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Brauche Rat, wie ich mich weiter verhalten soll

a`nt%ifIrusxt hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

mich würde einmal eure Meinung interessieren bzw. euer Rat, wie ich mich weiter verhalten soll.

Ich muss leider etwas weiter ausholen, versuche es aber so knapp wie möglich zu halten, versprochen!

Vor etwa einem Jahr nahm mein Hausarzt aufgrund unklarer Beschwerden (häufige Atemwegsinfekte, Missempfindungen in Händen und Füßen, heißes Gesicht, Schwächegefühl, Übelkeit) Blutwerte. Auffällig war dabei vor allem der ANA Titer (1:2560, Labor-Normwert bis 1:80). Auch Borrelien IgG und IgM (bestimmt nach EIA) waren über dem Grenzwert, der Immunoblot war jedoch negativ. Ich wurde zur weiteren Abklärung an einen Rheumatologen verwiesen. Außerdem entschloss ich mich aufgrund eines Rates meines Hausarztes, bei einem male HNO die Nebenhöhlen untersuchen zu lassen. Hier wurde keine akute oder chronische Entzündung festgestellt, es wurde mir jedoch dringend zu einer Korrektur der Nasenscheidewand und einer Verkleinerung der Nasenmuscheln geraten.

Beim Rheumatologen (im Frühjahr dieses Jahres, da kein früherer Termin möglich) wurden dann erneut Blutwerte genommen. Erneut war der ANA Titer erhöht, diesmal jedoch nur leicht (1:160, Labor-Normwert bis 1:40). Rheumafaktoren waren unauffällig, auch ein B12 oder Eisenmangel wurde ausgeschlossen, CRP < 1.0. Der Arzt vermutete eine Polyneuropathie und überwies mich an eine weitere Praxis zur NLG-Messung. Auch hier alles unauffällig. Der Rheumatologe schloss das Kapitel ab mit einem flapsigen Kommentar "Tja, ich bin echt froh nicht Sie zu sein, das muss ja wirklich nerven, wenn man sich ständig nicht gut fühlt und Schmerzen hat und nicht mal weiß woher es kommt. Aber manchmal ist das nunmal so, da kann man nur abwarten bis es schlimmer wird und man vielleicht eine neue Idee für die Ursache bekommt."

Ich habe dann nichts weiter unternommen, zumal zu diesem Zeitpunkt Schmerzen und Missempfindungen in Händen und Füßen nachließen.

Nun bin ich seit Anfang September krank. Es ging mit einer heftigen Erkältung los, ich blieb auch 2 Wochen von der Arbeit daheim. Nach einer kurzen Besserung kam der Infekt dann wieder. Und so ging das nun wochenweise hin und her, mal besser, mal schlechter, aber nie richtig fit.

Auffällig ist, dass ich keine typischen Erkältungssymptome habe. Ich habe regelmäßig Fieberschübe (allerdings nicht sehr hoch, meist nur bis 38 oder 38,5 °C), Gliederschmerzen, ein sehr ausgeprägtes Schwächegefühl und starke Konzentrationsprobleme. Ich bin die ganze Zeit müde, und schwitze und friere abwechselnd. Ab und zu habe ich Kopf- oder Halsschmerzen, aber das ist eigentlich nicht der Rede wert. Immer wenn ich Fieber habe wird meine Nase besser (aufgrund der anatomischen Gegebenheiten kriege ich schon immer relativ schwer Luft) und ich brauche nicht mal mehr Nasenspray. Meine Hände kribbeln, aber ich habe nicht die ausgeprägten Missempfindungen wie letztes Jahr. Ich habe keinen Husten, keine laufende Nase, kein Druckgefühl in den Nebenhöhlen, keine Ohrenschmerzen. Ich schlafe jeden Tag mindestens 8h, trinke mind. 2 Liter Flüssigkeit, inhaliere und schone mich. Es bringt leider nur sehr wenig, die halbe Woche fühle ich mich richtig krank, quäle mich durch die Arbeitstage und verbringe meine Freizeit komplett im Bett.

