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Geräuschüberempfindlichkeit hohe Töne, selektive Hyperakusis

n$r2 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich habe seit ca. einer Woche eine durch ein möglicherweise lärmstress bzw. körperlichen Stress ausgelöste Überempfindlichkeit gegen hohe Töne und Frequenzen.

So empfinde ich hochfrequente Töne, z.B. das Fiepen von Röhrenfernsehern, Leuchtstoffröhren, Kühlschrankompressorfiepen, als störend und schmerzhaft. Im wahrsten Sinne des Wortes "den Vogel abgeschossen" hat gestern ein Vogel im Garten der mich mit seinem fiepen regelrecht penetriert hat. Jedes Fiepen des Vogel war wie ein schmerz in meinem Ohr. Andere nahmen den vogel – wenn überhaupt – nur im Hintergrund war.

Abgesehen davon, dass ich mich morgen mit dem Arzt bespreche habe ich folgende intressante Informationsseite entdeckt, die genau mein festgestelltes Problem beschreibt.

[[http://www.dasgesundeohr.de/ohr/606_selektive.shtml]]

Meine Frage ist, ob ich hier noch mehr betroffene treffe, die mir sagen können, welches Maßnahmen am besten zu ergreifen sind und wie lange eine vollständige Genesung dauernd.

Vielen Dank.

Antworten
4dn0`nxym


also ich habe momentan das gleiche problem, auch im "anfangsstadium".

was hat der arzt dir denn gesagt?

nvr2


Der Arzt konnte schon was mit den Symptomen anfangen, konnte aber nicht genau das o.g. Krankheitsbild "selektiv Akusitis" bennen. Ein Hörtest beim HNO ergab 100% in allen Frequenzen. Ich soll Lärm meiden und Stöpsel tragen. Da bei mir das rechte Ohr betroffen ist, versuche ich ab nächste Woche auch bei der Arbeit spezielle Musiker Stöpsel zu tragen, die leicht dämmend sind (20db SNR) und vorallem hohe Frequenzen dämmen.

Wie äußert sich die Symptomatik noch bei dir? Wenns dir zur Privat wird gerne auch per PN.

4.n0nIym


Freut mich von Dir zu "hören"!

Bei mir hat der HNO auch keine Hörminderung festgestellt, doch so wirklich Beraten/konkrete Therapiemaßnahmen benennen konnte oder wollte er mir nicht. Habe letztendlich nur Gingium gegen meinen Tinnitus verschrieben bekommen.

Das mit den Ohrstöpseln ist ja hart... Wie soll das eigentlich realisierbar sein? Scheint wirklich als müsste man das so lange durchziehen?!

Was ist denn mit sozialen Kontakten und bla?!

Ich musste neulich direkt nach der 2. Stunde aus der Schule flüchten da mir das scharfe "S" der Mathe-Lehrerin den letzten Nerv raubte. Habe das Gefühl, dass jegliche weitere Belastung ("Alltagslärm" reicht tatsächlich) des Gehörs die Hyperakusis nur noch weiter verstärkt.

Also kurz gesagt kann ich auf beiden Ohren überhaupt nix hochfrequentes vertragen und frage mich nun wie lange die Hyperakusis wohl braucht um sich zurückzubilden :|N Kanns garnicht oft genug sagen, aber: 3 Monate?!?! ":/

Würde mich freuen zu erfahren wie sich das bei Dir entwickelt....

nTrx2


Hallo,

nachdem ich mich weiter reingelesen habe ist für mich soweit klar, dass man Stöpsel nur in überlauten Situationen und vorallem dann tragen sollte, wenn die bestimmte Frequenz dauerhaft auftaucht. Besser ist es ständig leise Hintergrundgeräusche zu haben, da das Ohr bei "absoulter Stille" noch empfindlicher wird.

Wenn du zusätzlich einen echten Tinnitus hast würde ich sofort den Arzt wechseln, denn dieser kann am besten innerhalb der ersten Woche bis zu 3 Monaten behandelt werden. Danach wird es chronisch.

