» »

Mandel OP – Meine Erfahrungen / Gründe / Ängste – Nachblutung?!

3N3eAe hat die Diskussion gestartet


Hi ho,

ich möchte nun auch mal meine Erfahrung bezüglich meiner TE kundtun, da ich die letzten Tage oft in diesem Forum unterwegs war um mir Informationen zu beschaffen. (Ich bitte diese Informationen mit Vorsicht zu genießen, warum wird sich später noch zeigen.)

Zu meiner Vorgeschichte:

Ich bin 25 Jahre jung, männlich und litt jahrelang an einer chronischen Mandelentzündung.

Sobald die Temperaturen leicht unter 20 Grad fielen, konnt ich damit rechnen, dass ich den ganzen Tag mit vereiterten Mandeln rumlaufe. Von den Schmerzen die das mit sich führte, fang ich besser nicht an zu reden. Außerdem waren sie von Natur aus so sehr angeschwollen und vernarbt, dass ich oft Probleme beim schlucken hatte und auch unter den berühmt berüchtigten Mandelsteinen litt. In diesem Jahr war alles so schlimm wie nie, ich hatte auch im Sommer ständig entzündete Mandeln, sodass eine Entfernung nun für mich in Erwägung zu ziehen war. Ich ging also mit meinem Anliegen zu einem HNO und sein Ausdruck beim Blick in meinen Hals mit den Worten "Oh mein Gott" haben mich darin bestärkt, dass die Dinger raus müssen.

Gesagt, getan. Am 14. August 2013 war also mein OP Termin, ich bin aktuell bei Tag 13 nach der OP und hab sie mir Rauslasern lassen. (Natürlich musste ich für die 349,- OP-Kosten selber aufkommen)

Fangen wir aber mal ganz vorne an.

Ich war am 14.08. morgens um 7uhr in der Klinik, nüchtern und ein wenig aufgeregt. (Ich hab mir im Vornherein nichts darüber durchgelesen, ich wusste dass ich mich nur damit verrückt machen würde ;-)) Ging also ganz unvoreingenommen an diese OP heran. Sollte mich auch direkt umziehen da ich um 8.30uhr auf der OP-Liste stand.

Wurde dann samt Bett Richtung Op-Vorraum geschoben und da empfing mich auch schon mein HNO (Er hat Belegbetten in der Klinik) und der überaus nette Narkosedoc.

Ich war recht gut drauf, hatte auch keine Angst, da ich vertrauen in meinen HNO hatte. Ich hatte ca. fünf Vorgespräche mit ihm und da baut sich eine gewisse Vertrauensbasis auf, deswegen war es mir das auch wert die OP-Kosten selber zu tragen.

Na ja.. also weiter zur OP, der Narkosedoc und seine Assistenz haben mich Klasse aufgemunternt (Nicht nur mit den Opiaten ;-)), haben toll auf mich eingeredet, wir haben rumgeblödelt und auf einmal war ich weg. Bin gefühlte 10sek wieder aufgewacht mit den Worten "DIE OP IS VORBEEEEEEI". Klasse dacht ich, ging ja flott. Lag dann im Aufwachraum mit drei anderen Menschen die auch grad ne OP hatten und sehr sehr fertig aussahen. Ich dagegen saß aufrecht in meinem Bett und war wohl n bissi übereifrig aufgrund der Narkose ;-) Die nette Schwester hat mich gefragt ob ich Schmerzen hätte, ich meinte "joa, schon." und zack, gabs erstma ne ordentliche Spritze in die Vene. Das ganze ging dann noch ca. 3x so und ich hab währenddessen den ganzen Aufwachraum auf Trab gehalten. Also mir gings sehr gut danach, konnte reden und war happy.

Tag 1 war relativ überschaubar, irgendwann hörte die Narkose auf zu wirken und ich bekam Schmerzen, aushaltbar.. aber unangenehm. Bekam auch ordentlich Schmerzmittel... also daran hat es nicht gehapert. Abends musste ich mich dann noch 5x übergeben und es kam auch ein wenig Blut mit raus, es scheint also was aufgeplatzt zu sein, was aber sofort aufgehört hat. (Glücklicherweise)

Tage 2-3 waren nicht schlimm, es wurde sogar ein wenig besser hatte ich das Gefühl. Ich konnte weiche Sachen essen, sogar Kartoffeln und Karotten, weich gekocht natürlich.

Schmerzmittel konnte ich sogar runterschrauben, bzw. hab sie verweigert.

Tage 4-5 Joa... also... wie fang ich an? Diese Tage waren für mich die reinste Hölle. Irgendwann nachts bin ich aufgewacht, weil meine Ohren kurz davor waren zu platzen. Der Schmerz in Hals und Ohren war derart unerträglich, dass ich kurz davor war ausm Fenster zu springen. Was mir hier auffiel, der Schmerz kam immer in Schüben, irgendwann war es wieder halbwegs in Ordnung und ich konnte einschlafen. Am Morgen ging es wieder los, die ständig gereichten Novalgin Tropfen waren wirkungslos, da hätte man mir auch Wasser reichen können. Ich bat um was stärkeres und bekam Voltaren Dispers (Klasse Dinger, leider sehr Organunfreundlich). Damit lies sich alles irgendwie ertragen. Sie haben zumindest den andauernden Schmerz gestillt, den Schluckschmerz konnte nichts betäuben.

Essen war zu diesem Zeitpunkt kaum noch möglich. Ich wollte es einfach nicht. Hab mir irgendwie n Joghurt runtergedrückt, damit ich die Schmerzmittel wenigstens nicht auf ganz leeren Magen nehmen musste.

An Tag 5 durfte ich auch nach Hause, meine Freundin hat mich unten vor der Klinik mit offenen Armen empfangen und ich war froh endlich Heim zu können. Hab mir vorher noch ne Voltaren reingepfiffen und bin erstma zu meinem HNO in die Praxis um mir noch mehr von den Wunderpillen zu holen. Er gab mir noch ein paar ernstgemeinte Ratschläge mit auf den Weg und ich erstma Heim auf die Couch.. Die folgenden Tage waren schlimm, bis Tag 10 bin ich jede Nacht aufgewacht und hab meinen Kopf gegen die Wand gehauen, weil die Voltaren nach spätestens 4std komplett nachgelassen haben und es nicht auszuhalten war. Ich hab in meinem ganzen Leben noch nicht solch einen Schmerz gefühlt (Und ich bin recht viel Tätowiert – auch an unmöglichen Stellen.) In diesen Tagen habe ich meine Entscheidung, die Mandeln entfernen zu lassen, mehr als verflucht. Dachte mir wie kann man so dämlich sein, lieber ein Lebenlang entzündete Mandeln, dachte ich.

Doch plötzlich, Tag 10 war die Erlösung. Ich konnte zum ersten mal durchschlafen und den ganzen Tag ohne Schmerztabs ertragen. <3 Ich habe diesen Tag so sehr herbeigesehnt.

Mittlerweile ist alles toll, es sind zwar noch minimal Fibrinbeläge drauf, aber ich merke kaum noch dass ich vor vier Tagen noch fast gestorben bin. Mein HNO ist auch begeistert vom Heilungsprozess.

So, nun möchte ich noch sagen wie ich mich all die Zeit verhalten habe, rückblickend war es wohl sehr leichtfertig, ich möchte auch alle bitten es nicht nachzumachen.

Ich kam an Tag 5 nach Hause und bin erstmal duschen gegangen, hab mich so widerlich gefühlt, meine Haare waren so fettig, als hätte ich mir Sanella ins Haar geschmiert.

Nachdem ich ne Voltaren genommen hatte, gings mir immer relativ gut, meine Freundin und ich waren sehr auf Entzug ;-) hatten sehr oft Sex und das nichtmal vorsichtig.. Haben es sehr ausgiebig praktiziert. Ich hab in der Zeit viel Playstation gespielt und mich aufgeregt wenns mal nicht so lief. Mein Blutdruck war also konstant oben, mir ist dennoch absolut nichts passiert, ich hatte nichtmal eine kleine Blutung. Hab an Tag 10 auch wieder angefangen zu rauchen, war komisch aber hat gut getan. Ich hab von Tag 1 an immer viel Tee getrunken, Kamille mit viel viel Honig.. rund 3l am Tag.. Dies scheint die Beläge immer schön weich gehalten zu haben. Hab auch relativ früh angefangen harte Sachen zu essen, auch obwohl ich Schmerzen hatte (Brot, Mc'es, Burger King, Kartoffeln).

Ich kann nicht sagen warum es bei mir nicht angefangen hat zu bluten, obwohl ich so leichtsinnig war. Ich hab ein wenig im Internet recherchiert und bin dabei auf eine Doktorarbeit übers Nachbluten im HNO Bereich gestoßen. Der Autor meinte dort es liegt auch oft am Geschick des Operateurs, ob Nachblutungen auftreten. Vielleicht war es auch einfach die Laser-Operations-Methode, welche angeblich weniger Nachblutungen zur Folge hat. (Ist wohl nicht erwiesen)

So, das waren meine Erfahrungen mit der OP. Ich hoffe ich konnte damit einigen ihre Fragen beantworten.

Wünsch euch allen viel Glück bei der am meisten unnötig durchgeführten OP! ;-)

Antworten
mHrs_'carItmaxn


Hello! *:)

Du bist echt ein lustiger Kerl. Dein Bericht ist sehr unterhaltsam und hilfreich.

Mir sind montags auch die Mandeln entfernt worden. Seit gestern leide ich an den unerträglichen Schmerzen, die du ebenfalls beschrieben hast. Und diese verfluchte Scheisse soll erst in fünf Tagen besser werden? :-( Ich glaube, ich werde mich vor den Zug werfen.

Immerhin weiss ich deinetwegen, dass diese Schmerzen nichts Abnormales sind und offenbar dazugehören. :)^ Dankeschön!

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Hals, Nase und Ohren oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Schönheit und Wohlfühlen · Augen · Zahnmedizin


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH