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Vorhautervengung bei Babys/ Kleinkindern

m(ariax25 hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Bei der U5 meinte der Kinderarzt, dass mein Sohn (11 Monate) eine Vorhautverengung (Phimose) hat. Er meinte, dass das bis zum 2. Lebensjahr operiert werden sollte.

Da ich nienmanden kenne, der Erfahrung damit hat, wende ich mich heute an euch.

Wer kann mir Tipps geben, was ich tun soll?

Welche OP - Möglichkeiten gibt es?

Wie gehts dem Kleinen nach der OP? (Das muss doch höllische Schmerzen geben)

Danke für die Tipps schon mal!

Antworten
MVarkusx65


Informiere Dich in Ruhe und ohne Zeitdruck!

Hallo Maria!

Zuerst mal: Wenn er wirklich operiert werden muss gibt es keine "höllischen" Schmerzen. Bei so kleinen Kindern wird das unter Vollnarkose gemacht, zumindest hier in Deutschland. Diese Sorge kannst Du also erstmal fallen lassen.

Wenn Du Dich über das Thema Vorhautverengung (Phimose) informieren möchtest kannst Du das z. B. hier tun – der Text ist ziemlich lang, aber dafür meiner Meinung nach sehr informativ, sachlich und zeitgemäss:

[[http://www.eltern.de/gesund_schoen/gesundes_kind/vorhautprobleme.html]]

Falls der Link nicht funktioniert schreib mir eine PN – dann schicke ich Dir den Text.

Zu Deinem Sohn soviel: Bei kleinen Jungen muss man unterscheiden zwischen einer Vorhautverengung (Phimose) und einer VorhautVERKLEBUNG. Eine Verklebung ist ein völlig normaler Zustand bei kleinen Jungen, der keiner Behandlung bedarf, solange der Junge keine Probleme hat. Die Verklebung dient dem Schutz der sensiblen Eichel vor Ausscheidungen, was vor allem im Windelalter wichtig und sinnvoll ist. Die Verklebung löst sich meist bis zum Schuleintritt, kann aber auch länger bestehen. Löst sie sich bis zur Pubertät nicht kann das ein Urologe tun. Dabei wird aber nur die Vorhaut von der Eichel abgelöst und nichts "abgeschnitten". Der Penis wird dazu schmerzunempfindlich gemacht (Gel, Spray).

Eine VorhautVERENGUNG bedeutet, dass die Öffnung der Vorhaut so eng ist, dass die Eichel nicht hindurchpasst und die Haut nicht oder nur mit Schmerzen hinter die Eichel gezogen werden kann. Auch dies ist im Kleinkindalter nur dann behandlungsbedürftig, wenn es z. B. ständig zu Entzündungen der Vorhaut kommt, wenn der Junge wegen der engen Öffnung Probleme beim "Pipi machen" hat oder sich die Vorhaut dabei gar aufbläht oder wenn er Schmerzen hat.

KEINESFALLS sollte man versuchen, bei einem so kleinen Jungen die Vorhaut mit "Gewalt" zurückzuziehen! Dadurch können nämlich unerkannte Verletzungen entstehen, die durch Vernarbung später tatsächlich eine Beschneidung nötig machen.

FRAGE also: Hat dein Sohn eine Verengung oder eine Verklebung und wenn es eine Verengung ist – hat er Schmerzen oder sonstige Probleme?

Klar und deutlich: Bei einem so kleinen Jungen muss die Vorhaut nicht zurückgehen! Sie muss auch bei der Einschulungsuntersuchung nicht zurückgehen. Die Frage ist IMMER: Hat das Kind AUSSERDEM behandlungsbedürftige Probleme oder nicht! Wenn nicht ist das so OK.

WENN er operiert werden muss gibt es verschiedene Möglichkeiten. Auch diese werden im Text (siehe Link) beschrieben.

Vorhauterweiterung – dabei wird ein Längsschnitt in die Vorhaut vorgenommen, die Haut wird geweitet und dann wieder vernäht. Ob das bei so kleinen Kindern schon gemacht wird weiß ich leider nicht. Vorteil: Es wird nichts entfernt. Nachteil: Es bleibt evtl. eine kleine Narbe sichtbar.

