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Stapesplastik bei Otosklerose

Bkr8ausetArinkHerin hat die Diskussion gestartet


Liebe Leserinnen und Leser,

nachdem bei mir von meinem HNO-Arzt Otosklerose diagnostiziert wurde, da ich auf meinem rechten Ohr einen Tinnitus hatte und schlechter hörte, wurde ich an die Universitätsklinik Köln überwiesen. Nach zahlreichen Voruntersuchungen wurde die Stapesplastik auch durchgeführt, dies ist nun vier Tage her.

Ich hatte mich vorher im Netz schon über die Operation informiert und wurde von den zahlreichen negativen Erfahrungsberichten abgeschreckt. Da ich nun aber erst 19 Jahre alt bin und mir kein Hörgerät antun wollte, hatte ich im Prinzip keine Alternative zur OP, außer natürlich nichts tun.

Ich habe mich entschlossen, den Heilungsprozess und das OP-Ergebnis hier zu berichten, um Otosklerosebetroffenen einen weiteren Erfahrungsbericht zu bieten.

Ersteinmal zur Operation:

Nachdem ich mit einer kleinen Beruhigungsspritze und örtlicher Betäubung versorgt war, wurde am Ohr ein kleiner Schnitt gemacht um besser durch den Gehörtunnel zu gelangen. Davon habe ich nichts gemerkt. Als der Chirug jedoch anfing, den Steigbügelknochen zu entfernen (ich frage mich heute noch, wie genau das passiert ist- vielleicht will ich es nicht wissen. Es hörte sich an als wäre er mit einer Art Zange raussgebrochen worden.) wurde es unangenehm. Mir wurde schlecht. Zwischenzeitlich wurde immer wieder nach meinem Wohlbefinden gefragt.

Gegen Ende, als das Implantat erfolgreich eingesetzt war, fragte mich der Chirug ob ich besser höre würde- meine Antwort war ein klares Nein. Schon da war ich ein wenig abgeschreckt, da man mir vorher gesagt hatte, das während der OP normalerweise eine Hörverbesserung eintreten würde.

Nachdem wieder alles zugenäht und eine Temponade (eine Art Minitampon, der vor das Trommelfell geschoben wird, damit dieses wieder anwächst- da es nicht genäht werden kann) eingeführt war, wurde ich stationär aufgenommen. Kurz nach der OP war mir ziemlich schlecht. Nachdem ich etwas geschlafen hatte, bemerkte ich beim Toillettengang etwas Schwindel, was mich nicht weiter beunruhigte, da man mir das vorher schon prophezeit hatte.

Der Krankenhausaufenthalt war eigentlich sehr angenehm, abgesehen von der Langeweile.

Jetzt soweit zu dem Operationsergebnis:

Da die Temponade noch im Ohr ist, höre ich auf dem operierten Ohr nichts. Aber wirklich absolut gar nichts. Außerdem habe ich laute Ohrengeräusche. Ich wurde heute aus dem Krankenhaus entlassen, weil alles soweit gut verheilt war. In sechs Tagen werden die Fäden gezogen und die Temponade entfernt, erst dann kann man sagen, ob die OP erfolgreich war. Im Prinzip kann man es sogar erst in sechs Wochen sagen; solange dauert die gesamte Heilung, da sich im Mittelohr noch Blut- und Sekretreste befinden können.

Ich werde meinen Bericht in sechs Tagen erweitern, wenn ich die Temponade los bin.

