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Morbus Menière

t?omX-m:uxc7


Hallo,

die Tabletten nehme ich seit drei Tagen, soll aber das Vasomotal noch nicht reduzieren und keinesfalls absetzen. Wenn das Experiment nicht wirkt, ich wieder umkippe und mit dem Rettungswagen abtransportiert werde, hat da jemand keine Lust drauf.

In drei Wochen sehen wir weiter. Wenn ich das Vasomotal auf 3x36 mg reduziere, dauerte es bisher etwa zwei Wochen, bis eine merkliche Verschlechterung einsetzte.

Da ich alle schweren Anfälle in anhaltend kalten Witterungsphasen in den letzten beiden Wintern hatte, bin ich ziemlich scharf drauf, das Vasomotal schnell zu reduzieren. Ab Mai ging es mir nämlich jeweils merklich besser. Das ist auch einfach zu erklären, da man vor kurzem nachgewiesen hat, daß auch Herzkrankheiten bei Kälte schlechter werden, da der Körper anscheinend die Gefäße zusammenzieht und warum sollte er im Ohr eine Ausnahme machen? Das gefäßerweiternde Vasomotal wirkt ja (leider!) auch auf die Blutgefäße und ich hatte eh schon niedrigen Blutdruck...

Heute bin ich (bis jetzt!!) mal beschwerdefrei, was aber nichts heißt, da ich mit 3x48 mg Vasomotal auch im Sommer schon mal zwei Wochen völlig beschwerdefrei war. In den letzten Wochen (seit 16.11. nehme ich wieder 3x48 mg) hat aber selbst das nicht gereicht und ich hatte täglich kurzen leichten Schwindel. Ihr könnt Euch denken, wie es mir ohne diese Mega-Dosis gehen würde. Mein anderer Prof. wollte zusätzlich zum Vasomotal mit Diuretika weiter machen. Da ist er sich sicher, daß das hilft. Jetzt warten wir aber erstmal ab.

Übrigens gelte ich als "schwieriger" Fall, weil bei mir die Symptome extrem stark und wie aus dem Lehrbuch sind. Da sind sich zwei Uni-Kliniken mal einig. Bei mir war es so, daß ich zunächst MM abgestritten habe und die Kliniken meinten vom ersten Anfall an, es sei MM.

Mitte Februar wissen wir hoffentlich mehr. Ich verspreche, mich hier zu melden, sobald es etwas neues gibt!

Damit verschwinde ich erstmal eine Woche in den Urlaub, denn ich bin völlig erschöpft, kurz vor dem Umkippen und komme so hoffentlich noch bis ins Allgäu! Da werde ich vor allem schlafen und versuchen, den Infekt, den ich gerade ausbrüte, zu kurieren.

Viele Grüße

hoeiz"6x7


Hallo Tom,

was Du schreibst deckt sich 1 zu 1 bei mir, auch ich habe die größten

Probleme im Winter (der ist dieses Jahr blöderweise auch noch heftig)

und ab Mai geht es mir wesentlich besser.

Als ich bin echt gespannt, was Du uns bald zu erzählen hast

gruß

BIetteche8n200x5


Hallo Heiz67,

wie geht es bei Dir jetzt eigentlich weiter, Deine Therapie mit der Meniett ist nun vorbei. Hast Du das Gerät gekauft? Hat die Krankenkasse unterstützt? Nimmst Du auch Betahistin und in welcher Stärke?

Bei mir steht der letzte Termin am 18.02.09 in Großhadern an? Ich habe auch schon ein Angebot für eine Meniett über den Hersteller. Ist aber ziemlich teuer.

Wir hätten uns am 14.01.09 sehen müssen.

Den Wind dieses Wochenende habe ich wieder an meinen Ohr gemerkt. Es war da so ein Gefühl drauf. Aber die Pumpe hat funktioniert.

viele Grüsse,

hseizR6x7


Hallo Bettchen2005,

Du warst auch am 14.01.2008 in Großhadern ich auch, kommst Du

immer mit Deinem Mann?

Bei mir ist es nun so, dass ich nun schon 4 Wochen ohne Pumpe

bin, vom Schwindel und vom Gehör hat sich bisher (mit funktionierender Pumpe war ich

nahezu schwindelfrei und mein Gehör und das Gleichgewichtsorgan waren wieder 1a)

nichts verändert. Allerdings habe ich seit dem absetzen der Pumpe wieder Dauer-Tinnitus

(was mich jedoch nicht so sehr belastet), deswegen wird bei meiner Krankenkasse nun die Pumpe mit Empfehlung von der Uni München beantragt.

