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Ebola-Virus in Deutschland?

H]olabEie6nxe


Ach, und noch zum Thema Schwachsinn: ich arbeite in der freien Wirtschaft im Management und es ist natürlich bei allen Unternehmen inklusive der Pharmaindustrie so, daß es primär ums Geld verdienen geht. Arme Länder in Afrika sind kein interessanter gewinnbringender Absatzmarkt, die erste Welt hingegen schon. Klingt hart, ist traurig, aber die Wahrheit, die kaum ausgesprochen wird.

Ich glaube das ist der Knackpunkt! Egal um welche Krankheit es geht.

Ich finde es toll, was man alles rausfinden und erforschen kann. Man könnte riesige Fortschritte mit der Heilung machen. Leider glaube ich nicht, dass letztendlich alle die bestmögliche Versorgung bekommen. Es gäbe Möglichkeiten, aber die werden nicht genutzt weil das Geld nicht passt. Schade, sehr, sehr schade. :(v

W)ate)rlix2


Was ich komisch finde: der Amerikaner kam ja mit dem Flugzeug und wurde dann erst diagnostiziert. Aber es wurden wohl lediglich die Familienmitglieder beobachtet. ":/ Wieso hat man denn nicht ALLE aus dem Flugzeug unter Beobachtung gestellt. Es ist ja nicht so, dass die verseuchte Luft ausm Flugzeug nach außen abgelassen wird oder man mal lüften kann.

Das ist ja ein abgeschlossenes System und wenn einer krank ist, verseucht das für alle die Luft.

Das finde ich etwas komisch.

":/

dKanaWe87


Weil Ebola nicht einfach so über Luft übertragen wird, deshalb.

lZorai_0x07


Weil er zu diesem Zeitpunkt noch nicht ansteckend war. Was ich so rausgelesen habe, ist man während der Inkubationszeit nicht ansteckend. Erst wenn die ersten Symptome ausbrechen. Die sind ja erst später ausgebrochen.

EZhemaCligerd Nu=tzer (`#4671x93)


Das ist ja ein abgeschlossenes System und wenn einer krank ist, verseucht das für alle die Luft

Ein, oder zwei Seiten weiter vorne ist der Link vom RKI der genau auf diesen Fall eingeht. Einfach mal lesen :-)

Zusätzlich hat der Patient erst nach dem Flug Symptome entwickelt. Solange man asymptomatisch ist, gilt man, laut derzeitigem Stand, auch nicht als infektiös.

T@roixlus


Die Sterblichkeit liegt beim aktuellen Ausbruch von EBOV Zaire zwischen 70 und 90 Prozent, nachzulesen in zahlreichen Interviews mit Experten.

Bitte, Quelle? Ich hab jetzt per se nur mal schnell auf Wikipedia nachgesehen, weil das am leichtesten ist und ich da nicht extra die Suchmaschine dafür anwerfen muss. Da bewegt man sich in einem Rahmen von 60-70%. Mit Verlaub, 20% ist schon ein bisschen mehr als 'statistischer Spielraum'.

Die beste Schätzung ist vermutlich [[http://www.cdc.gov/mmwr/preview/mmwrhtml/su6303a1.htm?s_cid=su6303a1_w diese]] von den CDC von Ende September. Die haben für ihre Statistik alle laborbestätigten Fälle und Todesfälle bis Mitte September benutzt, und sind für alle drei Länder auf exakt 70,8 % gekommen.

Bei Ebola geht man derzeit von 1,2 bis 8,2 Ansteckungen anderer pro Erkranktem aus, im Mittel von 2,2.

Diese Studie hat m. E. den Nachteil, dass sie nur ein kleines Sample aus nur einem der Länder (Sierra Leone) ganz am Anfang der dortigen Epidemie auswertet, zu einem Zeitpunk also, als fast noch gar keine Maßnahmen eingeleitet waren und der Aufklärungsstand bei Null lag. In Guinea lag der Wert anfangs auch bei ca. 2,5, war aber laut CDC im September bei ca. 1, in Sierra Leone bei ca. 1,4 und in Liberia um 1,7. Das sind schon erhebliche Unterschiede, denn entscheidend ist ja, welcher Aufwand nötig ist, die Zahl unter 1 zu bekommen. Wenn man das geschafft hat, verebbt die Epidemie so schnell, wie sie sich vorher ausgebreitet hat.

