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Unbemerktes Risiko durch OP-Besteck?

U;nbekVannxte77 hat die Diskussion gestartet


Ich hatte den Beitrag auch unter "Infektionen" reingestellt, aber vielleicht kann auch hier jemand was zu dem Thema "beisteuern"...:

Ich hatte erst gestern abend einen Bericht über "nicht-steriles OP-Besteck" im Fernsehen gesehen, und bin seitdem völlig verunsichert...

Mein Mann soll Ende April an den Mandeln operiert werden und ich habe jetzt einige Seiten im Internet gefunden, die von den nicht gerade unerheblichen Gefahren einer solchen OP berichten! Unter anderem war dort auch die Rede davon, dass Operationsbestecke nach der "Reinigung" nicht richtig steril sind (siehe auch unter ein kurzer Bericht zu dem Thema).

Gibt es hier eventuell Forumsuser, die in Krankenhäusern arbeiten und dazu was sagen können!?


Unbemerktes Risiko durch OP-Besteck?

Es liegt ein erhebliches Ansteckungsrisiko durch Operationsbesteck und medizinische Geräte vor, die "nur" mit üblichen Sterilisierungsmethoden behandelt wurden.

Zur Erklärung: bei normalen Operationen bleiben mikroskopisch kleine Gewebefetzen, Blutreste und sonstige Reste an OP-Besteck und -Geräte hängen. Diese Teile werden nur sehr unvollkommen durch eine mechanische Reinigung entfernt, bevor die benutzen Geräte dann bei 100°C bis 134°C ca. 3,5 Minuten sterilisiert werden.

Diese Sterilisierung ist nicht prionensicher, da nachweislich Prionen diese Temperaturen auch über einen längeren Zeitraum und unter enormen Druck überleben können. Jeder wird jetzt sagen: Aber wie groß ist denn die Wahrscheinlichkeit, daß gerade jemand mit Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung direkt vor mir mit diesem Besteck behandelt wurde? Dieser Ansatz ist aber aus folgendem Grunde falsch: Für eine Infektion durch TSE-belasteter Nahrung sind nach aller Wahrscheinlichkeit höhere Dosen Prionen notwendig und auch dann ist es möglich, daß keine TSE-Infektion ausbricht (bei Versuchen ist längst nicht jede Übertragung zwischen verschiedenen Lebewesen "erfolgreich" gewesen). Anders bei der "Implantation" (das Einbringen von belasteten Material in den fremden Körper): dort reichen einige wenige Prionen zu einer Infektion. Und einige wenige Prionen können auch von Menschen stammen, die sich längst an CJK infiziert haben, bei denen die Krankheit aber erst in Jahren oder Jahrzehnten ausbrechen wird. Und somit wird der Neu-Infizierte selbst zu einem Infektionsherd, ohne es zu wissen.

In einer ZDF-Sendung weist Prof. Dr. Marx (Neurologe am Benjamin Franklin Klinikum, Berlin) auf eine Untersuchung aus Australien hin, die eine erhöhte Verbindung zwischen der Häufigkeit operativer Eingriffe und CJK-Erkrankungen deutlich machten. Verglichen mit den ca. 55 BSE-Fälle in Deutschland sind die 616 Patienten, die in den letzten 8 Jahren in Deutschland an CJK gestorben sind, eine nicht zu unterschätzende Gefahr, wenn zum Beispiel durch zahnärztliche Wurzelbehandlung (möglicherweise infektiöses Nervengewebe!) nachfolgende Patienten sich über nicht genügend sterilisierte Instrumente angesteckt haben können und nun ohne vorerst selbst selbst zu erkranken lawinenartig weiter infizieren. Auch das Robert-Koch-Institut hat diese Infektionswahrscheinlichkeit eingeräumt (Prof. Dr. Pauli in Ausgabe 3/2001 "Ökotest") und befürwortet nun eine Vakuumdampfsterilisation von 20 Min. bei 134°C. Lediglich der Gesetzgeber läßt wieder die Leinen schleifen und handelt nicht zum Schutz der Bevölkerung! Bis heute ist kein Schutz garantiert, solange OP-Besteck und -Geräte nicht ausreichend gereinigt und steril gemacht werden. CJK-Erkrankungen durch ungenügende Sterilisationen sind bereits aufgetreten und nachgewiesen!

Aus unserer Sicht müssen Patienten geradezu ermutigt werden, ihr Krankenhaus, ihren Arzt und besonders ihren Zahnarzt (Stichwort: "retrograd kontamierte Dentaleinheiten") zu befragen, in welchem Umfang alle operativ einzusetzende Instrumente zuvor mit einer obligaten Vakuumdampfsterilisation von 20 Min. bei 134°C mit vorhergegangener Natronlaugenbehandlung aufbereitet wurden, oder ob man sich nur mit einfach steril gemachten Geräten begnügt!