Ich dachte auch zunächst einen Tinnitus zu haben aber man muss abklären, ob es wirklich ein "In-Ohr Geräusch" ist oder ob das hyperaukusive ohr nur überempfindlich gereizt ist und jeden hochfrequenten Ton (von Fernsehern, Stromleitungen, PCs...) in einen Ton/Frequenz umwandelt.

Mir geht es inzwischen schon deutlich besser als vor einer Woche. Ich empfehle den schmerzhaften Tönen aus dem Weg zu gehen aber grundsätzlich stets eine leise Geräuschkulisse zu gestalten, da sonst wie gesagt die Ohren noch empfindlicher werden. Den Tinnitus wie gesagt würde ich separat abhandeln lassen.

Eine Krankschreibung für eine Woche kann für dich auch von nutzen sein...... Ansonsten riskierst du weitaus mehr, wenn dein Gehör kollabiert.....

alles Gute für Dich...

i\xc{xhxdxoxxcxh


@ nr2

Ich teile dein problem, höre töne nach unten, bis in den infraschallbereich und nach oben bis Ultraschall. lass das doch mal bei irgendeinem Hörgeräteakkustiker kostenlos austesten, die können dir dann auch ein Diagramm ausdrucken, das Dir dabei hilft, die richtigen Gehörschutzstöpsel bei bedarf rauszusuchen, oder die besten Lautsprecherboxen/Ohrhörer für dein Gehör, was dann ganz wichtig ist, da der Hörgenuss sonst eher einer Gänseschnatterei entspricht... wirst Du ja kennen, auch wenn sich viele leute unterhalten, jemanden spezifisch rauszuhören.

Wenn nur bestimmte geräusche stören gibt es gehörschutzstöpsel, die nur dieses Frequenzband ausfiltern ohen die Sprache und normale Umweltgeräusche zu stören, da ist ganz viel machbar.

Hast du das erst kurz, dann Die Unter/Überdrucktherapie oder Sauestsofftherapie wählen, dann ist das oft bald weg.

nxr2


Hallo zusammen,

erstmal danke für euer Feedback. Bin überhaupt froh jemanden mit der gleichen Symptomen gefunden zu haben.

@ ixcxhxdxoxcxh

Danke für deine Tipps, aber Lautsprecherboxen möchte ich z.B. nicht kaufen, ich möchte das Problem schnellstens loswerden. Hast du das denn dauerhaft? eigentlich müsste sich das Gehör doch wieder beruhigen.....

Heute habe ich versucht wieder Sport zu machen aber die ca. 20 Fernseher im Studio erzeugen bei mir ein Geräusch als wenn ich in der Moskito-Aufzuchtsanstalt wäre. Dadurch scheint mein rechtes Ohr auch wieder gereizter zu sein, denn ich habe einen leisen hochfrequenten Dauerton. Leider kann ich nicht loakalisieren ob der hohe Ton von "innen kommt" oder eine andere Quelle nur extremer wahrgenommen wird.

Werde nächste Woche einen anderen Facharzt aufsuchen in der Hoffnung das mich das weiter bringt.

4On0mnym


Also das zeigt ja dass permanenter Gehörschutz wohl tatsächlich der einzig richtige Weg zur vollständigen Genesung ist.

Bei mir hat sich die Hyperakusis trotz schwacher, für die überforderten Hörzellen relevanter, fortbestehender Reize nur verschlimmert

und jetzt wo ich versuche jeglichen hochfrequenten Geräuschen aus dem Weg zu gehen, wirds zumindest nicht noch schlimmer...

Eine deutliche Besserung kann man jedenfalls anscheinend nicht zu kurzfristig erwarten... An den 3 Monaten scheint was dran zu sein :(v

Aber zu deinem "Tinnitus": es müsste sich theoretisch erkennen lassen ob der Reiz im Kopf erzeugt wird oder von der Umwelt kommt in dem man einfach kurz die Ohren dicht macht?!

Trotz des "Rückschlags" wünsche ich Dir gute Besserung und viel Erfolg morgen beim Arzt (ich werde wohl auch ne Zweit-Meinung einholen).

nxr2


@ 4n0nym

Ja, sehe ich auch so. Permanenter Gehörschutz scheint die derzeit einzige mir bekannte Lösung zu sein, so wie es auf der Seite von Dr. med. Lutz Wilden beschrieben steht. Eine Gewöhnung an leise Geräusche scheint keinen positiven Einfluss zu haben.