Bis dahin wird jetzt trotzdem versucht mein Betahistin AL 12 langsam auszuschleichen,

ab nächster Woche von 3 auf 2 Tabletten, wieder eine Woche später auf 1 Tablette, danach

auf 0. Falls sich dann mein Befinden immer noch im grünen Bereich hält wird nach wiederum 2-3 Monaten versucht auch das Paukenröhrchen zu entfernen.

Wie geht es bei Dir weiter und wie hat sich die Pumpe bei Dir ausgewirkt ??? ?

Grüße

h&eqiz6x7


Hallo Tom,

ich habe noch eine Frage an Dich, ich habe zwar Deine ganzen Beiträge nachgelesen,

allerdings habe ich vepasst, wie Deine Studie mit der Meniett Pumpe nun zu Ende ging.

Hast Du diese zu Ende geführt oder bist Du ausgestiegen?

Gruß

SXuzixe03


Hallo zusammen,

seit gestern dreht sich nicht nur meine Welt, sondern auch meine Gedanken. Seit Jahren habe ich einzelne Symptome wie Schwindel, Hörstürze etc. Dazu ein extrem schwankender Blutdruck. Das wurde immer auf "Stress" abgewälzt. Seit anderthalb Jahren habe ich nun wieder (positiven) und auch ziemlich negativen Stress im Job, in dem ich zu 100 % gefordert bin und auf der Höhe sein muss.

Die Tatsache, dass ich morgens in einem Karussell sitze, habe ich schon als gegeben hingenommen. Ich brauche mindestens eine Stunde Anlaufzeit, bis ich geradeaus gehen kann, ohne Ecken rund zu machen. Das ist bei mir schon seit Jahren normal.

Seit ca. 6 Monaten liegt mein Immunsystem brach. Infektionen aller Art machen sich bei mir breit, von Umlauf an den Füßen bis zu Infekten, die einfach nicht vergehen wollen, meine Allergien blühen wieder, die ich jahrelang im Griff hatte. Der Blutdruck ist wieder außer Kontrolle (Hochdruck). Vor sechs Wochen ist es dann das erste Mal im Büro passiert. Ich stand im Büro eines Kollegen, der mir eine Akte rüberreichen wollte und ich fiel einfach so um. Das nächste Mal wollte ich mir die Tasse Kaffe aus dem Automat holen, ich trat in ein "Loch" und fiel nach hinten um. Mitsamt dem Kaffee. Vor drei Wochen dann beim Post holen vor den Kollegen. Dazu kam mein dritter Hörsturz (der erste 2003) und seit Wochen wieder dieser elende Tinnitus und ständiger Druck auf dem rechten Ohr. Mein Hausarzt kam auf Burnout Syndrom und Blutdruck!!!

Dann überwies er mich zum HNO, damit der sich die Ohren ansieht wegen dem Schwindel. Der schaute mir gestern erst in die Augen und meinte sofort: Das sieht aus wie Morbus Menière. Die Tests würden es zeigen. Los ging es und es folgten Hörtests, kalte Luft ins Ohr, Sensormessungen... Keine Ahnung wie diese Tests heißen. Danach kam das Gespräch mit dem HNO-Arzt. Definitiv Morbus Menière, damit müsste ich nun leben. Er hat es mir so erklärt:

Die Krankheit ist relativ selten, der Verdacht wird erst konkret, wenn mindestens drei Symptome zusammen kommen und dann ist es schon fast zu spät. Ich werde mich darauf einstellen, taub zu werden. Die Krankheit verläuft in Schüben und ein Mittel zur Heilung gibt es nicht. Einerseits war es ein neuer Schock, andererseits habe ich über die Jahre diese verschiedenen Symptome nicht in Zusammenhang gebracht. Stress hatte und habe ich ja permanent. Jetzt nehme ich erst einmal Vomex und Betahistin. Über die Wirkung kann ich noch nichts sagen, da ich heute erst damit angefangen habe. Aber eins habe ich mir gleich vorgenommen und bin auch entschlossen, das durchzuziehen: Ich tue etwas für mich. Einen Teil des Gehalts lege ich für mich zur Seite. Nur für mich!!! Heute gehe ich zum Frisör. Dinge, die ich nie getan habe, weil ich immer zuerst an meine Familie dachte. Nächste Woche kommt noch ein MRT und dann ein Gespräch mit dem HNO-Arzt und dem Hausarzt, wie die nächsten Schritte aussehen.

