» »

Ebola-Virus in Deutschland?

A&nnataow


Wobei ich damit nicht sagen wollte, dass der Umgang mit Ebola genau so sorglos ist wie mit Noro-Viren. Gott bewahre. Ich erlebe aber Tag für Tag in mehreren Kliniken, wie im normalen Alltag geschlampt wird. Und nur deshalb kommt es dann zu Infektionswellen mit Noro und Co. Das ist alles nur eine Frage der Hygiene und ließe sich verhindern.

F0eli{citaxs11


Also ich bin was das Thema angeht überhaupt nicht panisch, trotzdem finde ich, dass die Medien keine ungerechtfertigte Panikmache betreiben.

Ich meine man muss die Menschen doch auf dem Laufenden halten was so eine ernste Krankheit betrifft, zu mal auch in Deutschland ein paar Leute verdächtigt waren das Virus mit sich herum zu tragen und in Leipzig schon ein Mann, der eingeliefert worden ist, gestorben ist.

Deswegen finde ich es nicht an den Haaren herbei gezogen, dass es sich auch in Deutschland ausbreiten könnte. Schließlich wurden auch, Berichten zufolge, irgendwo Krankenpfleger angesteckt, obwohl sie ganzkörperliche Schutzkleidung trugen.

Abgesehen davon finde ich nicht, dass die Medien übertrieben Panik machend von Ebola berichten, sondern realistisch. Ist nunmal nicht ausgeschlossen, dass sich das Virus ausbreitet.

Also meckert doch nicht so viel, weil sich hier ein paar Leute Sorgen machen. ;-) Klar, sollte man immer optimistisch sein und nicht in absolute Panik verfallen, aber dann darauf so patzig zu reagieren und so zu tun als wäre alles was mit dem Thema zu tun hat übertrieben, finde ich ebenso unangebracht. Ist doch klar, dass es hier Leute gibt, die auch ihre Bedenken äußern.

s&ofia34J-39 @jaPhre axlt


interessanter Artikel:

[[http://www.dw.de/ebola-%C3%BCberlebende-werden-zu-rettern/a-18001418]]

titel: "Ebola überlebende werden zu rettern"

Focus schreibt:

zitat: 16.05 Uhr: Mehrere Karibikstaaten wollen sich mit einem Einreiseverbot gegen Reisende aus Westafrika vor möglichen Ebola-Infektionen schützen. Jamaika verhängte die Sperre ab sofort für Menschen, die sich in den letzten 28 Tagen in Sierra Leone, Guinea und Liberia aufgehalten haben, wie aus einer Mitteilung des Ministeriums für Nationale Sicherheit am Freitag hervorging. Die drei Länder sind die am schlimmsten von der Epidemie betroffenen Staaten. Nach Medienangaben haben sechs Länder des karibischen Staatenbundes Caricom ähnliche Maßnahmen ergriffen. Laut der Zeitung "Guardian" aus Port-of-Spain wollen Trinidad und Tobago zudem Reisenden aus Nigeria und der Demokratischen Republik Kongo die Einreise verwehren. Die anderen vier Staaten, die ein Verbot verhängt haben, sind Guyana, St. Kitts und Nevis, St. Lucia und St. Vincent und die Grenadinen zitat ende

[[http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/reisemedizin/ebola/ebola-news-ticker-ebola-verdacht-in-paris-krankenschwester-hatte-kontakt-zu-infizierter_id_4209321.html]]

EShvemaldiger NZutzer (#+467x193)


Wer sich mal ansehen will, unter welchen Bedingungen das Personal in den betroffenen afrikanischen Regionen arbeitet, hier sind ein paar Links:

[[https://www.youtube.com/watch?v=ZBbsnyqlihs]]

[[http://video.nationalgeographic.com/video/news/141016-inside-ebola-clinic-vin]]

Das ist alles nur eine Frage der Hygiene und ließe sich verhindern.

