01.01.12 23:30
Nein, Spaß beiseite. Ich weiß, wohin ich gehöre. 
Worum es mir eigentlich geht, ist folgendes:
Ich habe einen Partner, den ich auch wirklich von Herzen liebe und das ist nicht bloß so dahin gesagt, auch wenn mein Anliegen da etwas anderes impliziert. Wir sind glücklich miteinander, verstehen uns in jeder Hinsicht. Erotik und Sexualität haben wir weitestgehend aus unserem Leben miteinander verbannt, in beiderseitigem Einvernehmen. Es ist schön so, aber es gibt einen kleinen Haken. Manchmal durchlebe ich "notgeile" Phasen, wo ich mich sexuell ausleben möchte, was aber unserem Beziehungsmodell widerspräche. Dieses Anliegen habe ich ihm bereits mitgeteilt, er hat es zur Kenntnis genommen. Ich möchte ihn auch nicht bedrängen.
Es ist mir peinlich und ich schäme mich dafür, dass ich auch schon über Sexdates nachgedacht habe, aber es wohl aus Skrupel nie in einer Beziehung tun würde. Dennoch kommen diese Gedanken relativ schnell wieder, nachdem ich selbst Abhilfe geschaffen habe. Ich stelle mir dann oft vor, wie es wäre, wenn mich jetzt ein anderer Kerl oral befriedigen würde, oder man nur zusammen wichst. Um mehr geht es mir nicht, alles andere ist auch nicht mein Ding.
Trotzdem wäre das ein Vertrauensbruch. Eine Öffnung der Beziehung würde er ablehnen, da bin ich mir sicher, zumal mein Partner sich wohl auf keine Sexdates einlassen würde.
Mich würde mal eure Meinung interessieren. Vielleicht kennt jemand hier eine vergleichbare Situation.
Vielen Dank!
02.01.12 00:10
Also ihr lebt demnach asexuell?
Naja aber wenn du Lust auf Sex hast, scheinst du ja nicht wirklich asexuell zu sein.
Aus meiner Sicht kann man seinem Partner nicht Sex vorenthalten, egal was man vorher vielleicht vereinbart hat. Ansichten und Gefühle können sich doch ändern, da kannst du ja nichts für.
Wenn dein Partner sagt, er will keinen Sex, aber er will auch nicht dass du fremdgehst, das kann auf Dauer doch gar nicht gehen weil dir dann etwas fehlt.
Spontan würde ich sagen, es gibt da nur drei Möglichkeiten.
Entweder, ihr hebt eure Nicht-Sex-Regelung auf, zumindest ab und zu und auch wenn er vielleicht nicht super scharf drauf ist. Oder – wenn er nicht will, man kann ihn ja nicht zwingen – er erlaubt dir, Sex mit anderen Typen.
Wenn er beides nicht will, musst du überlegen ob dir die Beziehung wichtiger ist auch wenn du ein Mönchsdasein in Kauf nehmen musst und ob du das auf Dauer aushälst, oder eben nicht.
Mal aus Interesse, bei solchen Beziehungen, was ist da eigentlich der Unterschied zu einer sehr guten intensiven Freundschaft?
03.01.12 18:27
Hallo,
Wir sind glücklich miteinander, verstehen uns in jeder Hinsicht. Erotik und Sexualität haben wir weitestgehend aus unserem Leben miteinander verbannt, in beiderseitigem Einvernehmen. Es ist schön so, aber es gibt einen kleinen Haken. Manchmal durchlebe ich "notgeile" Phasen, wo ich mich sexuell ausleben möchte, was aber unserem Beziehungsmodell widerspräche.
uuups, eine Art "klosterkeuschhafte Hörigkeit ..." 
Ich könnte das auf die Dauer nicht ... 
AK57Kitten hat ja die Möglichkeiten schon beschrieben ... dem ist nichts hinzuzufügen.
Aus meiner Sicht wird das mal eine richtig gute Freundschaft, und den Sex besorgst Du Dir wahrscheinlich woanders ...
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04.01.12 14:25
Nein, wir leben nicht asexuell, das würde Sex gänzlich ausschließen.
Mal aus Interesse, bei solchen Beziehungen, was ist da eigentlich der Unterschied zu einer sehr guten intensiven Freundschaft?
Für gewöhnlich kuschle ich mit Freunden nicht und auch mit den besten spreche ich nicht über alles, was mich bewegt. Auf der anderen Seite interessiere ich mich wirklich für meinen Partner, was bei einem Freund nur bis zu einem gewissen Grad der Fall ist.
Na ja, er ist mir als Mensch und Partner wichtiger. Insofern bin ich bereit, meine Wünsche, die ja auch nur gelegentlich auftreten, zurückzustecken. Denke, damit kann ich leben, ohne dass es mir schlecht dabei geht.
