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Erfahrungen einer Nasenscheidewand-OP

M.icxhon hat die Diskussion gestartet


Hallo, ich möchte in diesem Beitrag Leuten, die eine Nasenscheidewand-OP vor sich haben oder sich (noch) davor sträuben, einen Erfahrungsbericht geben und Mut machen. Ich wurde am 29. November operiert und bislang fällt mein Fazit sehr positiv aus. Der Übersichtlichkeit halber gliedere ich den kleinen Beitrag in die wichtigsten Fragen auf.

Warum ging ich zum Arzt?

Ich war schon immer oft erkältet, vor allem im letzten Jahr hatte ich permanent Erkältungen, auch im Sommer. Begonnen hat es meist mit Halsschmerzen. Zudem war die Nase quasi ständig zu, wogegen ich teilweise über einen Monat täglich Nasensprays benutzte. Das konnte so nicht weitergehen.

Warum die OP?

Der HNO-Arzt schickte mich in die Röhre, der Scan erbrachte eine ziemlich schiefe Nasenscheidewand und Probleme mit den Nasenmuscheln, sodass ich auf einer Seite kaum noch Luft bekam. Durch diese ständig verstopfte Nase atmete ich automatisch sehr viel durch den Mund. Dieser aber kann die wichtigen Funktionen der Nase (Luft filtern, erwärmen) aber nicht erfüllen, die Folge: Ständig angegriffener Hals und Infekte.

Wie lief die OP?

Am Tag vor der OP schaute sich der operierende Arzt mit mir noch CRT-Bilder an und erklärte genau, was gemacht werden muss, eine Begradigung der Scheidewand und eine Bearbeitung der Nasenmuscheln links, OP-Dauer 90 Minuten. Zudem gab es eine Vorstellung beim Narkosearzt.

Am Operationstag erhielt ich eine Stunde vor der OP eine Beruhigungstablette, das letzte an was ich mich erinnere, ist das Einfließen des Narkosemittels, dann war ich ruckzuck weg und bin knapp 3 Stunden später wieder aufgewacht.

Wie fühlt man sich nach der OP?

Zunächst hat natürlich der trockene Mund genervt, man darf ja nicht sofort etwas trinken. Allerdings gibt es ja Speichelersatzspray. Aber schon rund 2-3 Stunden nach dem Aufwachen bekam ich Schonkost. Schmerzen hatte ich keine im Nasenbereich, Schmerzmittel brauchte ich auch nicht. Nur der Kopf brummte wie bei einer Erkältung und auch der Hals tat weh. Die Halsschmerzen hatte ich aber schon vor der OP durch meine ständige Mundatmung und auch die Kopfschmerzen kamen wohl eher vom Wetterumschwung.

Wie ist die erste Nacht?

Nicht außergewöhnlich schlimm. Da ich auch früher schon oft mit offenem Mund schlafen musste, kannte ich die Problematik. Man schläft zwar nicht gut, aber das lag eher am Schnarchen der Zimmernachbarn und ich hätte mir die Operationsfolgen weitaus schlimmer vorgestellt.

Was passiert in den ersten Tagen?

Im Krankenhaus gab es weiter Schonkost, wobei ein Mitinsasse mit ähnlicher Operation bereits Vollkost bekam. Gleich am Morgen nach der OP wurden die Tampons gezogen. Das war der Teil, vor dem ich die meiste Angst hatte. Völlig zu unrecht. Glaubt bitte keine Horrorgeschichten, dass es sich so anfühlt, als würde das Gehirn mit rausgezogen. Die Teile flutschten völlig schmerzfrei fast von allein raus. Danach wurde abgesaugt und ich bekam leidlich Luft. Das ist unangenehm, tut aber nicht wirklich weh, wenn es der Arzt gut macht. Am ersten Tag durfte ich dann noch einen Binde unter der Nase tragen, weil doch dann und wann Blut und Sekret rauslaufen. Allerdings wurde man schon jetzt angehalten, das Ding möglichst nur beim Essen zu nutzen, damit die Nase gut gelüftet wird. Und: viele an die frische Luft gehen und die Nase mit Tropfen 3-4 Mal am Tag ölen, damit nichts verkrustet. Am Tag zwei nach der OP wurde wieder abgesaugt, Luftversorgung schon etwas besser. Die Nase läuft noch ziemlich oft, schnauben ist aber tabu.

