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Erfahrungsbericht: Sinusitis-OP (Nasennebenhöhlen)

aYnEnieU241x1 hat die Diskussion gestartet


Hallo Leute,

ich bin 19 Jahre alt, weiblich und habe grad eine Sinusitis OP hinter mir, Nasenscheidewandkorrektur und Nasenmuschelverkleinerung. (etwas mehr als 1 Woche her)

Habe bevor ich operiert wurde auch ein bisschen rum gelesen hier, aber die Berichte die ich gefunden habe sind alle schon um die 4 Jahre zurück. Ich wollte unter diesem Aspekt mal einen Erfahrungsbericht veröffentlichen aus dem Jahre 2014 und von meiner Erfahrung berichten mit der OP, für alle die da noch zweifeln, überlegen und denen das bevorsteht. Ich hoffe dem Ein, oder Anderen vielleicht bei der Entscheidung dadurch helfen zu können, da ich selbst auch mehr Entscheidungshilfe gebraucht hätte.

Krankenhaus:

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Meine Operation wurde im St. Elisabeth Krankenhaus in Dorsten vollzogen.

Diagnose:

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Chronische Nasennebenhöhlentzündung, schiefe Nasenscheidewand (wovon ich allerdings nichts gemerkt habe), geschwollene Nasenmuscheln.

Operative Eingriffe:

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Sanierung der Nasennebehöhlen, Begradigung der Nasenscheidewand und Verkleinerung der Nasenmuscheln.

Ablauf:

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Besprechung des Operationsverlaufs in der Praxis. Aushändigung der Unterlagen, Hinweisung auf die Risiken etc.

Tag 1:

Die Operarion. Vollnarkosemittel wurde verabreicht, danach weiß ich logischerweise gar nichts mehr. Nach Aussage der Ärzte hat die OP um die 2 Stunden gedauert. Als ich aufgewacht bin, hatte ich ein spürbares Brennen in der Nase, mir tat ein wenig der Kopf weh, ich konnte meine Augen gar nicht öffnen, da sie so geschwollen waren. Reden fiel mir auch die ersten Minuten sehr schwer, aber wirklich starke Schmerzen hatte ich keine. Auf dem Zimmer habe ich eine Infusion gekriegt, hatte extrem mit Übelkeit zu kämpfen, da durch die Tamponaden in meiner Nase alles anstatt nach vorne nach hinten runter gelaufen ist, sprich das ganze Blut ist permanent in meinen Magen gelaufen. Übergeben habe ich mich Gott sei Dank aber nicht. Den Tag habe ich dann komplett verschlafen. Panik habe ich NICHT gehabt durch die Atmung durch den Mund, wovor ich vorher schon Angst hatte. Schnappatmung oder ähnliches hatte ich auch nicht (habe ich auch mehrfach gelesen), das durch den Mund atmen war wirklich problemlos, die Tamponaden haben auch kein Stück gedrückt, oder weh getan. Sie waren aus Silikon und hatten am Ende ein Gummiband. Waren auch nicht so lang, wie manche übertreiben. Ich war komplett schmerzfrei.

Tag 2:

Knock out von der Narkose. Womit ich zu kämpfen hatte war das Blut und der Schleim was mir den Rachen runter lief. Schmerzen hatte ich keine.

Tag 3:

Entfernen der Tamponaden. Wird in jedem Bericht als die Hölle dargestellt. Ich habe mich schon auf das Schlimmste vorbereitet und kann sagen, im Gegensatz zu dem Rest den ich mitgemacht habe war es wirklich Pillefax. Das Einzige was auch hier unschön war: Mir ist wirklich die volle Ladung in den Magen gelaufen. Alles was sich bisher angesammelt hat. Musste mich dadurch diesmal übergeben, war sehr schwach und habe sehr viel Blut verloren. Atmen konnte ich nicht durch die Nase.

Tag 4:

Immer noch mit der Trägheit zu kämpfen gehabt. Kreislaufprobleme haben mich eher gequält als die Nase ansich. Bin zwei Mal bewusstlos geworden, bin körperlich ziemlich an meine Grenzen gegangen. Ich bin den ganzen Tag nur eingeschlafen, weil ich so platt war. Schmerzen hatte ich aber immer noch nicht, geblutet hat es permanent. Wie immer den Rachen runter. Immer noch keine Luftbrise durch die Nase.

Blutungen permanent. Ziemlich heftige Kopfschmerzen.

Tag 5:

Musste die Salbe benutzen, in Spritzenform in die Nase geben. Es ist ein gelbes, dickflüssiges Sekret, was die Nase noch mehr gefüllt hat sozusagen. Dadurch ist das Blut nach vorne raus abgelaufen, da es sich in der Nase verflüssigt. Immer noch kein Ansatz von Atmung durch die Nase.

Das Absaugen wurde das erste Mal vollzogen, da ich Blutklumpen in der Nase hatte, die getrocknet waren. Das Absaugen tut NICHT WEH , es ist auch nicht unangenehm. Es kitzelt ein wenig. Das einzige was mein Magen nicht toll fand war, dass der Arzt so weit mit dem Rohr nach hinten gegangen ist, bis zum Rachenanfang quasi. Dadurch wurde mir schon übel, es war aber mit ein wenig Selbstbeherrschung und ruhigem Atmen auszuhalten. Körperlich war ich immer noch total schwach. Augen mittlerweile abgeschwollen. Atmen konnte ich für 2 Sekunden durch die Nase, danach war auch wieder vorbei.