Bei einer TEILBESCHNEIDUNG wird nur der verengte Teil der Vorhaut entfernt, also meist die Spitze bzw. der kleine "Rüssel", den viele kleine Jungen an der Penisspitze haben. Vorteil: Die sensible Eichel bleibt zumindest teilweise geschützt. Nachteil: Bei dieser OP lässt sich das Peniswachstum nicht immer richtig einkalkulieren, d. h. es könnte sein, dass die Vorhaut beim gewachsenen Penis dann doch kürzer wirkt als nach der OP im Kleinkindalter. Bei einer Teilbeschneidung muss aber sehr darauf geachtet werden, dass wenigstens die verengte Stelle ganz entfernt wird, da sonst eine 2. OP nötig werden könnte.

Radikale Beschneidung: Sie ist in den SELTENSTEN Fällen wirklich nötig, wird aber oft gemacht, weil es die "technisch" einfachste Variante ist. Dabei wird die gesamte Vorhaut bis hinter den Eichelrand entfernt, manchmal sogar das Vorhautbändchen an der Eichelunterseite.

Vorteil. Eine nicht mehr vorhandene Vorhaut kann sich nicht mehr verengen.

Nachteil: Die Eichel und das Vorhautbändchen sind eine erogene Zone, also später für die Sexualität wichtig. Die Eichel liegt nach radikaler Beschneidung ständig frei und wird unempfindlicher als bei einem unbeschnittenen Jungen oder Mann. Später überzieht sie sich mit einer dünnen Hornhaut. Das alles kann später Auswirkungen auf das sexuelle Empfinden haben, muss es aber nicht. Das Äußere des Penis wird total verändert, was dazu führen kann (aber nicht muss), dass der Junge mit sich selbst unzufrieden ist bzw. unter anderen Jungen "auffällt".

Meine Meinung:

Wenn die OP nur gemacht werden soll, weil der Arzt es gesagt hat, der Junge aber absolut keine Probleme hat, dann lass es sein!

Liegen Gründe für die OP vor, sollte generell immer so behandelt werden, dass der Eingriff so minimal wie möglich und vernünftig erfolgt.

Es gibt keinen vernünftigen Grund, weshalb eine Phimose ohne die genannten Probleme bis zum 2. oder 4. oder 6. Lebensjahr behandelt werden müsste. Wenn er keine Probleme hat lass den Kleinen einfach in Ruhe.

Ich war übrigens auch nicht viel älter als Dein Kleiner, als es bei mir gemacht wurde. Leider hat damals niemand gefragt oder etwas erklärt. Da hast DU es besser – Du kannst Dich vorher informieren und dann an Hand von WISSEN entscheiden.

Ich kenne Deinen Kleinen nicht und kann nicht sagen, es muss sein oder nicht. Ich weiß aber, dass es viel zu oft gemacht wird, ohne, dass es wirklich nötig ist und ohne dabei zu beachten, dass der Junge später vielleicht ganz anders darüber denkt als seine Eltern.

Nach der OP:

Die freiliegende Eichel ist zunächst extrem berührungsempfindlich, umso mehr, wenn bei der OP auch noch die verklebte Vorhaut von der Eichel abgelöst wurde. Viel ohne Windel / Unterwäsche strampeln bzw. (später) herumlaufen lassen, z. B. lange T-Shirts anziehen ohne Slip, Kamillebäder fördern die Heilung, dabei aber die Temperatur beachten, sonst kann es sehr weh tun. Wenn "Pipi machen" am Anfang weh tut – in eine Wanne mit warmen Wasser setzen und ins Wasser machen lassen – das tut nicht so weh.

Die Empfindlichkeit normalisiert sich nach etwa 4 Wochen (eigene Einschätzung, keine Garantie).

Ich weiß, ich schreib immer viel, möchte Dich damit aber gar nicht unter Druck setzen oder so was. Ich möchte einfach nur, dass Du alles genau bedenkst, bevor Du etwas entscheidest.

Alles Gute Deinem Kleinen und Dir!

Viele Grüße!

Markus *:)

HKypierixon


schau mal hier nach

[[http://www.med1.de/Forum/Kindermedizin/200976/]]

:-)

beschneidungen werden oft zu voreilig vorgenommen. das die vorhaut sich bei deinem sohn noch nicht gelöst hat ist normal. das kann schon mal länger dauern. der lösungsprozess kann bis zur pubertät anhalten. von daher sind zu schnelle beschreidungen nicht angebracht. leider gibt es genug ärzte welche auf diesem gebiet keine ahnung haben bzw man verdient mit einer op ja auch mehr kohle!:-(

durch dehnungsübungen z.b. im warmen wasser und die nachträgliche behandlung mit einer entzündungshemmenden salbe läßt sich eine phimose auch konservativ gut behandeln.

gruss

tAitax


Bei meinen Kids hat sich das von selbst reguliert,nachdem sie keine Windeln mehr brauchten!!!

Miar:kus6x5


Hallo Hyperion!

An die "Dehnungsübungen" hatte ich auch gedacht, aber der Junge hier ist ja noch viel zu klein – ich weiß nicht, ob man das bei ihm machen sollte. Ich denke eher nicht! Er selbst kann ja noch gar nix tun. Wir wissen ja gar nicht, ob die Vorhaut bei ihm noch verklebt ist; vor allem kann der Junge ja noch gar nicht verstehen, was da mit ihm gemacht wird. Ich würde die Finger davon lassen.

Ich denke, bei Jungen, die das SELBST MACHEN KÖNNEN ist das eine gute Möglichkeit, aber bei so einem ganz Kleinen …

Wenn ich Maria richtig verstanden habe ist sie allein durch die Aussage des Arztes verunsichert worden; aktuell gibt es aber kein dringendes Problem. Der Junge hat weder Entzündungen noch Schmerzen.

Man sollte den Kleinen einfach in Ruhe lassen, die Sache aber natürlich im Auge behalten, was ja keiner besonderen Anstrengung bedarf – mit 11 Monaten wird der Junge ja sicher noch gewindelt und die Mama sieht ja sofort, wenn sich was entzündet. Na ja und da hilft dann in den meisten Fällen etwas Salbe. Den Genitalbereich cremt man ja bei Babys sowieso regelmäßig ein und erst recht, wenn sich was gerötet hat. Oft hilft es auch, den Kleinen einfach mal eine Weile "unten ohne" strampeln zu lassen, damit Luft an die Haut im Windelbereich kommt - oder haben wir da was falsch gemacht?

Viele Grüße!

Markus

H.ype2rion


hi markus

für die ddehnungsübungen ist er wohl etwas zu jung, das hast du natürlich recht, aber ich habe sie trotzdem mal mit aufgeführt um die konservative behandlung besser erklären zu können.

zumindest weiß maria schon mal das es möglichkeiten gibt welche im späteren lebensverlauf zum einsatz kommen können.

:-)

SBaphixer


"Dehnungsübungen" sind strafbar!

Hallo zusammen!

Ich möchte darauf aufmerksam machen das es sich bei den oben empfohlen "Dehnungsübungen" am Geschlechtsteil eines Kindes, laut Strafgesetzbuch §§ 176, 176 a und b, um eine Straftat handelt. Das Berühren des nackten Geschlechtsteil eines Kindes wird, ebenso wie ein Kuss und das Streicheln des Geschlechtsteils über der Kleidung, als sexuelle Handlung mit "einiger Erheblichkeit" eingestuft.

Quelle: [[http://www.hinsehen-handeln-helfen.de]]

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Ich frage mich warum die Moderatoren dieses Forums diese offensichtliche Verherrlichung von Kindesmissbrauch zulassen!?

Wieviele Kinder sollen noch für den Rest ihres Lebens traumatisiert werden?

Handelt endlich und löscht Beiträge dieser Art, es geht um unsere Kinder!

MLarkuxs65


Harte Worte! Überlegte Worte?

Hallo Saphier!

Nun mal langsam mit den jungen Pferden! "Verherrlichung des Kindesmissbrauchs"!

Lies das hier noch mal in Ruhe von Anfang an! Wenn da irgendwo Kindesmissbrauch verherrlicht wird, dann sperre ich mich selbst ein!

Da hast Du wohl was falsch verstanden. Nicht der Erwachsene, sondern der betroffene Junge selbst führt diese Dehnübungen aus. Und das darf der sogar – es ist nämlich sein Körper und sein Penis und seine Vorhaut und wenn er sich Mühe gibt darf er die sogar noch ein Weilchen behalten.

