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Legionellen im Wasserleitungssystem

pnhoenLix`090x4 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich ziehe gerade um und als ich heute morgen ins Haus kam (also ins neue) traf mich ehrlich gesagt fast der Schlag. Da hing eine Bekanntmachung des Bauvereins im Treppenhaus, von wegen das Trinkwasser sei mit Legionellen verseucht. Der zulässige Höchstwert sei um das vierfache überschritten und das Gesundheitsamt bemühe sich um eine Lösung. Man rate derweil vom Duschen und dem Konsum des Trinkwassers ab. Zwar bestehe noch keine gravierende Gefahr, aber dennoch...

Was ich mich jetzt frage ist folgendes :

- der Befall besteht seit dem 4.9. laut Bekanntmachung. Warum weist man uns als Mieter jetzt erst darauf hin ?

- ich habe am 16.9. gemeinsam mit meiner Mitbewohnerin den Mietvertrag unterschrieben. Über einen Legionellenbefall hat man uns nichts gesagt. Wäre das nicht eigentlich notwendig gewesen ?

- können wir evtl eine Mietminderung durchsetzen ? Immerhin können wir evtl noch den ganzen Oktober nichtmal duschen noch Trinkwasser (außer abgekochtem eben) verwenden. Das halte ich für eine ziemliche Beeinträchtigung.

- in der Zeit, bevor die Bekanntmachung aushing, waren wir ja durchaus schon öfter in der Wohnung. Können wir uns da irgendwie beim Händewaschen (Dusche war noch nicht da) etc infiziert haben ? Ich bin wirklich kein Bakteriologe und reichlich ahnungslos, allerdings klingt die Legionärskrankheit nicht gerade erfreulich.

Kann mir da irgendjemand von euch helfen ?

Antworten
a*ugV23%3


Fachmann bin ich nicht! Legionellen halten sich in warmen Wasser auf und vermehren sich dort. Wieso sich in der Kaltwasserleitung solche befinden können, das müssten Fachleute erklären. Oder die empfehlen das abgekochte Wasser aus Vorsorge, weil damit das Problem beseitigt ist.

S!chlituzaug[e67


Kippe doch täglich kochendes Wasser über die Wasserhähne, über den Duschschlauch, alle Armaturen. Legionellen sind in der Regel an den Wasserhähnen. Immer mal heiß durchlaufen lassen.

phhoyenix0x904


Hab ich auch schon überlegt aber die meinen die Leitungen im ganzen Haus, also alle Mietparteien betreffend. Die wollen die Leitungen komplett chemisch reinigen, womit auch immer, und diverse Proben nehmen. Das Problem sitzt wohl tiefer ?

C$hrhistilna8x5


Legionellen übertragen sich durch den Wasserdampf, der beim Duschen entsteht. Und sie sitzen in den Rohren, da kommt man nicht hin. Wasser trinken sollte bei intaktem Immunsystem ok sein. Ich persönlich wäre dennoch vorsichtig.

Mietminderung bin ich mir nicht sicher, da ja niemand was dafür kann. Ärgerlich ist es allemal.

Zufälligerweise hatte meine Schwester vor 2 Tagen das gleiche Problem in ihrer Wohnung. Da wurde ihr ein spezieller Filter in die Dusche eingebaut, der die Legionellen wohl abfiltert. Sie darf auf jeden Fall wieder duschen.

Sprecht doch mal den Hausmeister oder Vermieter auf diese Möglichkeit an.

S$aFndrpa200x6


Lass dir hier bitte nix erzählen, von wegen dass jemand "was dafür können muss", damit man Miete mindern kann. Lass dich lieber anwaltlich oder vom Mieterschutzbund beraten. Gerade wenn bei Mietvertragsschluss das Problem bekannt war und dir verschwiegen wurde, wird es interessant.

TEestr_ale


Genau, werde so schnell wie möglich Mitglied im mieterschutzverein und lass dich DORT beraten!!!

tZhe-caxver


Der zulässige Höchstwert sei um das vierfache überschritten

Keine Panik, das ist jetzt nicht gerade ein massiver Befall.

der Befall besteht seit dem 4.9. laut Bekanntmachung. Warum weist man uns als Mieter jetzt erst darauf hin

Weil bakteriologische Untersuchungen einige Zeit benötigen, legionellen gehören nicht gerade zu den schnell und leicht anzüchtbaren Bakterien.

ich habe am 16.9. gemeinsam mit meiner Mitbewohnerin den Mietvertrag unterschrieben. Über einen Legionellenbefall hat man uns nichts gesagt. Wäre das nicht eigentlich notwendig gewesen ?

Nur, wenn der Befund schon bekannt war – gut möglich, dass das nicht der Fall war, siehe oben.

Man rate derweil vom Duschen und dem Konsum des Trinkwassers ab.

Das finde ich jetzt ziemlich verwunderlich, denn Legionellen halten sich klassischerweise nur im *Warm*wasser auf, wenn dieses nicht ausreichend erhitzt wird. Außerdem ist der klassische Infektionsweg das Einatmen von Aerosolen (sprich: Der Nebel, der beim Duschen entsteht) und nicht die orale Aufnahme. kann es sein, dass da jemand aus der Hasverwaltung überreagiert? Einfach mal nachfragen, ob diese Empfehlungen wirklich so vom Gesundheitsamt kamen. Momentan besteht natürlich eine gewisse Übersebsibilität wegen des Ausbruchs in Warstein.

Können wir uns da irgendwie beim Händewaschen (Dusche war noch nicht da) etc infiziert haben ?

Ziemlich unwahrscheinlich, da beim Händewaschen nicht so viele Aerosole entstehen (jedenfalls nicht so weit oben, dass sie eingeatmet werden). Außerdem sind Legionellenerkrankungen bei Menschen ohne Immnschwäche bzw. unterhalb des Rentenalters ziemlich selten.

können wir evtl eine Mietminderung durchsetzen ?

Mit Sicherheit – eine unbenutzbare Dusche beeinträchtigt den Gebrauchswert der Wohnung deutlich. Wer schuld ist oder nicht, ist für eine Mietminderung irrelevant.

Kippe doch täglich kochendes Wasser über die Wasserhähne, über den Duschschlauch, alle Armaturen. Legionellen sind in der Regel an den Wasserhähnen. Immer mal heiß durchlaufen lassen.

Vergiss den Tipp, ist wirkungslos. Das Problem liegt praktisch immer darin, dass die Temperatur des Warmwassers nicht hoch genug ist, das Problem liegt also weiter zentral in der Anlage.

spezieller Filter in die Dusche

Baktrerienfilter sind in der Tat eine Möglichkeit – das Duscherlebnis leidet allerdings erheblich, da der Wasserdurchfluss durch den Filter deutlich behindert wird. Aber immer noch besser als gar nicht duschen.

mtneuf


Weil bakteriologische Untersuchungen einige Zeit benötigen, legionellen gehören nicht gerade zu den schnell und leicht anzüchtbaren Bakterien.

Nur, wenn der Befund schon bekannt war – gut möglich, dass das nicht der Fall war, siehe oben.

Mit der Bekannmachtung wird doch wohl auch der Befund und nicht nur die Verdachtsäußerung gemeint sein :-/

tQhe-c<avxer


Lies genauer: Der 4.9. ist der Tag, "seit dem der Befall besteht", also das Datum der Probenentnahme. Dann ist es durchaus realistisch, dass zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses der Befund noch nicht da war.

m/nef


Ich habs genau gelesen. Genau deshalb verstehe ich unter der Bekanntmachung, es bestünde gesichert ein Befall, nicht erst die Probenentnahme, bei der selbstredend keine sichere Feststellung des Befalls möglich ist.

t-he-caxver


Dann solltest Du Dich vielleicht nochmal im Verstehen einfacher Texte üben (PISA lässt grüßen...): Bekanntmachung "heute" (das Posting ist vom 27.9.), dass seit dem 04.09. das Problem besteht. Vertrag war aber am 16.9., also ca. 10 Tage vor bekanntwerden der Kontamination. Der Zeitablauf passt einigermaßen gut zur bebrütungsdauer einer Wasserprobe. Was gibts da jetzt nicht zu verstehen?

mRnef


Ja genau, Pisa. Ein Glück dass ich nie eine Schule von Innen gesehen habe :-D Danke fürs nette Gespräch *:)

pDhoenimx090x4


Hey ho,

danke für eure Antworten :)

Die Situation ist nach wie vor unverändert, allerdings können wir natürlich nicht komplett aufs Duschen etc verzichten. Noch sind wir allerdings beide gesund, ich hoffe mal, dass das so bleibt. Trinkwasser kaufen wir im Moment eben im Laden, das ist schon machbar.

Aus unseren Vermietern haben wir nicht besonders viel rausbekommen, allerdings heißt es, dass eine Gesundheitsgefahr erst ab dem 100-fachen des Grenzwertes bestehe und wir ruhig duschen können (tun wir ja auch, s.o.). Eine Mietminderung kommt da wohl nicht in Betracht. Allerdings lässt die Reaktion vom Amt auf sich warten. Bisher passiert gar nichts.

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