Leider, ja. Das, mittlerweile erkrankte, Personal in den USA wurde anscheinend nicht geschult bzw. gibt es Probleme mit dem Protokoll

Sogar für einen Laien sollte hier erkennbar sein, wo offensichtliche Schwachstellen sind:

[[http://imgur.com/a/ZQWR4]]

[[http://imgur.com/a/qn5Vj]]

Handelt sich dabei um ein Hygienekit (explizit dafür ausgeteilt) eines amerikanischen Krankenhauses, das bis dato aber keinen Verdachtsfall hatte.

Hier ein Video von Frau Pham, der infizierten Krankenschwester aus Amerika:

[[https://www.youtube.com/watch?v=7e8DXyVc7Lw&app=desktop]]

In dem Video sieht man auch die korrekte Ausstattung des Personals (inkl. Respirator – obwohl nicht notwendig, schadet nicht).

Ein Artikel über die Anschuldigungen des Pflegepersonals (keine Aufklärung, Schulung oder ausreichende PPE)

[[http://www.latimes.com/nation/la-na-ebola-dallas-20141014-story.html#page=1]]

Stellungnahme der Gewerkschaft, die die Anschuldigungen öffentlich machte und das Pflegepersonal vetritt:

[[http://www.nationalnursesunited.org/blog/entry/statement-by-registered-nurses-at-texas-health-presbyterian-hospital-in-dal/]]

Der Familie des, mittlerweile verstorbenen, Patienten aus Liberia, geht es soweit gut und sie ist symptomfrei.

[[http://in.reuters.com/article/2014/10/14/health-ebola-usa-idINKCN0I31ON20141014]]

[[http://www.nbcdfw.com/news/local/Ebola-Victims-Family-Prepares-to-Leave-Quarantine-279633312.html]]

Viel Spaß beim Lesen und Informieren *:)

SVh<ojo


Das ist alles nur eine Frage der Hygiene und ließe sich verhindern.

Wobei man nicht vergessen darf, dass es sich eben um eine hochinfektiöse Krankheit handelt, sobald die Symptome so ausgeprägt sind. Es ist nicht "nur eine Frage der Hygiene", sondern auch der richtigen Ausbildung, Ausrüstung und Arbeitsbedingungen (womit ich beispielsweise meine: Es ist eine so hohe Konzentration bei der Pflege der Patienten vonnöten, dass übermüdetem Personal sehr leicht Fehler unterlaufen können). Es schwingt leicht so etwas mit wie "Ach, selbst schuld, dass die sich anstecken, wenn sie nicht aufpassen", aber man steckt sich eben sehr schnell mal an, beim kleinsten Fehler kann es passieren, und deshalb ist weder die nicht geringe Infektionsrate unter den helfern unter den gegebenen Bedingungen verwunderlich, noch ist es fair, wenn man so tut, als hätten die Betroffenen dann halt einfach geschlampt. Geschlampt haben die Zuständigen, die bitte dringend mal begreifen dürften, dass jedes Land mit Flugverkehr einen Plan und das entsprechend geschulte Personal benötigt und sachlich und ohne Panik, aber höchst aufmerksam auf Verdachtsfälle reagiert werden muss. Das gilt im besonderen Maß für das Personal auf Flughäfen und in Kliniken.

AOnn4aaxw


Es ist nicht "nur eine Frage der Hygiene", sondern auch der richtigen Ausbildung, Ausrüstung und Arbeitsbedingungen

Absolut, das gehört ja alles zur "Hygiene" und natürlich kann man niemandem einen Vorwurf machen, wenn er in Bezug auf Ebola nicht richtig aufgeklärt oder nur notdürftig ausgestattet wurde und unter furchtbaren Bedingungen zu arbeiten hat. Meine Aussage bezog sich vornehmlich auf den Alltag in dt. Kliniken und Noro-Viren. Denn da erlebe ich einfach zu oft, dass es an simpelsten Hygienemaßnahmen scheitert und sich die Leute auf gut Deutsch gesagt einfach die Pfoten nicht ordentlich genug waschen.

