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Beim Friseur

t2he-Qcavexr


Es sind ja auch täglich soooo viele Hepatitis-C-Erkrankte beim Frisör. :=o %-|

In Deutschland dürften wir größenordnungsmäßig 70.00 – 80.000 Hep-C-Infizierte haben. Wenn die auch nur alle 2 Monate mal zum Friseur gehen, sind über 1.000 Infizierte täglich bei Friseuren. Keine so ganz vernachlässigbare Zahl...

Das individuelle Risiko ist sicherlich gering, sonst wäre der Übertragungsweg schon mehr in den Fokus der Epidemiologen gerückt. Aber von der Hand zu weisen ist das Problem nicht.

Grüße

pseaLce.Uanxdi


In Deutschland dürften wir größenordnungsmäßig 70.00 – 80.000 Hep-C-Infizierte haben. Wenn die auch nur alle 2 Monate mal zum Friseur gehen, sind über 1.000 Infizierte täglich bei Friseuren.

Okay. Und diese 1.000 Leute sind dann genau zur selben Uhrzeit, genau beim selben Frisör und benutzen genau denselben Rasierer.

Grund zur Panikmache! :)= :=o

tAhAe-caxver


Wenn Du meinen Beitrag halbwegs gründlich gelesen hättest, wüsstest Du bereits, dass es nicht um Panikmache geht, sondern darum, dass um ein geringes, aber vorhandenes Infektionsrisiko geht. Immerhin handelt es sich um ein virus, dass außerhalb des Körpers einige Zeit überleben kann, dass in Deutschland wesentlich häufiger ist als HIV – und das in den meisten Fällen über Blutkontakt übertragen wird (winzige Mengen genügen, die Infektionsdosis bei Hep C ist sehr gering). Hep C ist ein relevantes problem bei Tätowierern und Barbieren (auch wenn letzteres in Deutschland nur eine geringe Rolle spielt, da es kaum noch Barbiere gibt) und im gesamten medizinischen Umfeld – da ist wohl die Frage berechtigt, wie es ein andere Berufstand, der ebenfalls mit Messern hantiert und Mikroverletzungen setzt, mit der Hygiene hält. Auch in anderen Bereichen der Hygiene gibt es Vorschriften für Risiken, die sich in ähnlichen Größenordnungen bewegen.

Und falls Du es mal rechnen willst: Wenn wir mal von einer Überlebensdauer des Virus von 30 Minuten ausgehen und annehmen, dass ein Friseur etwa 15 Minuten pro Kunde braucht, kommen also etwa 2.000 Friseurkunden täglich mit einem Messer in Kontakt, das vorher bei einem HepC-patienten benutzt wurde. Wenn wir mal spekulieren, dass das Risiko einer Übertragung in dieser Situation 1:10.000 sein könnte (vielleicht ist es niedriger, vielleicht höher), hätten wir deutschlandweit immerhin wöchentlich einen neuen Fall einer schwer behandelbaren, chronisch verlaufenden und oft tödlichen Erkrankung. Ob es in Deutschland ein relevantes Problem mit Übertragung bei Friseuren gibt, ist m.W. nicht so genau bekannt – Hepatitis wird meist erst nach längerer Zeit diagnostiziert, niemand erinnert sich mehr genau, wann er bei welchem Friseur war (bei unsauber arbeitenden Tätowierern oder Arztpraxen fällt die Rückverfolgung leichter, weil man sich da eher dran erinnert).

Und deswegen sagen die Hygieneverordnungen der Bundesländer auch glasklar: Mehrfach verwendbare Rasiermesser sind im gewerblichen Bereich nach jeder Anwendung zu desinfizieren und zu reinigen. Der genaue Text kann unterschiedlich sein (Hygieneverordnungen sind Ländersache, dürfte aber in allen Ländern ziemlich ähnlich ähnlich sein). Wer's nicht glaubt, kann ja mal nach "Verordnung zur Verhütung übertragbarer Krankheiten" googlen...

Grüße

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