09.01.12 22:41
Hmmm, falls du noch da bist: Mich würde ja interessieren, was das "weitestgehend" in "Erotik und Sexualität haben wir weitestgehend aus unserem Leben miteinander verbannt" bedeutet? Anscheinend ist das Thema ja schon "weiter weg", als dir lieb ist?
Also ich kenne durchaus Paare, die wenig oder gar keine gemeinsame Sexualität (mehr) haben. Aber die haben dann durchaus außerhalb der Beziehung Sex.
10.01.12 11:35
Hallo m a r v i n,
das bedeutet nur so viel, als dass wir zu Beginn die Rahmenbedingungen geschaffen haben, mit denen wir miteinander leben können. Wir sind uns sehr ähnlich, was den geringen Stellenwert unserer Sexualität angeht, aber zumindest von meiner Seite aus gibt es dann manchmal "Phasen", in denen mir nach mehr ist - gerne mit ihm, nur ist das recht schwierig, weil er das imgrunde nicht braucht, weder mit mir, noch mit sonst jemandem. Ich habe ihm bereits mitgeteilt, dass ich gerne mal wieder Sex mit ihm haben möchte. Das zu sagen fiel mir auch nicht leicht, da ich es ungern zum Thema oder gar zum Problem machen möchte. Seine Reaktion war allerdings nicht sehr vielsagend.
Imgrunde möchte ich keine Offene Beziehung, selbst wenn es legitimiert wäre. ich bin für soetwas nicht der Typ und möchte das lieber mit meinem Partner teilen, wenn mir (im Bestfall uns) danach ist. Ich hab wirklich ein bisschen Angst davor, dass ich nicht doch irgendwann etwas Unüberlegtes tue, denn der Gedanke, mir meine sexuelle Befriedigung woanders zu holen, kam schon ein paar Mal auf und hatte recht unberechenbare Züge angenommen, immer mit dem anschließenden schlechten Gewissen meinem Partner gegenüber, wie ich auch nur an soetwas denken konnte, denn ich liebe ihn wirklich sehr, und das bezieht sich nur minimal auf die sexuelle Ebene.
10.01.12 12:32
Hallo,
Ich hab wirklich ein bisschen Angst davor, dass ich nicht doch irgendwann etwas Unüberlegtes tue, denn der Gedanke, mir meine sexuelle Befriedigung woanders zu holen, kam schon ein paar Mal auf und hatte recht unberechenbare Züge angenommen, immer mit dem anschließenden schlechten Gewissen meinem Partner gegenüber, wie ich auch nur an soetwas denken konnte, denn ich liebe ihn wirklich sehr, und das bezieht sich nur minimal auf die sexuelle Ebenen
es ist sehr schön zu lesen, wie sehr Du "IHN" liebst, gerne mit ihm zusammen bist, und eigentlich niemanden anderen brauchst ... 
... wenn da nicht das körperliche Verlangen wäre.
![]:D ]:D](http://1.med1.biz/l/s37.gif)
Wie ist das bei Euch, küsst ihr Euch zwischendurch, streichtelt ihr Euch zwischendurch (z.B. wenn einer Kartoffeln schält, und der andere in die Küche kommt).
Wie ist das, schlaft ihr in einem Doppelbett ... unter einer gemeinsamen Decke ... schlaft ihr nackt ... kuschelt ihr Euch aneinander bevor ihr einschlaft ... 
Aus Deinem letzten Beitrag entnehmen ich, dass Du im Moment Deine körperlichen Bedürfnisse (...) weit zurückstellst, zugunsten der großen Liebe und großen Übereinstimmung, die es wohl trotz der (fast schon) Asexualität auf der anderen Seite gibt.
Allerdings weiß ich von mir, dass sich sexuelle Bedürfnisse irgendwann Bahn und Raum brechen ... es ist nur eine Frage der Zeit 
Von daher kannst Du jetzt abwarten, bis es wieder und wieder heftiger passiert, und Dich überkommt ... oder .... hmm ... ja ... nicht einfach ... 
(für mich wäre das auf die Dauer nix, ohne Sex ... habe ich jedenfalls festgestellt ...)
lg.
10.01.12 12:47
Hallo bmed,
das ging ja fix :)
Wir kuscheln und küssen sehr viel, wenn wir zusammen sind. Dein Beispiel mit dem Kartoffel schälen war sehr anschaulich. Ungefähr so läuft das ab und wir genießen das auch sehr.