Meinung von Dipl.-Biol. Roland Heynkes (freiberuflicher BSE- und Prionen-Spezialist) dazu: "...ich habe vor diesem Problem bereits 1995 in meinem Artikel [[http://www.heynkes.de/review.htm]] gewarnt und seither immer wieder. Aber obwohl ich den damaligen Bundesgesundheitsminister Seehofer 1995 persönlich angeschrieben und 1999 während einer Expertenanhörung noch einmal darauf hingewiesen habe, wurden die Sterilisationsmethoden in Krankenhäusern und bei Zahnärzten tatsächlich noch nicht prionensicher gemacht..."

Antworten
DsGraxy


Es ist in Deutschland inzwischen bedauerlicherweise so, dass die Politik quer durch die Bank voellig korrupt ist und Gesetze nur noch durch Lobbyisten gemacht (oder verhindert) werden... :(v >:(

PNe ter+fra/nce


Unbemerktes Risiko unsauberes OP besteck

Hallo Leute,

ich glaube diese Forum sollte die User in keiner Weise verunsichern und ihre schon großen Ängste vor Operationen durch solche Beiträge verstärkt werden.

Sterilisationsverfahren die heute in den Krankenhäusern üblich sind werden ständig überwacht und dokumentiert.

Hauptsächlich wird die Vakuumdrucksterilisation bei 134° durchgeführt.

Es finden täglich vor Arbeitsbeginn sog.Chargenprüfungen durch Probeläufe mit Keimpäckchen statt die anschl. in einem Hygieneistitut ausgewertet werden. Jeder Sterilgutkontainer hat einen Sterilisationsindikator der zur Dokumentation archiviert wird.

Sollte es KKH geben in denen dies nicht gemacht wird ist die Qualitätskontrolle nicht mehr gewährt.

Nach 30 J. OP Tätigkeit ist mir kein Fall von Infektion durch unsaubere Instrumente bekannt geworden.

Man muss auch ganz genau unterscheiden zwischen OPs im unsterilen Bereich Mund,Zahn,After udgl. in diesen bereichen herrscht schon ein sog. unsteriles Milieu d.h. stark mit keimen besiedelt,

und OPs im sterielen bereich d.h.überall wo zur Durchführung der OP die Haut des Körpers eröffnet werden muss.

In dem Beitrag von Unbekannt 77 werden bestimmt auch Missstände von politischer Seite beleuchtet, doch es wird auch fast schon unterstellt das mit unsauberen Instrumenten gearbeitet wird

Hier in diesem Forum sollten die Teilnehmer nicht in dieser Weise verunsichert werden.

MQellTiHmaus


Es stimmt das OP Besteck nach der Reinigung nicht steril ist. Aber erst einmal mus es gereinigt werden. Wenn es sauber und trocken ist geht es in den Zentralsteri und wir da steril eingeschweißt bzw. steril in Siebe verpackt.

Das was im OP genutzt wird ist steril und die Menschen die damit arbeiten wissen auch wie man damit umgeht das es auch weiterhin steril bleibt.

Also keine Srgen wegen sowas machen ...

UDnbek]a$nntex77


Mag ja alles sein, allerdings hatten sich in dem Bericht im Fernsehen diverse Ärzte zu Wort gemeldet, die es für absolut Patientengefährdend halten, dass hier in Deutschland OP-Bestecke mehrfach verwendet. Und auch die ganzen Stichproben, die in verschiedenen Krankenhäusern gemacht wurden, waren nicht wirklich als steril anzusehen.

Von daher mag es sein, dass solch ein Artikel etc. die Leute verunsichert, aber sorry, ich finde es ein Unding, dass so etwas hier in Deutschland überhaupt erlaubt ist, und der Patient davon vor einer OP nichts gesagt bekommt!

In anderen Ländern (u.a. Großbritannien) wurde auf dieses "Problem" bereits vor längerer Zeit reagiert! Hier wurden bereits Patienten durch verunreinigtes OP-Besteck mit der Creutzfeld-Jakob-Krankheit infiziert! Insofern mag es sein, dass ich persönlich diese Sache als zu ernst betrachte....aber nach diesen absolut widerlichen Stichproben aus mehreren Krankenhäusern war mir richtig übel! Und selbst so jemanden wie unsere tolle Jutta Schmidt fand dieses Thema nicht dikutierenswert..... :(v!!!

U!nbekaNnntve77


...grad gemerkt...die Frau heißt ja Ulla Schmidt....Montag morgen halt.....

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