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Tollwut Thailand Infektionsrisiko

B5la{uer_0Baer hat die Diskussion gestartet


Hallo,

meine Freundin befindet sich zurzeit im Nord-Westen von Thailand. Im dortigen Hostel lebt ein vier Monate Alter Welpe, der sich wohl ausschließlich auf dem Gelände aufhält und dem Besitzer des Hostels gehört. Nun kam es dazu, dass der Welpe im Spiel ihr unbeabsichtigt einen Minikratzer mit den Zähnen zugefügt hat (auf den Bildern die ich von ihr bekommen habe, konnte ich nix erkennen). Es hat wohl minimal geblutet, wie bei einem Kratzer eben, und sie hat die Wunde mit Jodlösung desinfiziert.

Da ich leider ein verlustangstgeprägter Mensch bin, mach ich mir etwas Sorge um die Möglichkeit einer Tollwutinfektion.

Sie hat eine komplette dreiteilige Grundimmunisierung und 2 Wochen vor Antritt der Reise, also vor knapp einem Monat, eine Nachimpfung bekommen.

Leider ist es ihr erst am Donnerstag möglich ein Krankenhaus aufzusuchen. Der Vorfall war gestern.

Meine Frage: bin ich einfach nur paranoid oder besteht tatsächlich ein akutes Infektionsrisiko?

Leider finde ich im Netz keine klare Aussage über die Wirksamkeit einer prophylaktischen Impfung und dem Infektionsrisiko abhängig von der Verletzung. Ist ein tiefer Biss wesentlich gefährlich als ein Miniminikratzer? Oder ist das egal? Und wofür die Prophylaxe wenn dann sowieso nachgeimpft werden muss? Oder ist dies nur um den Impfschutz für den Rest der Reise weiterhin sicher zustellen?

Achja und über die Fahrlässigkeit mit einem fremden Tier im Ausland zu spielen, möchte ich hier gar nicht diskutieren. Darüber bin ich mir und sie jetzt auch im Klaren.

Viele Grüße

Blauer_Baer

Antworten
S?inaSouYndxso


Da Deine Freundin nicht weiss, ob dieser Hund Tollwut hat oder nicht, wuerde ich mich an ihrer Stelle impfen lassen. Das Geld waere mir meine Gesundheit schon wert. Zwar fuehrt nur etwa jeder 5. Biss/Kratzer eines tollwuetigen Tiers zur Infektion, aber da Tollwut in der Regel toedlich endet und man nur vor dem Ausbruch etwas dagegen tun kann, wuerde ich auf Nummer sicher gehen.

Eine Freundin von mir wurde in Indien von einem streunenden Hund gebissen und hat, trotz Prophylaxe, nicht lange gezoegert. Sicher ist sicher.

Alles Gute fuer Deine Freundin

PEoiPanaxD.


Meine Frage: bin ich einfach nur paranoid oder besteht tatsächlich ein akutes Infektionsrisiko?

Du bist paranoid und deine Freundin auch, wenn sie ein Krankenhaus aufsucht.

S;hxojo


Das ist kein streunender bissiger Hund, sondern ein spielender Welpe, der offenbar keinerlei Auffälligkeiten zeigt, also offenbar nicht an Tollwut erkrankt ist. An eurer Stelle würde ich sorgsam darauf achten, dass ihr einander nicht mit der gegenseitigen Verstärkung hypochondrischer Tendenzen in den Wahnsinn treibt.

BplajuUer_xBaer


Das ist kein streunender bissiger Hund, sondern ein spielender Welpe, der offenbar keinerlei Auffälligkeiten zeigt, also offenbar nicht an Tollwut erkrankt ist. An eurer Stelle würde ich sorgsam darauf achten, dass ihr einander nicht mit der gegenseitigen Verstärkung hypochondrischer Tendenzen in den Wahnsinn treibt.

Momentan bin eher ich das der hier ein bisschen am Rad dreht. Und wie PoianaD. gesagt hat...

Du bist paranoid und deine Freundin auch, wenn sie ein Krankenhaus aufsucht.

... könnte das durchaus aufgrund von

Da ich leider ein verlustangstgeprägter Mensch bin

zutreffen.

Ich versuch nur das grade krampfhaft zu trennen.

R[an+ora


Öhm. Wozu dient deiner Meinung nach eine vorherige Impfung, wenn man nach einem Kontakt mit dem betreffenden Erreger doch nochmal nachimpfen muss? Ich meine, dann könnte man sich ja das Impfen vorher sparen und es im Fall der Fälle einfach nachher machen...