Abgesehen von der Tatsache, dass ich zurzeit kein Auto oder Motorrad fahren darf, trifft es mich natürlich besonders, dass ich über kurz oder lang taub werde. Ich bin Dolmetscher. Also lerne ich die Gebärdensprache. Das Leben geht ja weiter.

Vielleicht komme ich später noch einmal auf dieses Forum zurück, wenn ich mehr weiß.

LG

Suzie *:)

T!JW


Hallo!

Bin neu hier, habe seit März 2008 M Meniere. Hatte schlimmste Anfälle, jeden zweiten Tag.

Mein Arzt hat mir Zäpfchen ( jeden 3. Tag ) empfohlen, die off label sind, das heißt, sie sind nicht gegen diese Krankheit gedacht. Aber ich habe seit Juli 2008 keine Attacke mehr gehabt!!! Kann ich nur wärmstens empfehlen. Ohne sie hätte ich schon längst aufgegeben. Offensichtlich gibt es keine Nebenwirkungen.

Betahistin hatte ich vorher probiert, aber als ich es weg liess, war auch kein Unterschied.

Die Zäfchen/ der Wirkstoff heisst Picrotoxin, ist -denke ich- rezeptpflichtig. Sie werden extra für mich in einer Apotheke in Wolfsbüttel hergestellt. Ansonsten bekommt man sie nur sehr kompliziert aus einer Apotheke in Wien.

Mein Arzt heißt Dr. Zeller in Bobingen bei Augsburg.

Viel Glück!

Tamara

SOusiz/uxki


Hallo Suzie03 und Tamara! *:)

Danke, dass Ihr hier von Euch geschrieben habt. Etwas gegen die Morbus Meniere Anfälle zu unternehmen, ist nie zu spät. Und so schlecht stehen unsere Chancen nicht, dass sich der Meniere wieder beruhigt oder durch Medikamente, für längere Zeit, stillgelegt wird.

Das Mittel in Zäpfchenform habe ich gegoogelt. Hier ist der Link:

[[http://www.thieme-connect.com/ejournals/abstract/HNO/doi/10.1055/s-2005-869101]]

Vielleicht hilft es noch jemanden weiter? :)-

Einen dicken Gruß, an alle die hier mitlesen und schwindelfreie Tage für uns! :)*

tOom-m{uxc7


Hallo Zusammen,

im folgenden ein paar Tips und Antworten:

In einem meiner früheren Beiträge habe ich eine DETAILLIERTE LISTE geschrieben, was mein Prof. mit welchen Medikamenten in welcher Reihenfolge bei MM macht. Das ist allgemeingültig. Diese Liste habe ich mit den mir bekannten OP-Methoden ergänzt und auch mit all dem Schmarrn, den man bei mir ausprobiert hat. BITTE LESEN!!! Sonst kann ich mir das hier alles sparen!!!

@ Suzie03

...ein Mittel zur Heilung gibt es nicht...

Verbreite bitte nicht so einen Unfug! Bei MM kann man sehr viel machen, muß aber bei jedem Patienten neu ausprobieren, auf was er/sie anspricht (s. Liste). Das ist auch vom Krankheitsverlauf abhängig und sollte am besten von einem Arzt beurteilt werden, der viele (!) MM-Patienten gesehen hat. Vier Monate bin ich (freiwillig) gar nicht Auto gefahren, heute geht das alles wieder! Mit einem gescheiten Hörgerät kann man auch bei MM viel machen!

@ heiz67

Auch ich war in der Meniett-Studie, habe aber an einem schlechten Tag das Gerät in der U-Bahn stehen gelassen. Ein neues konnte/wollte man mir nicht geben (was ich verstehen kann). Ein anderer Arzt meinte, das sei eine unbewusste Abwehrreaktion gewesen... Das Gerät hat bei mir überhaupt nichts gebracht, Schwindel und Anfälle wie sonst auch. Allerdings sind sich zwei Uni-Kliniken einig, daß bei mir ein klassischer, extrem starker Verlauf vorliegt.

Falls Du meinen Rat möchtest: Von einem Absetzen des Betahistin rate ich ab. Nach einer Studie der Charite ist es das am besten wirksamste Medikament bei MM. Die Studie hat einige methodische Schwächen, aber das Ergebnis ist eindeutig.

