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Mandelentfernung - OP Bericht zum Mutmachen!

rPideana hat die Diskussion gestartet


Hallo liebe "Leidensgenossen" und die, die die OP noch vor sich haben,

ich ( 35, also "kritisches Mandelalter") habe vor einer Woche meine Tonsillektomie gehabt und möchte hier einen kleinen Bericht dazu schreiben, der vor allem etwas Mut machen soll.

Vor meiner OP habe ich auch ziemlich viel gegoogelt, um mir verschiedene Erfahrungsberichte durchzulesen und einschätzen zu können, was auf mich zukommen könnte.

Dabei ist mir aufgefallen, dass es überwiegend eher negative Erfahrungen gibt oder sogar richtige "Schauergeschichten" kursieren.

Vorweg: Ich bin mir gerade bei dieser OP ganz sicher, dass Pauschalaussagen nicht getroffen werden können- jeder Organismus reagiert sehr unterschiedlich auf den Eingriff, die Wundheilung läuft recht individuell ab und das Schmerzempfinden kann erheblich untereinander abweichen.

Daher glaube ich den vielen Berichten derjenigen, denen es nach der OP nicht gut ging.

Mir geht es eher darum, die "Statistik" etwas aufzubessern mit einem durchweg positiven Bericht, um damit gewissermaßen die Einstellung zu der OP positiv zu stimulieren.

Mit einer durchweg negativen Erwartungshaltung provoziert man ja sonst geradezu, dass man sich wirklich richtig schlecht fühlt und auf Symptome und Schmerzen "wartet".

Vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen, zu lesen, dass es auch anders geht und kann für sich eine zuversichtlichere Grundhaltung aufbauen :).

Die OP an sich aus Sicht der Anästhesie verlief hervorragend- ich vertrage Vollnarkosen generell sehr gut. Wer im Vorfeld Bedenken bezüglich möglicher Übelkeit/ Erbrechen hat, sollte mit dem Anästhesisten eine gut greifende "PONV Prophylaxe" absprechen. Ich kann mir vorstellen, dass ansonsten der doch recht gewaltsame Würgeprozess den Wundbereich erheblich reizt und belastet.

Ich war nach Ankunft im Zimmer direkt wieder fit und marschierte ein bisschen durch die Gänge, las ein Buch, sah fern... Zwischendurch packte mich die Müdigkeit als Nachwirkungen von der Narkose und ich legte immer mal wieder ein Schläfchen ein.

Das Gefühl im Hals würde ich beschreiben wie ein etwas gereizter Hals bei einer Erkältung.

Nach einigen Stunden post-OP bot mir die Schwester eine Infusion mit Schmerzmitteln an, die sie alle 4 Stunden erneuern wolle. Ich sagte, dass ich dies im Moment nicht bräuchte.

Die Schwester, die wohl auch eher andere Erfahrungen mit Patienten gemacht hatte, sagte, dass ich wohl noch von der Narkose profitierte und mich freuen würde auf das Schmerzmittel zu einem späteren Zeitpunkt, denn ich sollte jetzt schonmal mit schlimmen Schmerzen rechnen.

( Diese Aussage fand ich psychologisch wirklich ungünstig, eben wegen der daraus möglicherweise resultierenden Erwartungshaltung- bei mir kam aber dadurch eher Trotz auf " Wollen wir doch mal sehen, ob ich Deine Schmerzmittel wirklich brauche ;-)

Als ich über den gesamten weiteren Tagesverlauf immer noch keine Schmerzmittel brauchte, wunderte sich die Schwester doch sehr.

Im Prinzip kann ich die darauffolgenden Tage kurz zusammenfassen:

Das Gefühl im Hals blieb bei mir wie bei einer Erkältung mit einem etwas angegriffenen Hals- völlig tolerabel.

Die Einnahme von Schmerzmitteln wären für mich in Anbetracht der "Unannehmlichkeit" nicht verhältnismäßig gewesen.

Lediglich das Essen von püriertem Obst brannte etwas, aber auch das verging nach einigen Minuten wieder.

Ansonsten kann ich jedem anraten, so viel wie möglich zu trinken. Das Feuchthalten des Rachenraumes und die ständigen Schluckprozesse wirken sich auf den Heilungsprozess förderlich aus.

Nachts und morgens nach dem Aufwachen war dieses Erkältungsgefühl im Hals am unangenehmsten ( aber immer noch ok!), da ich lange nichts getrunken hatte. Durch 2 Gläser Wasser ließ sich auch das innerhalb von einer Viertelstunde verbessern.

Insgesamt wundern sich die Ärzte und Schwestern hier schon darüber, dass ich so fit bin und sämtliche Schmerzmittel ablehne und fröhlich durch die Gänge "springe". Dies sei nicht die Regel- ich sei sogar seit langer Zeit die erste, welche ohne Schmerzmittel auskomme.

Aber gerade das soll Euch Mut machen- denn Ihr könntet die nächste Ausnahme sein! Es gibt sie :)

Ich glaube auch, dass die Einstellung zu der OP bereits einiges ausmachen kann.

Denkt lieber "Wollen wir doch mal sehen!" anstatt Euch verrückt machen zu lassen von negativen Aussagen.

Zu wissen, dass Euch notfalls auch Schmerzmittel gut helfen werden, beruhigt ja ebenfalls.

Ich wünsche Euch allen viel Erfolg für Eure Mandel OP!

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