"Der Ausbruch der Erkrankung kann durch eine vorbeugende (präexpositionelle) Impfung verhindert werden. (...) Der Impfling bildet nach der Injektion schützende Antikörper gegen die Viren. Spätestens 35 Tage nach Beginn des Impfschemas besitzen immunkompetente Impflinge einen Immunschutz. (...)"

[[https://de.wikipedia.org/wiki/Tollwut#Vorbeugung]]

B1lauerG_Baexr


@ Ranora

Mich hat nur der Hinweis irritiert, bei Kontakt immer nach zu impfen. Die Impfung würde nur den Ausbruch verzögern etc. pp. In einigen Quellen steht auch, dass der Schutz zu nahezu 100 % gegeben ist. Bedenkt man, dass nur 10 % aller Hunde in Thailand infektiös sind und die Wahrscheinlichkeit zwischen 3 % - 5 % (andere Quellen: 3 % - 50 %) schwankt, sollte ich mir wahrscheinlich keine Sorgen machen. Zudem es ja kein streunender Straßenhund war und der Besitzer, trotz einiger Kratzer durch seinen Hund, sich ebenfalls bester Gesundheit erfreut.

Ich verzieh mich glaub ich ins Psychoforum. Trotzdem danke für die Beiträge.

EPhemalciger HNutzer$ (#46x9485)


JA, Du bist paranoid.

SinaSoundso

Da Deine Freundin nicht weiss, ob dieser Hund Tollwut hat oder nicht, wuerde ich mich an ihrer Stelle impfen lassen. Das Geld waere mir meine Gesundheit schon wert.

Du hast im Eingangspost aber schon gelesen, dass die Freundin komplett gegen Tollwut durchgeimpft ist und somit ein Impfschutz besteht?

Srina1Soundxso


@ Joker91:

meine Freundin war auch komplett geimpft, aber bei einem Biss von einem potentiell tollwuetigen Tier wird trotzdem nachgeimpft. Warum genau das so ist, weiss ich allerdings nicht. Das Deutsche grüne Kreuz schreibt dazu:

Impfung nach Exposition

Einer unverzüglichen Impfbehandlung sollten sich alle Personen unterziehen, die von tollwutverdächtigen oder tollwütigen Tieren gebissen oder gekratzt wurden, oder Personen, bei denen durch Kontakt mit Speichel dieser Tiere eine Tollwut-Infektion nicht auszuschließen ist.

Zunächst sind alle Wunden und mit Speichel des Tieres in Berührung gekommene Körperstellen mit Seife oder einer Geschirrspülmittellösung zu reinigen, mit Wasser gründlich zu spülen und nachfolgend - wenn möglich - mit einem alkoholhaltigen Desinfektionsmittel oder einer Jodtinktur zu desinfizieren. Mit Speichel in Berührung gekommene Schleimhäute von Augen, Mund und Nase sind gründlich mit Wasser zu spülen.

Je nach Art der Infektionsgefährdung und eventueller Vorimpfungen erfolgt anschließend eine alleinige Impfung oder eine kombinierte Impfbehandlung, wobei zusätzlich Tollwut-Immunglobulin verabreicht wird, ein spezielles menschliches Serum, das Abwehrstoffe gegen Tollwut enthält.

Ich bin bei sowas echt vorsichtig, grade wenn man die Tiere nicht kennt. Aber vielleicht uebertreibe ich da auch.

Daher mein Tipp: Deine Freundin soll ihren Hausarzt in Deutschland anrufen (ueber Skype oder so) und ihm den genauen Vorfall schildern, er wird ihr sicher einen besseren Rat geben koennen als wir.

s'inKgxha


Deine Freundin ist durchgeimpft. Theoretisch reicht es, sollte es dennoch nicht reichen, verliefe die Krankheit nicht tödlich (Auskunft meines Tropenarztes).

B#lauer_xBaer


@ singha

Das klingt ja schon mal beruhigend :)z Dürfte ja ähnlich wie bei der Grippeimpfung sein, man bekommt es liegt dafür aber nur ein paar Tage flach und nicht gleich Wochen. (Nein, ich will diese Krankheit nicht miteinander vergleichen!!)

@ SinaSoundso

Meine Freundin hat heute Mittag sicherheitshalber ihre Reisekrankenversicherung angerufen. Die haben sie an einen Arzt weitergeleitet der ihr bestätigt hat, dass die Schutzimpfung gut ist, rät aber eine Impfung vor Ort durchzuführen. Das wird sie wohl morgen machen.