Im letztgenannten Fall ging es um ein Kleinstkind, weswegen ich deutlich machte, dass diese Übungen dort meiner Meinung nach nicht anwendbar sind, 1. weil der Junge das selbst gar nicht machen kann und 2. weil, selbst wenn es ein Erwachsener tun würde und dürfte, der Junge gar nicht verstehen würde, worum es geht. Der Junge bekäme Angst – und damit ist die Sache bereits indiskutabel. Zugegeben, an den § 176 StGB habe ich in diesem Moment nicht gedacht und schon gar nicht an die §§ 176 a und b! Hyperion hat, so verstehe ich ihn jedenfalls, die Dehnungsübungen lediglich als eine Möglichkeit ins Spiel gebracht, wie sich der Junge später, wenn er dazu in der Lage ist, selbst helfen kann.

Noch mal deutlich zum Mitschreiben:

Diese Dehnübungen, Dehntraining oder wie immer man es nennen will sind dazu gedacht, dass sie von dem betroffenen Jungen selbst ausgeführt werden. Und wenn er das tut, dann tut er das freiwillig, z. B. weil er nicht beschnitten werden möchte. Es ist so ziemlich das Einzige, was er selbst tun kann! Angefangen bei einer verschreibungspflichtigen Salbe bis hin zur radikalen Beschneidung – in allen diesen Fällen wird über den Jungen verfügt und entschieden, von anderen, im Idealfall im Einvernehmen mit dem Kind/Jugendlichen, mitunter auch gegen dessen Willen, manchmal, weil es med. nötig ist, manchmal auch ohne med. Notwendigkeit. Und wenn ein Junge das nicht will, es aber hinnehmen muss, weil er minderjährig ist – wo ist da der strenge Sittenwächter mit den Paragrafen? Wo ist da das Bundesministerium für Familie usw. und tritt für die Interessen und Rechte des Jungen ein? Ich höre?

Artikel 2 Absatz 2 GG (Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit) – gilt hier ausnahmsweise nicht? Warum denn nicht?

Im Übrigen wird hier versucht, Jungen eine möglicherweise unnötige OP zu ersparen. Warum hier? Weil woanders, z. B. im Elternhaus, beim Arzt oder eben bei bestimmten "Jugendschützern" alles Mögliche wichtig ist, nur nicht die Befindlichkeit des Jungen, um den es eigentlich geht. Da wenden sich Jungen an wildfremde Menschen, weil sie weder zu Hause noch beim Arzt noch sonst wo ernst genommen werden – oder weil niemand Zeit oder Interesse hat, sich mit ihren Sorgen zu befassen!

Trotzdem darf, lt. Patienteninformation UroG 10 (Quelle kann ich nachreichen) in Deutschland ein Junge mit Zustimmung seiner Eltern auch aus anderen als medizinischen Gründen beschnitten werden – auch gegen seinen eigenen Willen. Das ist merkwürdigerweise nicht strafbar und sicher auch gar nicht traumatisch.

Ich selbst wurde mit etwa 4 beschnitten, warum weiß ich bis heute nicht genau. Ich wäre dankbar gewesen, wenn mal jemand mit mir geredet hätte – später natürlich oder sich Gedanken gemacht hätte (vorher natürlich), ob’s vielleicht auch anders geht.

Die vermutlich älteste Erinnerung in meiner zugegeben nicht besonders hübschen Birne ist die an das blutige Etwas, das nach meiner Beschneidung da unten zu sehen war – erst wurde die verklebte Vorhaut von der Eichel abgerissen und dann abgeschnitten, natürlich unter Narkose. Das Bild, das sich mir danach bot war trotzdem nicht wirklich beruhigend für einen 4jährigen! Aber das war ja nur eine "kleine ganz harmlose OP" (sinngemäße Widergabe Aufklärungsmaterial der BZgA).

Fazit: Anfassen ist verboten – aber Abschneiden ist erlaubt?

Übrigens werd’ ich meine Kinder auch weiterhin küssen, wenn’s ihnen und mir danach ist – keine Angst, nur ins Gesicht. Genehmigt?

Wie ist das eigentlich? Wenn ein Säugling infolge "voller" Windel im Genitalbereich entzündet ist – darf ich ihn dann eincremen? Gesetzt natürlich den Fall, es ist mein Kind! Ich frage nur, weil ich dazu sein nacktes Geschlechtsteil berühren müsste.

Dehnungsübungen sind strafbar – wenn sie von Dritten ausgeführt werden, dann vielleicht …

Gute Nacht!

