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Belüftungsstörung der Ohren: Angst vor dem Fliegen

zUmfxf hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich habe so diverse Problemchen mit meinen Ohren:

- Schlechteres Hörvermögen, schon viele Jahre (früher wohl viel zu oft viel zu laut Musik gehört). Vor allem der Mittelbereich ist betroffen.

- Knacken auf beiden Ohren beim Schlucken und Gähnen, immer und schon so lange ich denken kann.

- Ohren fallen bei hohen Tönen oft zu (z.B. herunterfallendes Geschirr), schon so lange ich denken kann.

- Ohren fallen immer mal wieder ohne erkennbaren Grund zu oder fangen an zu Fiepen (öfter seit etwa 1-2 Jahren). Dauert meistens nur Sekunden bis wenige Minunten an, manchmal aber auch länger.

- Höre mich manchmal auf dem linken Ohr selbst, dauert meist so 10s bis 20min an. Währenddessen zieht sich das Trommelfell gefühlt nach innen, wenn ich durch die Nase einatme und presst sich nach außen, wenn ich durch die Nase ausatme. Tritt manchmal täglich auf, dann wieder eine ganze Zeit nicht. Wenn es passiert, dann fast immer 1-2 Stunden nach dem Aufstehen. Habe das schon seit ein paar Jahren.

- Probleme mit dem Druckausgleich (schon lange). Bei Zugfahrten im Tunnel fallen mir immer die Ohren zu. Bei einem Urlaub in den Bergen und gleichzeitiger Grippe waren die Ohren so zu und gingen nicht mehr auf, dass ich an einen Hörsturz dachte und den Urlaub abbrach. Ein HNO-Arzt fand aber nichts weiter.

- Valasva-Manöver half bei mir noch nie und hat wenn dann eher einen gegenteiligen Effekt.

Nun möchte ich im Sommer mit dem Flugzeug in die USA. Meinen letzten Flug habe ich mit 7 oder 8 gemacht, das ist fast 20 Jahre her. Wegen den Problemen beim Druckausgleich und den schlechten Erfahrungen beim Urlaub in den Bergen mache ich mir Sorgen. Bin daher mit meinen Bedenken zum HNO-Arzt. Er sagte, dass im Landeanflug bei mir schlimmstenfalls das Trommelfell platzen oder es zu Blutungen kommen könnte. Er riet mir auf Nachfrage aber nicht pauschal vom Fliegen ab, sagte ich solle abschwellende Nasentropfen zu Beginn des Fluges und kurz vor der Landung nehmen. Ich fragte noch mal, was denn sei, wenn der GAU eintreten würde (Trommelfellplatzer, Blutungen... wollte eigentlich darauf hinaus, ob ich dann ins Krankenhaus müsste o.ä. ohne das aber auszusprechen) und er entgegnete "Was, wenn das Flugzeug abstürzt?", was für mich danach klang, als wäre es schon unwahrscheinlich, dass etwas schlimmeres passiert. Selber Arzt riet mir bei vorherigen Besuchen schon vermehrt zur Begradigung meiner Nasenscheidewand (könnte ich direkt ambulant dort machen). Ich glaube, weil es durch die zu einer Belüftungsstörung kommt. Und auf Nachfrage sagte er auch, dass Trommelfellriss und Blutungen beim Fliegen durch die OP ausgeschlossen werden.

Ein anderer HNO-Arzt meinte mal, eine Begradigung der Nasenscheidewand wäre bei mir nicht nötig. Allerdings ging es da nicht explizit ums Fliegen. Meine langjährige HNO-Ärztin aus Kindheitstagen sagte beinahe bei jedem Besuch, dass ich später sicher mal meine Nasenscheidewand begradigen lassen müsste/sollte.

Ich habe gesehen, dass es auch so Ohrenstöpsel gibt, die das Ohr luftdicht verschließen und die Druckunterschiede langsamer an das Ohr weiterleiten, weswegen man mehr Zeit hätte, darauf zu reagieren. Wäre fürs Fliegen vielleicht eine Alternative?!

Weiß nicht so recht, was ich tun soll (OP? Stöpsel? nix tun? anderen Arzt konsultieren? ganz was anderes?) und so ganz sicher bin ich mir auch nicht, ob die OP mein Problem wirklich löst.

