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Diagnose zweier Autoimmunerkrankungen, totale Erschütterung

WIacrd hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich wurde am Dienstag beim Dermatologen mit zwei Diagnosen konfrontiert, von denen jede für sich schon extrem belastend ist, ich kann immer noch nicht glauben, dass das wirklich passiert.

Die erste Diagnose ist Alopecia areata, also Kreisrunder Haarausfall. Ich habe mich bisher immer sehr an meinen schönen, dichten, dunklen Haaren erfreut, habe sie auch immer etwas länger getragen. Das wirft mich allein schon erstmal total aus der Bahn. Immer war ein Gedanke: Hoffentlich bekomme ich nicht zu früh eine Glatze. Und nun das... Ich bin männlich, 30 Jahre alt, hätte also dahingehend eigentlich noch etwas Zeit gehabt, aber die Haare fallen beim Kreisrunden Haarausfall ja derartig aus, dass es nicht zu vergleichen mit einer normalen Glatzenbildung ist, die man früher oder später mehr oder weniger bekommt.

Die zweite Diagnose, beim gleichen Arzt: Lichen sclerosus et atrophicus, kurz: Lichen sclerosus. Das ist eine bei Männern seltene Krankheit vor allen Dingen der Geschlechtsorgane. Dabei verhornt die Haut der Vorhaut und/oder der Eichel zu einer pergamentartigen Konsistenz. Sieht schrecklich aus und fühlt sich schrecklich an. Es wurde zwar noch keine Biopsie vorgenommen, aber der Arzt schien sich sehr sicher. In 6 Wochen habe ich einen erneuten Termin.

Diese zweite Diagnose ist glaube ich noch schlimmer als die erste, da ich mein zukünftiges Sexleben extrem bedroht sehe. Die erste Diagnose nimmt mir jegliches Gefühl von Attraktivität, die zweite zementiert das schreckliche Gefühl totaler Unattraktivität noch mal, da ich ja noch so tolles Haar haben kann, wenn 'eh niemand mehr mit mir schlafen will beziehungsweise ich es überhaupt nicht mehr will oder kann.

Noch ist beides im Anfangsstadium, ich weiß natürlich nicht, wie sich beides ausweiten wird, wie schlimm es wird, ob es vielleicht wieder besser wird, ich weiß es nicht. Derzeit habe ich nur eine Stelle am Kopf, etwa so groß wie ein 1€-Stück, an welchem mir die Haare fehlen, derzeit eigentlich nicht sichtbar, da andere Haare darüber liegen. An meinem Penis ist bisher nur die Vorhaut betroffen, die man mit der Hoffnung, dass die Krankheit damit besiegt sein könnte, entfernen könnte. Ich bin darüber sehr verzweifelt, wirklich sehr. Ich brauche jetzt erst mal Informationen über diese Krankheiten. Ich wühle mich natürlich jetzt durch das Internet und möchte mich schlauer machen. Falls ihr hier Ideen habt, Internetseiten, Selbsthilfegruppen, spezielle Foren oder dergleichen, die mir weiterhelfen könnten, würde ich mich freuen. (Ich habe meinem Psychologen schon mal zwecks Terminabsprache auf den AB gesprochen.)

Meine Mutter ist vor Kurzem an Krebs erkrankt, kurze Zeit davor eine Großmutter an Krebs gestorben, sowie auch in den letzten Jahren noch zwei Großväter an anderen Dingen dahinschieden. Hat nicht zuletzt die Krebserkrankung meiner Mutter mich eventuell derartig nervlich belastet, dass es dazu gekommen ist bei mir? Ich glaube nicht an Hokuspokus, Schicksal, Götter oder bin sonst irgendwie abergläubisch, aber ich könnte mir durchaus vorstellen, dass es da einen Zusammenhang gibt. Wohlwissend natürlich, dass das auch einfach nur ein Zufall sein kann.

Vielen Dank.

Antworten
d`ankwxart


Hallo Ward

Für deinen Beitrag verleihe ich dir einen award.

Wo soll der Zufall sein??

Ich hatte vor 38 Jahren auch kreisrunden Haarausfall. (Durchmesser ca 7 cm.)

Einer Zeit, in der ich sehr viel Belastendes durchstehen musste. Nachdem ich mir einiges bewußt gemacht habe und meine Einstellungen und eine Situation geändert habe, ging der Haarausfall wieder völlig weg. Ich habe seitdem wieder mein volles silberfarbenes Haar (bin jetzt 68).

Kommen wir zu dem Schicksal, den Göttern, Aberglauben.......