Wir wohnen zusammen, schlafen (meistens) in einem Bett, aber jeder für sich mit eigener Decke, und auch nicht nackt. Gekuschelt wird meistens nochmal kurz vor dem Einschlafen, in der Nacht (sofern ich überhaupt zuhause bin, da ich Schichtarbeiter bin) nicht weiter. Da brauchen wir beide so unseren Platz.
Ja, es stimmt schon. Ich nehme mich da etwas zurück. Ich weiß, dass er viel beruflichen Stress hat, und möchte es ihm und uns nach getaner Arbeit daher so angenehm wir möglich machen. Da möchte ich ihn ungern mit solchen Sachen bedrängen, zumal ich dann ohnehin nur eine Abfuhr bekäme. Er hätte zwar kein Problem damit, wenn ich dann z.B. neben ihm im Bett onanierte, aber ich möchte ihn natürlich gerne auch miteinbeziehen, also mit ihm auch mal Sex haben.
10.01.12 15:32
Hallo,
wenn ich das so lese, dann gibt es viel Zärtlichkeit bei Euch, auch zwischendurch.
Somit scheint sich das, was Du als "Sex" bezeichnest (und auch gerne mal öfter hättest) auf das "Berühren der Genitalien bis zum Orgasmus" zu beziehen.
Mir geht das so, wenn mein Freund in die Küche kommt und mich streichelt, dann kann es schon sein, dass etwas unter der Gürtellinie drauf antwortet" oder sich drauf freut "berührt zu werden"

Beim Schlafen ist das so, dass ich gerne die Nähe von jemandem habe. Nach mehr als 40 Jahren alleine unter der eigenen Decke ist es sehr schön, unter einer gemeinsamen Decke einzuschlalen, aber auch entwas gewöhnungsbedürftig ...
Ich genieße alltägliche Zärtlichkeiten ... gerne überall und oft, wenn es sich ergibt, aber genauso mag ich die intensive Extase ... wenn es sein muss alleine, aber am Liebsten zusammen mit jemandem der ähnlich fühlt, und den ich in Extase bringen kann ....
![]:D ]:D](http://1.med1.biz/l/s37.gif)
Wenn es nicht anders geht, dann kann es schon mal erforderlich sein, dass man sich "neben ihm" befriedigen soll/kann/muss, aber wenn es nicht anders geht.
Es war bei uns auch schon der Fall, das es für einen "gespendeten" Höhepunkt nicht reichte, ok, dann muss man entweder für "jetzt" drauf verzichten, oder mal eben selbst Hand anlegen ... wie es gerade passier, egal ... beiim nächsten Mal ist es wieder ganz anders ...
Und wenn Dein Liebster selbst keinen Bock auf "Sex" hat, warum sollte er was dagegen haben, wenn Du mal "DAS GEFÜHL" brauchst ... ihm entgeht ja nichts ... (ich denke, auf Die dauer wirst Du nicht ohne auskommen ...
)
lg.
10.01.12 16:54
wie alt seid ihr denn wenn ich fragen darf ? ich könnte das nicht !!
ich bin der meinung dass es in einer bezeihung auch dazugehört sich seine bedürfnisse zu erfüllen !!
das ist ja auch die höchste vorm der zertlichkeit !!!
in der ehe ist es sogar gesetzlich geregelt als eine eheliche pflicht ( gabs mal tatsächlich ein urtel )
11.01.12 15:20
bmed:
So ist es. Was Zärtlichkeit fernab des Geschlechtsverkehrs betrifft, kann ich mich nicht beklagen und ich genieße es auch sehr. Bei mir antwortet auch desöfteren mal jemand aus der unteren Zone auf entgegengebrachte Zärtlichkeiten - Küssen kann ja auch schnell mal geil machen. Und dann würde ich schon gerne ab und an einen Schritt weitergehen wollen, spontan, nicht nach Schema F, gerne auch an Ort und Stelle (sofern möglich).
Eigentlich könnte er sich dabei auch entspannt zurücklehnen und ich übernähme den Rest. Damit hab ich kein Problem. Du verstehst sicher, was ich meine.
verry:
Ich wüsste nicht, was unser Alter dabei für eine Rolle spielen sollte. Es gibt zwar einen nennenswerten Altersunterschied, aber auch das ist ja nichts Dramatisches oder Ungewöhnliches.
Dass Sex die höchste Form der Zärtlichkeit sei, ist deine Meinung. Das sehen wir beide etwas anders. Es ist schön, das mit dem Partner teilen zu können, den man liebt, aber nicht das Höchste der Gefühle. Da empfinde ich eine lange Umarmung, zärtliches Küssen und die gegenseitige Wertschätzung weitaus intensiver. Sex ist dagegen etwas, dessen Ziel bekannt und die Dauer terminiert ist.
