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Hepatitis B gefährlich, ja oder nein?

U.nbekwanntex77 hat die Diskussion gestartet


Wie gefährlich ist Hepatitis B wirklich? Es steht irgendwie überall was anderes, auf manchen Seiten steht, dass das Risiko hier in Deutschland nicht allzu hoch ist und man sich in erster Linie über GV, Spritzen bzw. Blut anstecken kann. Dann steht wieder dass das Risiko sehr hoch wäre, weil Hepatitis B ja auch über Urin, Speichel etc. ansteckend wäre. Müsste dann aber nicht die Infektionsrate deutlich höher sein? Jeder Toilettenbesuch wäre ja dann ein echtes Risiko!? Und wie schaut es z.B. mit Servicepersonal aus, die verschmutztes Besteck, Geschirr, Gläser wegräumen und dabei ja möglicherweise mit "Speichelresten" in Berührung kommen! Mein Sohn wurde bereits als kleines Baby gegen Hepatitis B geimpft, ich selbst habe mir aber um ehrlich zu sein über diese Infektion noch keine allzu großen Sorgen gemacht. Während der Schwangerschaft wird Hep B ja getestet und bei mir war alles okay. Ich wurde übrigens noch nie dagegen geimpft.

Also, wie wahrscheinlich ist es sich im normalen Alltagsleben mit Hepatitis B anzustecken ???

DANKE!!!!!

Antworten
VOevex87


Habe mich heute dagegen impfen lassen und meine Ärztin sagte, ein hohes Rosiko bestehe nur in anderen Ländern, ist bei uns aber auch nicht ganz auszuschließen, also in Deutschland ein eher geringes Risiko im Vergleich von z.B China

b1enZzo


Hepatitis B

Die Hepatitis B ist eine schwere Erkrankung. Weltweit leben mehr als 2 Milliarden Menschen mit bestehender oder abgelaufener Infektion. 350 Millionen Menschen sind chronisch infiziert, in Österreich leben etwa 42.000 chronische Virusträger. Etwa 600.000 Menschen sterben weltweit pro Jahr an den direkten Folgen einer HBV-induzierten Zirrhose oder durch Leberkrebs. Globale Statistiken zeigen: 25 % der chronischen Virusträger sterben als Erwachsene an primärem Leberkrebs oder an Zirrhose. HBV verursacht 60–80 % der weltweiten primären Leberkarzinome. Die WHO hat daher empfohlen, bis Ende 1997 auch in Ländern mit niedriger Inzidenz eine generelle Hepatitis-B-Impfung für Kinder anzubieten, um weltweit diese Erkrankung auszurotten. 2005 hat die WHO empfohlen, dass alle Personen gegen Hepatitis B immunisiert werden sollen.

Eine serologische Kontrolle des Impferfolges nach Abschluss der Grundimmunisierung ist nur bei den definierten Risikopersonen angeraten.

Das Risiko für Neugeborene HBsAg-positiver Mütter, eine chronische Virushepatitis zu entwickeln, ist mit 90 % besonders hoch, daher müssen diese Kinder sofort nach der Geburt aktiv und passiv immunisiert werden.

Nach der Grundimmunisierung im Säuglings- bzw. Kleinkindalter ist eine Auffrischungsimpfung im 7. bis 13. Lebensjahr empfohlen. Routinemäßige Auffrischungsimpfungen sind in der Folge nur bei Risikopersonen notwendig. Bei fehlender Grundimmunisierung soll die Hepatitis B-Immunisierung spätestens im 13.Lebensjahres durchgeführt werden, da das Infektionsrisiko ab diesem Alter wieder steigt.

Impfung gegen Hepatitis B

Für alle Kinder bzw. als Nachholimpfung für alle Erwachsenen (WHO-Empfehlung)

Besonders wichtig ist die Impfung gegen Hepatitis B für Risikopersonen:

- alle in medizinischen Berufen tätigen Personen, auch SchülerInnen und StudentInnen dieser Berufe, Personen mit Infektionsrisiko durch Blutkontakte mit möglicherweise infizierten Personen (Ersthelfer, Polizisten);

- Personen, die beruflich Injektionsnadeln einsammeln oder entsorgen, Personal plasmafraktionierender Unternehmen, Personal von Einrichtungen für geistig Behinderte,

- Kontaktpersonen zu an Hepatitis B Erkrankten oder HBsAg-Trägern, sofern sie nicht bereits immun oder nicht selbst HBsAg-Träger sind,

- nicht immune Personen mit chronischer Lebererkrankung, Personen mit häufigem Bedarf an Plasmaprodukten (z. B. Hämophile), Dialysepatienten (ev. höhere Dosis von 40 μg),

- Personen mit riskantem Sexualverhalten (Sexualpartner von HBsAg-Trägern, häufiger Wechsel von Sexualpartnern), intravenös Drogenabhängige.