Antworten
jPudof>ibi


Hallo,

habe nun gerade die vierte Otosklerose Op hinter mich gebracht. 1999 war rechts die erste mit einem grandiosen Hörerlebnis schon während der Op. 2005 mußte die linke Seite gemacht werden auch hier ein super Ergebniss. 2008 habe ich dann einen plötzlichen massiven Höhrverlust gehabt und musste erneut operiert werden, was genau passiert war konnte man mir erst sagen als man das Ohr geöffnet hatte. Meine Stapesplasik hat sich durch den Ambossknochen gearbeitet und ist ein Stück abgebrochen, somit hing die Stapesplasik nach unten und mein Höhren wurde dadurch erheblich schlechter. Zum Glück konnte man die Stapesplasikt ein Stück höher erneut anbringen und mir somit wieder ein fast 100 % Höhrvermögen zurück geben. Das nennt sich dann Stapesplasikrevison. Nun habe ich eine Stapesplastikrevison rechts gehabt und bin frisch aus dem Krankenhaus entlassen, Tamponage noch drinn. Diesmal war es etwas schlimmer auch hier hatte sich die Stapesplasik durch den Knochen gearbeitet und er ist abgebrochen, leider war nicht mehr soviel Platz um sie neu zu befestigen, somit hat mein Arzt eine neue Stapesplastik eingebaut und mußte diese noch zusätzlich zementieren. Nun hoffe ich das es hebt. Diesmal war die Op auch sehr unangenehm da er tief rein mußte und es mir schon während der Op sehr schwindelig geworden ist, bis jetzt habe ich alle Op,s unter örtlicher Betäubung machen lassen, man kann es aushalten ausser jetzt beim letzten mal als der Schwindel dazu kam. Der Schwindel war auch nach der Op noch sehr heftig bis zum erbrechen. Dagegen werde ich nun mit Cortison behandelt, es hat sich schon gebessert es wird aber noch ein bisschen daueren bis es völlig weg ist. Trotz dieser letzten Op kann ich nur empfehlen sich operieren zu lassen, der Höhunterschied ist einfach enorm. Sicherlich als ich die erste Op hinter mir hatte und die Tamponage entfernt wurde war es ein blechernes Höhren und ich war erschrocken, doch der Arzt klärte mich auf das dies bald verschwindet und so war es auch. Was ich noch hatte war auf der rechten Seite etwa 3 Monate völligen Geschmacksverlust, aber auch der war dann plötzlich wieder da. Was noch passieren kann sind Gesichtslähmungen, da lang es anscheinend schon wenn sie nur mal kurz den Nerv berühren, aber auch das bleibt nicht man bekommt Infusionen und es bleibt nichts zurück. Jede Op birgt Risiken und nicht bei allen gelingt es, aber die Prozentzahl liegt bei 90% und das ist sehr hoch. Ich würde es immer wieder machen lassen, solange man noch was machen kann. Ich kann das Diagonissenkrankenhaus in Karlsruhe/ Ettlingen nur empfehlen, die haben sich auf diese Op,s spezialisiert machen es ohne Narkosse wenn man wünscht aber auch mit Narkosse und sind einfach klasse :)^ . Habe alle op dort durchführen lassen und bin jetzt schon gespannt wie sehr sich mein Höhrvermögen verbessert hat. Am Donnerstag wird die Tamponage entfernt. Diesmal habe ich eine leicht pelzige Zunge hinten rechts, aber auch das wird wieder verschwinden, wenn man weiß das man hinter her wieder viel besser hören kann, nimmt man das doch mal in Kauf.

Vielleicht konnte ich ein paar Tips für Betroffene weiter geben. Wer Fragen hat darf mich gerne Fragen.

BDraus)etrTinkerixn


Wahnsinn Judofibi, wie du das so hinnimmst, ich fand eine OP schon nicht ohne :D

Also, bei mir wurde die Tamponage jetzt entfernt und Fäden gezogen. Ich höre noch ziemlich blechern und ein Ohrengeräusch habe ich auch, aber auch mein Arzt meinte, das würde sich geben. Meine Hörleistung allerdings hat sich stark verbessert! Ich höre so gut wie 2006, bevor an Otosklerose erkrankt bin.

Ich bin gespannt wie sich das mit dem Ohrengeräusch noch entwickelt, ich hoffe es wird noch besser.

jYudo#fibi


Hallo Brausetrinkerin,

habe Geduld dein blechernes Hören wird schneller weg sein wie du dir jetzt vorstellen kannst und man hört wird völlig normal. Das Ohrgeräusch hatte ich auch, ein rauschen es ist nie ganz verschwunden aber so leise geworden das ich es teilweise wenn ich nicht daran gedacht habe es überhaupt nicht vernommen habe. Für mich war am Anfang alles plötzlich wieder viel zu laut, ich hörte wieder Dinge die ich schon lange garnicht mehr wahrgenommen hatte und all das war für mich Grund genug die Entscheidung auf eine erneute Op auch wenn diese sehr unangenehm ist. Ich habe meinen Arzt gefragt ob ich eher ein Einzelfall bin mit jeweils einer Revision auf beiden Ohren Revisionen, er sagte nein das nicht aber es ist eher selten, Er hatte auch schon Patienten die schon 2 mal Revison gemacht bekamen, also es besteht immer noch Hoffnung auf ein Höhren ohne Höhgerät. Im Moment fühle ich mich durch das Cortison noch benebelt und laufe ein bisschen neben der Spur, aber ich bin ein positiv denkender Mensch und es wird alles wieder gut. Morgen kommt die Tamponage raus, das ist nochmals ein ekliges Gefühl weil die so lang ist und bis dann die Krüstchen entfernt sind na ja ;-D du kennst es ja ,es geht vorbei und ich freue mich auf ein gutes Höhren.