Falls Du, wie ich, Probleme bei stark fallendem Luftdruck (wie heute!!!) hast, rate ich zum Drinlassen des Paukenröhrchens. Das erleichtert den Ausgleich und bringt, nach Meinung eines anderen Arztes den eigentlichen Effekt - nicht die Pumpe.

Bei mir war das alles anscheinend wirkungslos (wobei man sich immer fragen muß, wie es ohne gewesen wäre). Erst die Erhöhung der Dosierung auf irrsinnige 3x48 mg Vasomotal hat mir weitgehende Beschwerdefreiheit gebracht. Allerdings geht das so nicht weiter, da mein Blutdruck ziemlich im Eimer ist (schon vorher viel zu niedrig) und ich mir jetzt laufend Blutergüsse drücke, an der Türklinke zum Beispiel...

Als Alternative zur Pumpe gibt es auch noch das ENTTEX P100. Das habe ich hier und bilde mir ein, daß es schon einmal geholfen hat. Ein anderes Mal hat es aber auch nicht geholfen. Wer mag, kann es ausprobieren, denn ich benutze es nicht mehr und mein Paukenröhrchen ist auch inzwischen dicht.

@ TJW

Vielen Dank für den Tip! Das kannte ich noch nicht. Allerdings gilt Cocculus (der wesentliche Inhalt der Zäpfchen) unter Homöopathen schon länger als Mittel gegen MM. Gibt es in jeder Apotheke rezeptfrei und billig in verschiedenen Stärken. Es ist pflanzlich und Nebenwirkungen sind mir nicht bekannt. Bei mir hilft das bei leichter Übelkeit, bei starken Anfällen nicht. Es könnte sein, daß der Wirkstoff in den Zäpfchen besser / anders aufgenommen wird oder höher dosiert ist.

@ Susizuki

Auch Dir vielen Dank für den Link! Du warst schneller...

Sonst gibt es nicht viel neues. Außer leichtem Durchfall (leider auch hier leichte Blutungen, s. oben) und starken Blähungen merke ich wenig. Am Dienstag frage ich, ob ich die Vasomotal schon reduzieren darf. Einen Effekt sollte ich dann nach frühestens zwei Wochen merken.

Viele Grüße

hseQiz6x7


HAllo Tom,

Du warst in der Meniett Studie, weiß Du den ob Du ein Placebo Gerät oder

eine funktionierende Pumpe hattest?

Bei mir (hatte funktionierende Pumpe) war es so, dass mein Befinden

ca. 4 Wochen nach dem einsetzen des Paukenröhrchens besser wurde,

dies war wiederum bereits ca. 10 Wochen bevor ich mit der Studie begonnen

habe und es war dazu noch im Frühling, deshalb war und ist es für mich schwer

zu sagen, ob mein derzeit gutes Befinden was mit der Pumpe zu tun hat.

Seit absetzen der Pumpe hat sich am Ohrdruck und am Schwindel nichts

wesentliches verändert, allerdings hab ich seit dem absetzen der Pumpe

wieder ständig Tinnitus.

Ich habe mit einigen aus der Meniett-Studie gesprochen, allen hat die

Pumpe mehr oder weniger geholfen, bei den meisten ist eine wesentliche

Besserung der Symtome eingetreten (ob wegen der Pumpe oder wegen

des Paukenröhrchens oder einfach aus heiterem Himmel ist glaube ich manchmal

wirklich schwierig zu unterscheiden).

Allerdings wurden bei den ständigen Hör und Innenohrtests bei mir auch festgestellt,

dass mein Innenohr wieder vollständig normal reagiert und mein Hörvermögen

wieder exakt so gut wie auf dem rechten Ohr funktioniert!?

Zu Deiner Frage mit dem Luftdruck, ja bei mir ist es oft so dass sich

die Symtome häufig stärker bei Veränderung der Wetterlage zeigen

und ich glaube auch, dass das Paukenröhrchen hier zum Ausgleich

des Druckes hilft.

Ich lasse auch lieber das Paukenröhrchen drinn als das ich mein Leben lang Betahistin

zu mir nehme, das möchte ich schon versuchen abzusetzen oder wenigstens zu

resuzieren.

Ich bin immer noch sehr au Deine neuen Erkenntnisse gespannt, da ich Glaube,

dass diese in die richtige Richtung zielen.