Bereits am dritten Tag nach der OP durfte ich nach Hause und sollte 2 Tage später wiederkommen, um die Silikonschienen herauszunehmen, die eingesetzt wurden, um die Scheidewand zu stabilisieren. Das ging ebenfalls sehr schnell und schmerzlos und bekam nie gekannte Mengen Luft durch die Nase.

Danach folgte der unangenehmste Teil der ganzen Sache: Absaugen der Nasennebenhöhlen. Von unerträglichen Schmerzen ist aber auch das weit entfernt. Der Arzt meinte, die Nase könne nun aber noch gut zuschwellen, das sie durch das Entfernen des Silikons nun Platz dazu habe. Riechen kann ich auch wieder super, allerdings steht derzeit noch ein latenter chemischer Geruch in der Nase, der vom Aussaugen der Nebenhöhlen kommt, wie ich annehme.

Wie ist die Nachbehandlung?

Heute war ich beim HNO-Arzt, nachdem ich mit ziemlich freier Nase so gut wie lange nicht mehr geschlafen hatte. Am Morgen war allerdings eine Nasenseite doch recht zugeschwollen, wie der Krankenhausarzt gesagt hatte. Nun wird zunächst aller 1-2 Tage abgesaugt. Krankschreibung ist zunächst für 1,5 Wochen.

Wie sieht die Nase äußerlich aus?

Unmittelbar nach der OP war ich über die Größe der Nase erschrocken. Ich habe zwar auch so keinen zierlichen Zinken, das war aber schon heftig. Allerdings: Nach Entfernung der Tampons reduzierte sich das etwas, und spätestens nach Entfernung des Silikons ist zumindest äußerlich fast der Status quo wieder hergestellt. Festgestellt habe ich aber einen kleinen Höcker auf dem Nasenrücken, der vorher nicht war. Er ist aber nicht weiter auffällig.

Wie sollte man sich verhalten?

Nicht schwer heben, nichts Blutdrucksteigerndes tun, nicht vorüber beugen und, natürlich am Wichtigsten, die Nase schonen. Also nicht schneuzen, keine mechanischen Einwirkungen. Derzeit habe ich ziemliche Angst, dass mit jemand zu nahe kommt und auch im Bett drehe ich mich vorsichthalber von meiner Freundin weg ;-) Auch einfach Sachen wie Zähneputzen müssen achtsam durchgeführt werden. Gestern habe ich eine unvorsichtige Bewegung mit der Zahnbürste gemacht und schon gab es einen deftigen Schmerz in der Nase, zum Glück ohne Folgen. Vorsicht ist das A und O. Sport ist nach 3 Monaten wieder möglich, die Schleimhäute sollten sich binnen 4-8 Wochen regeneriert haben. Bis die Knochen auch alle wieder richtig verwachsen sind, dauert es 4 Monate.

Fazit:

Ein Langzeitfazit kann ich nach einer Woche natürlich noch nicht ziehen, aber bisher verlief alles sehr vielversprechend und vor allem bis auf wenige Ausnahmen sehr schmerzfrei. Und das Resultat im Bezug auf Luft überzeugt mich bislang auch sehr. Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig die Angst vor der OP und den Folgen nehmen.

Antworten
SZun4flowMer_x73


Danke für den Bericht!

Mir wird der Eingriff auch schon seit einigen Jahren empfohlen, allerdings kamen immer andere (wichtigere) OP's dazwischen. MRT habe ich schon vorliegen – ist schon heftig, wie schief bei mir die Wand in der Nase ist.

Dein Bericht macht auf jeden Fall erstmal Mut...

Dir weiterhin gute Besserung!

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