Reiseimpfung:

Reisende (Tourismus, berufliche Reisen, aber auch diplomatischer Dienst und Entwicklungshilfe) in Gebiete mit hoher Hepatitis-B-Verbreitung. Ev. als Kombinationsimpfstoff gegen Hepatitis A und B.

aus [[http://www.bmgfj.gv.at/cms/home/attachments/1/4/0/CH1100/CMS1038913010412/impfplan_2011.pdf Österreichischer Impfplan 2011]]

Die Empfehlung wird in D nicht viel anders sein.

UMntbek1abnn[teW7x7


[[http://www.gesundheitsinformation.de/hepatitis-b-risiko-ist-in-deutschland-gering.547.de.html]]

Hoffe, der Link funktioniert....

Interessant fand ich das Zitat:

"In Deutschland ist das Ansteckungsrisiko für die meisten Menschen aktuell sehr gering: Hierzulande ist weniger als eine von 100 Personen mit dem Virus infiziert. Wenn Sie jedoch einer Risikogruppe angehören, macht das eine Ansteckung mit Hepatitis B etwas wahrscheinlicher. Dann kann ein Test oder gegebenenfalls eine Impfung sinnvoll sein."

und weiter:

Das IQWiG hat jetzt aktuelle Forschungsarbeiten ausgewertet, die der Frage nachgegangen sind, ob sich eine Hepatitis-B-Impfung für Erwachsene lohnt, bei denen nicht bekannt ist, ob sie bereits mit dem Virus in Kontakt gekommen sind. Für Menschen mit einem geringen Infektionsrisiko konnte kein Nutzen einer Impfung gezeigt werden.

Warum wird dann auf anderen Seiten von so einem großen Risiko gesprochen?

Vor allem die Sache mit dem Speichel finde ich sehr verwirrend....manche sagen hochansteckend, andere wiederum eher weniger nur in größeren Mengen (sprich Zungenkuss)!

bfenzo


Schnell aus Wikipedia

In Deutschland sind 0,3 bis 0,8 % der Bevölkerung HBs-Antigen-positiv, d. h. 250.000 bis 650.000 sind chronische Virusträger. Offiziell werden in Deutschland etwa 5000 Neuinfektionen pro Jahr gemeldet, wobei die wirkliche Zahl wesentlich höher anzusetzen ist. Gehäuft ist in Deutschland eine Trägerschaft bei intravenös Drogenabhängigen, Homosexuellen und Personen aus dem arabischen Raum und der Türkei (hier oft angeborene Infektionen) zu finden.

Übertragung

Die Infektion mit HBV erfolgt parenteral und sexuell, d. h. durch Blut oder andere Körperflüssigkeiten eines infizierten, HBsAg-positiven Patienten. Die Infektiosität eines Virusträgers ist abhängig von der Viruskonzentration im Blut; bei sogenannten hochvirämischen Trägern (107 bis zu 1010 HBV-Genome/ml) finden sich infektiöse Viren auch in Urin, Speichel, Samenflüssigkeit, Tränensekret, Galle und Muttermilch.

Die Eintrittspforten sind meist kleinste Verletzungen der Haut oder Schleimhaut. Daher gilt als Risikofaktor auch der ungeschützte Geschlechtsverkehr. Unter Kleinkindern kann die Infektion auch durch Kratzen oder Beißen weitergegeben werden. Auch Gegenstände des täglichen Lebens, wie zum Beispiel Rasierapparate oder Nagelscheren, mit denen man sich häufig geringfügig verletzt, können das HBV übertragen. In Ländern, in denen noch das Rasieren beim Barbier weit verbreitet ist, findet sich meist auch eine erhöhte Häufigkeit von HBV-Infektionen. Weitere wichtige Übertragungsmöglichkeiten sind auch größere Verletzungen mit Blutkontakt z. B. bei intravenösem Drogenkonsum, Tätowierung und Piercing. Im medizinischen Bereich kann HBV durch invasive, operative Eingriffe und Verletzungen übertragen werden, so von unerkannten HBsAg-Trägern auf Patienten oder von nicht-getesteten Patienten auf medizinisches oder zahnärztliches Personal. Die Übertragung von HBV durch Blut und Blutprodukte bei einer Transfusion ist seit der Testung von Blutspenden auf anti-HBc, HBsAg und HBV-DNA in Deutschland sehr selten geworden.

Also: Es sind nicht besonders viele Menschen in D infiziert, also ist die Chance, auf jemanden zu treffen, der dich infiziert, eher gering. WENN du aber mit jemandem näher zu tun hast, der das HBV trägt, dann hast du – als Ungeschützte – ein Problem.

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