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Mrsa. Keime beim Vater gefunden

MRinaxV hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen.

Ich bin mir nicht sicher, ob das hier richtig platziert ist, aber ich brauche dringend eure Hilfe.

Heute besuchte ich meinen Vater im KH und müsste mich in irgendwelche Klamotten zwingen, um mich zu schützen, weil man bei meinem Vater den Keim gefunden hat.

Hab im Internet versucht darüber zu lesen, aber wirklich schlau bin ich nicht danach.

Meine Schwester meint, es ist ein gefährliches Keim und wenn man ihn bekommt, kann man sterben.

Wieso lassen sie mich dann zu meinen Vater rein, wenn das mein Leben vielleicht gefährdet?

Wer kann mir was darüber erzählen?

LG

Antworten
Jiulexy


MRSA ist ein Keim, der gegen viele Antibiotika resistent ist.

Ich hatte den mal lokal in der Blase.

Glaube der kann einem nur gefährlich werden, wenn man immungeschwächt ist... ":/

Gzreg4Houxse


Hallo,

die MRSA = Methicillin-Resistenter-Staphylokokkus-Aureus. Diese Keime haben gelernt gegen "alle" Penecilline resistent zu sein. Es gibt aber Reserveantibiotika die "noch" helfen können (z.B.: Vancomycin).

Die Anzieh-/Desinfektionsprozedur musst Du machen, damit das "Krankenhaus" geschützt wird, da sich der Keim sehr leicht verbreiten lässt. Bei einer normalen Immunabwehr brauchst Du Dir normalerweise keine Sorgen machen, da Staph aureus nicht sehr pathogen ist, solange er nicht in Wunden kommt oder bei Immunschwäche in die Lunge.

Die leichte Verbreitung entsteht, da Staph aureus ein normaler Bestandteil der Hautflora ist und sich bei sehr vielen Menschen (ohne das diese Erkranken) am Naseneingang befindet => eine leichte Berührung der Nase, dann der Türklinke und schon ist er dort, wo er sich schnell verbreiten kann.

Schöne Grüße

M5inxaV


Also nehme ich an, wenn ich gestern mit einen Hemd, Mundschutz und Handschuhen gut geschützt war. Ich habe paar Sachen angefasst von meinem Vater, aber alles mit Handschuhen. danach müsste ich mich von den Klamotten befreien, sie weg werfen und abschliessend, Hände desinfizieren. Hab sie bis zur Ellenbogen mit sterilium ordentlich begossen ;-) Danach öffnete ich Tür mit Ellenbogen :)^

Ich hoffe, ich hab da nicht mittgeschleppt.

Wie ist das jetzt mit anderen Sachen? Seine Wohnung, Klamotten die er da hat? Muss man das auch desinfizieren?. Wie muss ich mich verhalten wenn er heim kommt?

E1lafHRemiUch0x815


Solange du gesund bist, gibt es für dich praktisch kein Risiko. MRSA schafft es bei einem gesunden Menschen vielleicht Erkältungssymptome hervorzurufen. Wobei es tatsächlich so ist das viele Menschen - vielleicht auch du - diese Bakterien besitzen ohne je krank zu werden. Kritisch wird es erst bei älteren, schwächeren Menschen, deren Immunsystem nicht mehr so toll arbeitet, die bereits unter Vorerkrankungen leiden, die offene Wunden haben usw. Und ja, an MRSA kann man durchaus sterben, alleine in Deutschland ca. 20.000/Jahr. Das Problem an MRSA Bakterien ist das sie im Grunde harmlos, aber fast völlig immun gegen Antibiotika sind. Es gibt Stämme die sogar gegen Vancomycin immun sind. Die "Isolierung" des infizierten Patienten dient hauptsächlich dazu eine weitere Verbreitung zu verhindern, dass sich z.B. weitere Patienten anstecken.

IcsabCelxl


Diskussion verschoben

M{ina0V


das habe ich gelesen, dass man dadran sterben kann.

Mein Vater ist isoliert, allerdings ist in sein Zimmer ein Patient dazu gekommen. Ich frage mich, ob er das auch hat? Mein Vater sagt, dass der Patient durchfall hat.

Ich würde gerne erfahren wie ich mich verhalten soll, wenn er Zuhause ist? Muss ich etwas beachten.

Er bekommt einen Tropf, ich hoffe, dass er irgendwelche Antibiotiker bekommt.

AOufDerGArbreit


Auch wenn dein Vater diesen Keim hat, muss es für ihn nicht lebensbedrohlich sein.

Viele Krankenhäuser testen alle Patienten auf diesen Keim und wenn er gefunden wird, wird der Patient isoliert so wie es deinem Vater nun passiert ist. Damit will man aber die anderen Patienten und auch das Krankenhaus schützen - dein Vater gehts dadurch weder schlechter noch besser.

Antibiotika wird hoffentlich erst dann gegeben, wenn von diesem Keim auch eine Gefahr für deinen Vater ausgeht. Gerade die häufige Antibiotika-Gabe obwohl es eigentlich nicht notwendig gewesen wäre, ist der Grund warum solche Keime existieren. Wenn man die jetzt zu häufig mit den Reserve-Antibiotika behandelt, werden sie auch dagegen immun - und das will keiner.

GoregH[o!uxse


Leider gibt es tatsächlich einige Fälle, die trotz geeigneter Antibiotikabehandlung versterben, da deren Immunsystem nicht stark genug ist. Was viele nicht wissen, ohne funktionierendes Immunsystem kann ein Antibiotikum auch keine Wunder bewirken. Meist sind Menschen mit den schwer behandelbaren Infektionen auch sehr immungeschwächt (darum ist die Infektion meist auch entstanden).

Wenn Dein Vater entlassen wird, bekommt er einige Hinweise über Verhaltensregeln mit. Meist werden MRSA-Keime in der "natürlichen" Umgebung relativ schnell von der "normalen" Bakterienflora verdrängt. Es gibt aber auch bestimmte Salben, welche die Verdrängung unterstützen können. Soviel ich weiß, wird nach bestimmten Zeit-Intervallen ein Nasenabstrich gemacht. Wenn drei Abstriche hintereinander MRSA negativ sind, gilt die Situation als ausgestanden.

Aber nochmal, Menschen mit normal funktionierendem Immunsystem bekommen selten ein Staph-Infektion. Im übrigen sind MRSA-Keime nicht pathogener als MSSA-Keime, nur bei einer Infektion schwerer behandelbar.

Es stimmt im übrigen, dass in den USA vereinzelt bereits VRSA-Keime (Vancomycin-resisten) gefunden wurden, glücklicherweise konnte sich diese Bakterienstämme bislang nicht verbreiten. Als aller letzte Reserve gibt es aktuell zwei Antibiotika, welche "noch" gegen MRSA zuverlässig eingesetzt werden können, wenn Vancomycin zu schwächeln beginnt: Linezolid und Daptomycin

Aber früher oder später wird es vermutlich auch gegen diese Reserveantibiotika Resistenzen geben, spätestens wenn aus der Reserve notgedrungen Standard wird.

MYixnaV


Ich habe gestern mit der Krankenschwester gesprochen und sie gefragt, was man bei dem keim beachten soll. Sie meinte, dass mein Vater vermutlich ein Desinfektion Mittel bekommen mit dem er sich täglich behandeln muss. Auch die Haare.

Das ganze fünf Tage lang.

Er ist sehr krank. Diverse Krankheiten wie: Herzschwäche, eine Niere, Dialyse Patient, Gicht und Diabetes.

Als ich ihn gestern gesehen habe, machte er auf mich einen ganz guten Eindruck.

Im Krankenhaus ist er gelandet wegen Schwächeanfall. Er ist vor meine Haustür zusammen gebrochen.

Gestern sollte bei ihn ein Shunt angelegt werden, aber sie haben nichts gemacht.

Deshalb sagte ich, dass sie ihn lieber dort behalten sollen, bis er ganz fertig ist. Den zuhause war mit ihn wirklich nicht leicht, da er solche Angst vor diesem Eingriff hat

MZiUnxaV


Es gibt ein weiteres Fall von MRSA im Krankenhaus wo mein Vater liegt.

Das finde ich nicht lustig.

JNuljey


In dem KH wo ich gearbeitet habe hatten wir ganze MRSA Stationen. Unser damaliger Chef hat die alle behandelt, die kamen aus ganz Deutschland zu uns.

Ich will damit sagen, dass dies keine Seltenheit ist im KH.

M4inaxV


Juley

War das schlimm?

J!uley


Inwiefern schlimm?

Es war halt nervig. Weil wenn die Patienten zu uns zur Untersuchung kamen (Radiologie), musste man sich komplett "verkleiden", danach musste der Raum geputzt werden mit besonderen Mitteln und dann müsste man ewig warten bis man wieder rein durfte.

M(inaxV


Na klasse. Mein Vater wird heute entlassen und ich habe Angst, dass ich mich anstecke.

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