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Tick loswerden

t[im24 hat die Diskussion gestartet


Ein Junge bei mir auf der Arbeit hat so einen Tick. Er hüstelt (so nenne ich es mal) andauernd. Egal in welcher Situation und so mind. 1-5 mal in 5 Minuten. Der Hausarzt meinte er hätte keinen Grund dafür gefunden. Es wäre wohl ein Tick.

Hat jemand Erfahrung damit, wie ich den Jungen dabei unterstützen kann, das er den Tick schnell wieder los wird?

Antworten
P|umme&lchxen


Hallo Tim,

mein Sohn hatte das auch schon und ich kann Dir gleich sagen, egal was Du dagegen zu unternehmen versuchst, es wird mit viel Erfolg SCHEITERN! Daher heißt es nun für Dich, gaaanz ruhig bleiben und das Ganze ignorieren. Je mehr Du dagegen anredest desto weniger schnell verschwindet es. Sobald Du drüber hinwegsiehst beginnt es zu verschwinden.

Darf ich Dir Hoffnnung machen?! Bei meinem Sohn hat dieses Hüsteln 1 Jahr lang angehalten :-/

Aber oft haben diese Ticks ja einen Grund- hat Dein Sohn Probleme?

loeexn6


Allergie

die Tochter meiner Freundin räusperte und hüstelte auch andauernd. Der Kinderarzt vermutete auch einen "Tick". Bei einem Allergietest wurde jedoch eine Staub- und Gräserallergie festgestellt. Nachdem diese behandelt wurde, verschwand dieser angebliche Tick. Es war einfach eine Reizung im Hals.

Vielleicht ist es wirklich eine "dumme Angewohnheit", aber vielleicht steckt ja auch eine Allergie dahinter, bzw. Reizung des Halses ???

LG *:)

k-amxiVk*aze1x912


Hallo

bei unserer Tochter war das auch so. Nachdem die Kinderärztin Allergie- und Bluttest gemacht hatte, meinte sie das alles in Ordnung sei und wir dies ignorieren sollen.

Das machen wir seitdem.

Mal ist es weniger , teilweise ganz weg.

Wir warten jetzt ab

NVe^la


Also bei mir war es wirklich ein Tic. Mir hat es sehr geholfen, dass mich die Leute in meiner Umwelt mich ständig drauf aufmerksam gemacht haben, wenn ich es gemacht habe. Klar, es hat genervt, aber letztendlich bin ich diesen Menschen sehr dankbar. Die Abstände wurden immer größer und plötzlich war es weg :)^

Ppum5melcheFn


Mein Gott, was bin ich froh, wenn ich hier von anderen Eltern lese, denen es genauso geht!!

aHzwerty


oh mein Gott, ich bin auch sooooooo froh (sorry- wenn das im gelichen Moment auch so klingt, als würde ich mich über das Meid anderer Kinder freuen - so meine ich das nicht!!!!) aber ich bin so froh zu hören, dass mein Sohn nicht der einzige ist, und das es ja scheinbar bei einigen hier auch wieder verschwunden ist!!!!!

Mein Sohn (5) hat nach einer Erkältung vo 4 Wochen mit so einer Art räuspern/hüsteln angefangen... die Erkältung ist schon längst weg, aber dieses "chm...chm-Geräusch-MAchen" bleibt! Es ist aber in er Intesität unterschiedlich: mal macht es einen WAHNSINNIG weil er es alle 10 SEKUNEN!!! macht - Mal denkt er nicht dran? oder macht es einfach1 Stunde nicht!

Ich hab ihn nach ner Zeit drauf angesprochen: er sagt "mein körper braucht das- der macht das selbst!..."

Zum Arzt bin ich nicht gegangen, aber werde ich wohl mal machen, denn vielleicht ist es ja doch was organisches? das könnte ja auch hinter seiner kinlichen BEschreibung stecken, dass sein Körper das alleine macht....

Also schon mal danke für diesen Hinweis...