Danke für eure Hilfe :)

Antworten
SgunEflow4er_7x3


Kaugummi kauen. Nase zuhalten und dann die Ohren durchpusten. Das Problem ist eigentlich nichts Ungewöhnliches...

T:esNtraxle


die Ohrstöpsel für den Druckausgleich sind die BESTE Lösung nehme ich immer beim Fliegen, hilft super!!!!!****

Pqâti0ssièxre


Aber gerade das geht ja nicht sunflower! Also zumindest auch nicht bei mir. Der Druck lässt sich beim Tauchen nicht wegkriegen, es ist kein Druckausgleich möglich.

Bei meinem Flug Anfang das Jahres war ich auch etwas erkältet und dachte auch mein Trommelfell würde platzen. Der Druck war nicht wegzubekommen, unten angekommen knackte es und es fühlte sich an, als würde jemand mit einem Messer einstechen. Ich hatte auch total Angst, dass etwas mit meinem Trommelfell war. Zum Glück war es nach einem halben Tag oder so wieder okay. Aber ähnlich erging es mir als Kind auch schon mal.

Ich denke einfach, dass unsere Ohrtrompeten (worüber der Druckausgleich statt findet) genetisch schon recht eng gebaut sind und vor allem bei einer leichten Erkältung schon so zu geschwollen sind, dass der Druckausgleich nicht mehr wirklich möglich ist.

zmff: was bitte hat die Nasenscheidewand mit dem Druckausgleich zu tun? Der funktioniert über die Tuba auditiva (Ohrtrompete), welche den Rachen mit der Paukenhöhle/ Mittelohr verbindet.

Es gibt allerdings einen Eingriff, bei der die Tuba aufgeweitet werden kann. Das passiert durch einen kurzen, starken Druck (ich glaube unter Narkose).

Ich habe das selbst noch nicht bei einem HNO Arzt ansprechen lassen, ziehe aber eine zu enge Tuba durchaus auch bei mir in Betracht.

Hast du darüber schon mal nachgedacht?

SnchliQtzavuge67


Für so etwas geht man in eine Uniklinik und läßt die Eustach'sche Röhre durchmessen. Menschen, bei denen sie verklebt ist, haben eine Null-Linie, weil keine Luft durchgehen kann.

In einem operativem Eingriff, der unter Vollnarkose durchgeführt wird, wird mit Druckluft (10 barr) die Druchlässigkeit wieder hergestellt, pro Seite wird ca. 2 – 3 Minuten gebraucht.

Man hat keine Schmerzen hinterher, man sollte dann täglich ca. 50 x den Druckausgleich machen, um die Funktionsfähigkeit aufrecht zu erhalten.

Alles andere, wie Kaugummikauen und Nasentropfen etc. ist natürlich unsinnig, wenn Verklebungen vorliegen.

Man bleibt wegen der Vollnarkose 24 Stunden in der Klinik. Um Schwellungen zu vermeiden, bekommt man einmalig eine Cortisonspritze.

Ein harmloser Eingriff, der bei mir zu einem vollen Erfolg führte.

L~ola20G10


Also so leicht würde ich das Problem nicht sehen. Solltest du eine Tubenfunktionsstörung haben (zu enge Tube oder aber verklebt, verengt) und dadurch keinen richtigen Druckausgleich machen können-dann kann es ernsthafte Probleme geben. Ich hatte auch schon immer beim Fliegen Probleme-hab eine Kiefergelenksproblematik und das ist ja der direkte Nachbar des Innenohrs/Mittelohrs und dadurch eine eingeengte Tube. Wusste ich aber nicht-dacht meine Probleme über die Jahre wären normal. Dann gab es 2004 bei Hinflug in den Urlaub den Supergau-Schmerzen, dass ich geweint habe-sie sind so plötzlich eingetreten und haben mich einfach überrollt-sie waren Schmerzen der unerträglichsten Art, die man sich vorstellen kann. In meinem Kopf hat sich alles nur gedreht, ich konnte nicht mehr klar denken und dann auf einmal war der Schmerz weg. Das Gehör aber auch weitgehenst-als ob ich Ohrenstöpsel in den Ohren hätte. Ich wusste gar nicht was los war-es schwindelte mich jedoch beim Aufstehen so sehr, dass ich einen Kreislaufzusammenbruch erlitten wurde und gleich vor Ort ins Krankenhaus gekommen bin.

