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Tinnitus nach Alarmton

Z3appe?rloxtt hat die Diskussion gestartet


Liebes Forum,

ein lieber Mensch in meinem Umfeld hat seit etwa 2 Monaten auf einem Ohr ein lautes Pfeifen, das durch einen Feueralarm verursacht wurde. Behandlung erfolgte bereits am selben Tag mit Spritzen, Infusionen, Akupunktur etc. pp.

Er ist bisher krank geschrieben und natürlich auch schon psychisch recht angeschlagen, weil das Pfeifen den Schlaf stört und bisher leider nicht leiser geworden ist.

Meine Frage:

Welche Therapiemöglichkeiten außer Akzeptieren gibt es noch? Kennt jemand gute Spezialisten bzw. kann sie weiterempfehlen? Oder einfach ein bisschen Hoffnung geben, dass das Pfeifen wieder zumindest leiser wird?

Viele Grüße und Danke fürs Lesen @:)

Antworten
MLissu8sMia


Ich habe mal von sogenannten Tinnitusmaskern gelesen, die wohl mit einem Rauschton gegensteuern sollen. Mein HNO hat mir auch gelegentlich ein Gingko-Präparat mitgegeben.

Ich selbst habe seit gut 15 Jahren Tinnitus und dachte anfänglich auch, dass ich lieber tot wäre als für den Rest meines Lebens mit diesem Ton leben zu müssen. Aber man gewöhnt sich dran und meistens nehme ich meinen "Ohrenkasper" überhaupt nicht oder nur sehr leise war. Wenn ich mich auf den Ton konzentriere. kommt er mir natürlich lauter vor.

Einen konkreten, erfolgsversprechenden Vorschlag kann ich leider nicht machen.

N#aZla8x5


Infusionen sind da meist schon das Maximum an Behandlung. Es kann natürlich sein dass der Ton noch zurückgeht, bei manchen passiert das erst nach Monaten. Aber auch wenn nicht ... so viele Menschen leben damit :-)

Ich hab selbst seit 2008 einen Tinnitus und mittlerweile sind noch 2 weitere dazu gekommen. Auslöser für den ersten war eine laut einfahrende U-Bahn.

Manchmal nervts mich und könnte mich schier in den Wahnsinn treiben, und umso mehr ich mich aufreg umso schlimmer wirds natürlich ;-) Aber das sind wirklich die Ausnahmen. Normalerweise lernt man darüber hinwegzuhören und nur wenn man bewusst hinhört nimmt man es als störend wahr. Es gibt auch verschiedene Therapien die einem lernen damit umzugehen bzw. sich abzulenken. Mir persönlich hilft beim einschlafen der Fernseher. Aber wenn ich wirklich müde bin, brauch ich den meist auch nicht. Leise Musik kann helfen und auch Beruhigungstropfen. Der erste Monat ist wirklich der schlimmste, damit kannst du ihn trösten. Der Gedanke dass ich nie wieder Stille genießen kann hat mich verzweifeln lassen. Aber man gewöhnt sich und man begreift dass Stille eigentlich etwas sehr subjektives ist. Jemand der keinen Tinnitus hat hört dafür sein Blut rauschen, oder seinen Atem. Und hat man sich erstmal gewöhnt kann man Stille auch da empfinden wo keine ist. Zb wenn man durch den Wald geht und nur seine eigenen Schritte hört. Oder auf einer Wiese sitzt und die Hummeln surren hört. Man definiert es einfach neu. @:)

Z6apper1lott


Danke schonmal für eure beiden Beiträge. Ich würd der lieben Person so gern die Hälfte mindestens abnehmen, weil er so ein toller und lieber Mensch ist. Aber das geht leider nicht.

Ich habe überlegt, einen MP3-Player zu kaufen und mit klassischer ruhiger Musik zu füllen, einen Versuch ist es ja wert, vielleicht bringt es was.

Danke :)_ ich bin gerade ganz gerührt, weil es mich selbst sehr mitnimmt, dass es ihm nicht gut geht damit.

M5issu3sMia


Weißt du denn, in welcher Situation diese Person am stärksten durch den Tinnitus belastet ist?

Wenn es gerade ums Einschlafen geht, ist der laufende Fernseher (wie bei Nala85) eine Idee oder eben der MP3-Player. Und auch im sonstigen Tagesablauf kann vorübergehend eine dauerhafte Geräuschkulisse hilfreich sein.

Mh... Sofern ein Smartphone / iPad vorhanden ist, wäre auch ein Streifzug durch die angebotenen Apps eine Idee. Da gibt es einige kostenlose (!)Einschlaf- und Entspannungs-Apps, bei denen mitunter auch "weißes Rauschen" (oder so ähnlich) als Ton verfügbar ist. Das kann die betroffene Person auch mal ausprobieren. Vielleicht hat sie ja Glück und kann dadurch ein bisschen besser entspannen und besser schlafen.

N alEax85


Es wird ihm bestimmt bald besser gehen. Kannst ihm ja ein kleines Ablenkungspackage schnüren. Zb ein Mp3 Player ist schonmal ne tolle Idee. Klassik oder Lieder wo man sich sehr auf den Text konzentrieren muss ist gut. Durch das "hinhören" vergisst man den Tinnitus. Vielleicht noch pflanzliche Beruhigungstropfen (ich hab zb Passelyt) und vielleicht noch ein Konzentrationsspiel.

Für manche mag das jetzt schräg klingen – aber manchmal benutz ich meinen Tinnitus um mich von viel nervigeren Dingen abzulenken ;-) Wenn ich zb an einem Tisch sitz und alle reden durcheinander und merk das wird mir zuviel dann hör ich manchmal sogar absichtlich auf meinen Tinnitus. Der ist nämlich nicht laut, nicht verwirrend, und er ist immer da und dieses monotone hat in manchen Situationen was wirklich tröstendes.

E*hemaliger8 qNutze|r (C#467193)


Nachdem ich schon seit Jahren mit einem Tinnitus durchs Leben gehe, kann ich nur sagen, dass er einfach ein Teil von mir geworden ist. Manchmal nehme ich in stärker war, manchmal gar nicht.

Für mich ist der Tinnitus auch bis zu einem gewissen Grad ein Indikator für mein Wohlbefinden geworden, ist es mal wieder ganz besonders stressig, oder fehlt mir Ausgleich, dann wird er meist lauter.

An der Lautstärke / Wahrnehmbarkeit kann sich im Verlauf noch einiges tun. Sowohl zum positiven, als auch zum negativen. Zumindest bei mir schwankt das (siehe oben).

A$ka`shOah76x7


Ich finde die Idee mit dem MP3 Player sehr gut. Es gibt da verschiedene Naturtöne (z.B. Wasserrauschen und Plätschern) oder auch weißes Rauschen. Wenn man ein bisschen sucht, findet man einen angenehmen Ton, der den Tinnitus überdeckt ohne selber zu laut zu sein. Ich habe auch schon von Methoden gehört, mit Hilfe derer das Gehirn den Ton wieder verlernen soll. Leider bin ich mir nicht sicher, wie das genau heißt. Ich glaube Noiser oder so ähnlich. Kann aber auch sein, dass ich mich da vertue.

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