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Angst vor Tollwut?

P etex55 hat die Diskussion gestartet


Liebes Forum,

vor genau einer Woche hat mich die Katze meiner Eltern gebissen. Sie hat mich oberflächlich an der Hand gebissen, also mehr mit den Zähnen gekratzt. Hat auch gar nicht geblutet obwohl es leicht offen gewesen sein musste, denn eine leichte Kruste hatte sich dann komischerweise schon gebildet. Naja inzwischen sieht man auch gar nichts mehr vom Biss. Hab dann die Hände gewaschen, also Seife über die Biss-/Kratzstelle und unter den Wasserhahn gehalten. Habe mir dann erstmal auch gar nichts dabei gedacht bis ein Freund, der nichts von hypochondrischen Veranlagung weiß, irgendwas von Tollwut gesprochen hat. Ich natürlich bei meinen Eltern gleich das Impfbuch der Katze rausgekramt und gesehen, dass sie seit 2005 nicht mehr geimpft wurde!

Nun habe ich in einer Veröffentlichung des RKI von 2011 gelesen, dass ein zum Zeitpunkt des Bisses infektiöses Tier innerhalb der nächsten 3-7 Tage würde! Aber einen Satz später steht dann, dass wenn nach 10 Tagen keine Symptome da sind, die Katze keine Tollwut hat. Das widerspricht sich doch irgendwie, wenn sie doch eigentlich bei Tollwut schon nach 7 Tagen tot sein müsste? Kennt sich da wer aus? Wie lange überlebt eine Katze mit Tollwut?

Seitdem ich diese Tollwut Angst habe sind mir auch ein paar Dinge bei der Katze aufgefallen wo ich nicht weiß ob sie das schon länger hat und mir das jetzt nur auffällt weil ich sie dauernd beobachte.

Und auch wenn man überall liest, dass Deutschland tollwutfrei ist, mach ich mir irgendwie trotzdem Sorgen. Aber dazu gibt es eigentlich keinen Grund oder? Das ist nur der Hypochonder in mir der wieder Oberhand gewinnt oder?

Antworten
Sdma rEagd[augxe


Ich dachte, seit ein paar Jahren wäre die Tollwut in Deutschland ausgerottet?

K4laxpsi


So schnell stirbt man nun auch nicht an Tollwut! Wie lange eine Katze mit Tollwut überlebt hängt davon ab, ob sie behandelt wird, eingeschläfert wird oder gar nicht behandelt wird.

MnamaF Luisxchen


Hallo Pete55,

da Dir die Tatsache, dass es seit Jahren keinen einzigen Tollwutfall in Deutschland gab nicht ausreicht, stelle ich mal die Frage, ob die Katze überhaupt Freilauf hat, wenn nicht, dann kann sie gar nicht infiziert sein.

Weiterhin gibt es Länder, die nach der Grundimmunisierung mit Tollwut gar nicht mehr nachimpfen.

In Deinem Fall hat die Wunde nicht geblutet, d. h. es ist nur eine Schürfwunde, die demnach oberflächliche Hautverletzungen aufweist. Das "Wundsekret", welches auch bei oberflächlichen Verletzungen gebildet wird, hat die "Verkrustung" gebildet. = Infektionsrisiko mit eventueller Tollwut nochmal um einiges geringer, sprich nochmal höchst unwahrscheinlich.

Du hast Dir direkt die Hände gewaschen, ist das Risiko nochmals um einiges geringer, also höchst unwahrscheinlich².

Das die Katze sich in deinen Augen sehr merkwürdig verhält hat nichts mit Einbildung zu tun, sondern damit, dass die Katzen um diese Jahreszeit allgemein sehr durchgeknallt sind. Intuitiv wissen die Katzen, dass eigentlich der Frühling da sein müsste. Sie sprühen im Moment vor Lebensmut, ebenso wie wir Menschen. Dieser Lebensmut treibt merkwürdige Wurzeln. Meine Katze und auch die Katzen in meiner Nachbarschaft benehmen sich wie Teenies. So hat meine gestern erst trockenes Laub auf meiner Terrasse gejagd und dann auch noch gefressen! :-o Es fehlt nur noch, dass sie in den Kaninchenstall kriecht und dem Hasen das Heu weg frisst.

Die maximale Inkubationszeit für Tollwut beträgt 10 Tage und innerhalb von 3-7 Tagen verendet das infizierte Tier dann.

Stellt sich nun aber die Frage, wie sollte sich die Katze mit Tollwut infiziert haben? Selbst, wenn sie eine infizierte Ratte oder Maus gefressen hätte, würde sie sich nicht infizieren. Eine Übertragung mit Tollwut findet durch einen Biss von einem infizierten Tier statt. Hat sie denn in den letzten Tagen eine Bisswunde von einem unbekannten Tier gehabt?