Das Ende vom Lied war ein Barotrauma der heftigsten Art mit beidseitigem Trommelfellriss und massiven Einblutungen ins Innenohr, Hörsturz beidseitig mit Hörminderung-dazu kam ein Tinnitus, der vor Ort im Urlaub mit täglichen Infusionen im Trental-Schema. Folgen sind bis heute spürbar: Druck auf beiden Ohren, mal mehr mal weniger, Hyperakusis (extrem empfindliches Gehör) und ein bleibender Tinnitus. Das Trommelfell wurde zur Heilung unterstützend mit einem feinen Netz versorgt, damit es eben schneller wieder zusammen wächst-da es unsauber gerissen war. Es war vor dem Rückflug wieder zusammen gewachsen und wurde dann punktuell eröffnet, damit das nicht nochmal passiert.

Ich will dir keine Angst machen-aber du solltest wirklich dringend überprüfen lassen, ob du überhaupt in der Lage bist einen Druckausgleich durchzuführen und wie stark deine Probleme im Fall der Fälle werden. Das kannst du in der Charite in Berlin machen lassen. Ansonsten, bei schwächerer Beeinträchtigung gibt es Air planes oder vergleichbare Helfer, die eben von der Charite Berlin getestet und für entlastend eingestuft wurden. Sie sogen dafür, dass der Druck langsamer ansteigt oder abfällt.

Ich für meinen Teil darf nicht mehr fliegen, denn ich hatte riesiges Glück, dass ich mein Gehör nicht verloren haben. Bei solchen Probleme bringen Kaugummikauen, trinken, Übungen mit dem Kiefergelenk und Nasenspray nichts-denn es ist eine anatomische Verengung vorhanden und kein Druckausgleich möglich. Mein Arzt meinte, wenn ich mal aus sehr sehr wichigen Gründen fliegen müsste, dann muss das Trommelfell wieder unter Beaufsichtigung punktuell eröffnet werden. Ich würde mich an deiner Stelle auf jeden Fall untersuchen lassen und es nicht drauf anlegen. Denn klar, das kann alles ohne bleibende Schäden verheilen, wenn du Glück hast-wenn du richtig Glück hast kommt es bei dir nicht so schlimm-aber wenn nicht-dann kannst du auf deinen Aufenthalt gut und gerne ohnehin verzichten, da du eben täglich Infusionen bekommen wirst-14 Tage lang. Meine Erfahrungen dazu.

S_chliRtzauxge67


Ich habe vor der OP immer eine Stunde lang das ganze Flugzeug zusammengeschrieen, sofern der Sinkflug von 10000 Metern ausging. Und das tat es in der Regel eine Stunde lang.

Blutungen hinters Trommelfell, Schwindelattacken – es war ein Graus. Ich habe dann irgendwann entdeckt, dass bestimmte homöopathische Medikamente geholfen haben. Apis C 30 zum Abschwellen. Arnika C 30 wegen Hämatomen, Aconitum C 30 wegen der akuten Situation, und schließlich Gelsemium C 30 wegen der Schmerzen. Die Schmerzen ließen nach, ich mußte dafür aber wirklich alle 2 Minuten 5 Globulis reinpfeiffen.

Seitdem ich operiert bin, brauchte ich nix davon, obwohl ich alles dabei hatte. NOch nie war ein Landeanflug so entspannt.

Und noch nie bin ich so wunderbar über die Kassler Berge gekommen. Auch da keine Probleme mehr mit dem Druck beim Autofahren. Auch das war früher eine Tortur. Selbst im ICE hatte ich früher Probleme, wenn der Zug von Göttingen bis Würzburg durch die dauernden Tunnel fuhr. Da baute sich auch ein Druck aus, der mich stark beeinträchtigt hat.

Man sagte mir, man müsse die kleine OP evtl irgendwann wiederholen, aber die letzte 'Durchmessung ergab eine Durchgängigkeit, weit entfernt von der früheren Null-Linie.

Loola20x10


Darum beneide ich dich sehr :)z ...ich wünschte das käme bei mir auch in Frage-leider drückt das Gelenk die Tuben zusammen und das kann nicht behoben werden-man kann ja nicht Knochen abtragen-dann bekomm ich noch mehr Probleme mit dem Gelenk. Hoffen wir mal beim TE, dass es eine Verklebung oder behebbare Verengung ist-denn deine Geschichte hört sich toll an :-) .

z_mxff


Danke für eure bisherigen Antworten.

