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Tollwut-Impfung nach Hundebiss?

t9obix485 hat die Diskussion gestartet


Habe mal eine Frage zur Notwendigkeit einer Tollwutimpfung.

War heute mittag mit meiner Freundin noch Prospekte austragen und dabei wurde sie bei einem Haus von einem Hund gebissen. Ich war auf der anderen Straßenseite, konnte es aber sehen. Der Hund war an einer langen Leine in der Einfahrt, Besitzer waren weg. Sie ging zum Briefkasten, mache das Prospekt rein und wollte zurückgehen. Der Hund hat die ganze Zeit schon gebellt --> ist so ein kleiner giftiger Terrier. Sie dachte, wer bellt, der beißt nicht. Aber als sie die Einfahrt runter ist, hat er ihr von hinten ins Bein gebissen. Keine sehr große Verletzung, nur ein kleines Loch, was aber dick wurde, da der Hund wohl mit seinem Zahn genau ein Blutgefäß getroffen hat. Auf mein Anraten sind wir dann zum ärztlichen Notdienst - dort wurde nur geschaut, ob sie noch Tetanus-Schutz hat (hat sie bis 2012 noch) und sie bekam eine Salbe und ein Pflaster auf die Stelle. Außerdem soll sie morgen den Besitzer fragen, ob der Hund gegen Tollwut geimpft ist.

Meine Fragen sind nun:

1. Falls der Hund geimpft ist, besteht dann keinerlei Gefahr, auch wenn er vielleicht im Wald rumgestreunt hat?

2. Wenn der Hund nicht geimpft ist, wie dann weiter vorgehen? Soll meine Freundin auf eine Tollwut-Impfung bei sich bestehen?

Habe zu ihr schon gesagt, dass notfalls ich selbst die Polizei einschalte, wenn sich die Besitzer dumm stellen sollten oder keine Auskunft geben wollen.

Und vielleicht noch zuletzt die Frage: Müsste ich mich als Partner auch impfen lassen, wenn sie wegen Verdacht geimpft würde oder ist eine Übertragung Mensch-Mensch noch unwahrscheinlicher wie das der Hund was hat? Wie gesagt, habe hier schon länger von keinem Fall mehr von Tollwut gehört - auch die Füchse im Wald werden durch Köder geimpft. Aber da die Gegend hier dennoch ländlicher ist, solltes jegliches Risiko gebannt werden.

Danke im voraus für Antworten.

Antworten
a+.fLisxh


1. Falls der Hund geimpft ist, besteht dann keinerlei Gefahr, auch wenn er vielleicht im Wald rumgestreunt hat?

Wenn der Hund geimpft ist, ist er geimpft. Dann hat er keine Tollwut.

2. Wenn der Hund nicht geimpft ist, wie dann weiter vorgehen? Soll meine Freundin auf eine Tollwut-Impfung bei sich bestehen?

Ich halte es ersteinmal für sehr unwahrscheinlich, dass der Hund nicht geimpft ist. Zudem bricht Tollwut bei Tieren recht schnell aus, d.h. wäre er infiziert, hätte er starke Symptome gezeigt (Tollwut verläuft sehr schnell und aggressiv) - das typische Sabbern, Koodinationsstörungen. Wenn er einen einigermaßen normalen Eindruck gemacht hat, dann war er höchstwahrscheinlich auch gesund. Wobei ich es eigentlich nicht normal finde, dass ein Hund einfach zubeißt >:( Aber das ist wohl eher eine Erziehungsfrage.

Mensch zu Mensch Übertragungen sind nicht bekannt - außer durch Organspende. Deutschland gilt auch als tollwutfrei - also, da müssten wirklich eine ganze Menge unglückliche Umstände zusammenkommen, damit da was in dieser Richtung passieren kann.

Ich schätze auch, dass die Ärzte das Risiko als gering einschätzen - eine Impfung ist nämlich nur wenige Stunden nach dem Kontakt (also Biss o.ä.) möglich und wirksam. Hätten sie da eine echte Gefahr gesehen, hätten sie sich sicherlich gleich vor Ort geimpft.

t}ob+i48x5


Danke für die Antwort.

Kenne mich damit nicht so aus, dafür hab ich lieber gefragt. Dass das Risiko sehr gering ist, ist mir selbst klar. Wusste jetzt nicht, ob geimpfte Tiere = sicher sind. Gibt es ja beim Mensch auch, dass ich Viren übertrage, aber selbst nicht krank werde.

Der Hund hat auf mich schon einen normalen Eindruck gemacht - halt total überdreht. Wie man es von Terrier (so Jack-Russel ähnlich) kennt. Sind ja eigentlich Jagdhunde und natürlich zuhause an der Leine unausgelastet. Aber da müssten die Besitzer was tun. Da ich schon denke, dass die mit dem Hund auch mal in den Wald gehen, wird er wohl geimpft sein. Heute (ist ja schon nach 0 Uhr) geht meine Freundin fragen. Dann weiß ich mehr. Bin halt bei sowas gerne zu vorsichtig wie andersrum.

aQ.fisxh


Klar, nachfragen ist ja gut. :-) Aber ich glaube wirklich, dass ihr euch da keine Gedanken machen müsst. Tetanus ist da viel kritischer, aber dagegen ist sie ja noch ein paar Jahre geschützt.

R1emu-xla


Zudem bricht Tollwut bei Tieren recht schnell aus, d.h. wäre er infiziert, hätte er starke Symptome gezeigt

Die Inkubationszeit ist allerdings einige Wochen. Ich weiss aber nicht ob man sich in der Zeit anstecken kann, bevor es ausbricht.

Ist aber sehr unwahrscheinlich dass der Hund Tollwut hat. Erregtes Verhalten und ständiges Bellen und Zuschnappen sind zwar auch unter den ersten Symptomen der Tollwut, das Sabbern kommt erst später wenn die Lähmungen beginnen. Dennoch ist es höchst unwahrscheinlich. Ist doch auch Pflicht in Deutschland gegen Tollwut zu impfen. Hatte er eine Marke? Die kriegt man doch erst nach dem Impfen oder?

Wundert mich etwas dass sie ein Pflaster auf die Wunde bekommen hat, Bisswunden (im Gegensatz zu oberflächlichen Hautwunden) sollen nämlich offen heilen, soviel ich weiss. :-/

a".fUixsh


Die Inkubationszeit ist allerdings einige Wochen. Ich weiss aber nicht ob man sich in der Zeit anstecken kann, bevor es ausbricht.

Bei Verdacht werden die Tiere 14 Tage lang isoliert und beobachtet, wenn nichts kommt, gelten sie als gesund - daher habe ich die 14 Tage als Inkubationszeit angenommen.

Ich glaube nicht, dass eine generelle Impfpflicht besteht. Wenn man ins Ausland will, ja, aber hier in D ist es meines Wissens nur eine Empfehlung.

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