Die "Chance", dass Du Dich mit Tollwut infiziert hast ist –180 %!

Z1wackx44


Ich würde das Problem von einer anderen Seite her angehen: Die Inkubationszeit (Tollwut) kann beim Menschen laut Internet bis zu einem Jahr betragen. Wenn Du Dich impfen läßt, bevor bei Dir Infektionssymptome auftreten, bist Du auf der sicheren Seite.

Mta&ma L*ischxen


Eine Impfung wird in Deutschland gar nicht so einfach werden, da in der Regel gar kein Impfstoff mehr vorgehalten wird.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das wirklich schwer wird. Es gibt/gab zwar tatsächlich Impfstoff für Menschen, aber da seit Jahren keine Nachfrage mehr besteht, ist die Chance gleich Null. Mit sehr viel Glück könnte man über den Amtsarzt an einen Zoo herantreten und dort ggf. Impfstoff beziehen. Das wird aber nur möglich, wenn der begründete Verdacht auf eine Infektion besteht. Im Fall des TE ist der Verdacht aber nicht begründet.

Ich bin damals im heutigen Russland von einem Fuchs gebissen worden. Selbst da sah man nicht unbedingt Handlungsbedarf, weil die Wunde innerhalb von 15 min sehr lange mit weißer Kernseife und Wasser gespült worden war.

W2i[ldkaxter


Hallo Pete55 !

Hat mich mein Nachbar voriges Jahr den Tag nach Vatertag gebeten die Mülltonne rauszustellen. Mir verschwiegen das da ein Fuchs drin war, obwohl ich aufgestanden war, der Müll wird immer mittwochs abgeholt es war Donnerstag, habe ich es vergessen.

Wie ich auf die Schnapsidee gekommen bin den Müll umzupacken. ]:D ]:D


Offiziell haben wir keine Tollwut mehr, nur es muss schnell gehandelt werden glaube innerhalb von 2, 3 Tagen. Ansonsten wird es ganz schwer !!!

Eine Katze beist halt mal, meist aus Angst oder Schreck !

MfG :)_ *:) @:) :)* :)^ :)^

Wnolfga+ng


Natürlich gibt es in Deutschland Tollwut Impfstoff. Es muss aber mehrmals geimpft werden und es ist relativ teuer. Das wird nicht von der Kasse bezahlt.

Bei Boden lebenden Tieren ist Tollwut in Deutschland ausgerottet. Es kann sie aber noch bei Fledermäusen geben.

Wer den begründeten Verdacht hat dass er von einem tollwütigen Tier (Fledermaus) gebissen wurde sollte unbedingt ärztlichen Spezialisten Rat holen. Tollwut ist eine grauenvolle Krankheit die 100 Prozent tödlich ist.

Bei einer Hauskatze ist in Deutschland Tollwut ausgeschlossen.

mbnexf


Das ist nur der Hypochonder in mir der wieder Oberhand gewinnt oder?

Ja

cDol0iflxor


Wie äußert sich Tollwut bei Katzen?

Die Symptome der Tollwut bei Katzen sind vielfältig und lassen sich grob in drei Stadien einteilen:

Während des sogenannten Prodromal- oder Vorläuferstadiums der Tollwut bei Katzen sind die Tiere entweder extrem reizbar oder aber ungewöhnlich zutraulich. Leichtes Fieber ist möglich. Diese erste Phase dauert bis zu 24 Stunden an.

Im darauf folgenden Exzitationsstadium (Erregungsstadium) der Tollwut bei Katzen zeigen sich bei der Katze Symptome wie rasende Wut, Zittern, Bewegungsstörungen, unwillkürlichen Bewegungen, Aggressivität und vermehrter Speichelfluss. Das Exzitationsstadium hält zwischen zwei und vier Tagen an.

In der Endphase der Tollwut bei Katzen, welche ein bis vier Tage dauert, lassen Unruhe und Aggressivität nach, die Katze ist nahezu vollständig gelähmt und erleidet Schüttelkrämpfe.

Die Symptome aller Tollwut-Phasen treten nicht verbindlich auf und können sich gegebenenfalls überschneiden. Letztlich verstirbt die Katze an der Tollwut.

Quelle: [[http://www.tiermedizinportal.de/tierkrankheiten/katzenkrankheiten/tollwut-bei-der-katze/564656]]

Wenn also die Katze in den Tagen vor dem Biss nichts von dem oben genannten gezeigt hat und mittlerweile immer noch am Leben ist (wovon ich ausgehe), dann hat sie keine Tollwut.

Und du dementsprechend auch nicht ;-) .

Ich bin schon von so vielen Katzen kräftig und blutig gebissen worden und bis auf ein paar Entzündungen ist mir nichts passiert. Außerdem ist die Tollwut in Deutschland so gut wie ausgerottet.