Blutungen permanent. Ziemlich heftige Kopfschmerzen.

Tag 6:

Wieder zum Absaugen. Riechen und Schmecken immer noch nicht möglich, Mundatmung immer noch notwendig.

Blutungen permanent.

Tag 7:

Entlassung. Nochmaliges Absaugen, immer noch sehr schwer durch die Nase zu atmen, dennoch ein wenig Luftzufuhr gespürt. Körperlich immer noch knock out, nur am schlafen.

Tag 8:

Erster ganzer Tag Zuhause, Benutzen der Nasensalbe, Corsionspray und Nasendusche. Beim HNO nochmals abgesaugt, Besserung der Luftzufuhr, dennoch immer noch keine Nasenatmung möglich. Kein Schmecken und kein Riechen. Körperlich immer noch knockout.

Blutungen der Nase permanent. Ziemlich heftige Kopfschmerzen.

Tag 9:

Heute geht es körperlich schon ein Stück bergauf, merke aber, dass wenn ich dusche, oder viel Laufe, meine Nase anfängt zu pochen und es bis in meinen Kopf zieht.

Schleim mit Blut läuft mir immer noch permanent heraus, aber ich rieche und schmecke kurzweilig mal. Habe heute morgen Orangensaft getrunken und plötzlich etwas geschmeckt, wenn auch nur ein paar Sekunden. Also dass dadurch der Geschmacks/Riechsinn erst super spät wieder kommt, ist nicht der Normalfall. Da hatte ich am meisten Angst vor. Nase ist wieder ein Stück freier, diesmal auch über Nacht freier geblieben. Blutungen sind noch permanent da, aber nicht mehr so stark wie gestern.

FAZIT:

Ich würde wenn ich ganz ehrlich bin, die OP nicht noch mal machen lassen. Ein zweites Mal auf keinen Fall, aber hätte ich das Ganze vorher schon mal spüren dürfen, hätte ich mich dagegen entschieden. Es kommt auch darauf an, inwiefern einen das im Alltag einschränkt. Ich zB hatte andauernd Halsschmerzen, aber es war leider die schlimmste Zeit, die ich je mitgemacht habe und ich fühle mich körperlich so, als hätte man mich total geplättet. Ich muss mich von 0 an grad wieder berappeln. Also wenn, sollte man sich echt Zeit danach nehmen und nicht ungeduldig sein. Ich habe Gott sei Dank gerade Ferien, aber wenn ich mir überlege jetzt Arbeit, oder Schule in näherer Zeit vor mir zu haben, das geht gar nicht. Ich bin da echt durch die Hölle gegangen..

Das schlimmste sind aber nicht die Tamponaden, oder die Mundatmung (Obwohl ich mittlerweile jede Stunde nachts aufwache, weil mein Rachen so trocken ist, dass mir die Zunge am Gaumen klebt und ich überall Aften kriege), sondern das Blut, was einem die ganze Zeit in den Magen läuft. Ich habe in dem Falle Glück dass mein Magen recht stabil ist, bei jemandem mit einem sensiblen Magen fürs Übergeben dürfte das schwierig werden.

Absaugen muss ich diese Woche 2x, wie es danach weiter geht weiß ich nicht.

Ein TIPP: Niemals im Sommer machen lassen. Die Hitze dazu hat mich echt erschlagen.

Falls jemand noch Fragen hat, versuch ich es gerne zu beantworten.

Liebe Grüße

Annie :)^

Antworten
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Hallo Annie,

ich hoffe du hast es mit der OP hinter dir und wirst die Sinusitis los :-)

Ich habe eine chronische polypöse Pansinusitis und meine erste OP war so eine wie deine. Ich fand es auch nicht schmerzhaft, aber die Tamponade schon unangenehm, schlafen kann ich damit nicht. Bei mir kam sie aber am Morgen nach der OP raus, bluten tat ich sehr wenig, scheint wohl Veranlagung zu sein.

Das Absaugen tat nur dann etwas weh, wenn der Arzt mit dem Saugrohr die Innenwände der Kiefernhöhle berührte. Magenprobleme hatte ich auch nicht. Man darf sich nur nicht fies dagegen sein was man sich dann die nächsten Wochen mit der Nasendusche so aus der Nase spült ...

Das Fäden ziehen von den Plastikplatten an der Scheidewand hat nochmal gezwickt, aber auch nicht der Rede Wert.

Also Alles in Allem unangenehm aber keine Hölle. Ohne Begradigung der Scheidewand ist es nochmal ne ganze Ecke angenehmer, das waren dann die OPs 2-4 bei mir. Die 5. die bald anstehen könnte ist dann nochmal einfacher, weil nichts mehr am Knochen gemacht wird, nur die Polypen raus.

Geruchssinn hatte ich nach keiner der OPs, kam auch nicht wieder weil die Polypen schneller wieder nachwachsen als das alles verheilt und dann ist der mittlere Nasengang wieder dicht und ich rieche nichts.

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