H\ype^rion


*lach* saphier

ich bitte dich!!

wer sagt denn das die eltern die dehnungsübungen durchführen sollen!

wenn sich die vorhaut sich bis zur pubertät nicht gelöst hast kann der jugendliche die übungen doch selbst durchführen.

am besten liest du dir alles nochmal genauer durch bevor du hier irgendwelchs dummes zeugs von dir gibst.

t~imtimutim


@ Markus 65

Sorry, das ich dich verbesser, aber du hast im ersten Beitrag geschrieben, dass es , wenn er wirklich operiert werden muss, keine höllischen schmerzen gibt. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, da ich mit 13, bin jetzt 15, selber radikal beschnitten worden bin, dass man zwar während der beschneidung keine Schmerzen hat, aber die Tage danach hat man meiner Meinung nach höllische Schmerzen

M(acrk.us6x5


@timtimtim

Hallo Tim!

Schön, wieder von Dir zu hören. Hatte Dir vor längerer Zeit eine PN geschrieben – lies mal…

Du hast sicher Recht, ich wollte damit auch nur sagen, dass es WÄHREND der OP keine Schmerzen gibt, weil diese bei Kleinkindern unter Vollnarkose gemacht wird (mit 13 vermutlich auch noch).

Ich selbst musste mit 4 unters Messer (auch radikal) und an die Schmerzen danach kann ich mich auch erinnern, wobei ich das immer mit "Baden" in Zusammenhang bringe. Ich musste immer baden und hab’ mich dagegen gewehrt, weil es am Anfang wehtat.

Ich hab’ den Beitrag oben gerade noch mal gelesen und muss sagen, dass ich ihn tatsächlich in diesem Punkt falsch verstanden habe. Ich meinte, Maria fragt nach der OP selbst, in Wirklichkeit wollte sie wissen, wie es danach ist. Danke für Deinen Hinweis!

Möglicherweise spielt aber auch das Alter eine Rolle. Es ist nur so eine Vermutung von mir, weil ich nun schon mit relativ vielen Jungen und Eltern in dieser Sache zu tun hatte, aber es scheint so zu sein, dass die OP selbst im Kleinkindalter weniger "dramatisch" ist - rein körperlich gesehen.

Es hängt sicher auch damit zusammen, dass Du mit 13 natürlich genau gewusst hast, was da mit Dir gemacht wird und da Du es definitiv NICHT wolltest stelle ich mir das schon schlimm vor, wie Du Dich dabei bzw. davor und danach gefühlt hast.

Daraus aber zu folgern, dass man möglichst früh beschneiden soll, würde ich für blanken Zynismus halten.

Ich hab gesehen, dass Du schon vor der OP hier im Forum um Rat und Hilfe gebeten hattest. Genützt hat es leider nichts. Dass Du trotzdem wieder hier schreibst und über Deine Enttäuschung berichtest - siehe hier:

[[http://www.med1.de/Forum/Kindermedizin/200976/]]

finde ich sehr gut und vielleicht hilft es ja anderen Eltern, für ihre Söhne richtig zu entscheiden und deren Willen und Persönlichkeit mehr zu respektieren, wobei das natürlich immer eine Einzelfallentscheidung sein wird. Manchmal gibt es keine Wahl – dann sollte darüber aber zumindest ein faires Gespräch stattfinden. Aber WENN es eine Wahl gibt, ob ja oder nein oder auch nur über die Methode, dann sollte der JUNGE entscheiden, soweit er dazu in der Lage und alt genug ist.

In unserem unmittelbaren Bekanntenkreis gibt es 2 Jungen, die mit dem Thema Beschneidung zu tun hatten. Der eine, damals 10 oder 11, wurde wegen einer Verklebung beschnitten, radikal, was nicht nötig gewesen wäre, aber der Arzt hat es eben "vorsorglich" so geraten – und die Mutti hat akzeptiert, was er empfahl. Auch er fühlt sich nicht wohl damit.

Der andere war 6 und wurde nicht beschnitten – weil der Arzt bei der Untersuchung dermaßen rücksichtslos war, dass die Mutter einfach nicht wieder hingegangen ist.

So, aber nun genug davon! Wäre schön, wieder von Dir zu hören!

Schönen Silvester und ein gesundes neues Jahr wünscht

Markus *:)

SUaphxier


Re

Hallo Markus65!

Es wurde sicher nicht direkt dazu aufgefordert die Dehnungsübung von den Eltern durchführen zu lassen, jedoch birgt diese Disskussion die Gefahr, das vermeitlich Pädophile unter dem Vorwand der Dehnungsübung auf die Idee kommen, das Geschlechtsteil eines Kindes zu berühren und diesem Kind damit ein irreparablen Schaden zufügt wird. Nicht umsonst wurde von klugen Köpfen dieses Gesetz verabschiedet das das Berühren des kindlichen Geschlechtssteils verbietet. Denn oft ist es so, das nur eine einzige Berührung fatale Folgen für das restliche Leben haben kann.