Gruß

haeiz6x7


Ach bevor ichs vergesse,

natürlich Hallo Suzie03 und Tamara *:)

Schön (eigentlich nicht so schön!) Euch hier begrüssen zu

dürfen und hoffentlich schwindelfreie Zeit :°_ bis bald *:)

gruß

t;om-mxucx7


Hallo heiz,

ob ich das Placebo hatte oder nicht, weiß ich bis heute nicht. Die Herren in Weiß waren aber von meiner Idee, auch das P100 zu testen, nicht sonderlich begeistert. Kein Wunder - denn es kostet nur 50 EUR, paßt in jede Hosentasche, funktioniert ohne Strom, damit überall und soll laut Hersteller den gleichen Effekt haben. Der Hersteller hat aber kein Geld, groß angelegte klinische Studien zu finanzieren - woher auch, bei dem Preis?

Falls das stimmt, kommt es wohl nur darauf an, bestimmte Rezeptoren irgendwie zu reizen, damit ein Druckausgleich (oder eine Kontraktion, die zu ihm führt) statt findet. Der Rest wäre dann Hokuspokus? Kann natürlich auch sein, daß das P100 einfach nur Schmarrn ist, aber das glaube ich persönlich nicht. Außerdem setze ich lieber 50 EUR in den Sand statt 3.000.

Nochmal die kalte Dusche:

Selbst wenn unser Experiment gelingt, bedeutet dies die lebenslange Einnahme von Tabletten, denn das Virus kann man nicht abtöten - zumindest nicht, ohne auch dessen Wirt zu erledigen. ]:D Man kann nur seine Vermehrung soweit unterbinden, daß es nicht viel Schaden anrichten kann.

Es gibt meines Wissens derzeit keine Viruzide. Selbst wenn es gelänge, das Virus zu töten, könnte man sich jederzeit wieder neu infizieren und wenn man dann nicht drauf vorbereitet ist, will ich mir gar nicht vorstellen, wie ein MM-Anfall im Atlas-Gebirge in Marokko auf 3.000 m bei schlechtem Wetter verläuft. Soviel dazu, ob ich in diesem Leben nochmal ernsthaft Bergsteigen gehe... :-(

Normalerweise muß mein Hausarzt verhandeln, bis ich Tabletten nehme. Wenn ich 180 Tabletten (Betahistin) im Monat freiwillig über einen langen Zeitraum nehme, macht er sich schon Sorgen... Seit es mir jedoch so ging wie Euch, ist mir jedes (!) Mittel recht. Die Frage ist halt, ob wir weiter an den Symptomen herumkurieren (Betahistin, Pumpe, Gentamycin usw.) oder einen Weg finden, die Grundkrankheit zu behandeln.

Im ersten Gespräch meinte meine Prof., daß sie Patienten hätte, die Betahistin seit 30 Jahren nehmen. Damals habe ich noch gelacht. Übrigens hat Betahistin weniger Nebenwirkungen als das Virostatikum.

Im Gegensatz zu Betahistin liegt dessen Plasmahalbwertszeit bei nur drei Stunden und die Bioverfügbarkeit bei oraler Aufnahme ist miserabel (20%). Sinnvoller bei schweren Fällen dürften also zumindest am Anfang Infusionen mind. 3 x täglich und/oder Gaben alle 4-6 Std. sein. Ein weiteres Problem ist, daß sich gegen das Medikament relativ schnell Resistenzen bilden. Es kann also sein, daß man verschiedene Virostatika probieren oder im Lauf der Zeit wechseln muß. Davon ab kann es Nierenprobleme geben. Immerhin sind Mutationen des Virus selten. Das erleichtert die Sache.

Noch was - selbst wenn es wirken sollte weiß niemand (!) so genau, warum eigentlich und ob es bei allen MM-Patienten wirkt. Ein endolymphatischer Hydrops kann auch vorliegen, ohne daß es sich gleich um MM handelt. Das wußte ich früher selbst nicht.

Bis wir hier klarer sehen, empfehle ich also weiter das Stufenprogramm meines Prof.! Es beginnt mit Betahistin - viel und lange! Wenn das nicht reicht, vorsichtig Diuretika und als letzten medikamentösen Trumpf haben wir noch Arlevert. Alle diese Medikamente richten (im Normalfall) keine bleibenden Schäden an! Aber das habe ich alles schon mal geschrieben...

Viele Grüße

hfeizh67


Hallo Tom,

was ich nicht ganz verstehe ist, Du schreibst, dass es eigentlich keine

Medikamente gegen Viren gibt (das ist soweit auch mein Wissensstand),

allerdings stellst Du selbst die Frage in den Raum ob es auf Dauer besser ist

Symthome zu behandeln oder die Grunderkrankung.

