» »

Hiv-Test: 3 Monate vs. 6 Monate, bitte Stellungnahme!

CVlemaxtis hat die Diskussion gestartet


Hallo Ihr,

ich habe diesen Beitrag zwar schon einmal gepostet, aber da ich bis jetzt nur eine Antwort erhielt, ist dies nun mein zweiter Versuch. Also auf ein neues:

Ich habe mir jetzt schon einige Beiträge in diesem Forum durchgelesen; wie ihr vielleicht ahnen könnt, handelt es sich um HIV. Ich hab da mal eine Frage: ich wurde 4 Monate nach einer (vermeindlichen) Risikosituation negativ getestet. Da ich bisher jedoch davon ausging, es müssen für ein annähernd 100%iges Ergebnis ganze 6 Monate vergangen sein, bin ich ein wenig verunsichert, weil viele schreiben, nach schon 3 Monaten sei das Ergebnis als sicher anzusehen. Bei mir sind die 6 Monate in knapp 2 Wochen um. Sollte ich mich dann nochmal testen lassen? Und müssen es excakt 6 Monate sein, oder würden auch 5 1/2 reichen?

Vielen Dank schonmal für die Antworten,

Clematis

Antworten
SDeOnti<nel


Wenn du schon zweifelst...

...ob du noch einen Test machen solltest, dann braucht du ihn wohl auch (wie es in Englisch so bezeichnend heißt: "for peace of mind").

Diskussionen über die "window period" kommen immer wieder zum selben Ergebnis: Es gibt hier einfach keine definitive Antwort!

(entschuldige die ganzen Anglizismen, aber die besten HIV/Aids-Foren sind halt in Englisch und weil ich sie ständig lese, denke ich quasi in diesen Begriffen, sie sind normalerweise auch exakter)

Die meisten Experten halten heutzutage den Test nach 3 Monaten für sicher. Andererseits spricht die CDC davon, dass nur 97% aller Infizierten nach 3 Monaten Antikörper gebildet haben und empfiehlt daher bei hohem Risiko einen erneuten Test nach 6 Monaten.

Allerdings sind auch Fälle einer Serokonversion nach mehr als 6 Monaten bekannt und auch Fälle, in denen ein definitiv Infizierter per Elisa nie positiv testete. Jeder Mensch ist halt anders.

So ist das in der Medizin: Du kannst keine Zeitspanne angeben, nach dem der Test 100% sicher ist.

Davon solltest du dich jetzt aber nicht verrückt machen lassen. Überlege dir, ob du den Test nach 6 Monaten wirklich machen willst. Relevant ist nicht die Frage, wie sicher er dann ist, sondern ob du ihm dann vertrauen wirst. Ich weiß wovon ich spreche, denn auch ich bin nach zig HIV-test noch nicht endgültig üerzeugt, dass ich wirklich nicht infiziert bin. Wenn du nach Gründen suchst, warum der Test falsch negativ sein könnte, so wirst du sie immer finden. Es wird nie den Test geben, den du nicht mehr anzweifeln könntest, es wird nie absolute Sicherheit geben.

Du kannst davon ausgehen, dass der Test nach 6 Monaten so sicher ist, sicherer wird er nie werden. Aber es sind eben keine 100%. Entscheidend ist daher nicht, wie klein das Restrisiko noch ist, sondern on du dem Test vertrauen wirst. Tue es! Denn die andere Option ist lebenslanges Zweifeln. Es gibt Hunderttausende, die ihrem Ergebnis auch vertrauen, warum solltest du es nicht ebenfalls können!?!

Ich weiß zwar nicht, was dein Risiko war, aber du schriebst schon es sei gering (wenn überhaupt vorhanden). Bedenke: Andere Leute haben viel ernstere Riskiosituationen gehabt und müssen ihrem Ergebnis auch vertrauen! Du schaffst das!

CHlem=axtis


Danke Sentinel!

Also das ist natürlich schon was Wahres an dem dran, was Du schreibst. Mir ist schon klar, dass es keine 100 % gibt. Und eigendlich fahre ich mit meinem letzten Test schon ganz gut. Aber es spricht eben nichts dagegen, nochmal einen Letzten zu machen, wenn die, in vielen Labors als empfolen geltenden 6 Monate um sind. Es ist weniger so, dass ich mein Ergebnis anzweifle oder nicht akzeptiere, sondern mehr, dass ich eben ein eher großes Sicherheitsbedürfnis habe. Und ich glaube, das wird nach den 6 Monaten befriedigt sein. Falls es Dich interessiert: mein Risiko bestand darin, dass beim GV mit einem Mann (leider außerhalb meiner Beziehung, d. h. Seitensprung - ouch!) das Kondom, das wir - verantwortungsbewußt wie wir waren - als unabdingbar für den sicheren Spaß zu zweit ansahen uns leider den Dienst versagte, indem es, als der ganze Spaß vorbei war einfach abrutschte. Und ich weiß eben bis heute nicht, ob etwas von seinem Sperma in mich (oder besser meine Schleimhäute) gelangt ist.

Naja, also ich finde es schon richtig, nach so einer Situation einen Test zu machen, der dann natürlich auch möglichst aussagekräftig sein soll. Vielleicht nicht ganze 100% aber vielleicht doch 99,8%, hm?

Also Sentinel, hab lieben Dank und vielleicht schreibste ja nochmal.

Allet jute, wa?!

Clematis

ShanAd(ro.12


Laboraussage

Wollte heute einen Test machen, und eine Dame vom Labor sagte mir, daß der Test erst nach einem halben Jahr sicher sein.

Überall schreibt man aber von 12 Wochen? Kann es sein, daß manchen Leute vollkommen falsch informiert sind, oder ist an den 6 Monaten etwas dran?

C:lematMis


Wie lange

ist denn Dein Risiko her?

Ich tendiere auch dazu, einen Test erst für annähernd 100%ig sicher zu halten, wenn 6 Monate vergangen sind. Weil man doch bei einem Test nach 3 Monaten zu denen gehören kann (ich glaube es sind 3 - 5 %), bei denen die AK sich erst später bilden. Also ich weiß schon, dass ich testzeitpunktmäßig mit meinen 4 Monaten über dem Durschnitt liege, aber trotzdem...

Vielleicht hat ja jemand von Euch eine Ahnung, von welchen Faktoren eine späte oder verzögerte AK-Bildung abhängt. Andere Krankheiten, schlechtes Immunsystem...?

Weddingerin, Du weißt doch von uns allen sicher am besten Bescheid! Magst Du meine und Sandros Fragen beantworten?

Danke!

Clematis

S9ven1i234x56


Laut Robert Koch Institut:

"Es wurden bisher in der Literatur nur vereinzelt Fälle berichtet, bei denen Antikörper erst später als drei Monate nach Infektion nachweisbar waren. Sind auch sechs Monate nach möglicher Exposition noch keine spezifischen Antikörper nachweisbar, kann eine Infektion mit großer Sicherheit ausgeschlossen werden."

und nach etwas

Ist ein Anteil von 5% der Infizierten, bei denen eine Infektion nach etwa 12 Wochen noch nicht nachweisbar ist, nicht sehr viel?

Die Angabe f�üf Prozent bezieht sich auf alle tatsächlich Infizierten, nicht auf alle untersuchten Personen. In den meisten Einrichtungen, die HIV-Teste durchführen, ist aber nur etwa 1% der Untersuchten oder ein noch geringerer Prozentsatz HIV-positiv, davon sind die meisten schon längere Zeit infiziert, d.h. es handelt sich nicht um frische Infektionen. Personen mit einem frischen tatsächlichen Infektionsereignis (nicht Infektionsrisiko!) machen höchstens 10% der positiv Getesteten aus. Wenn man unter diesen Vorgaben hochrechnet, ist es etwa einer von 20.000 Untersuchten, bei denen eine frische Infektion nicht bereits nach 12 Wochen nachweisbar ist - auf Grund dieses Zahlenverhältnisses ist es unserer Ansicht nach gerechtfertigt, von einem extrem seltenen Ereignis zu sprechen.

Eine Nachuntersuchung länger als 12 Wochen nach dem möglichen Infektionsereignis ist daher nach unserer Meinung nur in Ausnahmefällen sinnvoll, z.B. aus versicherungsrechtlichen Gründen bei beruflichen Expositionen, oder wenn eine akute grippeähnliche Erkrankung (häufigste Symptome: Fieber, Allgemeinsymptome wie Kopf- und/oder Gliederschmerzen, flüchtiger Hautausschlag /Virusexanthem; unverdächtig ist hingegen eine "Erkältungssymptomatik" mit Husten, Schnupfen, Heiserkeit) ohne offenkundige andere Ursache bis zu sechs Monate nach dem möglichen Infektionsereignis auftritt."

Jetzt sollte es eigentlich klar sein, das 12 Wochen tasächlich ausreichen, oder?

MmaxMoxritz


Na...

hauptsache du denkst dran, wenn dein nächster Test negativ ist. Aber ich erwarte schon deine nächsten Beiträge... "Schmerzen noch da, hab ich vielleicht doch HIV?"

S(ven1$2345x6


Das hoffe ich auch....

... allerdings bin ich noch nicht bei 12 Wochen, ich war nach 9 1/2 Wochen negativ.

bXonekz


Hallo

Also auf dem Formular mit meinem (Gott sei Dank negativen) Teestergebnis steht: "Bei Verdacht auf kürzliche Exposition Kontrolle in 3 bis 4 Monaten wiederholen."

Von 6 Monaten ist da nicht die Rede. Es ist eine sehr renommierte Labor-Praxis (das weiss ich von meiner Zivi-Zeit im Krankenhaus :-) ).

Und mit "kürzlich " sind bestimmt keine 2 Monate gemeint.

damit habe ich meinen Senf auch dazu gegeben...

Gruss

s-myrxgul


also, ein telephonat mit der BZgA hat folgende Aussage gebracht:

"Wir finden das auch überhaupt nicht gut, daß immer noch von 6 monaten die rede ist, da nach heutigen teststandards... etc.p.p."

in einem bericht des arbeitskreises blut (nachzulesen beim robert koch institut ([[http://www.rki.de]])) ist nach 8 wochen schon von verzögerter ak-bildung die rede, da werden nicht mal die 12 wochen erwähnt.

auf meinem -gottseidank- negativen 15 wochen-ergebnis steht auch, daß nach 2 monaten eine infektion "weitgehend" ausgeschlossen werden kann.

allerdings suggeriert mir das vernichtende "nach 3 monaten 85 %" des arztes in der schwerpunktpraxis anderes.

bin auch verunsichert, aber ich bemühe mich nun, daran zu glauben, nicht infiziert zu sein...

lg

smyrgul

bXonexz


ist wohl sicher

Es ist ja auch allgemein bekannt, dass Ärzte nur sehr zögerlich das Wort "sicher" über die Lippen kriegen. Es reicht ein einziger Ausnahmefall, um die 12-Wochen-Theorie zu kippen.

Hab mal gelesen, dass bloss bei einem von 20.000 GETESTETEN (nicht tatsächlich infizierten) Antikörper erst später gebildet werden bzw. wurden.

Bin kein Arzt, aber ich glaube, wenn man sonst relativ fit ist, reagiert der Körper sehr viel schneller. Nur bei Kranken oder sehr alten Menschen werden Antikörper verzögert gebildet. Wie gesagt, dass ist MEINE Theorie.

Gelesen habe ich auch, dass es zu einer verzögerten Immunreaktion kommen KANN, wenn man sich gleichzeitig mit was anderem angesteckt hat. Aber nach 12 Wochen ist die Reaktion nicht mehr verzögert sondern "verschlafen".

Nachdem ich nach einem negativen Test nach 10 Wochen immer noch unsicher war, habe ich meinen Arzt darauf angesprochen, und er sagte der Test sei schon sehr sicher...aber eben nicht 100 %. In der Medizin kriegt man NIE 100 % weil es IMMER Ausnahmen gibt. Mein wiederholter Test war auch nach 15 Wochen negativ...

Schöne Grüsse aus dem Breisgau

V5isiKter


Zu Testsicherheit

hallo,

habe hier ganz *frisch mitgelesen und gehe davon aus, das eigentlich jede(r) hier lediglich informierter Laie ist bezüglich des Themas HIv und Teste.

So ich auch. - Habe selbst vor kurzem die Info von einem Laborarzt erhalten nach einem längeren Telefonat mit ihm, das sogar bei den heutigen AK -Tests neuerer Generation, die Aussagekraft/Zuverlässigkeit schon sehr hoch ist, selbst nach zwei Wochen. Das heißt, das hier von ca. über 80 % erfasster Infektionen zu sprechen ist, da die meisten Menschen eben Antikörper in dieser Zeit bereits entwickeln. Das hört sich doch gut an oder? :-)

Dazu wird wohl offiziell nur seltener Stellung bezogen. Daher kann man ja z. B. auch immer wieder lesen von mindestens " 3 Wochen "... seit dem letzten Ereignis oder so ähnlich.

Bei HIV will man eben nach einem wohl festgelegten Konsens sehr sicher gehen, vor allem in unseren Breiten.

Er sagte mir auch, das der PCR-Test bereits nach 14 Tagen eine Zuverlässigkeit von ca. 98% hat, ja wirklich 98 %. Wenn man mit diesem Test sicher gehen will, sollte man für eine *absolute Zuverlässigkeit nach "nur" ;-) sechs Wochen diesen Test wiederholen. Allerdings empfahl er das nicht, sondern sagte, das dann der AK-Test nach 12 Wochen genüge, allein schon wegen der Kosten. Er sagte, es könnte ja einem im Kopf *rumgehen, das man ev. bei den restlichen 2% sein könnte :-)

Wenn man dieses Verhältnis sieht und nicht warten kann, wegen zuviel Angst zum Beispiel, kann man ja zur PCR Methode übergehen. So mache ich es auch, obwohl ich vor vier Wochen ein sehr geringes Risiko hatte. Nächste Woche erhalte ich mein AK, PCR und *KOMBO - Ergebnis :-) Habe alles mitgenommen was geht :-). Habe heute aber dennoch Angst, weil man ja weiß, das da was war..und sich nicht sicher fühlt innerlich. Und das obwohl meine Schwerpunktärztin auf meine eindringliche Frage hin und nach meiner Ereignisschilderung sagte, das ich mit Sicherheit negativ bin. Ich bräuchte eher eine *Verhaltenstherapie. ;-)

Das tröstete mich etwas.

Hatte eine ca zwei bis dreiminütige Intimreibung (also sie rieb sich auf mir sitzend auf meinem Schaft entlang) mit einer Frau, ohne *einzudringen und ihre Finger kurz geleckt, nachdem sie sich selbst in der V. streichelte.

Gruß

V)i(ssitxer


Testart

ich bin's nochmal.

Weiß jemand etwas über den neuen Test *Kombo* ? So heisst er glaube ich . Er soll nach meiner Info noch schneller reagieren, weil er auf andere Bestandteile (3000 Eiweißmolekühle pro Virus ?) des Virus anspricht, die zahlreicher vorhanden sind als die Antigenpartikel (2- 3 pro Virus?) von HIV bisher.

Ist er sensitiver als die PCR-Methode?

Wenn ich es nicht durcheinander bringe, ist dieser Test von zwei Amerikanern entwickelt worden.

Kann dazu jemand etwas konkreter sagen..?

Viele Grüße

sxmyrxgul


also, zuallererst mal, habe gerade noch mal mit dem bzga telephoniert. die erklärung war zwar dürftig, aber die aussage umso klarer: 6 monate sind absolut überholt, 12 wochen seien sicher und ausreichend.

zu "kombo" test: auch duo test oder test der 4. generation, ist eine kombination aus herkömmlichem elisa-ak-suchtest und einem p-24 antigen test und sucht neben antikörpern auch virusspuren (eben dieses p-24 antigen). beide testverfahren gibt es schon länger, wobei der p-24 antigentest ungenauer ist und deshalb als test alleine nicht ausreichend ist. neu ist, daß jetzt (bzw. allmählich in der praxis) standardmäßig in kombination getestet wird (aber noch nicht überall!!!).

im grunde ist das, wie wenn man im auto zusätzlich zu den scheinwerfern mit einer taschenlampe nach draußen leuchtet. es bringt, wenn überhaupt, nur einen leichten gewinn an sicherheit, allerdings eben schon 1-2 wochen eher.

allerdings sind anscheinend die elisa-suchtests inzwischen auch wesentlich empfindlicher, als vielleicht noch vor ein paar jahren, daher wird wohl allgemein wirklich von 12 wochen ausgegangen.

das ganze scheint mehr glaubensfrage als wirklich verifizierbarer fakt zu sein, weil eben doch alles statistik ist. aber wenn ich davon ausgehe, daß v.a. ´öffentliche stellen ein sehr großes interesse daran haben dürften, risiken sehr gering zu halten und diese DURCH DIE BANK WEG (BZgA, Gesundheitsämter, Aids-Beratungsstellen) 12 wochen als sicher angeben, dann fühle ich mich doch gleich besser...

ich finde auch, daß der unterschied zw. 3 monaten und einem halben jahr so gravierend ist, daß er von öffentlichen stellen nicht einfach ignoriert werden kann. wären 12 wochen eben nicht ausreichend, würde man diese information wohl kaum lange rausgeben können. ich denke, daß einige ärzte das noch einmal anders sehen, vielleicht aufgrund langer praxis (in der die 6 monate eben manchmal doch vonnöten waren, weil die tests noch nicht so ausgereift waren), vielleicht um evtl. haftung auszuschließen, irgendetwas wird sicher mitspielen. ganz unbegründet wird das auch nicht sein. aber die wahrscheinlichkeit ist wirklich verschwindend gering.

lg

smyrgul

V;i5sIitxer


also...

ist damit dieser Test hier gemeint?

Antigen-Antikörper-Kombinationstest ("Axsym HIV Combo")

Ich fand nämlich vor kurzem diesen Artikel, scheinbar vom April diesen Jahres (unten) hier. Analog dazu fragte mich meine Ärztin nämlich, ob ich einen *neuen Test mit dazu nehmen möchte, welcher Combo heisst, wie ich akustisch halt vernahm. Sie hatte dazu einen frischen Infobrief ihres Labors auf dem Tisch, den ich aber nicht las. Der Artikel zeigt auch, das es sich wohl um ein Verfahren handelt, das früher reagiert als erst nach einigen Wochen und das 25 mal zuverlässiger, was sich auf den hohen Anteil der Eiweißmolekühle des Virus, bei diesem neuen Ansatz bezieht. Wie siehst Du/Ihr das...?

Der Artikel:

Neuer HIV-Test ist schneller und genauer

Chicago. Amerikanische Wissenschaftler haben einen HIV-Test entwickelt, der eine Infektion deutlich früher als bisher nachweisen kann. Der neue Test basiert auf der Kombination zweier Verfahren und ist etwa 25 Mal empfindlicher als die bisher verwendeten Methoden. Neben der frühen Diagnose können mit dem neuen Test beispielsweise auch der Verlauf der Infektion und die Wirkung antiviraler Medikamente überprüft werden.

Niel Constantine und seine Kollegen von der Universität von Maryland in Baltimore stellen ihre Methode in der Fachzeitschrift «American Journal of Clinical Pathology» vor (Bd. 122, S. 20).

Auf eine Infektion mit dem HI-Virus reagiert das Immunsystem mit der Bildung spezieller Antikörper. Die momentan gebräuchlichsten HIV-Tests erkennen solche Antikörper im Blut und zeigen damit an, ob sich der Patient infiziert hat. Diese Methode ist jedoch erst ab einem Zeitraum von etwa drei Monaten nach der Infektion wirklich zuverlässig: So lange braucht das Immunsystem, um die Antikörper herzustellen.

Um diese lange Wartezeit zu vermeiden, wird bei neueren Methoden direkt die Erbsubstanz des Virus nachgewiesen. Sie können also im Prinzip sofort nach einer Infektion angewendet werden. Momentan funktioniert der Erbgutnachweis jedoch erst nach einigen Wochen, da erst dann genügend Viruspartikel im Blut vorhanden sind.

Constantine und seinen Kollegen gelang es nun mit einem etwas veränderten Ansatz, die Nachweisempfindlichkeit um etwa das 25-fache zu steigern. Die Wissenschaftler weisen bei ihrer Methode nicht die Erbsubstanz des Virus nach, sondern ein Eiweißmolekül, das in der Hülle des HI-Virus vorkommt. Da jedes Virus nur eine bis zwei Kopien des Erbmaterials besitzt, jedoch etwa 3000 der Eiweißmoleküle, steht den Forschern somit viel mehr Material zur Verfügung. Kombiniert mit einem Vervielfältigungsschritt können die Wissenschaftler so bereits winzigste Mengen des Virus im Blut entdecken.

Die höhere Empfindlichkeit sei jedoch nicht nur für die erste Diagnose einer Infektion wichtig, schreiben die Forscher. Viele moderne Medikamente unterdrücken die Vermehrung der Viren im Blut. Um zu überprüfen, ob sie tatsächlich anschlagen, müsse daher ständig die Menge der Viren im Blut bestimmt werden. Dies könne der neue Test deutlich besser als herkömmliche Verfahren.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Infektionen oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

EBV und Pfeiffer'sches Drüsen­fieber · HIV und Aids · HP-Viren und Feigwarzen · Blasenentzündung · Borreliose


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH