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Malariaprophylaxe wirklich notwendig? Oder doch eher Standby?

R^edebedOarLf2@8x8 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

im Januar plane ich eine 3-Wöchige Reise durch Westafrika und denke nun darüber nach ob ich eine Malariaprophylaxe nehmen soll oder nicht?

Ich habe mir nun schon Gelbfieber und Tollwut impfen lassen und bin insgesamt ein sehr empfindlicher Mensch was Nebenwirkungen angeht, bis auf einen Schnupfen hatte ich bei den Impfungen zwar nichts, aber ich habe zum Beispiel von Doxycyclin mal depressive Verstimmungen bekommen, sodass ich die Behandlung unter Absprache des Arztes abgebrochen habe.

Die Nebenwirkungen von den Malariaprophylaxen wie Lariam oder Malarone sind halt ziemlich heftig und wie ich mich kenne kriege ich direkt was :D, bisschen Durchfall wäre ja nicht schlimm aber psychische Nebenwirkungen kann ich nicht ertragen.

Wie sieht also die Situation aus? Das Auswärtige Amt sagt, die Chance Malaria zu bekommen, wenn man gestochen wird liegt bei fast 100%, das klingt ja toll :D

Was passiert wenn man Malaria bekommt? Reicht dann evtl. auch ein Standby Mittel ohne mit irgendwelchen Komplikationen daraus zu kommen? Wie lange dauert es bis die Krankheit ausbricht? Ist sie heute noch tödlich oder eher wie eine normale Grippe?

Antworten
rJomsaniaxno


Hi, wo genau in Westafrika wirst du denn sein? Ich habe mal den Artikel zu Nigeria gelesen und dort steht nicht, dass man zu 100% bei einem Mückenstich Malaria bekommt, jedoch dass die Malariaart in Nigeria zu 95% Malaria teopica ist. DIe ist ein spezieller Malariavirus, der gefährlicher ist als die anderen.

Meiner Meinung nach ist es sehr unwahrscheinlich, dass jeder Moskitostich zu Malaria führt, da auch nicht bei nicht jedem Malaria aus richt, selbst wenn man sich infiziert hat.

Ob du eine Prophylaxe oder ein Standby mitnehmen solltest, kannst du bei deinem spezifischen Land des Auswärtigen Amtes nachlesen oder noch besser ist es einen Tropenmediziner oder das RKI zu rat zu ziehen.

m*aki"ki


Würde die Malariaprophylaxe nehmen, wenn es für dieses Land zu empfohlen wird. Kann nur gutes über Malorone berichten: keinerlei Nebenwirkungen und man hat am Ende einen wesentlich entspannteren Urlaub, wenn man nicht bei jeder Mücke Panik schiebt.

Oder ein Notfallmedikament besorgen (falls du wirklich so schlecht Medikamente verträgst) um es rechtzeitig einzunehmen, wenn du in Regionen unterwegs bist, wo Mückenstiche eher unwahrscheinlich sind. Würde es wohl von der Art der Reise abhängig machen und mich gut beraten lassen.

E{lafRe/mic-h08x15


Nun, du musst dir ganz einfach folgende Frage beantworten: Was ist schlimmer?

An Malaria (Sumpffieber) zu erkranken.

Oder sich vielleicht über paar harmlose Nebenwirkungen ärgern dürfen.

Ach ja, wenn du so felsenfest überzeugt bist auf jeden Fall irgendwelche Nebenwirkungen zu erfahren, wird das auch definitiv so kommen, auch wenn es dann nur psychosomatisch wäre als selber erfüllende Prophezeiung.

MQakkaxbi


Was passiert wenn man Malaria bekommt?

Worst Case? Tod in 4 Stunden (Gehirnmalaria, "Malaria Cerebrales").

Für Kurzzeitbesuche würde ich immer Prophylaxe machen. Zusätzlich Mückenschutzmittel mit DEET benutzen und AUF die Kleidung sprühen. Mückennetze benutzen.

Mit der Erfahrung mit Doxycylin würde ich auch von Lariam abraten; Malarone sollte gehen, vor Ort dann Fansidar oder Artesemin als Notfallpräparate.

Wie die Prävalenz in Westafrika ist, kann ich leider nicht sagen; in anderen Teilen Afrikas geht sie jedenfalls zurück.

KbanVten^mechanxiker


Informiere dich bei einem Tropeninstitut, nirgendwo gibt es aktuellere Daten, ob Prophylaxe oder Stand by empfohlen wird. Das wechselt übrigens auch mal. Mein Vater ist an Malaria Tropica verstorben, u.a., weil er sich nicht ausreichend informiert hat, und die Gefahren ignoriert hat.

mEaripxosa


Ich war vor einigen Monaten wieder in einer Malaria-Region, allerdings in Ostafrika (Serengeti). Ich habe keine medikamentöse Malaria-Prophylaxe gemacht, sondern mich an die üblichen Empfehlungen gehalten: ab Einbruch der Dunkelheit die Haut bedeckt mit heller Kleidung, und auf alles, was unbedeckt blieb, habe ich Nobite aufgetragen (Achtung: Nobite frisst Kunststoff an -> Armbanduhr schützen!) und nachts das Moskito-Netz benutzt.

In Kenia habe ich nur einen einzigen Mückenstich bekommen (beim Abflug auf dem Airport), in Tansania ebenfalls keinen Mückenstich, aber viele Stiche durch die Tsetse-Fliege. Die sind lästig und ihre Stiche sind wirklich schmerzhaft, sogar durch die Kleidung. Informiere Dich am besten, ob die in Deiner Zielregion vorkommen, denn die Tsetse kann die Schlafkrankheit übertragen.

Im Gepäck hatte ich aber als Stand-by Malarone (bzw. das billigere Reimport-Produkt). Malariasymptome bekommt man erst ca. 10 Tage nach dem Stich, da sind Kurzzeittouristen schon wieder zu Hause. Wenn man sich kundig macht, erkennt man die Zeichen der Krankheit und kann dann immer noch das Medikament (an drei aufeinanderfolgenden Tagen je 4 Tabletten) einnehmen.

Für Hypochonder ist das aber nichts.

Lariam gilt wg. der starken Nebenwirkungen als überholt, wenn andere Mittel geeignet sind.

Mtaukkab9i


Wenn man sich kundig macht, erkennt man die Zeichen der Krankheit

Also ich halte die Symptome für undefiniert; ist halt wie eine Erkältung durch die AC, zudem kann in Deutschland kaum einer eine Malaria richtig prognostizieren. Und dann dauert das auch noch min 2. Tage...

Dann lieber vor Ort ein Arteseminprodukt kaufen und auf verdacht in Deutschland einnehmen.

RsogerR.abxbit


Oder sich vielleicht über paar harmlose Nebenwirkungen ärgern dürfen.

Inwiefern kennst du doch denn mit der Thematik überhaupt aus? An welche harmlosen Nebenwirkungen denkst du? Bei Malariaprophylaxe gilt es durchaus sinnvoll abzuwägen, denn es geht hier ganz grundsätzlich eben nicht um harmlose Nebenwirkungen, weshalb auch Tropenmediziner nicht pauschal zur Einnahme raten.

E9l@afRe5m5ich@08x15


Tut mir Leid, ich kenne mich damit nicht aus (und habe trotzdem meine Meinung geäußert, ich weiß das in diesem Forum eine Todsünde ist), mir sagt aber der gesunde Menschenverstand das möglicherweise auftretende Nebenwirkungen sicher harmloser sind als an echter Malaria zu erkranken.

E3hemagligelr 2Nutzer "(#14^9187x)


Wenn dann einer an einer NW gestorben ist (AV-Block z.B., für den ich sehr empfänglich bin). hat Dich Dein gesunder Menschenverstand halt mal im Stich gelassen. So what.

mvaripxosa


zudem kann in Deutschland kaum einer eine Malaria richtig prognostizieren.

Prognostizieren muss auch keiner, sondern zutreffendend diagnostizieren, das reicht schon. Wenn man nach der Rückkehr aus einem Malaria-Endemiegebiet zurückkommt, einschlägige Symptome bei sich feststellt und seinen Hausarzt über die Reise informiert, dann geht das ganz fix. Institute für Tropenmedizin sind in allen Bundesländern vorhanden.

Und dann dauert das auch noch min 2. Tage...

Das ist nicht zu spät. An einer Malaria stirbt man nicht sofort.

mir sagt aber der gesunde Menschenverstand das möglicherweise auftretende Nebenwirkungen sicher harmloser sind als an echter Malaria zu erkranken.

Da täuscht sich Dein gesunder Menschenverstand aber mal kräftig. Lariam haben früher die Fluggesellschaften ihrem Personal gegeben, das wurde flugs wieder eingestellt. Die neurologischen Nebenwirkungen alleine sind schon Horror.

TE, wo fährst Du denn genau hin?

In ein 5-Sterne-Hotel im europäischen Teil der Hauptstadt? Oder auch auf eine Zeltsafari in die Savanne? Geht es in den Regenwald?

Ins Hochland (geringes Risiko) oder ins Tiefland bzw. an die Küste (höheres Risiko)?

In oder nach der Regenzeit (hohes Risiko) oder in der Trockenzeit (geringeres Risiko)?

Mdakkaxbi


einschlägige Symptome

Welche Symptome sind einschlägig? Ich könnte das nicht sagen (und hatte schon mehrfach Malaria)

An einer Malaria stirbt man nicht sofort.

Ein Freund von mir (Krankenpfleger) ist innerhalb von 24 Stunden gestorben.

mEari1pxosa


Das tut mir sehr leid, Makkabi.

Wie kommt es, dass Du schon mehrfach Malaria hattest aber Dich mit den Symptomen nicht auskennst? Ich habe mich vor den Reisen versucht, mich umfassend zu informieren, um dann entscheiden zu können, ob ich eine medikamentöse Prophylaxe mache oder nicht. Ich habe mich - wie gesagt - dagegen entschieden, hätte mich aber beim plötzlichen Auftreten von hohem Fieber usw. sofort entschlossen, das Standby-Medikament zu nehmen, auch ohne zusätzlichen Nachweis der Erreger.

Ein Freund von mir (Krankenpfleger) ist innerhalb von 24 Stunden gestorben.

Wie konnte das passieren!?

mdarBip=osa


Oh je...

Komma fehlt, ein 'mich' zuviel ... |-o

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