Ich hoffe , dass du nächste Woche kompetentere Beratung bekommst. Am meisten Sorgen macht mir dabei "in die psychoschiene" gedrängt zu werden. Denn es gibt sehr wohl eine psychische Hyperakusis, bei der der betroffene Angst vor lauten Geräuschen hat, diese meidet, und durch ständiges abschotten seine Empfindlichkeit und damit seine Angst vor lauten Geräuschen noch weiter steigert.

Die hier beschriebene Hyperakusis ist aber m.e. definitiv eine biologische (nicht psychische) die aufgrund einer Überzeitheit (Alarmzustand) des Innenohrs basiert. Diese kann auch z.B. durch Stress ausgelöst werden.

Zu den Innenohrgeräuschen: Diese habe ich zur Zeit unterschiedlich stark, meistens kommen Sie tatsächlich bei Belastung zurück. Ein weiterer Grund, dass Ohr (bei mir insbesnondere das rechte) zu schonen.

Halte uns auf dem laufenden....

S>oundcbeaxr77


Diese Hyperakusis ist bei vielen Leuten mit Tinitus auch bekannt. Habe das auch, aber wahrscheinlich weniger ausgeprägt. Wenn z.B. jemand Keramikteller ineinander stellt, schepperts bei mir im Kopf auch ungemein. Generell bin auch sehr empfindlich, wenn irgendwo was Pfeift oder Zischt – Stichwort alte Röhrenmonitore. Bei Probe und Konzerten trage ich Öhrstöpsel (von Kind) und ansonsten geht es aber.

Ich denke, dass Du nur eine Weile benötigst, bis das Gehirn die entsprechenden Frequenzen von allein filtert und/oder absenkt. Bei meinem Tinitus ist das ähnlich, den nehme ich nur noch sekundär war, wenn ich mich drauf konzentiere – so ähnlich musst Du Dein Hörempfinden auch trainieren – das geht. Vor den Töne wegzulaufen (Gehörtschutz) bringt meiner Meinung nach nicht viel. Das könnte das Problem vielleicht noch verschärfen.

nxr2


@ Soundbear77

Danke für deine geteilten Erfahrungen und deine Meinung.

Meiner Meinung nach macht es sich nur Sinn, sich den Geräuschen zu stellen und damit umzugehen, wenn eine psychisch bedingte allgemeine Hyperakusis vorliegt.

Bei der selektiven Hyperakusis, wo nur die tiefen oder hohen Töne betroffen sind, haben die betroffenen ja im allgemeinen keine Angst vor lauten Geräuschen, sondern sie reagieren nur extremer auf diese Frequenzen.

ihxcxhxdx@oxcxxh


@ nr2

nein, bei mir wusst man damals noch nicht viel davon, so ist es dauerhaft -chronisch- geworden. Das hängt hauptsächlich mit dem menschlichen Schmerzgedächtnis zusammen, das einem ein Ohrgeräusch immer noch vormachen kann, auch wenn die Ursache, wie eine Knaltrauma etc schon lang wieder vorbei ist. Lösung ist neuerdings eine Art gegenschalltherapie, wie der entsprechend gehörte Ton in sich selbst wieder ins Ohr eingespielt wird und sich damit auslöscht, das ganze versteckt in Musik, das muss man dann einige wochen fast ohen Unterbrechung machen... -zahlt aber noch keine kasse

4Mn0(nym


Nr2 kann ich da nur beipflichten @Soundbear.

Man muss hier ganz klar zwischen einer allgemeinen Hyperakusis – die mit einem Noiser behandelt wird – und der selektiven Hyperakusis differenzieren!

Deinen Umgang mit der selektiven Hyperakusis finde so gesehen ziemlich "eigenwillig". Wer weiß ob eine längere Auszeit von hochfrequenten Geräuschen bei Dir die Hyperakusis nicht mildern würde?!

