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Gürtelrose

MAonUstxi hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

seit Ende August plagt mich die Gürtelrose. Die Blasen im Bereich des rechten Schulterblatts sind zwar noch sichtbar, aber nicht mehr wirklich akut. Jetzt werden aber die Nervenschmerzen immer schlimmer. Sie betreffen den gesamten rechten Rumpf und ziehen sich über die Schulter bis zur Hand.

Dass ich das jetzt schon so lange habe, hängt sicher mit meinen Rheuma-Medikamenten zusammen (Arava und Enbrel), die mein Immunsystem beeinträchtigen. Ohne diese Medikamente geht es aber nicht.

Was kann ich gegen diese ekelhaften Schmerzen tun? Hochdosiertes Vit. B, Laser, Tens und Novalgin habe ich schon versucht, war aber nicht wirklich hilfreich. Jetzt habe ich von Capsaicin 8% gehört, das es auch als Schmerzpflaster gibt. Das würde ich gerne versuchen. Hat jemand von Euch Erfahrung damit?

LG

Antworten
t4he-caxver


Sie betreffen den gesamten rechten Rumpf und ziehen sich über die Schulter bis zur Hand.

Das wäre schon ein ungewöhnlich großes Gebiet. Hattes Du in dem gesamten Gebiet Bläschen?

Dass ich das jetzt schon so lange habe, hängt sicher mit meinen Rheuma-Medikamenten zusammen (Arava und Enbrel), die mein Immunsystem beeinträchtigen.

Sehr wahrscheinlich, ja. Die Frage ist jetzt eher, ob du noch den Nervenschmerz durch die Infektion hast, oder ob es schon eine Post-Zoster-Neuralgie ist. Wie alt bist du?

Jetzt habe ich von Capsaicin 8% gehört, das es auch als Schmerzpflaster gibt.

Das Pflaster hat ungefähr die Größe DIN A5 und wirkt nur lokal - bei der Größe deines Scherzareals also eher nichts für dich. Man kann zwar theoretisch bis zu 4 Pflaster gleichzeitig anweden - das wird aber kaum jemand verscfhreiben, da der Stückpreis bei 350 Euro liegt.

Hat jemand von Euch Erfahrung damit?

Wie gesagt, Pflaster (egal, ob Qutenza oder Versatis) ist bei so einem großen Areal nicht sinnvoll möglich. Nichtopioid-Scherzmittel wie Novalgin (oder Ibuprofen, Diclofenac, Paracetamol,...) seind bei nervenschmerzen praktisch unwirksam. Es gibt im wesentlichen 3 Medikamentengruppen:

- Antidepressiva: Bestimmte Antidepressiva wirken gut auf Nervenschmerzen, z.B. Amitriptylin. Es gibt auch eine kleinere Untersuchung, die einen vorbeugenden Effekt in Bezug auf die PZN zeigen konnte, wenn man es ab Beginn der Erkrankung einnimmt (ich bin mir nicht sicher, ob ich das glauben sol, die Studie wurde auch nie mit größerer Patientenzahl wiederholt).

- Epilepsie-Medikamente: Da werden vor allem Gabapentin und Pregabalin (Lyrica) verwendet, wobei ich aus Nebenwirkungs- nd Kostengründen ersteres bevorzuge.

- Opioide: Überlegt man sich dann, wenn es mit den bereits genannten Substazen nicht gut funktioniert. Neben den anderen Problemen der Opioide sollte man in deinem Fall berücksichtigen, dass bestimmte Opioide (z.B. Morphin) in dem Verdacht stehen, das Immunsystem zu schwächen.

Die angenehmere Variante wäre natürlich, wenn es sich noch um den Schmerz der akuten Infektion handelt und es in der nächsten Zeit von selber besser wird...

M:on/sti


Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort, die mir ein wenig weiterhilft.

Die angenehmere Variante wäre natürlich, wenn es sich noch um den Schmerz der akuten Infektion handelt und es in der nächsten Zeit von selber besser wird...

Das wäre in der Tat optimal. :)z

Hattest Du in dem gesamten Gebiet Bläschen?

Nein, nur auf einem 5-7 cm breiten und 20 cm langen Streifen auf dem rechten Schulterblatt und anfangs auch ein wenig im Gesicht. Ich weiß, dass eine zweite Stelle eher selten vorkommt, aber bei mir war es so.

Ob das im Rücken und im Arm bereits eine PNZ ist, weiß ich nicht, denn die Bläschen kommen sofort wieder, sobald ich Enbrel gespritzt habe. Am Sonntag hatte ich nach zwei Wochen Pause erstmals wieder gespritzt, weil mir das Rheuma wieder zu heftig geworden war. Offenbar nutzen die Viren die Gunst der Stunde und gewinnen wieder die Oberhand. Das Enbrel lasse ich nun erst einmal weg und versuche ab kommenden Sonntag, die Rheumaschübe mit möglichst niedrig dosiertem Cortison (Anfangsdosis 8 mg Urbason, nach zwei Tagen auf 4 mg gehend) in Schach zu halten. Ich bin 60 Jahre alt, d.h. die Wahrscheinlichkeit einer PNZ ist leider durchaus gegeben.

Da ich aufgrund der Schmerzen in der Nacht unzählige Male aufwache und auch sonst bewegungseingeschränkt bin, habe ich mir nun einen Termin an der Schmerzambulanz des hiesigen Spitals geben lassen.

Ist es nicht so, dass man das Pflaster an der Stelle des intensivsten Schmerzes aufbringt (in meinem Fall die rechte Schulter) und es so auch auf die dazugehörigen Nervenbahnen (hier vor allem des Arms) wirkt? Bewege ich meinen rechten Arm nicht, sitzt der Dauerschmerz "nur" im Areal der Bläschen und in der rechten Schulter. Drehe ich den Arm aber, schießt es mir bis in die Hand hinein. Der heftige Schmerz beglückt mich danach noch einige Minuten lang, taube Hand inklusive. Das Ausstrahlen in den Lendenbereich hat zum Glück vor einer guten Woche gänzlich aufgehört.

Nochmals vielen Dank und liebe Grüße

Angie

P.S. Was man mir übernächsten Freitag in der Schmerzambulanz empfiehlt, werde ich hier kundtun.

M^onsxti


Nun war ich in der Schmerzambulanz, und ich werde am kommenden Donnerstag tatsächlich die Chili-Schmerzpflaster-Dröhnung bekommen: 1/2 Stunde kühlen, 60 min Pflaster, anschließend noch einmal 1/2 Stunde kühlen.

In der Schmerzambulanz hatte ich ein sehr langes Gespräch. Aufgrund meiner diversen Begleiterkrankungen sieht man keine andere Lösung. Bin gespannt.

Mtonstxi


Zur gestrigen Verabreichung des Qutenza-Pflasters siehe hier --> [[http://www.med1.de/Forum/Neurologie/594964/?p=2#p21989929]]

MYonxsti


Leider brachten alle lokalen Therapien, inkl. des Qutenza-Pflasters so wenig, dass ich nun doch auf Medikamente zurückgreife: Vorgestern wurde mir Gabapentin verschrieben, das ich nun langsam auf 900 mg tlg. aufdosiere. Schade, dass alles andere kaum etwas bewirkte. Gabapentin ist neben Lyrica wohl die gängige medikamentöse Therapie bei Post-Zoster-Neuralgie ...

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