T'rokil+uvs


@ Waterli2

Was ich komisch finde: der Amerikaner kam ja mit dem Flugzeug und wurde dann erst diagnostiziert. Aber es wurden wohl lediglich die Familienmitglieder beobachtet. ":/ Wieso hat man denn nicht ALLE aus dem Flugzeug unter Beobachtung gestellt. Es ist ja nicht so, dass die verseuchte Luft ausm Flugzeug nach außen abgelassen wird oder man mal lüften kann.

Das ist ja ein abgeschlossenes System und wenn einer krank ist, verseucht das für alle die Luft.

Das finde ich etwas komisch.

Der Mann, der Ebola nach Nigeria einschleppte, war schon auf dem Flug so krank, dass er sich mehrfach übergab. Unmittelbar nach Ankunft in Nigeria brach er zusammen, noch auf dem Flughafen und in der Notaufnahme hat er auf einen Schlag 12 Personen infiziert, aber kein einziger Passagier oder Flugbegleiter wurde angesteckt. Und der Mann in Dallas hatte erst vier Tage nach Ankunft erste Symptome.

H4ypocrhondrixx


Warum wird das nicht im großen Stil an Hunderten Erkrankten getestet bei 70% + x Letalität?

Weil es ethisch nicht vertretbar ist. Das bringst du durch keine Ethikkommission dieser Welt, da scheitern ganz andere, wesentlich harmlosere Projekte drann.

Was soll das denn bitte für eine Ethik sein, die es nicht vertreten kann, Menschen mit 70% + x Todesrisiko vielleicht helfen zu können? Das ist bürokratischer Nonsens, an den Bürokraten geht die Welt wirklich noch kaputt.

Mit ist klar, daß wir Gesetze und Regeln haben, aber in Extremfällen sollte unbürokratisch gehandelt werden, so wie die Franz. Ministerin, die den Einsatz von Avigon in Paris für den Einzelfall der kranken Hilfsmitarbeiterin genehmigt hat.

Das könnte in Afrika genauso funktionieren und wenn die Patienten ebenfalls einer Behandlung zustimmen, weiß ich nicht wo da ein ethisches Problem sein sollte.

Im übrigen hat doch die WHO den Einsatz experimenteller Medikamente in der aktuellen Epidemie bereits ausdrücklich genehmigt. Es bräuchte also nur noch die Zustimmung der örtlichen Regierungen und der Patienten, die sich derzeit beide sicher keinerlei Hilfe verschließen werden.

Wobei an dieser Stelle vielleicht auch erwähnt werden sollte, dass der ZMapp-Hersteller seine Dosen kostenlos zur Verfügung gestellt hat – und zwar alle.

... und dafür mit ZMapp ein weltweites Medienecho erhalten hat, das in der Wertigkeit nach Marketing Gesichtspunkten sicher um ein Vielfaches höher liegt als der Wert der Medikation. Eine solche PR Aktion ist mit Geld nicht bezahlbar.

Bis dato gab es noch keinen bestätigten Erkrankungsfall unter den Menschen die Kontakt mit dem mittlerweile, in Amerika verstorbenen, Patienten hatten. Dafür drehen die ganzen Hypochonder fest am Rad

Hoffen wir, daß das so bleibt. Es ist aber derzeit noch zu früh für Entwarnung. Vom 28.09. müssen 12+4 Tage dazu, dann liegen wir beim 14.10. Passiert die nächsten 5 Tage nichts, dann scheint es realistisch, daß in USA nichts angebrannt ist.

Abschließend nochmal zu den unsachlichen Vergleichen von HIV mit Ebola: Ich habe mir mal die Mühe gemacht unter Ansatz von Replikationszahlen, sowie der Dauer der Inkubation und Erkrankung bis Heilung oder Tod die Verbreitungsgeschwindigkeit zu errechnen.