Wenn ich das so lese ist es für mich ein Widerspruch, da Du selbst sagst,

dass es keine Medikamente gegen die Grunderkrankung (falls es wirklich

Viren sind) gibt, Du aber trotzdem Medikamente zur Bekämpfung der

Grunderkrankung nimmst. :-/

Das verstehe ich nicht, auch schreibst Du das Du das Betahistin absetzen mußt,

anderrerseits empfiehlst Du jedem das Betahistin weiter zu nehmen, da es

wesentlich weniger Nebenwirkungen hat als die Medikamente die Du derzeit

nimmst ???

Nochmal (vielleicht stehe ich auf der Leitung), was denkst Du, falls Eure Annahmen

eventuell zutreffen, ist es besser dann auf Deine derzeitige Therapie zu setzen,

wie könnten die Konsequenzen und die Heilungschancen bzw. der Heilungs-

grad (oder wie man das auch nennen soll) aussehen?

Ich hoffe ich nerve Dich nicht, allerdings liegt mir sehr an Deinen

Erkenntnissen :)^

gruß

t>om-m:ucx7


Hallo heiz,

man unterscheidet zwischen Viruziden und Virostatika. Viruzide töten leider auch den Wirt, kommt also für mich nicht in Frage... ;-) Es gibt meines Wissens keins, was man am lebenden Menschen anwenden könnte. Virostatika behindern die Vermehrung der Viren so stark, daß sie nicht mehr viel Schaden anrichten können. Das ist unser Ziel. Beides zielt auf die Grunderkrankung, nämlich das Virus, der die Entzündung auslöst - soweit die Vermutung.

Blockiert man also dauerhaft die Vermehrung des Virus, geht die Entzündung zurück und der Körper kann wieder ins Lot kommen. Von "Heilung" mag ich nicht sprechen, denn das Virostatikum muß man auf Dauer nehmen, sonst vermehrt sich das Virus wieder und... Das ist die Theorie. Das Virostatikum ist übrigens nicht ohne - bis hin zu Wahnvorstellungen und Nervenschäden ist einiges möglich.

Wenn es wirklich das Virus ist, was wir im Visier haben, sind die Chancen gut. Allerdings besteht auch die Möglichkeit, daß das Virostatikum noch etwas anderes bewirkt, von dem wir gar keine Ahnung haben - siehe Aspirin und Blutverdünnung. Das hat man auch eher per Zufall rausgefunden.

Betahistin lindert bei vielen Patienten "nur" die Folgen, dies aber ziemlich elegant. Da es in Folge der Entzündung zu einer geringeren oder gar keiner Resorption der Endolymphe mehr kommt, bildet sich ein Überdruck. Durch die Erweiterung der Gefäße (wir sind hier im Millimeterbereich und noch kleiner) wird der Überdruck reduziert, der Schwindel besser. Beim Gehör gilt allerdings: Was einmal kaputt ist, ist kaputt. Rechts habe ich noch 20%. Tinnitus ist ein Thema für sich - keine Ahnung!

Das Wesentliche für mich ist: Die Nebenwirkungen sind bei den meisten Patienten gering bis gar nicht ausgepägt. Man macht damit in der Regel nichts kaputt, im Gegensatz zu einer OP oder Gentamycin usw. Falls es also später eine bessere Therapie gibt, fährt man es langsam runter und setzt es wieder ab.

Zum Test, ob das Virostatikum wirkt, muß ich das Betahistin - langsam und schrittweise - natürlich absetzen. Normalerweise beginnt dann bei mir nach zwei bis vier Wochen der Schwindel wieder, bis er nach sechs bis acht Wochen unerträglich wird. Ich hoffe aber, daß ich Euch in den nächsten Wochen Besseres berichten kann.

Da ich arbeitsmäßig ab morgen wieder Horror-Stress habe und danach noch jeden Abend zu meiner Mutter in die Klinik fahre (1 Std. einfach), fasse ich mich demnächst hier sehr knapp, berichte aber, wenn es etwas neues gibt.

Viele Grüße

h}eiwz67


Hallo Tom,

d.h. wenn Deine Therapie anschlägt würdest Du auf diese setzen, obwohl eventuell

stärkere Nebenwirkungen eintreten könnten?

Wenn diese nicht anschlägt oder die Nebenwirkungen zu stark ausgeprägt wären würdest Du

wieder zu Betahistin (vorerst) zurückkehren?

Stimmt so meine Annahme ???

Gruß

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