11.01.12 21:52
verzeih mir die freche art !! aber meine einschätzung ist eben so
mit sex ist es wie bei alkohol
, wer ihn aus irgendwelchen angäblichen prinzipien komplett verweigert hat genauso ein problem damit wie einer der säuft !! 
12.01.12 16:41
Hallo,
Küssen kann ja auch schnell mal geil machen. Und dann würde ich schon gerne ab und an einen Schritt weitergehen wollen, spontan, nicht nach Schema F, gerne auch an Ort und Stelle (sofern möglich).
Eigentlich könnte er sich dabei auch entspannt zurücklehnen und ich übernähme den Rest. Damit hab ich kein Problem. Du verstehst sicher, was ich meine.
jaaaaahhhhh ... 
Und was macht er, wenn Du in so einer Situation mal Deine Hand "wandern lässt"
. Man kann das ja einstreuen, und es muss auch nicht sofort an Ort und Stelle passieren, oder gleich ab ins Schlafzimmer gehen ... obwohl das eine sehr schöne Variante wäre.
Keine Ahnung, ob er sich daran gewöhnen kann oder ggf. auch mal Lust bekommt auf ... äh, ja was ist das ... es ist mehr als Zärtlichkeit, aber es ist wohl noch nicht das, was ihr/Du als SEX versteht ... vielleicht so eine Art "gesteigerte sexuelle Zärtlichkeit" ... ich liebe das 
Leider ist es so, dass es auch für das "Nichtmögen" von sowas einen Grund geben wird ... 
lg.
15.01.12 11:20
nach getaner Arbeit daher so angenehm wir möglich machen
Wenn ich das so lese, fällt mir spontan ein: wie wäre es dann mal mit einer schönen (Rücken-) Massage? Im passenden Ambiente (ein paar Kerzen, angewärmtes Öl, vielleicht ein wenig passende Musik) und dann schöne Streicheleinheiten verteilen.
Soweit ja auch nichts neues, was eure Kuschelei angeht.
Aber vielleicht kann man hier (ganz unauffällig und nebenbei
) etwas weiter gehen: zwischen den Beinen durch mal die empfindsamen Stellen (Perineum, Hoden) mit einbeziehen... Die Pobacken gefühlvoll kneten... Von der Stelle unter den Achseln seitlich am Körper entlang... (Huch, ich werde beim schreiben schon ganz wuschig
)
Spätestens, wenn es hiesse: "Und jetzt bitte umdrehen, ich will deine Brust und Oberschenkel massieren" wäre es um mich geschehen... 
VG
Janosch
15.01.12 15:49
bmed
Ich kenne die Gründe, warum er nicht soviel Lust hat. Zum einen entspricht es seiner Grundeinstellung, zum anderen hat er beruflich viel Stress. Letzteres ist auch keine faule Ausrede, wie man jetzt denken könnte. Es fällt ihm selbst während seines Urlaubs schwer gedanklich von seiner Arbeit loszulassen, auch wenn er da aktiv natürlich nichts macht. Er ist ein Typ, der auch immer parallel noch Projekte haben muss, um glücklich zu sein (bspw. Heimwerken, Vereinsarbeit, u.ä.)
Wenngleich wir durchaus viel unserer gemeinsamen Freizeit auch gemeinsam verbingen, ist er gedanklich trotzdem meist woanders. Da passt Sex nicht rein.
Nun ja, er hat genau wie ich noch gewisse Schwierigkeiten mit dem Thema Homosexualität. Das merke ich an entsprechenden Bemerkungen anderen Schwulen gegenüber, wobei ich da nicht ganz so krass drauf bin und mittlerweile schon vieles toleriere. Dennoch kann er sich (zum Glück) nur mit einem Mann eine Beziehung vorstellen.
moon.net
Im Prinzip würde ich dir voll zustimmen, und deinen Rat beherzigen wollen. Ich hab es schon versucht mit der Allzweckwaffe Massage. Nix zu machen, da lässt er lieber seinen Physio ran, damit nix kaputt geht.
Um ehrlich zu sein, fällt mir sowas ein bisschen schwer, so offensiv vorzugehen. Ich käme nicht auf die Idee, ihn intim zu berühren (außer im Spaß), weil ich da mit Zurückweisung rechne.
Zu allem Überfluss lassen diese Gedanken, mir den Spaß woanders zu holen, nicht nach, so sehr ich es wünsche. Ich hab regelrechten Heißhunger (und fühle mich schon schäbig, dass ich nur darüber nachdenke). Ich hab die Befürchtung, dass ich doch irgendwann ernstdamit machen und ihn hintergehen könnte, was ich nicht möchte. Ein wahres Dilemma! 
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