W2olf'gang


Die Impfung nach einem Biss ist eine andere als die vorbeugende Schutzimpfung.

P"ete5x5


Also erstmal vielen Dank für die Antworten, ihr habt mich ziemlich beruhigt!

@ Mama Lischen:

Ja die Katze ist Freigänger, hätte jetzt aber in letzter Zeit keine Bisswunden gesehen. Und auch wenn Bisswunden unter dem Fell sind, müsste man das ja eigentlich mitbekommen oder? Und ich wusste gar nicht, dass sich Katzen nicht anstecken können wenn sie ein infiziertes Tier fressen! Ist das wirklich so, wo hast du das gelesen? Weil eigentlich kommt ja dann die ganze Mundschleimhaut in Kontakt mit Blut oder?

MXam}a Lisc.hIen


Hallo Pete,

der Bruder meines Opas war Tierarzt auf dem Land. Anfang der 70 ´er Jahre gab es insbesondere bei Füchsen noch häufig Tollwutfälle in der ehemaligen DDR. Meine Oma ist dann immer frei gedreht, wenn wir die Katzen und Hunde von ihrem Bauernhof mit ins Haus genommen haben. Gerade ich war diejenige, die die eine oder andere Katze mit ins Bett genommen hat.

Oma hatte immer Angst, dass wir Kinder uns mit Tollwut infizieren könnten. Onkel Max (Opas Bruder) hat ihr dann immer und immer wieder erklärt, dass das ungefährlich ist. Es waren nicht einmal alle Katzen geimpft. Eigentlich nur die, die auch ein Hausrecht hatten. Bei den Hunden hat Onkel Max darauf bestanden, dass sie regelmäßig geimpft wurden, weil Hunde durchaus auch mal einem Fuchs hinterher jagen. Eine Katze ist eher auf der Flucht vor Füchsen.

Eigentlich wollte auch ich Tierärztin werden, da ich mich von kleinauf für alles Mögliche Tierzeugs interessiert habe. Ich habe jedoch in der DDR keine Studienplatz bekommen, so dass ich lediglich aktiv im Tierschutz bin. Unter anderem habe ich mich aktiv an den Impfköder Aktionen beteiligt und mehrere Hunderte Straßenkatzen eingefangen, um sie kastieren zu lassen. Ein Katzenbiss ist lediglich "gefährlich" in Bezug auf andere Infektionen, wegen der Keime, die eine Katze naturgegeben im Maul hat. Schlimmer als ein Biss ist in der Regel ein Kratzer mit den Krallen. Du brauchst aber jetzt keine Angst mehr vor einer Infektion haben. Wenn da was wäre, dann würde Deine Hand schon längst eitern, dick, heiß und schmerzhaft sein. Damit wärst Du schon längst freiwillig zum Arzt gegangen.

F)rau EXrdmännchQexn


Die Impfung nach einem Biss ist eine andere als die vorbeugende Schutzimpfung.

Ich kann hier aus eigener Erfahrung berichten, allerdings erfolgte die Behandlung im Ausland. Es werden nämlich Immunglobuline (Antikörper) in die Wunde gespritzt (dies sollte so zeitnah wie möglich erfolgen), dann erfolgt die eigentliche Impfung (ich habe glaube ich fünf Stück innerhalb von 28 Tagen erhalten). So hat es mir der Arzt erklärt, das wäre die Vorgehensweise laut WHO. Alternativ hätte man auch einfach den Hund 10 Tage lang unter Beobachtung stellen können, wenn bis dahin keine Tollwutsymptome bei ihm aufgetreten wären, wäre er wohl gesund. Allerdings in dem Land, wo Tollwut noch unter Hunden, Affen usw. verbreitet ist, keine kluge Alternative in Anbetracht des immer tödlichen Ausgangs.

Eine alleinige Impfung ist wohl im Falle des Verdachts auf einen tollwütigen Biss nicht ausreichend, es sei denn, man hat bereits früher eine Grundimmunisierung erhalten und noch bestehenden Impfschutz, dann bekommt man wohl nur eine Auffrischimpfung.

Tollwutimpfstoff ist auch in Deutschland zu bekommen, für bestimmte Urlaubsregionen wird diese Impfung ja auch angeraten: Indien, Asien... Meine Freundin hat sich nach meiner Erfahrung im Ausland auch vor der Reise nach Asien in Deutschland impfen lassen und auch ich habe meine letzte Impfung wieder hier in Deutschland erhalten.

Aber der Katze geht es doch gut? Die oben genannten Anzeichen sind ja schon ziemlich eindeutig zu erkennen.

Soweit ich weiß, geht momentan in D nur noch eine Gefahr von infizierten Fledermäusen aus.

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