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Ständiges Krankheitsgefühl seit fast 2 Jahren

c^arst<e7n19x90 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich bin Carsten (25 J.) und hoffe, dass mir jemand helfen kann. Ich bin echt am Verzweifeln :(

Alles fing an vor etwa 2 Jahren. Ende November 2013 hatte ich eine extrem stressige Zeit, die mich psychisch sehr belastet hat (privater Stress, Klausurenstress).

In dieser Zeit habe ich erstmals eine gewisse Angst vor Krankheiten entwickelt.

Zuerst war es eine Eiterbeule (Abszess), den ich für einen bösartigen Tumor hielt.

Ende Dezember 2013 ging es weiter mit einer Verhärtung in meinem linken Hoden, die ich für Hodenkrebs hielt und im Januar 2014 habe ich mich beim Hausarzt vorgestellt, weil ich dachte Lymphdrüsenkrebs zu haben, aufgrund eines längerfristig (bis heute) angeschwollenen Lymphknoten am Hals.

Gesundheitlich ging es mir aber trotz des Stresses und trotz der angeblichen Krankheiten, die ich glaubte zu haben, sehr gut.

Anfang Januar 2014 hatte ich aber eine sehr hartnäckige Erkältung, die über 4 Wochen ging. Als ich dann glaubte, die Erkältung überwunden zu haben, bekam ich eine ziemlich schmerzhafte, eitrige Mandelentzündung, die mit einem Antibiotikum behandelt wurde. Nachdem ich die Mandelentzündung überwunden hatte, ging es mir für 2-3 Tage wieder ziemlich gut und ich dachte, endlich wieder richtig gesund zu werden, nach der langen und hartnäckigen Erkältung.

Aber falsch gedacht!

3 Tage nach der letzten AB-Tablette bekam ich plötzlich merkwürdige Beschwerden im linken Unterbauch (Anfang Februar 2014).

Es war zunächst nur so ein Ziehen und Pochen im linken Unterbauch, das sich so anfühlte wie Seitenstiche.

Ich dachte mir nicht viel dabei. Am nächsten Morgen war es dann richtig schlimm. Aus den "Seitenstichen" wurden ziemlich unangenehme Schmerzen im linken Unterbauch, die sich vor allem dann bemerkbar machten, wenn ich diese Stelle ertastete.

Dazu ein pochender Schmerz im analen Bereich und ein schmerzhafter Stuhlgang, eine Schleimschichte auf dem Stuhl und übelriechend (entschuldigt die Details). Dazu fühlte ich mich an diesem Tag irgendwie matschig und hatte das Gefühl sehr schnell zu schwitzen. Von da an fing ich natürlich an, wie panisch die Symptome im Internet zu googeln und stieß auf die schlimmsten Krankheiten, die man sich nur vorstellen kann. Ich machte mich seitdem förmlich jeden Tag verrückt, weil ich ja ohnehin schon zu Hypochonder neigte. Parallel zu den Beschwerden standen immer hohe Stressphasen.

Nachdem diese Beschwerden auch nach 2 Wochen nicht weggingen und ein Völlegefühl im Bauch, Wechsel aus Verstopfung und Durchfall dazu kam, beschloss ich mich beim Arzt vorzustellen. Abgesehen von diesen Beschwerden ging es mir aber ansonsten gut.

Ultraschall vom Bauchraum, Blutuntersuchung und Urintest brachten keinen Befund. Der Hausarzt überwies mich zum Gastroentrologen, weil er auf den Darm tippte. Hier wurde wieder eine Ultraschalluntersuchung gemacht. Er stellte eine leicht verdickte Darmwand fest, die ihn aber nicht dazu veranlasste, etwas zu unternehmen. Ich solle 1 Woche warten und wenn es nicht besser wird, einen Termin zur Darmspiegelung machen. Mitte Mai 2015 dann die Spiegelung. Hier wurden im Enddarm vereinzelte leicht entzündete Abschnitte festgestellt. Eine Biopsie ergab aber, dass eine chronische Darmentzündung oder Darmkrebs ausgeschlossen werden konnte. Dies beruhigte mich zumindest ein wenig und ich wollte von da an einfach abwarten...

Ab Mai 2014 kamen aber neue Beschwerden hinzu: Schwindel, Benommenheit, Müdigkeit, Schluckbeschwerden (Kloß im Hals bzw. leichte Halsscherzen) erhöhter Speichelfluss, Kopfschmerzen und das Gefühl, meine Haut sei am ganzen Körper total heiß, wie bei Fieber, besonders an der Stirn und Wangen Beim Fiebermessen hatte ich aber meist normale Werte (zwischen 36,9 und 37,4 rektal).

Selten auch 37,7 oder als Höchstwert 38,3 rektal (dies aber nach körperlichen Aktivität -> Spaziergang, also wohl nicht aussagekräftig). Diese neuen Symptome verunsicherten mich zusätzlich. Wieder Dr. Google mit viel Panik.