Bei Ebola Zaire 2014 sieht das so aus:

Anz. Kranke R0 I+E Monate Kalender-

Menschen St. Tage Monate Monat

1 2,2 20 0,7 Dez 13

2 2,2 20 1,3

5 2,2 20 2,0

11 2,2 20 2,7

23 2,2 20 3,3

52 2,2 20 4,0

113 2,2 20 4,7

249 2,2 20 5,3

549 2,2 20 6,0 Jun 14

1.207 2,2 20 6,7

2.656 2,2 20 7,3

5.843 2,2 20 8,0 Aug 14

12.855 2,2 20 8,7

28.281 2,2 20 9,3

62.218 2,2 20 10,0 Okt 14

136.880 2,2 20 10,7

301.136 2,2 20 11,3

662.500 2,2 20 12,0 Dez 14

1.457.499 2,2 20 12,7

3.206.498 2,2 20 13,3

7.054.295 2,2 20 14,0

15.519.449 2,2 20 14,7

34.142.788 2,2 20 15,3

75.114.133 2,2 20 16,0 Apr 15

165.251.093 2,2 20 16,7

363.552.404 2,2 20 17,3

799.815.288 2,2 20 18,0 Jun 15

Weinachten 2014 wären es etwa 662.500 Erkrankte nach einem Jahr Epidemie. Nach 18 Monaten wären bei 2,2 Ansteckungen pro Krankem und einer durchschnittlichen Dauer von 20 Tagen (Inkubation und Erkrankung) bereits 800 Mio. Menschen erkrankt, wenn R0 nicht gedrückt wird.

Die gleiche Berechnung für HIV sieht so aus:

Anz. Kranke R0 I+E Jahre

1 4 730 2,0

4 4 730 4,0

16 4 730 6,0

64 4 730 8,0

256 4 730 10,0

1.024 4 730 12,0

4.096 4 730 14,0

16.384 4 730 16,0

65.536 4 730 18,0

262.144 4 730 20,0

1.048.576 4 730 22,0

4.194.304 4 730 24,0

16.777.216 4 730 26,0

67.108.864 4 730 28,0

268.435.456 4 730 30,0

Fazit: wenn ein HIV Patient im Mittel 4 weitere Personen ansteckt und von der Infektion mit Inkubation bis zum Tod etwa 2 Jahre vergehen, braucht HIV 30 JAHRE, um 268 Mio. Menschen zu infizieren.

Man kann jetzt sicher an den von mir angesetzten Zeiten und Dauern rum mäkeln, aber die Berechnung zeigt in jedem Fall eindrucksvoll, daß es mathematischer Unfug ist, verschiedene Infektionen nur anhand der Replikationszahlen zu vergleichen ohne zu betrachten in welcher Zeit die Replikation statt findet.

In jedem Fall schreitet Ebola deutlich schneller voran als HIV. Wenn es einmal eine gewisse kritische Schwelle überschritten hat, ist es nur noch schwer kontrollierbar.

EphemtaligerK Nuctzer ()#4671x93)


Ich rechne da jetzt nichts nach. Hättest du auch nicht müssen. Es gibt dazu bereits ein Paper vom CDC, das sich dieser Thematik widmet. Inklusive der statistischen Schwächen der im Paper angewandten Methodik.

Menschen mit 70% + x Todesrisiko vielleicht helfen zu können

Die Betonung liegt auf dem vielleicht. Vielleicht nutzt es, vielleicht nicht. Im schlimmsten Fall schadet es sogar dem Patienten. Man hat da einfach keine Datengrundlage, die man sich normalerweise über mehrere Jahre aneignet, bevor das Medikamente eine breitere Zulassung erhält.

und von der Infektion mit Inkubation bis zum Tod etwa 2 Jahre vergehen

Warum zwei Jahre? Selbst ohne Antivirale Therapie dauert es im Schnitt 9-11 Jahre bis ein schwerer Immundefekt auftritt.

NMetVtergTyp2x5


Hey, ich habe auch mal ne Frage zu der ganzen Sache – um nicht unnötig panisch zu sein frage ich:-P.

Ich lebe in Spanien, allerdings nicht in Madrid, wo es einen Ebola-Fall gibt, sondern in Barcelona. Um ehrlich zu sein, mache ich mir Gedanken über mein Sexualverhalten (keine Partnerschaft). Ich weiß, dass jemand wohl nur infektiös ist, wenn er Symptome zeigt. Dann hat man wahrscheinlich keinen Sex mehr. Dennoch mache ich mir darüber Gedanken, einfach um verantwortungsvoll zu handeln. Vielleicht entwickelt derjenige ja z.B. wenige Stunden nachm Sex Symptome...war er dann davor tatsächlich noch nicht ansteckend? Ist es Quatsch, hier in Barcelona einen unentdeckten Erkrankten/ Infizierten zu entdecken?