Du fragst nach den strengen Sittenwächtern die den Jungen schützen wenn er nicht beschnitten werden will? Ob der Junge das will oder nicht will zählt nicht, weil er in solchen Fragen noch nicht in der Lage ist zu entscheiden was für ihn gut und falsch ist. Nur die Erwachsenen können wissen was für ein Kind gut oder schlecht ist, nie das Kind selbst. Das Kind darf zwar tuen was es will, aber es darf nur das wollen von dem die Erwachsenen wünschen das das Kind es tut.

Das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit wird doch durch die Beschneidung grade gewährleistet. Denn schau mal, aus einem pathologischen Phimose Penis, der oft nicht in der Lage ist seine zweckbestimmte Funktion auszuüben wird durch die Beschneidung der Penis in einen funktionstüchtigen unversehrten Zustand gebracht. Es ist nur eine Frage der Argumentation...

Und wenn Du meinst Du musst Dein Kind weiter ins Gesicht küssen (ich hoffe zum Wohle Deines Kindes nicht auf den Mund) kann ich nur hoffen das Dich nicht mal jemand dabei beobachtet der des Gesetztes kündig ist. Es wird sich bestimmt jemand was dabei gedacht haben dieses Gesetzt so zu formulieren, denn auch das von Dir beschriebene Einreiben des wunden Genitalbereiches eines unter 14jährigen Kindes, verbunden mit einer Berührung des nackten Geschlechtsteils, dürfte lauf BMFSFJ eine Straftat sein...oder hat da doch jemand nicht nachgedacht...wie auch immer, ich denke eine Verschärfung des gegenwärtigen Sexualstrafrechts ist dringend erforderlich um unsere Kinder noch mehr vor sexuellen Missbrauch zu schützen und das wollen wir doch alle.

Viele Grüße

MZarku<s65


Hallo Saphier!

Also mal ehrlich: Nach Deiner Rechtsauffassung müsste ich einen Säugling in seinen eigenen Exkrementen liegen lassen – oder wie willst Du ihn denn waschen, ohne ihn zu berühren?

Wie wär’s, wenn Du Sexualstraftäter dort suchst, wo sie zu finden sind, anstatt durch eine Menge von Vermutungen und Konjunktiven, was sein könnte, eine Straftat zu konstruieren?

Auf welche Idee jemand kommen könnte, der diesen Beitrag liest, darauf habe ich leider keinen Einfluss und wie krank dieser gedachte Leser im Kopf ist, dafür kann ich auch nichts.

Fakt ist: Hier wird weder zu einer Straftat aufgerufen noch wird die Absicht verfolgt, sich sexuell zu erregen.

"Ob der Junge das will oder nicht will zählt nicht…"

Findest Du diese Einstellung, z. B. bei einem 15jährigen, nicht reichlich arrogant?

Darf ich mal fragen, ob Du selbst Kinder hast?

Erziehst Du die auch nach dem Motto: Alles, was ich (Vater/Mutter) sage, ist richtig und alles, was Du (Kind) sagst, zählt nicht?

Willst Du so PERSÖNLICHKEITEN, selbständige und selbstbewusste Menschen erziehen?

Ich vertrete die Meinung – und dabei wird es bleiben – das Entscheidungen, die das Kind oder den Jugendlichen betreffen, dann im Einvernehmen mit ihm zu treffen sind, wenn dies möglich und verantwortbar ist – und im Falle einer Phimose gibt es meistens durchaus Spielraum, auch den Willen eines fast Erwachsenen zu respektieren. Dass dies nicht so weit gehen darf, dass dadurch seine Gesundheit Schaden nimmt, ist klar.

Im Übrigen: Wenn Du der Ansicht bist, dass in diesem Forum strafrechtlich relevante Inhalte verbreitet oder zu Straftaten aufgerufen wird, dann bin ich leider der falsche Ansprechpartner für Dich. Wende Dich damit bitte an den Administrator.

Schönen Silvester noch!

Markus

-VB8enx--


@Saphier

Hallo Saphier,

in meinem Beitrag muß ich auf einige von Dir geschriebenen Punkte eingehen und Dich leider auch auf einen Fehler in Deiner Logik hinweisen.