Es gibt ein sog. Gesetz seit tausenden von Jahren: Die hermetischen Gesetze

"Das Prinzip von URSACHE und WIRKUNG."

"Jede Ursache hat ihre Wirkung; jede Wirkung hat ihre Ursache; alles geschieht gesetzmäßig, Zufall ist nur der Name für ein unbekanntes Gesetz. Es gibt viele Ebenen der Ursächlichkeit, aber nichts entgeht dem Gesetz."

(wird Hermes Trismegistos zugeschrieben(den es wahrscheinlich gar nicht gab)(( oder auch Seth bzw. Thod genannt)).

Du stellst Deinen Beitrag unter "Autoimmunerkrankungen" ein.

Ich kann zu der eigentlichen Erkrankung nichts sagen.

Aber:

Ich betrachte eine Erkrankung nicht als Arzt – denn ich bin kein Arzt.

Ich betrachte Erkrankungen von der psychischen Seite, nachdem mein Adoptiv-Sohn vor 28 Jahren an Knochenkrebs erkrankte und nach Bearbeitung eines bestimmten Themas wieder völlig gesund wurde. Und das nicht durch Chemotherapie oder Bestrahlung.

Erkrankungen liegt obiges Gesetz zugrunde. Was bedeutet es, wenn Dein Immunsystem Körpergewebe von Dir abstößt.

Ich denke eine Beschneidung kann evtl. erforderlich sein, ist aber nicht die Lösung, da die Immunerkrankung – die eigentliche Ursache dahinter – weiter bestehen bleibt.

Solltest Du Dich mal mit der wichtigsten Person in Deinem Leben beschäftigen?

Du wirst dann feststellen, dass sich alles verändert und Du die Immunerkrankung – die Abwehr gegen Dich selbst – nicht mehr brauchst.

Wenn Dich das irgendwie anspricht, kannst Du entsprechend antworten gegebenenfalls per PN.

LG

Dankwart

Warum ein Termin erst in 6 Wochen??

Wzard


Hallo dankwart,

vielen Dank für deine Antwort. Es beruhigt mich etwas, dass du schreibst, dass es bei dir wieder verschwunden ist. Ich bin auch der Meinung, dass es die gerade sehr stressige Zeit ist. Ich bin schon lange extrem gestresst, was sich bisher vor allen Dingen in Schwindel äußerte. Ich bin gerade dabei, eine gewisse Balance zu schaffen, den Schwindel habe ich schon viel besser im Griff, beziehungsweise die Ursachen davon: falsches Denken aber auch mangelnde Bewegung. Mir geht es an sich schon viel besser als es mir vor einigen Monaten noch ging, obwohl ich in der Zeit noch Antidepressiva nahm, die Einstellung macht dabei einfach viel aus; die besten Medikamente helfen bei schlechter Einstellung nur bedingt. Nur leider fällt es mir im Angesicht meiner kranken Mutter nun nicht mehr ganz so leicht, Fortschritte zu machen, es sieht gerade nach vielen Schritten in alle möglichen Richtungen aus: vor, zurück, seitwärts, alles gleichzeitig.

Warum ich erst einen erneuten Termin in sechs Wochen bekommen habe, vermag ich nicht zu sagen, ich denke, dass er schauen will, wie es sich entwickelt hat und dass man derzeit nicht viel weiteres tun kann. Ich hatte überhaupt starke Probleme, dass mich ein Arzt überhaupt untersucht, da es ja nichts akutes sei, ich bin von Arzt zu Arzt gewandert. (Wobei ich mich frage, wie die Schwester das so schnell einzuschätzen wusste und ob man bei Geschlechtskrankheiten jemanden einfach erst in zwei Wochen einen Termin geben kann).

In die Kategorie Immunsystem habe ich es deshalb gepostet, da es ja nun Autoimmunkrankheiten sind, was jetzt nun der Auslöser davon ist, ist ja dabei erstmal egal, denke ich.

Zum Thema Zufall noch mal: Menschen meinen all zu oft, dass zwischen dieser und jener Sache eine Verbindung bestehen müsse, da sie meinen, diese erkannt zu haben. So entsteht jede Menge Aberglaube. Es gilt dann halt, die tatsächlichen Ursachen zu finden und nicht jene, die man gerade meint erkannt zu haben, oder? Aber ich steige auf jeden Fall mit ein, dass die Psyche einen enorm hohen Anteil an solchen Erkrankungen hat. Die Psychoonkologie erfährt nicht umsonst immer größere Beachtung.

Was ich anderes über Autoimmunerkrankungen gelesen habe, ist, dass diese vor allen Dingen Erkrankungen der westlichen Welt sind. Die Ernährung scheint dabei eine große Rolle zu spielen, aber ich bin noch am Anfang meiner Recherchen.