BTW in Indien würde ich das auch ohne mit der Wimper zu zucken machen. Die Hälfte aller Tollwuttode gehen auf Indien zurück. Weltweit, aber gerade dort, in 99 % der Fälle durch Hundebisse.

@ derRest

War wohl etwas Paranoia im Spiel, da Tollwut aber nahezu 100 % tödlich ist, ist Vorsicht doch besser als Nachsicht.

THheManW4hovWouldBexKing


Theoretisch reicht es, sollte es dennoch nicht reichen, verliefe die Krankheit nicht tödlich (Auskunft meines Tropenarztes)

Diese Aussage kann ich nicht nachvollziehen, schon gar nicht seitens eines Arztes. Sollte es "nicht reichen", d.h. die Krankheit bricht aus, dann gibt es keinen schwächeren Verlauf. Tollwut ist, wenn einmal ausgebrochen, immer tödlich (von wenigen Einzelfällen abgesehen). Genau deshalb gibt man - um sicher zu gehen - Patienten, die gebissen wurden oder auf sontige Art mit infektiösen Körperflüssigkeiten in Kontakt kamen, eine Postexpositionsprophylaxe in Form von Antikörpern (Passivimmunisierung).

Das soll dir nun keine Angst machen, zumal es sich ja auch um keinen streunenden Hund, sondern ein "Haustier" handelt (btw: Weiß sie, ob der Welpe geimpt wurde? Dann ginge das Risiko ja wirklich fast gegen null). Eine baldmögliche PEP ist aber angebracht, das bestätigt ja auch die Aussage des Arztes. Je länger man damit wartet, desto schlechter wirkt die nachträgliche Passivimpfung. Optimal sind 24-48 Stunden, also nicht warten bis am Donnerstag!

BalaueQr_Bahexr


@ TheManWhoWouldBeKing

Soweit ich weis ist er das nicht.

Trifft das eigentlich zu, dass wenn der Welpe in zehn Tagen noch lebt bzw. keinerlei Symptome aufzeigt, man davon ausgehen kann, dass er nicht infiziert ist?

Eine baldmögliche PEP ist aber angebracht, das bestätigt ja auch die Aussage des Arztes. Je länger man damit wartet, desto schlechter wirkt die nachträgliche Passivimpfung. Optimal sind 24-48 Stunden, also nicht warten bis am Donnerstag!

Wie gesagt, sie wird morgen direkt in die nächstgrößere Stadt fahren und sich impfen lassen. Wäre dann noch innerhalb der 48 Stunden. Soweit ich mich durchs Netz gewühlt habe geht das bei einer Grundimmunisierung auch noch bis zu 72 Stunden nach der Infektion. Also alles soweit noch im grünen Bereich. Ich hoffe nur, dass sie das auch morgen sofort macht....

TyheManWLhoWo,uldBeXKinxg


Die Inkubationszeit kann unterschiedlich lang sein. Wenn das Tier in zehn Tagen noch lebt, kann man daraus nicht schließen, dass es nicht infiziert ist. Allerdings kann man in diesem Fall dan sagen, dass die Erkrankung zum Zeitpunkt des Bisses (falls infiziert) noch nicht ausgebrochen war, somit hätte demnach zum Bisszeitpunkt auch kein Infektionsrisiko bestanden, weil noch kein (oder in für eine Infektion ausreichender Menge) Virusmaterial in Blut, Speichel etc. vorhanden war.

Soweit ich mich durchs Netz gewühlt habe geht das bei einer Grundimmunisierung auch noch bis zu 72 Stunden nach der Infektion

Richtig, eine vorherige Aktivimmunisierung ist auf jeden Fall von Vorteil. Die PEP kann sogar bis zu sieben Tage nach dem Risikokontakt noch wirksam sein, selbst bei vorher nicht Immunisierten. Ideal ist trotzdem ein Fenster von 24 (optimal) und 48 Stunden. Das Risiko ist in der Situation deiner Freundin sowieso gering, wenn sie nun morgen noch die Passivimmunisierung bekommt, ist alles sehr, sehr safe!

E_hema9liger% NutzeYr (#46x9485)


Wow,

wieder was dazugelernt. Danke an Susi und TheMan........

Warum aber dann vorab impfen, wenn ich dann bei "Infektionsgefahr" trotzdem noch ne PEP brauch?

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