E*hoema<liger Nutze5r (#4671(9x3)


Ist es Quatsch, hier in Barcelona einen unentdeckten Erkrankten/ Infizierten zu entdecken?

Ja. Die Pflegehelferin die erkrankt ist, ist ohnehin isoliert, und der Rest ihrer Kontaktpersonen steht zwischenzeitlich unter Quarantäne.

Zu der Frage ob Ebola über Sex übertragbar ist. Ja, anscheinend, nachdem Ebolaviren bei erkrankten (und danach auch genesenen Patienten) noch über einen längeren Zeitraum in der Samenflüssigkeit nachgewiesen werden kann.

Zwischen Sex und Symptomatik, das steht auch so im Artikel, gibt es noch keine verlässliche Aussage. Man weiß es schlicht und einfach nicht.

[[http://www.livescience.com/47218-ebola-transmission-routes.html]]

Anhand deiner anderen Beiträge... kann es sein, dass du jetzt deine Krankheitsängste auf Ebola verlagerst?

Nretter4Typ2x5


ja, Grognor, das kann sehr gut sein. Und es ist ätzend, aber ich kann einfach nicht anders. :-( Ich habe grad ne Erkältung und im Prinzip ne stinknormale, aber ich denke leider immer an das Schlimmste, bin alle zehn Minuten am Fiebermessen und kontrolliere die Verdauung und meinen Körper (Ausschläge?). Ja, ich weiß, dass das mit der Samenflüssigkeit noch unklar ist, aber gut, dass man hier auf einen unbekannten mittlerweile Geheilten trifft, ist wohl wirklich sehr unwahrscheinlich! Danke für Deinen Beitrag.

gVo6_up


Hypochondrix schrieb:

Die Sterblichkeit liegt beim aktuellen Ausbruch von EBOV Zaire zwischen 70 und 90 Prozent, nachzulesen in zahlreichen Interviews mit Experten.

Aha. Ich wusste nicht, dass bei den Zahlen der WHO, Stand 03.10.2014:

-3270 Tote

-7470 registrierte Fälle

eine Sterblichkeitsrate von 70-90% herauskommt und nicht 3270/7470= 43% . ??? Hättest Du Deinen Artikel mal genauer gelesen, hättest Du auch gesehen :)D , dass der Wissenschaftler nur gewisse Mengen genommen hatte aus der Masse. :)*

Wenn Du nun aufgrund der schlechten, amtlichen Struktur in Afrika und des verheimlichen von Kranken und deren Genesung ohne Registrierung eine realistische Zahl haben willst, dann werden es ca.

-3500 Tote

- bei ca. 11000-12000 Fällen sein. -> 3500/11000= 32 % in Afrika im Durchschnitt. :)z Noch Fragen, Herr Hypochondrix ? :)_

Das bedeutet in Europa (erheblich bessere Versorgung des Immunsystems): ca. 20% im Durchschnitt, gerade weil eben das Immunsystem die Hauptarbeit leistet.

Was die Verbreitung angeht sehe ich ähnliche Probleme. :-(

Ich hoffe nicht, dass Du in Deinem Job genauso arbeitest... @:)

AGnnPaaw


Ich weiß nicht, ob die Frage schon aufkam, wenn ja, seht es mir nach. Was mich interessieren würde:

Die Ausscheidungen/Exkremente der im Krankenhaus isolierten Patienten werden ja sinnigerweise nicht in die normale Kanalisation geleitet, sondern soviel ich gelesen habe nach entsprechenden Sondermüllvorschriften entsorgt. Nun hatte die in Spanien erkrankte Pflegehelferin ja schon tagelang Symptome, bevor sie letztlich isoliert wurde und hat dementsprechend zu Hause ihre Toilette ganz normal benutzt. Ihre infektiösen Ausscheidungen gelangten also ganz normal in die Kanalisation. Könnte das nicht Folgen haben?

E4hemajlinger NUutze[r (#Q479Q013x)


@ Hypochondrix

Wahnsinn, du beherrschst die Grundrechenarten. Are you a wizzard ??? :-o Die Ansteckungsrate wird übrigens schon allein dadurch gedrückt, dass ein bestimmtes Gebiet irgendwann vollständig durchseucht ist, bevor unrealistische Zahlen wie 799.815.288 auch nur ansatzweise erreicht sind. Dann "infizieren" sich die Erkrankten nämlich hauptsächlich untereinander.

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