@ nr2:

Was ich noch vergessen habe zu erwähnen: Diese Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen hatte ich schon früher, wenn ich meine Ohren beim Mucke produzieren zu lange mit meinen Lautsprechern beschallt hatte. Allerdings vergingen die Symptome nach maximal 2 Tagen. Nun stellt sich die Frage, ob der Heilungsprozess durch KRAFTTRAINING nicht erheblich beschleunigt wird. Zu der Zeit war ich nämlich regelmäßig Trainieren (RHT mit maximaler Belastung), was die allgemeine Durchblutung bei mir enorm steigerte, d.h. auch die Durchblutung von Ohr und Hirn!

Neulich habe ich das Training aufgrund einer Knieverletzung abbrechen müssen, spiele aber mit dem Gedanken mich morgen mal wieder ordentlich auszupowern. Mir kommt die Idee recht vielversprechend vor...

Andererseits lese ich, dass Du bereits trainiert hast. Welche Art von Training war das und wie lange hast du es durchgehalten (<- ohrbedingt ^^)?

@ ixcxhx:

Meines Wissens werden bei dieser Methode aus den Lieblingsstücken des Patienten die Tinnitus-Frequenzen herausgefiltert und die Musik soll man dann 3 Stunden am Tag hören.

Wenn die Krankenkasse sowas nicht bezahlt, kann man sich selbst ganz einfach mit ein paar kostenlosen PC-Programmen behelfen.

Vielleicht probiere ich das mal aus, wenn sich mein Tinnitus nicht durch das Gingium und Stressvermeidung etc.pp bessert.

i9xcxh#xdxxoxcxh


@ 4n0nym – Hab ich selbst schon probiert,

war nur zu kurz, aber 2 Wochen viel besser uns jetzt langzeit überhaupt. Wenn ich wieder zeit haben werde ich die Zeitdauer verlängern

n`r2


Hallo liebe Diskussionsteilnehmer,

ich stelle fest, dass wir dir Krankheitsbilder aufgrund der unterschiedlichen individuellen Ohrgeschichte (Zustand, Auslöser der Aukusis) nicht vereinheitlichen können. Fakt ist, dass ich bei bisherigem Kenntnisstand der Theorie der o.g. Webseite der "überlasteten" Hörzellen in einem bestimmten Bereich glauben schenke. Bei mir ist auch zum Glück nur ein sehr bestimmter Frequenzbereich betroffen, auf den ich überreagiere. Bisher bekannte Töne die Hyperakusis verursachen:

Summen von Röhrenfernsehern

Quietschen von Scheibenbremsen

Jungvogelgeschrei.

Alles in allem kann ich den Situtationen, abgesehen vom Sportstudio mit 20 Fernsehern, aus dem Weg gehen kann.

Meine Gegenmaßnahmen zum jetzigen Zeitpunkt:

- 100mg Aspirin1x täglich (Blutverdünnung)

- Gingium 120 2x täglich (Durchblutungsfördernd)

- Verzicht auf Koffein und Alkohol da diese allgemein schlechte Auswirkung auf Ohrengeschichten haben

- Beruhigungstees um Stress zu vermeiden

- mind. 15 Stunden Hörstöpsel rechts (stärker belastetes Ohr)

- Meidung von Lärm und Stress

Desweiteren habe ich noch 2x Facharzttermine diese Woche.

Zum Tinnitus: Diesen kann ich definitiv nach stärkeren Geräuschbelastungen (z.B. Sportstudiobesuch) zuordnen. Absolute Ruhe in Verbindung o.g. Maßnahmen bringt den Eigenton des rechten Ohres auf "null" sodass ich nichts mehr wahrnehme. Ich hoffe das bleibt so. Werde daher eher vorsichtig bleiben.

____

@ 4n0nym:

Ich bin sehr sportlich und habe einen niedrigen Ruhepuls. Bin mehr im Ausdauersport tätig. Die Hyperakusis trat allerdings nach einer Woche ohne Sport mit viel Stress und einem Lärmerlebnis aus.

Da dieser Thread auch bei Googleergebnissen ganz oben gelistet wird, kommen vielleicht noch mehr betroffene hier zu med1. Schaun wir mal.

Euch allen weiterhin alles Gute und würde mich freuen zwischendurch von euch zu hören.

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