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[Entzündung im gesamten Bauchraum] Vater liegt am Sterben

l?eo_liMon80 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

Kurze Fassung:

1. [Vor der OP] Krebs in der Blase entdeckt.

2. [Vor der OP] Niere funktionierten nicht mehr.

3. [Vor der OP] Entschieden worden, Krebs und Niere auf einmal operativ zu entfernen

4. [OP-Tag] Bei der OP wurde Bauchspeicheldrüse aus Versehen mechanisch beschädigt

5. [6 Wochen nach der OP] Entzündung im gesamten Bauchraum. Behandelnder Prof wollte nicht mehr operieren.

Der Prof rief mich heute an, teilte mit dass es lebensbedrochlich sei. Er könne nichts mehr warten außer auf Wunder zu hoffen. Ich wurde eingeladen, folgendes ist dabei rausgekommen:

Prof.: Also, es steht eine lebensbedrohliche Situation. Ich möchte noch einmal sagen, was eigentlich alles gemacht wurde. Frau [...] kennt das. Krebs in der Blase, den wir erfolgreich entfernt haben, wir haben die Lymphknoten, Blase, Prostata, Samenblasen, ... entfernt. Der Tumor, der in der Blase wuchs hat sich in der Abschlussrohr festgesetzt. Harnleiter war bereits verstaut gewesen. Die Niere funktionierten nicht mehr, weil entzündet, haben wir sie mit entfernt.

[...]Oberhalb der Niere ist die Bauchspeicheldrüse. Wir vermuten, dass durch den Hackenzug, den Hacken mussten wir ja setzen [...], [...] eine falsche Verbindung, eine Irritation der Bauchspeicheldrüße, sodass Bauchspeicheldrüse-Flüssigkeit ausgetreteten ist und sich am Darm oder am Bauch verteilt hat. Die Operation an sich war problemlos. Die ersten Tage waren ja auch gut, dann gabs diese Not-Situation, mit Bauchspeicheldrüßenentzündung [...]

[...] das ist typisches Zeichen für Bauchspeicheldrüßesekretion, obwohl wir es nicht gesehen haben. Wenn Sie da oben die Nieren entfernen, müssen Sie die Organe zur Seite abdrängen, es ist ja auch alles gut, machen wir auch regelmäßig, aber da musste eine Verletzung passiert sein. Diese Bauchspeicheldrüse-Sache, das ist auch nicht mehr das Problem, das können wir auch gar nicht mehr nachweisen. Was er jetzt hat, er hat durch Folgekomplikationen, durch dieses Ungleichgewicht. Gleichgewicht gestört, Leberfunktion, Nierenfunktion, Blutübersäuerung, das waren alle viele Komplikationen, die wir auch wieder in den Griff bekamen. Er muss nicht wieder in künstliche Niere, war vorübergehend besser, Darmtätigkeit war wieder besser [...] Dann ist er in den letzten 2 Tagen ganz massiv eingebrochen; innerhalb des Bauchraumes gibt es viele entzündliche Reaktionen, die Darme sind verdickt [...] es gibt aber keinen Eiterherd, wo wir sagen, da müssen wir nochmal ran. Wir haben heute nochmal, CT gesteuert, punktiert, um eben Sekret zu gewinnen, um nochmal eine Analyse von Keimen zu schaffen. Aus der Dranage, die hat er 3, wir spülen das seit Wochen, auch in der Bauchhöhle aller 2-3 Tagen spülen wir, holen wir auch das Sekret raus. Ähhm, aber er ist insgesamt jetzt nach 40 Tagen, 40 Tagen, nach 40 Tagen Intensivestation, kraftlos, die Reserven sind aufgebraucht. Er war gestern Abend verwirt, hat Schmerzen gehabt, war im deutlich schlechteren Zustand, sodass wir Sie angerufen haben, es ist wirklich ääh lebensbedrohlich, wir geben ihn aber nicht auf. [...] Wir haben gestern mit allen Spezialisten darüber gesprochen. Wie gehen wir vor? Eine Operation? Ärr, Wir kommen nicht mehr in den Bauch; wenn wir diesen künstlichen Verband abmachen, haben wir versiegelten Darmschlingen, es ist alles so hart, äärr, so dass bei jeder Mobilitation des Darms in den Darm kommt, dann haben wir eine lebensbedrohlichen Bauchfellinfektion, das geht nicht. Wir haben was anderes überlegt, wir wollen nur Diagnostik machen, kriegt Antibiotika, wir haben gestern Abend Morfin gegeben, um diesen Schmerz zu nehmen. Es war gestern Abend auch Luft nötig, haben wir auch behandelt, er ist nicht beatmungspflichtig, aber er ist nach Aufbrauch der Reserven [...], er ist auf einem ganz schmalen Niveau. Da ist nicht mehr viel. Das kann sich in beide Richtungen entwicklen, das kann ihn zum Lebensende bringen, es kann auch in qualvolles Leiden wochenlang hinziehen [...], das kann auch ganz schnell zu Ende gehen, da muss man einfach ehrlich darüber besprechen. Ich habe immer die Karten auf den Tisch gelegt. Mein Oberarzt mich gefragt, ob die Notwendigkeit besteht, die Karten freizugeben. Aus meiner Sicht auch die Notwendigkeit zur gleichzeitigen der Nieren-Entfernung. [..] Man könnte fragen warum haben Sie die Nieren entfernt, die Niere kann man ja anschließlich operieren. Wenn man hier unten zubinden, den Harnleiter nä, [...] da ist eine Zeitbombe, das ist eine Infektquelle. ä, Vorsätzlich hat niemand die Bauchspeicheldrüse geschädigt, die sicherlichlich einen Schaden hatte. [...] wir geben mit dem Problem offen um, OP-Bericht kriegen Sie von uns, Karten, Unterlagen kriegen Sie von uns. Es ist ein tragischer Fall auch.