Da ich nun schon seit September versuche, diesen hartnäckigen Infekt auszukurieren und er einfach nicht verschwindet, habe ich erneut meinen Hausarzt aufgesucht. Dieser hat mich weder untersucht, noch meine aktuellen Symptome angehört; stattdessen ist er in der Patientenakte auf die häufigen Atemwegsinfekte gestoßen. Er geht nun von einer chronischen Sinusitis aus und rät mir, die Nebenhöhlen unbedingt operieren zu lassen, um die Belüftung zu verbessern und auszuschließen, dass sich Erreger in den Nebenhöhlen festsetzen. Ich entgegnete, dass ich aktuell überhaupt kein Druckgefühl in den Nebenhöhlen habe, die Nase sei sogar ungewöhnlich frei. Das sei in der Tat seltsam, heiße aber gar nichts; er sähe die Ursache dennoch in einem ständigen Entzündungsherd tief in den Nebenhöhlen.

Ich bin nun völlig verunsichert, was ich von diesen ärztlichen Ratschlägen (zumal ohne Untersuchung) halten soll. Selbst wenn ich die OP machen lassen wollte müsste ich dafür ja erstmal gesund sein.

Wenn ich ganz ehrlich sein soll, interessiert mich am meisten, wann ich endlich wieder Sport machen kann. Mit Fieber ja leider nicht. Mich zieht dieser desolate Dauerzustand ziemlich runter.

Wie würdet ihr euch an meiner Stelle verhalten? Muss ich den Ärzten einfach mehr vertrauen? Oder ist was dran an meiner Vermutung, dass das Gesamtbild nicht in Richtung Sinusitis zeigt, und ein erneutes Checken der Blutwerte sinnvoll sein könnte? (Kann man sowas eigentlich als Selbstzahler direkt beim Labor machen lassen?)

Mir ist klar, dass eine Ferndiagnose nicht möglich ist. Rat und seelische Unterstützung könnte ich allerdings dringend gebrauchen. Ich möchte endlich wieder einen normalen Alltag führen können.

Viele Grüße

antifrust

Antworten
a1ntifrxust


Ich muss noch was ergänzen/korrigieren: inwieweit ich wirklich FIEBER habe, weiß ich gar nicht. Meist messe ich zwischen 35,5 und 37,5. Auch, wenn ich mich sehr fiebrig fühle und mich jeder drauf anspricht, dass man mir ansieht dass ich "fiebere". Ich habe vereinzelt erhöhte Temperatur gemessen (wie oben geschrieben 38 oder 38,5 °C), aber ich habe das Gefühl, dass das absolute Ausnahmen waren und ich meist per Definition kein Fieber habe, mich aber eindeutig sehr fiebrig fühle.

Wie ist in dem Zusammenhang eigentlich Sport zu betrachten? Bei Fieber kein Sport ist klar. Aber was, wenn ich mich eindeutig fiebrig fühle, das Thermometer aber bei 37 °C "Entwarnung" gibt?

Ist jetzt nicht so, als hätte ich in dem Moment Lust auf Sport ;-) Aber es gibt ja auch mal ein paar gute Stunden am Tag, in denen ich mich nicht fiebrig fühle. Muss ich mich da auch komplett schonen oder kann ich mal was für die Psyche tun und etwas joggen gehen? Ich weiß grade überhaupt nicht mehr wie ich mich verhalten soll.

SOeldxom


Falls möglich, komplettes Blutbild mit Referenzwerten einstellen.

Vieles ist möglich. Infektionen wie Mononukleose beispielsweise.

Blutwerte am unteren Referenzwert werden oft nicht entsprechend beachtet, es kann ein Mangel bestehen, wenn die Werte gerade noch innerhalb der Referenz sind.

Was ich sofort einnehmen würde: Magnesium (300-500 mg einschleichend täglich) und Vitamin B12.

Infekte fressen gerne auch mal Magnesium. Müdigkeit und prolongierte Infektverläufe können ua die Folgen sein.

a1ntif&rusxt


Danke, Magnesium kann ich mal versuchen, kann ja nichts schaden. B12 wurde getestet und ich scheine keinen Mangel zu haben.

Hier das letzte Blutbild, das mir vorliegt (in Klammern immer die Referenzwerte des Labors). Ich kenn mich damit nicht aus, daher weiß ich nicht ob da jetzt auch Ergebnisse der Urinuntersuchung mit drin sind; steht alles auf einem Laborblatt.

CRP <1.0 mg/l (0-5)

Quick 78,8% (70-120)

PTT 30 sec (26-36)

INR 1,13 Ratio (0,9-1,5)

Gamma-GT 0,19 µkat/l (0-0,65)

GPT (ALAT) 0,26 µkat/l (0-0,6)

Kreatinin 77 µmol/l (0-80)

Harnsäure 247 mmol/l (143-339)

Calcium 2,43 mmol/l (2,15-2,55)

Alkalische Phosphatase 0,89 µkat/l (0,6-2)

TSH basal 1,82 mU/l (0,27-4,2)

MDRD-GFR kurz 80 ml/min (59-9999)

Creatinkinase 1,43 µkat/l (0,43-2,85)

Ferritin 46 µg/l (10-120)

Gesamtprotein 68,6 g/l (64-83)

Albumin 60,8% (55,8-66,1)

Albumin 41,7 g/l (35,7-54,9)

HbA1c 4,8 % (4-6)

Vitamin B12 340 pg/ml (180-914)

Folsäure 6,1 ng/ml (5,9-23,5)

(-) RDW 12,3 % (12,9-18,7)

Hämoglobin 9,3 mmol/l (7,6-9,5)

Hämatokrit 0,44 (0,35-0,45)

Leukocyten 6,9 Gpt/l (4,4-11,3)

Thrombocyten 292 Gpt/l (150-400)

Erythrocyten 5,03 Tpt/l (4,1-5,1)

MCV 86,8 fl (80-96)

MCH 1,85 fml (1,74-2,05)

MCHC 21,3 mmol/l (20,5-22,3)

Neutrophile 47 % (43-72)

Lyphocyten 40 % (17-43)

Monocyten 10 % (2-12)

Eosinophile 3 % (1-8)

Basophile 0 % (0-1)

ANA-Muster fein gesprenkelt

(+)ANA-Titer 1:160 (0-40)

CCP-AK/Citrullin-AK <0.4 U/ml (0-6,9)

Rheumafaktor IgM <14 kIU/I (0-14)

Lupus-Antik. Screen 31 sec (0-45)

Komplement C3c 0,80 g/l (0,79-1,52)

Komplement C4 0,17 g/l (0,1-0,4)

IgA gesamt 1,58 (0,82-4,53 g/l)

IgG gesamt 11,60 (7,51-15,6 g/l)

(+)IgM gesamt 3,19 (0,46-3,04 g/l)

HbA1c (IFCC) 29,0 mmol/mol (20,2-42)

MPV 7,5 fl (6,9-10,6)

Anti-PR3-AK (UniCAP) <0.2 IU/ml (0-1,9)

Anti-MPO-AK (UniCAP) 2,2 IU/ml (0-3,4)

BSG Alifax 4 mm (2-37)

(-)Spezifisches Gewicht 1,003 (1,022-1,035)

ph-Wert 6,0 (5-8,5)

Von der vorherigen Messung liegen mir nur wenige Werte vor:

(++)ANA (IFT) 1:2560 (<1:80)

Fluoreszenzmuster: homogen

(+)Borrelien-IgG (EIA) 10,0 E/ml (<9.0)

(+)Borrelien-IgM (EIA) 10,9 E/ml (<9.0)

Borrelien-IgG (Immunoblot) negativ

Borrelien-IgM (Immunoblot) negativ

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