Dann ging ich zum HNO-Arzt. Der stellte bei einem Mund- und Rachenabstrich Staphylokokken-Bakterien fest. Wieder Antibiotikum und so eine Spülung aufgeschrieben bekommen. Aber die Symptome blieben. Ende Juni 2014 wieder viel Stress durch Klausuren. Durch die Benommenheit und den Schwindel wusste ich zwar kaum, wie ich die Klausurenphase überstehen soll, hab es dann aber doch recht erfolgreich hinbekommen :)

Im Juli 2014 habe ich einen neuen (ersten richtigen) Job nach dem Studium angetreten. Und obwohl ich mich da eigentlich voll reinhängen wollte und dachte, dass es gesundheitlich nicht schlimmer werden kann, kam es wieder anders. Ca. 4 Tage nach meinem ersten Arbeitstag kam dann ein plötzlich auftretendes unerträgliches und ganz schwer zu beschreibendes Krankheitsgefühl dazu. Es fühlt sich an wie bei einer Grippe, so ein Fiebergefühl, Unwohlsein, Elendigkeitsgefühl, Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen im ganzen Körper, Kopfschmerzen, usw. Dieses Krankheitsgefühl kam von diesem Tag an jeden Tag. Und das nunmehr bis heute. Es gibt ganz wenige Tage, an denen ich mich mal halbwegs gut fühle. Beschwerdefrei jedenfalls seit Februar 2014 nicht mehr.

Diese neuen Symptome haben mich natürlich wieder wahnsinnig gemacht und völlig in Panik versetzt. Wieder Dr. Google, wieder Panik.

Damit bin ich dann zum Onkologen (September 2014), aber laut gründlicher Anamnese (Ultraschall der inneren Organe), Blutuntersuchung soll ich kerngesund sein. Ich soll aber mein Immunsystem stärken mit Vitamin B12 und er hat mir Pulver zum Anrühren für den Darm aufgeschrieben. Aber keine Verbesserung der Symptome.

Dieses Krankheitsgefühl mit immer mal wieder Schwindel, Benommenheit, völlige Erschöpfung, Kopfschmerzen, Fiebergefühl, innere Unruhe und alle Symptome von oben (nur die Darmschmerzen sind zum Glück fast vollständig weg) plagt mich bis heute und ich weiß einfach nicht, was es sein kann. Kein Arzt konnte mir bis jetzt helfen. Ich bin einfach verzweifelt. Es gibt Tage, da ist es so schlimm, dass jeder Schritt und jede körperliche Bewegung ein extremer Kraftaufwand ist. Am liebsten würde ich dann einfach nur im Bett liegen bleiben, aber selbst das hilft nicht. Auch 3 Wochen Urlaub und wirklich viel Ruhe, haben bis jetzt nichts gebracht. Ich kämpfe bis heute dagegen an und frage mich manchmal, wie ich den Arbeitsalltag über mich ergehen lassen soll. Dabei war ich früher immer kerngesund, immer gut drauf, immer fit und habe jeden noch so kleinen Infekt im Vergleich zu anderen ziemlich schnell verarbeitet. Wenn ich mich bisher auf etwas verlassen konnte, dann auf meinen Körper, meine Gesundheit und mein Immunsystem.

Auf der einen Seite bin ich überzeugt davon, dass es etwas Körperlich sein muss (nur was?). Denn es wäre schon fast paradox, dass jemand der im November 2013 erstmals Angst vor einer schlimmen Krankheit hat, ein paar Monate später tatsächlich schwer krank wird, oder? Auf der anderen Seite glaube ich schon langsam, dass es die Psyche ist (Depressionen, Burn-Out, was ja auch solche Symptome hervorrufen kann...). Das ganze vielleicht als Folge von meinem extremen Stress und den zusätzlichen Stress durch die ständige Angst vor irgendwelchen Krankheiten :(

Alle Blutwerte sind im Normbereich. HIV, HCV negativ, EBV wurde positiv getestet, soll aber laut Arzt eine abgeklungene Infektion sein. Habe zwar erhöhten Blutdruck. Dieser wird aber schon behandelt (soll auch stressbedingt sein).

Kann mir irgendjemand helfen? Ich bin so verzweifelt :( Das Ganze geht echt an die Psyche.

Mit diesen Symptomen will ich nicht mehr länger leben. Sowas hatte ich echt noch nie :( Psyche oder körperliche Erkrankung, das ist hier die Frage…

Sorry für den langen Text und danke für eure Geduld und Hilfe!

Carsten

Antworten
c=arstena1990


Nachtrag:

Weitere Symptome sind:

- teilweise (selten) Übelkeit

- Sodbrennen

- Schmerzen in der Brustgegend (zwischen den Rippen)

Schlafen kann ich immer recht gut, abundzu Einschlafschwierigkeiten, aber aufgrund der extremen Müdigkeit über den ganzen Tag ist das eher selten.

Magenspiegelung im September 2014 ebenfalls ohne Befund.

cXarbste'n1990


Hat niemand eine Idee, was mit mir los ist? ??? ":/ :-(

p+atizen+t21


Hall o:)

Fast alles genau wie bei mir, auch mit der Angst!

Also wegen der Hals Sache würde ich schon auf EBV tippen, die Ärzte haben da meistens nicht die Ahnung von. Außerdem würde ich mich mal auf Borreliose testen lassen. Auch da schließt ein negativer Test die Borrelliose nicht aus. Ich würde erstmal mein Immunsystem stärken. Und vielleicht mal im Internet ein Arzt für chronische Infektionen suchen. Das wird schon wieder, bei so einer Sache ist es nur wichtig Geduld zu bewahren und versuchen nicht durchzudrehen auch wenn der Zustand wirklich scheiße ist, ich hab es auch alles durch..

btruhnellox15


zumindest die Darmbeschwerden nach der Mandelentzündung dürften sicherlich auf den Antibiotika-Einsatz zurückzuführen sein, vielleicht ist auch ein geschwächtes Immunsystem eine Folge von alledem.

Einiges von den Symptomen dürfte sicherlich psychischer Natur bzw. Hineinsteigeritis sein, anderes liest sich eigentlich, leider, wie CFS.

Ich würde mal eine Sanierung der Darmflora in Erwägung ziehen.

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