Viele Grüße

Ward

m+usicuIs_6x5


Hallo,

würde mich baldigst um die (möglichst genaue) Diagnose eventueller Vitalstoff-Mängel kümmern, u.a. des recht häufigen Vitamin-D-Mangels, der schon länger im Verdacht steht, das Risiko für Autoimmunkrankheiten zu erhöhen.

Man findet dazu dies und jenes im Netz. Auch die englische Sprache nutzen – eine mögliche Suchmaschineneingabe wäre z.B. "vitamin deficiency" plus Name der Krankheit...

Mal einige Fundstücke "ohne Gewähr":

[[www.patient.co.uk/forums/discuss/lichen-sclerosus-cured-but-it-took-work]] – 36244

[[https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0033-1347840]]

[[www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24655364]]

[[www.ht-mb.de/forum/showthread.php?1139769-Haarausfall-und-Vitamin-D-Mangel]]

[[www.nahrungsexperten.de/news/haarausfall-und-vitamin-d/444]]

Der erstgenannte Link funktioniert hier nicht direkt. Abhilfe: vor die Zahl 36244 müssen zwei Bindestriche (aber ohne Leerzeichen!).

f"lede<rmauHs3x7


Hallo Ward,

zu der Sache mit dem Lichen sclerosus kann ich Dir nichts sagen, wohl aber zu Alopecia areata.

Vor 15 Jahren, ich war grad so alt wie Du jetzt, fielen mir von heute auf morgen die Haare, büschelweise, wie bei einer Chemotherapie....

Ich war nie ernsthaft krank, ernährte mich gesund und hatte, bis auf eine Neurodermitis, die mich seit der Kindheit begleitete, nie irgendwelche gesundheitlichen Probleme..

Der kreisrunde Haarausfall breitete sich rasend schnell aus: innerhalb von 4 Wochen hatte ich nur noch ein paar Büschel Haare auf dem Kopf..

Natürlich rannte ich von Pontius zu Pilatus, ich war bei jedem Arzt, Professor, Heilpraktiker- und jeder sagte mir letztenendes das Selbe:

"Sie haben ein Problem - lösen Sie das und Ihre Haare werden wieder wachsen!".

Und natürlich habe ich das erst nicht wahrhaben wollen, dass es "so einfach" sein sollte - aber ich kann Dir nur sagen, sie hatten alle Recht!

Ich war damals in einer blöden Umbruchphase meines Lebens, hatte Entscheidungen getroffen, hinter denen ich eigentlich nicht wirklich stand.

Es war auch nicht einfach, wirklich nicht, aber ich bin in mich gegangen, hab all meine letzten Kräfte mobilisiert und meinem Leben wieder eine Richtung gegebenen, die wirklich MEINE war - und, glaub es oder glaub es nicht, noch auf dem Weg in dieses besagte "richtige" Richtung kamen die Haare wieder.

Überall auf meinem kahlen, mittlerweile Perücken- versteckten Kopf sprießen kleine, neue Härchen.....!

Ich will auch nicht sagen, dass das das Patentrezept ist für alle Areata alopecia Erkrankten, aber vielleicht macht mein Beitrag ja ein wenig Hoffnung und einen positiven "Denkanschub"..

Dir wünsche ich alles Gute und gib nicht auf!! @:)

b$öser_;eQngexl


Lieber Ward, zum Lichen Slcerosus kann ich dir nichts sagen, wohl aber zum kreisrunden Haarausfall. Ich bin 25 und weiblich, und hatte seit dem ich 18 bin schon 6 Mal kreisrunden Haarausfall am Kopf. Die Stellen waren immer etwa so groß wie ein 1-€-Stück und sind ausnahmslos nach spätestens 3 Monaten wieder zugewachsen.

Auch mein Vater hatte vor 15 Jahren kreisrunden Haarausfall, so groß wie seine Handfläche. Auch diese Stelle ist wieder zugewachsen. Es ist nach Studien eine erbliche Komponente beteiligt, den Verdacht habe ich auch.

Zusätzlich habe ich, wie auch mein Vater, die Autoimmunerkrankung Hashimoto.

Bei mir sind alle Ausfälle auf Stress zurückzuführen. Es gibt Möglichkeiten zur Behandlung mit Cortison, Spritzen oder Haarwassern, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass es auch ohne Behandlungen wieder nachwächst.

Ich würde so schnell wie möglich einen Termin zur Behandlung des Lichen Sclerosus machen, vielleicht in einer Uniklinik, das ist wie du sagst das schlimmere Problem. :)*

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