Ich wünsche dir viel Glück und alles Gute und das bei dir alles gut bleibt und keine Revison irgendwann nötig sein wird.

B~rau[sretrinkjerin


Vielen lieben Dank, Dir auch noch gute Besserung und alles Gute :)

B>rausevtrink2erixn


Also, ich wollte mich nochmal melden und erzählen, wie es jetzt um mein Ohr steht.

Leider habe ich nicht viel positives zu berichten. Mein Ohrengeräusch hat sich verschlimmert und ich höre zwar sehr laut auf dem Ohr- aber alles total rauschend. Das macht es sehr schwierig, einer Konversation zu folgen und ich muss bei Gesprächen immer wieder nachfragen, was gesagt wurde, weil ich alles sehr schlecht verstehe.

Da die OP nun schon mehr als 9 Wochen her ist, bin ich nicht mehr allzuguter Dinge, was die Verbesserung angeht.

Bei meinem letzten Arztbesuch wurde mir gesagt, dass falls sich die Ohrengeräusche und die Hörqualität nicht bessern, man notfalls nocheinmal operieren muss.

Ob ich diese Möglichkeit in Betracht ziehe, ist jedoch fraglich, da damit ja wieder ein Krankenhausaufenthalt und die vielen Nachuntersuchungen zusammen hängen würden.

So viel dazu.

M6rs., BeKe'thovexn


Hallo Brausetrinkerin,

Seit einiger Zeit verfolge ich eure Diskussion.

Ich habe mich ebenfalls vor einer Woche einer Stapesplastik Op aufgrund von Otosklerose unterzogen.

Nicht in Köln, sondern an der MHH Hannover, wo ich Gutes über den Operateur gehört hatte.

Die Aerzte waren gut, das Krankenhaus an sich leider total überlastet, man ist eine Nummer und niemand kümmert sich dort auf der Station wirklich um Patienten.

Als ich zB am Tag nach der Op die Schwestern fragte ob ich einen Arzt sprechen koenne da ich so stark aus dem Ohr blutete, sagte man mir, sie wüssten nicht wo ein Arzt sei, ich könne ja mal selber suchen.

Und das mit Schwindel etc.....

Ich war heilfroh als ich nach 4 Tagen da raus war!!

Nun gut. Anfangs ging es mir den Umständen entsprechend ok.

Nach 5 Tagen nach der OP wurde der Schwindel stärker und ich hörte ein lautes Heizungsrauschen auf dem operierten Ohr. Heute (Tag 7) ist es so laut, dass mein Hno Arzt mir cortison Tabletten verschrieben hat, die ich nun zusätzlich zum Antibiotikum und den anti Schwindel Tabletten nehme.

Ich hoffe, dass das Cortison anschlägt und wenn am Freitag endlich die Tamponade rauskommt, dieser Tinnitus verschwunden sein wird!!

Wie geht es Dir nun mit dem Ohrgerausche ?

Hat Dich Prof Beutner operiert?

Den hatte ich in der engeren Auswahl.

LG

Mrs Beethoven

B\rausetFrinkserin


Hallo Mrs. Beethoven,

hört sich ja nicht gut an...

Ich war jedenfalls nocheinmal zur Nachuntersuchung in der Uniklinik- mit der Diagnose Hörgerät. Dieses trug ich dann knapp einen Monat, was allerdings nicht viel gebracht hat, da die Hörqualität nach wie vor grausig ist.

Dann wurde ich nocheinmal von der Uniklinik angerufen- ich solle nocheinmal zur Untersuchung kommen, da sich der Chefarzt (Dr. Hüttenbrink) mein Ohr nochmal angucken wollte.

Da wurde vor einer Woche dann beschlossen, dass Ohr doch noch einmal zu operieren, da es sein könnte, dass das Implantat verrutscht ist.

Morgen werde ich erneut operiert, dieses Mal vom Chefarzt.

Ich werde dann nächste Woche berichten, inwiefern diese OP geglückt ist..

Liebe Grüße

Mcrs. Bseethqovexn


Liebe Brausetrinkerin,

Bin gespannt auf Deinen Bericht!

Bei mir ist nach nun gut 4 Wochen alles Super.

Das Ohr ist sehr gut verheilt und ich hoere 90%ig, was mir persönlich immer noch sehr laut vorkommt!

Mein hno Arzt sagte, ein besseres Ergebnis könne man sich nicht wünschen.

Tinnitus und Schwindel sind komplett weg, das blechernde Hoeren hatte ich nur 2 Tage.

Im Nachhinein bin ich heilfroh, die OP gemacht zu haben und werde auch das 2. Ohr operieren lassen!

Ich höre wieder wie ein normaler Mensch und wuerde jedem Otosklerose Patienten ermutigen, sich operieren zu lassen!

Ich wünsche Dir alles gute für die zweite Op und bin gespannt!

Liebe Grüße

Mrs. Beethoven :)^

B;rauseDtrinkerxin


So, da bin ich mal wieder. Letzte Woche Donnerstag wurde bei mir ja die Stapesplastikrevision durchgeführt. Mein Piston war tatsächlich durch Narbenbildung verrutscht. Daraufhin wurde dieses Gewebe entfernt und ein neues Implantat eingesetzt. Die Operation verlief gut und war sehr interessant, ich konnte über einen Bildschirm sehen, was gemacht wurde.

Der Hörtest am Folgetag war dafür umso ernüchternder: Mein Innenohr zeigte kaum noch Hörreflexe. Als Reaktion darauf wurde begonnen, mich mit Cortison zu behandeln.

Als Tags darauf (Samstag) der Hörtest nicht besser ausfiel, wurde bei mir in einer kleinen Notoperation das Piston wieder entfernt, um das Innenohr nicht noch weiter zu belasten.

Das bedeutet für mich nun, dass ich auf dem einen Ohr taub bin, da keine Schallübertragung mehr stattfinden kann.

Der Klinikdirektor war von dem Verlauf meiner Krankheit betroffen, er könne sich nicht erklären, woher diese Innenohrirritationen stammen. Einzige Möglichkeit wäre, dass ich ein sehr empfindliches Innenohr habe, was ihn aber erstaunte, da mein Ohr angenehm und "einfach" zu operieren gewesen sei.

Ich werde nun weiterhin mit Cortison behandelt, in der Hoffnung, dass sich das Innenohr wieder erholt. Zu einer erneuten Stapesplastik wird mir allerdings nicht geraten.

Faktisch bedeutet dies nun, dass ich ertaubt bin.

Ich werfe allerdings keinem der Ärzte in der Uniklinik Köln eine Unfähigkeit vor, ich denke, alle haben im besten Sinne gehandelt. Ich habe wohl einfach etwas Unglück.

Da mein linkes Ohr viel von dem Hörverlust kompensieren kann, bin ich auch nicht allzuschlechter Dinge was mein weiteres Leben angeht. Es lässt sich sicherlich damit auskommen, wenn man nur auf einem Ohr hört.

Als einzige Alternative wurde mir noch ein Cochleaimplant vorgestellt, eine Innenohrprothese, wodurch Höreindrücke direkt an den Gehirnnervenzellen gereizt werden. Da ich aber mit den Operationen nicht so gute Erfahrungen gemacht habe, werde ich wohl erstmal versuchen, mit einem Ohr zu leben.

Ich bin wie gesagt guter Dinge. Ich werde jedoch nocheinmal mit meinem HNO Arzt reden, der mit meiner Meinung nach zu schnell zu dieser Operation geraten hat.

Da ich wohl auch ein Ausnahmefall bin, kann ich ihn auch verstehen, in den meisten Fällen ist diese Operation ja ein kleines Wunder und verbessert massiv die Lebensqualität der Betroffenen.

Vielleicht melde ich mich nächste Woche nocheinmal, wenn wieder die Fäden gezogen wurden.

Mein Tinnitus hat sich leider durch die Entfernung des Pistons nicht verbessert.

Viele liebe Grüße

S[ahsnehGerinxg


heute möchte ich mal meine erfahrungen nach der beseitigung der diagnose:otosklerose:berichten.hatte vor 10 tagen meine zweite o.p. wurde in der uni-hnoklinik rostock gemacht.in einem bericht las ich über unzureichende betreuung nach op .ich glaube es war eine klinik in kölln.im juni 12 hatte ich erste op,nun das andere ohr.in der klinik war ich tatsächlich in allen punkten patientin.sehr gute einführung in die problematik.vollnarkose ,3tage bettruhe,insges.7 tage verweildauer.jede frage wurde leicht verständlich und geduldig beantwortet.führsorge,sauberkeit in allen bereichen super.und ganz wichtig,der proff.kam als erster und ging als letzter.sehr koll.umgang zwischen allen mitarbeitern.habe auch meihnungen von weiteren pat.erfragt.alle :)= nun blieb aber doch noch eine frage offen,werde auf jeden fall bei der nachkontrolle fagen,was ist eine ringbandotosklerose.

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