Du fragst nach den strengen Sittenwächtern die den Jungen schützen wenn er nicht beschnitten werden will? Ob der Junge das will oder nicht will zählt nicht, weil er in solchen Fragen noch nicht in der Lage ist zu entscheiden was für ihn gut und falsch ist. Nur die Erwachsenen können wissen was für ein Kind gut oder schlecht ist, nie das Kind selbst. Das Kind darf zwar tuen was es will, aber es darf nur das wollen von dem die Erwachsenen wünschen das das Kind es tut.

In diesem Absatz unterstellst Du, unabhängig vom Alter des Kindes, daß dieses nicht in der Lage ist, zu beurteilen, was gut oder schlecht für seine Zukunft ist und implizierst gleichzeitig, daß alle Erwachsene dazu in der Lage wären. Leider sieht die Realität wohl doch aber so aus, daß bestimmte Belange Kinder selber beurteilen können; allerding - und das will ich betonen - ist das altersabhängig. So wird ein fünfjähriges Kind nicht in der Lage sein, zu beurteilen ob ein medizinischer Eingriff notwendig oder sinnvoll ist, wärehd ein zwölf- oder dreizehn-jähriges Kind dazu durchaus in der Lage sein kann.

Abgesehen davon gibt es genügend Erwachsene, die glauben zu wissen, was gut für Kinder ist und was nicht, obwohl ihnen in diesem Bereich das notwendige Wissen fehlt; und das Thema Medizin gehört leider dazu.

Das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit wird doch durch die Beschneidung grade gewährleistet. Denn schau mal, aus einem pathologischen Phimose Penis, der oft nicht in der Lage ist seine zweckbestimmte Funktion auszuüben wird durch die Beschneidung der Penis in einen funktionstüchtigen unversehrten Zustand gebracht. Es ist nur eine Frage der Argumentation...

Genau in diesem Punkt liegt 1. ein gewaltiger Fehler und 2. ein Teil der fehlerhaften Logik.

Ich kann genau hier aus eigener Erfahrung sagen, daß eine Beschneidung nicht zwangsläufig die körperliche Unversehrtheit gewährleistet; eigentlich ist dieser Zusammenhang schon ein Wiederspruch in sich, da jeglicher operativer Eingriff mit einer körperlichen Verletzung verbunden ist.

Allerdings werden in den allermeisten Fällen Phimosen diagnostiziert und als Behandlung eine Beschneidung empfohlen, obwohl 1. entweder gar keine Phimose vorgelegen hat oder 2. eine andere Behandlungsmöglichkeit mindestens des gleichen (meistens sogar größeren) Erfolg versprochen hätte.

Zum Punkt

...wird durch die Beschneidung der Penis in einen funktionstüchtigen unversehrten Zustand gebracht...

. Hierzu will ich aus meiner eigenen Erfahrung etwas sagen:

1. Bevor ich beschnitten worden bin hatte ich nie auch nur ansatzweise Probleme mit dem entsprechenden Körperteil;

2. Nachdem ich beschnitten worden war hatte ich 13 Jahre (!) Schmerzen, die soweit gegangen sind, daß mit ein Arzt eine anäthetische Salbe verschreiben mußte, damit ich zumindest am Schulsport teilnehmen konnte; diese Salbe diente dazu, die Glans vollständig zu betäuben. Ansonsten hat mir jede noch so kleine Beruhrung (auch das Reiben der blanken Eichel an der Unterwäsche) Schmerzen bereitet. Und ich behaupte einfach einmal, daß mit der Beschneidung absolut kein - von Dir so schön als - funktionstüchtiger, unversehrter Zustand erreicht worden ist, sondern genau das Gegenteil (abgesehen von einem grauenhaften Erscheinungsbild).

3. Nach der Beschneidung bin ich ebenfalls über mehrere Jahre hinweg eben wegen dieses Eingriffes gehänselt worden. Daß es überhaupt jemand anders gesehen hat, war ein Unfall, den ich nicht verhindern konnte.

4. Ich habe mich seit der Beschneidung dafür geschämt und mit allen mitteln versucht zu verhindern, daß jemand überhaupt die theoretische Möglichkeit bekommen könnte, diese - wie ich es immer schon empfunden habe - Verstümmelung auch nur ansatzweise zu sehen; hier gibt es zwei Ausnahmen (die erste habe ich bereits unter 3. erwähnt, die zweite werde ich weiter unten nennen). Das heißt nichts anderes, als daß ich mit allen nötigen Mitteln verhindert habe, daß irgend jemand einen Blick darauf werfen konnte, was Ärzte einschließt; einmal ging es leider nicht anders, als daß ich mich gegen einen Arzt physisch zur Wehr setzen mußte, was allerdings mit vergleichsweise milden Mitteln möglich und erfolgreich war.

5. Nachdem ich 13 Jahre lang beschnitten war, hatte ich endlich Erfolg bei meiner Suche nach einem Arzt, der den Schaden so gut wie möglich reparieren konnte. Dafür waren bis jetzt mehrere Operationen nötig und es werden wahrscheinlich noch ein paar folgen. Um es gleich vorweg zu nehmen: ich bereue absolut überhaupt nichts davon und würde ohne zu zögern erneut eine operative Rekonstruktion der Vorhaut machen lassen. Um noch einmal Dein Zitat aufzugreifen: Jetzt ist mein Geschlechtsteil in einem Zustand, der dem funktionstüchtigen unversehrten Zustand möglichst nahe kommt. Diesen funktionstüchtigen unversehrten Zustand wirklich wiederhetzustellen wird vielleicht nie möglich sein; vielleicht wird die Gentechnik irgendwann soweit sein.

Nachdem Du zumindest behauptest, die psychischen Aspekte von Manipulationen am Geschlechtsteil von Kindern im Auge zu behalten, solltest Du über diese Punkte vielleicht auch mal nachdenken.

Denn oft ist es so, das nur eine einzige Berührung fatale Folgen für das restliche Leben haben kann.

In diesem Punkt kann ich Dir voll und ganz zustimmen. Nur daß eine Beschneidung gegen den Willen des Kindes die gleichen Folgen haben kann, das solltest Du auch einmal bedenken. Zu diesem Punkt will ich gleich noch eine Anmerkung machen, die meine Person betrifft. Dank der Beschneidung weigere ich mich noch heute das Risiko einzugehen, daß jemand auch nur jenes Körperteil von mir sehen könnte, was z.T. fast schon komische Züge annimmt.

Es wurde sicher nicht direkt dazu aufgefordert die Dehnungsübung von den Eltern durchführen zu lassen, jedoch birgt diese Disskussion die Gefahr, das vermeitlich Pädophile unter dem Vorwand der Dehnungsübung auf die Idee kommen, das Geschlechtsteil eines Kindes zu berühren und diesem Kind damit ein irreparablen Schaden zufügt wird. Nicht umsonst wurde von klugen Köpfen dieses Gesetz verabschiedet das das Berühren des kindlichen Geschlechtssteils verbietet. Denn oft ist es so, das nur eine einzige Berührung fatale Folgen für das restliche Leben haben kann.

Und genau in diesem Absatz liegt der Fehler in Deiner Logik. Genau damit kann man jedem Arzt, der das Glied eines Jungen untersucht, unterstellen dem Kind aus den von Dir beschriebenen Gründen, Schaden zuzufügen.

Gruß

Ben

HVypoerixon


:-/

das grundrecht auf körperliche unversehrtheit wird doch durch die beschn. gerade gewährleistet

das ist doch ein widerspruch. wenn ich jemanden ein körperteil abschneide wie kann er dann körperlich unversehrt bleiben?

und wenn du meinst du must dein kind weiter ins gesicht küssen kann ich nur hoffen das dich nichtmal jemand dabei beobachtet der des gesetzes kundig ist

das ist doch schwachsinn!

das einreiben des wunden genitalbereiches eines unter 14j. kindes, verbunden mit einer berührung des nackten geschlechtsteiles, dürfte laut bmfsfj, eine straftat sein

klar!

ein säugling oder kleinkind kann sich auch selbst mit entzündungshemmenden salben einreiben. wahrscheinlich auch selbst füttern, wickeln, sauber machen , anziehen usw....

und bei über 14j ist das dann erlaubt, oder was.

tut mir leid sapier, aber deine argumentationen sind echt stumpf. nach deiner auffassung dürfte man ein kind weder küssen, wickeln, baden noch sonst was.

vieleicht kannst du uns verraten wie sich ein kind oder säugling selbst waschen soll nachdem es sich vollgeschissen hat und im genitalbereich verschmutzt ist!

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