam, ist, wie ich schon schrieb, der Unerfahrenheit des Arztes zuzusprechen. Und der Arzt hat ja auch Glück gehabt, ich habe keine Maßnahmen eingeleitet, weil auch keine bleibenden Folgeschäden eintraten

Ich würde mich von dem Gedanken verabschieden. Keiner der Ärzte hier wird hier breittreten, dass er einen Fehlerr gemacht hat. Das kann ja auch nur in med. Gutachten geklärt werden.

Es macht nur bitter, wenn man darauf hofft und es passiert nichts....

Nach vorne schauen und sehen, was einem gut tun könnte, das sollte im Moment im Vordergrund stehen. Viel besser für die Seele als verbissen auf Entschuldigungen zu warten. Das zermürbt nur.

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