Oder mal zwei Beispiele von letzter Woche:

Patient in Reha-Einrichtung klagt über plötzliche Übelkeit, erbricht mehrfach, erscheint aber trotzdem zur Behandlung, als es ihm kurzzeitig besser geht, kann dann aber den Stuhl während einer Therapie nicht halten und beschmutzt die Behandlungsliege. Wie reagiert das Personal? Zieht ohne Handschuhe o.ä. das Laken ab und wirft es in den üblichen Wäschebehälter für benutzte Laken, ohne gesonderten Hinweis fürs Reinigungspersonal/die Wäscherei (denn normalerweise ist dort vorgesehen, die Wäsche von Patienten mit Noro-Verdacht zu separieren). Behandelt danach ohne Desinfektion der Hände (man mag es kaum glauben, alleine schon wegen des Ekels, aber es war tatsächlich so) oder Wechsel der Arbeitskleidung weiter, kommt also noch mit Dutzenden anderen Patienten in Kontakt. Ich bin gespannt, wie hoch der mal wieder total unerklärliche Anstieg der Noro-Fälle übers Wochenende aussehen wird.

Anderes Beispiel: Noro-Patient wird auf dem Zimmer isoliert und dort behandelt. Das Personal wird angewiesen, mit Kittel und Mundschutz zu behandeln, teilt sich aber aus Faulheit ein und denselben Kittel untereinander, weil keiner Lust hat, den benutzten Kittel fachgerecht zu entsorgen und immer einen neuen zu holen + einen Eintrag für die Entnahme neuen Materials zwischendurch zu machen. Ergebnis? 4-5 Behandler ziehen den Kittel irgendwie über, die einen sorum, die anderen andersrum, weil es keine Absprache gibt. Der nächste trägt also schlimmstenfalls die vorherige Außenseite des Kittels nun innen, "kontaminiert" seine Arbeitskleidung, mit der er dann 6-8 Stunden weiter behandelt und u.U. immer mehr Leute infiziert.

Ja, hat alles auch irgendwie mit schlechten Arbeitsbedingungen zu tun, nämlich mit Zeitdruck usw. Aber manchmal ist es auch schlicht Faulheit und Sorglosigkeit und so verbreiten sich Noro-Viren, multiresistente Keime und mehr auf dt. Klinikfluren schlimmer als Ebola in Westafrika. Nur dass die Auswirkungen nicht so unmittelbar spürbar sind und wahrscheinlich auch gerade deshalb so maßlos unterschätzt werden.

Ein Vorwurf an die Helfer, die derzeit Leib und Leben im Kampf gegen Ebola riskieren, sollte das nicht sein. Die müssen teilweise wirklich unter haarsträubenden Bedingungen arbeiten und das offenbar nicht nur in Westafrika, sondern auch dort, wo eigentlich bessere Mittel und Möglichkeiten vorhanden wären.

Geschlampt haben die Zuständigen, die bitte dringend mal begreifen dürften, dass jedes Land mit Flugverkehr einen Plan und das entsprechend geschulte Personal benötigt und sachlich und ohne Panik, aber höchst aufmerksam auf Verdachtsfälle reagiert werden muss. Das gilt im besonderen Maß für das Personal auf Flughäfen und in Kliniken.

:)z

S\unfl$owerj_7x3


Klar ist mir das Problem mit Zeitdruck etc. bewusst. Aber der Noro-Vergleich hinkt allein deswegen, weil die Infektionswege andere sind und auch die Krankheit/Gefährdung für das Pflegepersonal eine andere.

Ergänzend zu den Links von Grognor:

Sehr aufschlussreich fand ich heute morgen einen Artikel in der New York Times. Danach war das Krankenhaus in Texas, wo sich auch zwei Krankenschwestern angesteckt haben, nicht mal in der Lage, Körperausscheidungen, Laken etc. des Erkrankten Thomas Duncan selber ordnungsgemäß zu entsorgen/desinfizieren, sondern das Ganze wurde mit Sondergenehmigung in eine private (!) Entsorgungsfirma gebracht. Und die Klinik hat bspw. keinerlei Kontakt aufgenommen zu Forschungseinrichtungen, die täglich solchen Müll entsorgen müssen und entsprechend hätten beraten können.