Ich mache alledings eh eine Therapie(Mutter-Kind) weil er ein Scheidungskind ist... in der letzten Sitzung hatte ich den Tick nur kurz am Ende angesprochen, aber der Psychologe schien besorgt und nahm es voll ernst! Das hat mir natürlich Angst gemacht...

Kann so etwas auch dieses Turett-Syndrom sein ???

Ich habe mal einen BEitrag gesehen von einem ca 10 Jährigen, der immer den Boden küssen musste- sogar in der öffentlichkeit! Ich habe Angst, dass mein Sohn noch weitere Ticks entwickelt und damit zum Aussenseiter in der Schule,etc. würde....

Denn letztes Wochenende war es sooo schlimm, dass er jetzt ZUSÄTZLICH sogar immer die Nase "hochzieht" und dann hüstelt...

Ich wäre ganz froh wenn noch Personen über ihre Erfahrungen berichten könnten!!! Auch vielleicht Gründe, warum solche Ticks auftauchen können ??? ??

aBzerxty


@TIM24

wie alt ist denn der Junge auf deiner ARbeit ???

PFummehlchxen


Jahaaa, das mit dem "Nase-hochziehen" kenne ich auch, das kam bei uns auch schon dran.

Auch ich war schon beim Arzt zwecks Allergie, aber er hat keine.

Die Ticks sind oft auch psychischer Natur, da kann der Grund "Scheidung" schon eine große Rolle dabei spielen.

Red ruhig mal mit eurem Psych. darüber, der kann Dir sicher helfen und gute Tips geben.

Viele Grüße

vBera4maNrKie


hallo,

ich bin jetzt 31 und habe seit dem kindergartenalter tics (u.a. augenzwinkern, hüsteln, kopfrucken, zucken, grimassieren, kurze geräusche ausstoßen, bauchmuskel krampartig anspannen...). nicht alles gleichzeitig, aber oft wechseln sich die tics ab. es sind phasen von einigen wochen, in denen es besonders schlimm ist, dann wieder ist es manchmal monatelang fast weg. GANZ weg ist es eigentlich nie.

als kleines kind habe ich vom neurologen mal tabletten (neuroleptika) dagegen bekommen. erfolg = 0.

neuroleptika sind medikamente mit starken auswirkungen auf den hirnstoffwechsel. ich würde mir deren einsatz gut überlegen... bei ausgeprägtem tourette mögen sie gerechtfertigt sein, bei ein paar einfachen tics wäre ich da zurückhaltend.

die tics werden stärker, wenn ich nervös und angespannt, überarbeitet, gestresst, unausgeschlafen oder verängstigt bin. von daher ist schon klar, was gut ist. entspannungsübungen (progressive muskelentspannung nach jacobsen, autogenes training, qi gong etc.) sind hilfreich und können das problem reduzieren.

wichtig: eine ticstörung entsteht nicht, weil die eltern was falsch machen, oder durch psychische probleme - aber psychische probleme können eine ohnehin bestehende neigung zu tics verstärken!

tics entstehen durch ein ungleichgewicht an bestimmten transmittern im hirnstoffwechsel (z.b. dopamin).

allerdings habe ich mich inzwischen mit den tics ganz gut arrangiert. sie sind nur selten wirklich extrem schlimm. schlimm ist z.b., wenn das augenzwinkern so stark wird, dass sich die bindehaut entzündet. oder wenn ständiges kopfrucken zu kopfschmerzen führt (weil das gehirn dauernd gegen die schädeldecke knallt). oder wenn das bauchmuskel-anspannen irgendwann magensäure hochpumpt.

aber wie gesagt: das ist selten geworden. ich mache meistens zwischendurch mal ein paar zuckungen, und gut ist.

wenn andere fragen, was ich mache (passiert nur selten, da es wie gesagt nicht mehr so auffällig ist), sage ich meistens offen, dass ich eine ticstörung habe, dass es ein neurolgisches problem ist, und dass man nicht viel dran machen kann. habe noch keine negativen reaktionen darauf bekommen, sondern interesse und verständnis.

kinder in der schule können da grausamer sein, ja. aber meine erfahrung ist: erklären weckt verständnis.

zum tourette-syndrom: tics sind eine abgeschwächte form des tourette-syndroms. tourette beinhaltet komplexere bewegungsabläufe, handlungen, ganze wörter etc. tics sind auf zuckungen und laute beschränkt.

bei manchen menschen treten tics nur während der kindheit auf und verschwinden dann für immer völlig. bei anderen (wie bei mir) bleiben sie und wechseln nur in art und stärke.

tics sind übrigens manchmal "ansteckend": wenn ich draußen jemanden sehe, der einen tic hat, könnte ich sofort mitmachen... und manchmal passiert es dann, dass ich dessen tic übernehme... sehr lästig!

falls ihr fragen habt, bitte sehr. vielleicht kann ich helfen.

grüße

P=ummelxchen


@veramarie

Das ist ja schon ganz schön heftig, was Du hier über Dich schreibst, das vorweg.

Zum Ungleichgewicht im Hirnstoffwechsel. Kann es sein, das ein Kind zu diesem Problem auch ADS hat? Denn diese Krankheit hat doch auch mit einem Ungleichgewicht des Stoffwechsels zu tun?

Denn manchmal denke ich, das mein Sohn neben den Tics auch ADS hat- er ist allerdings noch zu klein um dies herauszufinden.

Gibt es da Zusammenhänge?

vmerKamaxrie


ja, ist möglich, aber nicht zwingend. beide störungen können isoliert, aber auch kombiniert auftreten. könnt mir vorstellen, dass tics bei ads-kindern möglicherweise etwas häufiger auftreten als bei nicht-ads-kindern, bin aber nicht sicher. ich persönlich habe KEIN ads.

bedenke aber auch, dass ein aufmerksamkeits-defizit evtl. auch die FOLGE einer ticstörung sein kann. andauernde tics sind anstrengend und sehr erschöpfend, man ist echt körperlich und seelisch fertig nach einem "tic-reichen" tag. da kann die aufmerksamkeit natürlich drunter leiden.

wenn man z.b. ständig mit augenzwinkern und kopfrucken beschäftigt ist, kann man sich nur schwer auf was anderes konzentrieren. lass die ads-diagnose also möglichst in einer tic-armen oder tic-freien phase nochmal prüfen.

noch was wichtiges: bitte mach deinen sohn NICHT immer darauf aufmerksam, wenn er "es" wieder mal tut... das macht ihn nur noch nervöser, weil er dann auch noch anfängt, darauf zu achten, dass er es nur in "unbeobachteten" momenten macht... ignorier es einfach, auch wenn es schwer fällt. auch keine mitleidigen blicke oder seufzer, das merkt ein kind sehr wohl!

es ist keine blöde angewohnheit, sondern ein vom gehirn ausgelöster, unwiderstehlicher impuls, ähnlich wie ein reflex, der höchstens für kurze zeit aufgeschoben, aber nicht langfristig unterdrückt werden kann. wenn man es sich für kurze zeit (30 sec oder auch mal wenige minuten lang) verkneifen kann, entlädt sich anschließend eine wahre salve.

ok, es klingt vielleicht heftig, aber wie gesagt - ich lebe schon fast mein leben lang damit und komme klar wie andere mit diabetes oder sonstwas. man sollte es auch nicht überdramatisieren. @:)

tsiCm2x4


@azerty

Er ist 8 Jahre alt!

Viel Geduld mit deinem Kind und euch alles gute!

a]zerEty


DAnke @all

abz4ert5y


noch ne frage:

Kann so etwas VERERBBAR sein?

Ichselbst leide nâmlich an Zwängen (bzw. HABE an Zwängen gelitten - kommen nur noch selten mal Phasen auf!)....

Können diese Ticks auch so ne Art Zwangsform sein, die mein Sohn geerbt hat von mir?

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