[...]

ich: wie sieht jetzt die weitere Behandlung aus?

Prof: das muss jeden Tag neu entschieden werden. Wie ist der Laborzustand, die Entzündungszeichen, noch weter sagen oder nicht, ob der Bauch schlechte wird [...], wenn das so ist, dann geht das sicherlich in Richtung Lebensende. Das kann man jetzt nicht vorhersagen, [...] aber ich denke, es ist eine lebensbedrochliche Situation [...]

ich: das heißt, man verlässt sich momentan lediglich auf das Antibiotikum?

nein, wir tun es ja, wir glauben es nicht, er kriegt ja schon seit langem Antibiotikum, die chronische Entzündung im Bauch steht jetzt im Vordergrund, und da wir es damals operativ nicht in den Griff bekommen haben, versuchen wir das jetzt konservativ, Antibiotikum durch Infusion. [...] Tyclit, das ist ein Reserve-Antibiotikum [...], es gibt nur noch ein oder 2, die überhaupt wirken.

ich: wenn es nicht besser wird, kommt eine Operation in Frage kommt?

Prof: nein..

ich: das würde ja implizit bedeutet, dass wir zusehen, wie das Lebensende sich nähert?

Prof: so ist es. [...] Ursprünglich war die Entzündung aus der Bauchspeicheldrüse. [...] der Ausgangspunkt ist die Bauchhöhle, [...] Es ist kein Abzess in der Bauchhöhle, []...

ich: macht es Sinn, ihn nach Hause zu holen?

Prof: schaffen Sie das nicht.. [...] Es liegt jetzt in Gottes Hand.

ich: steht schon sicher, dass das aktuelle Antibiotikum nicht wirkt?

Prof: ... [...] im Grunde wirkt das Antibiotikum.. wir nehmen immer das Richtige Antibiotikum für die Bakterien. [...] ich glaube, dass er es nicht schafft. [...]

[...]


ich bin psychisch gerade am Ende, möchte hierüber lediglich eine Frage stellen:

Kann man wirklich nichts mehr machen? Was soll ich machen?

Vielen Dank für Eure Kommentare.

Viele Grüße aus Rheiland

Antworten
mxotgorgirxl


Irgendwie wüsste ich gerne mit was für Bakterien dein Vater gerade zu kämpfen hat und welches Antibiotikum sie ihm geben.

Tyclit ist nirgends auffindbar im Netz und normalerweise findet man eine Beschreibung und wo und wann es eingesetzt wird. Ausser dir ist ein Schreibfehler passiert.

Tyklit ist ein Blutverdünner

Blutverdünnende Medikamente / Acetylsalizylsäurehaltige Präparate ( z.B. Aspirin, ASS, Colfarit, Tyklit, u.ä. ) erhöhen die Blutungsneigung und sollen 10 Tage vor Ihrer stationären Aufnahme ab- oder umgesetzt werden.

Ich hoffe gerade sehr, dass er nicht eine Spitalinfektion hat.

Frag doch bitte nochmals nach... lass dir den Namen des Antibiotikum und des Erregers buchstabieren.

:°_ hoffe das legt sich wieder.

l"eo_lDion80


Hallo motorgirl,

ich:

man verlässt sich lediglich auf das Antibiotikum?

Prof.:

nein, wir tun es ja, wir glauben nicht, er kriegt nämlich ja seit langem Antibiotikum, Deshalb haben wir nochmal heute Proben entnommen, oben auf dem Bauch, CT gesteuert, nochmal anlegen, gibt es neue Erreger?

die chronische Entzündung im Bauch steht jetzt im Vordergrund, und da wir es damals operativ nicht in den Griff bekommen haben, versuchen wir das jetzt konservativ, Antibiotikum durch Infusion.

Wir haben ja ausgetestet, wir wissen ja welche Medikamente wirken, welche nicht[...] Tyclit, das ist ein Reserve-Antibiotikum [...], es gibt nur noch ein oder 2, die überhaupt wirken, weil es viele antibiotikaresistent sind, ist die Folge einer langwöchingen Behandlung. Nach 40 Tagen Intensivstation kriegen Sie solche Keimen.

gestern war der aus dem Klinikum, er sagte, wir könnten das Antibiotikum eigentlich absetzen. Deshalb haben wir nochmal heute, oben auf dem Bauch

Der Prof meinte vielleicht das Antibiotikum Tygacil von der Firma Pfizer. Ich habe mir die Anordnungsbögen angeschaut, in den letzten 5 Tagen hat mein Vater folgende Antibiotika bekommen:

1. Ecalta

2. Tygacil

3. Erythromycin

So wie ich ihn verstanden habe, befinden sich leider keine Eiter in dem Bauch, es sind lediglich starke Entzündungen von Organen, so dass eine Operation nicht in Frage kommt.

Vielen Dank.

Viele Grüße aus Rheinland,

Leon

mHotorgOirl


Steht da auf dem Anordungsbogen vielleicht auch drauf, wieso man zu dem Schluss kommt ihm diese Antibiotika zu verabreichen? Also was der Befund ist... (nicht das was der Arzt dir sagt)?

Falls Nichts steht: fragst du den Arzt: für was jedes der hier aufgeführten Antibiotika konkret eingesetzt wird.

Sie verabreichen ja nicht einfach so Antibiotika, wenn Sie keine Ahnung haben... wenigstens hoffe ich das. Ich würde mich da nicht so schnell zu frieden geben...

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