@ Pâtissière:

Der Zusammenhang zwischen schiefer Nasenscheidewand und Druckausgleich ist bei mir, so wie ich es verstanden habe, der, dass durch die schiefe Nasenscheidewand die "Tubenventilation" (also wahrscheinlich der Druckausgleich durch die Tuba auditiva eustachi bzw. Eustachi-Röhre) gestört ist.

Es ist nicht so, dass ich pauschal keinen Druckausgleich machen kann. Manchmal gehen die Ohren auch durch Schlucken oder Gähnen auf. Nur geht das bei mir wohl nicht so schnell und einfach wie bei anderen. Insbesondere klappt Nase und Mund verschließen und dann ausatmen bei mir nicht.

Vielleicht sollte ich mal so eine Vermessung/Begutachtung meiner Eustachschen Röhre durchführen lassen bzw. prüfen lassen, in wie weit der Druckausgleich bei mir möglich ist. Aber wie findet man Ärzte/Kliniken, die das machen? Die Option Charite käme theoretisch in Betracht, da ich normalerweise in Berlin wohne. Allerdings bin ich arbeitsbedingt wochentags zur Zeit in Frankfurt am Main, sodass es besser wäre, dort eine Anlaufstelle zu haben.

PS: Bei meinem HNO-Arzt wurde schon mehrfach eine Prüfung des Drucks durchgeführt. Der war aber meistens normal. Das ist aber nicht dasselbe, wie wenn ich prüfen lasse, wie gut der Druckausgleich möglich ist bzw. die Eustachsche Röhre vermessen lasse, oder?

PPS: Ich war/bin aktuell etwas krank und die Ohren sind deswegen auch wieder etwas zu (Nase ist aber frei). Sich in dem Zustand begutachten zu lassen, ist sicher nicht sinnvoll, oder? Denn durch eventuelle krankheitsbedingte Schwellungen ist die Eustachsche Röhre ja nicht im normalen Zustand.

S9ch_liVtzauge6x7


Na, Frankfurt wird ja wohl irgendwo ne anständige große Klinik haben. Noch mal: Ärzte haben solche Geräte überhaupt nicht. Man braucht aber ne Überweisung in eine entsprechende HNO-Ambulanz.

zJmxff


Kliniken gibt es natürlich, aber wohin wende ich mich mit meinem Anliegen? Geht man da einfach in die HNO-Abteilung und lässt sich einen Termin geben oder wie funktioniert sowas?

Ist eine Belüftungsstörung durch eine schiefe Nasenscheidewand (bei mir) überhaupt wahrscheinlich (siehe Symptome erster Post)? Bin immer noch unsicher, wie ich verfahren soll. Mein HNO-Arzt hat mir ja auch nicht pauschal vom Fliegen abgeraten. Klar, die Geschichte von Lola2010 ist schon hart, aber die Frage ist, wie wahrscheinlich es ist, dass bei mir ähnliches passiert bzw. passieren kann.

zhmff


Ich habe übrigens gelesen, dass das Druckniveau auf 10.000m Höhe künstlich auf dem Niveau von 2.500m gehalten wird ([[http://www.fliegen-ohne-ohrenschmerzen.de/druckdifferenzenbeimfliegen/index.html)]]. Heißt das, dass man gar keine Druckänderung verspürt, wenn man von 2.500m abfliegt?

Kann man den Druckausgleich also vergleichen mit einer Gondelfahrt, bei der man einen Höhenunterschied von 2.500m zurücklegt? Ist aber wahrscheinlich eher theoretischer Natur, da die Unterschiede selten so immens sind.

Ich habe zudem gelesen, dass verschiedene Flugzeugtypen den Druck beim Landen schneller angleichen als andere und somit für Leute mit Problemen noch kritischer sind (siehe selber Link). Hat da jemand mehr Informationen und ggf. eine Liste bzw. kann eine Aussage darüber treffen, wie groß der Unterschied ist?

Wieso gibt es keine Flugzeuge, die den Kabinendruck einfach konstant halten können?

PS: Bitte auch den vorherigen Post von mir beachten.

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