Sorry, aber ist ein NoGo. Und untermauert so ein bisschen meine ganz persönlichen Vorurteile im amerikanischen Gesundheitssystem: Toll und modern, solange ausreichend Gewinne abgeschöpft werden und Investitionen diese direkt versprechen. Überteuert ohne Ende. Und eher unteriridisch, wen es nicht das große Geld zu machen gibt (und das gibt's mit ausreichend Entsorgungs-/Sterilisationsmöglichkeiten für solche Seuchenfälle halt nicht, weil nur wenige Menschen betroffen, weil der Fall hoffentlich nur selten/gar nicht eintritt,... Also wird da gespart – und im Notfall ist das Problem da).

Panikmache:

Ich habe die Tage den Ebola-Alarm am Hbf Hamburg direkt mitbekommen. Da wurde ein 15jähriger in Schutzanzug gehüllt von entsprechend ebenfalls geschützten Sanitätern eingesammelt. Weil er dunkelhäutig war und sich mehrfach übergeben hat auf der Zugfahrt nach Hamburg. Dass das arme Kind seit 2 Jahren nicht mal in Afrika war, war egal. Panikalarm halt. Vor Ebola hätte niemand einen Krankenwagen gerufen – oder maximal auf Noro getippt.

AsnnOaaxw


Aber der Noro-Vergleich hinkt allein deswegen, weil die Infektionswege andere sind und auch die Krankheit/Gefährdung für das Pflegepersonal eine andere.

Das mit den Infektionswegen hattest du schon mal geschrieben, aber inwiefern sind sie denn andere? M.E. unterscheiden sie sich nicht wesentlich, Noro-Viren werden im Grunde genau so übertragen wie Ebola-Viren auch. Eben nicht durch die Luft, man muss schon direkt oder indirekt mit den Ausscheidungen eines Erkrankten in Kontakt kommen. Wie meinst du das also?

SgunfloCwerE_73


Noro wird auch durch Aerosole (z.B. durch Erbrechen) auch durch die Luft übertragen. Bei Ebola ist schon engerer Kontakt erforderlich (direkter Kontakt zu Körperflüssigkeiten). Ist für mich ein kleiner, aber nicht unwichtiger Unterschied.

Mduff sPotxter


[[http://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Neuer-Ebola-Verdachtsfall-in-Hamburg,ebola290.html]]

"Neuer Ebola-Verdachtsfall in Hamburg

In Hamburg gibt es erneut einen Ebola-Verdachtsfall. Betroffen ist ein Jugendlicher, der im Kinder- und Jugendnotdienst in der Feuerbergstraße im Stadtteil Ohlsdorf untergebracht war".

SmhoAjo


Wie alle anderen Hamburger Verdachtsfälle bisher auch: blinder Alarm, kein Ebola.

[[http://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Ebola-Verdachtsfall-in-Hamburg-nicht-bestaetigt,ebola290.html]]

Sdho@jSo


Schön, ist ja noch mal derselbe Link, der jetzt aber auf die Aufklärung statt auf den Alarm verweist. ;-D

M}uff P!ottxer


ie alle anderen Hamburger Verdachtsfälle bisher auch: blinder Alarm, kein Ebola.

Das ist gut.

Ungeachtet dessen spricht die WHO derzeit von [[http://www.who.int/csr/disease/ebola/situation-reports/en/?m=20141119 15.000]] Infizierten und ca. 5.400 Toten.

[[https://www.aerzte-ohne-grenzen.de]]

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Infektionen oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

EBV und Pfeiffer'sches Drüsen­fieber · HIV und Aids · HP-Viren und Feigwarzen · Blasenentzündung · Borreliose


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH