Injektion!

15.02.06  16:20

Hi liebe Forumbenutzer,

Ich bin 30´und habe mit meiner Freundin 28 vor einigen Monaten meine Nichte adoptiert, da ihre Eltern bei einem Autounfall verstorben sind ( vor etwa einem halben Jahr). Wir haben eigentlich keine größeren Probleme mit ihr, immerhin ist sie ja auch schon 14 und für das Alter recht aufgeschlossen.

Nur ein Problem habe ich, das mich echt zum verzweifeln bringt. Ich selbst arbeite als Assistenzarzt im Krankenhaus und meine Freundin ist Krankenschwester, wenn wir Abends über das Krankenhaus reden wirkt meine Nichte sehr verschlossen. Aber das ist nicht das Problem. Als ich mir vor einigen Wochen ihren Impfkalender zu Gemüte zog, fiel mir auf das er unglaublich viele Lücken aufwies, also beschloss ich gleich am nächsten Tag, sie mit in die Klinik zu nehmen und ihr eine der fehlenden Impfungen zu geben, aber sie wollte nicht, auch auf mein bitten hin. Dannach probierte es meine Freundin. Aber es half nichts. Mein Arbeitskollege ( Vorgesetzter) meinte ich solle die Injektion mit nach Hause nehmen und sie ihr in gewohnter Umgebung verabreichen ( er dachte Krankenhaus würde sie vielleicht mehr an ihre Eltern erinnern). Aber auch daheim ein Krampf, sie hatte Angstzustände und schloss sich 3 Stunden in ihr Zimmer ein. Wir redeten mit ihr aber nichts half, auf keine guten Worte fiel sie rein.

Vor drei Tagen ging ich dann mit ihr zu einem Kinder- und Jugendarzt ( guter Freund) aber auch er konnte reden wie er wollte.

Er schickte sie mit den Impflücken wieder heim. Nun überlege ich echt was ich machen soll! Nocheinmal alles mit nach HAuse nehmen?? Die letzte die ich ihr zuhause hatte, hat sie sich geben lassen, unter Festhalten aber den Arm hat sie so sehr angespannt das da jetzt ein richtig schlimmer Bluterguss ist! Das hieße auf deutsch sie müsste die nächste Impfung intramuskulär in ihren Po bekommen da ich den rechten Arm nicht spritzen möchte, denn mit dem schreibt sie und wenn sie wieder so verspannnen würde dann könnte sie in der Schule nicht mitschreiben.

Und nun an euch, wie steht ihr dazu? Sollte ich ihr die Impfung in den Po geben bei einem Alter von 14?? Oder was würdet ihr bevorzugen?? Gebt mir bitte Ratschläge, denn ich setzte alles auf euch! Dankeschön, schon im Vorraus!

wyisser4bissxer

15.02.06  18:51

1. Kein Interesse/ Ablehnung von medizinischen Themen

2. Große Impflücken

Das kann zwei Gründe haben

1. Im Haushalt wurde Medizin ausgeklammert, auch Vorsorgeuntersuchungen (die letzte ist fällig!) nicht gemacht, einfach aus Nachlässigkeit.

2. Es war nicht nur Nachlässigkeit, sondern Absicht in Richtung Impfgegner/Alternativimedizin, Ablehung der "Schulmedizin".

Was weisst du über die Haltung der Eltern zu dem Thema? Diese werden dies Haltung zur Medin rübergebracht haben.

Unsere Kinder sind schlicht anders sozialisiert, meine Frau ist an der Uniklinik in der Forschung und Lehre, ich selber aufgrund Erkrankung in der Selbsthilfe aktiv. Unsere Kinder können zumindest seit sie 8 oder 9 sindiz ohne dass einer von uns Händchen hält Spritzen kriegen u.ä.

Ich würde das Mädchen nicht drängen, ein gutes Verhältnis ist zumindest kurzfristig wichtiger.

Allerdings sollte in dem Alter, in dem irgendwann auch das Thema Sex auf den Tisch kommt die Hep-B schon durchgeführt sein, ebenso wie MMR.

NceIuerMaxtt

15.02.06  20:00

Ja, danke das du mich darauf ansprichst!

Ich weiß das meine Schwester sehr großen Wert auf eine gute Erziehung gelegt hat. Wi vermuten schlicht und einfach das Isabell einfach ihren Eltern etwas vorgegaugelt hat. Also ich meine zum Arzt schon ( aber nicht rein)!!!!!!!

Sicherlich ist es wichtig das du weißt ihre Eltern waren oft aus geschäftlichen Gründen unterwegs.

Ihr Vater war so ein Bussnismensch immer woanderst und ihre Mutter, naja war halt meine flattrige Schwester sie arbeitete als Flugbegleiterin und war selten zu Hause, als unsere Mutter vor einem Jahr starb, gab meine Schwester ihren Job auf um für Isi da zu sein. Ich weiß aber das sie in dieser Zeit sehr darunter litt (arbeitslosigkeit).. .

Kurz gesagt beide liebten ihr Kind, hatten aber kaum Zeit!

Ich selbst bin oft durch Dienste und Schichten nicht daheim, versuche aber seit sie bei uns ist, mehr nachts zu arbeiten um tagsüber für sie dazusein!

Was meinst du sollte ich tun??

Sie hat weder Hep- B noch MMR! Ich bin echt verzweifelt. Wie alt sind deine Kinder, würdest du ihnen eine i.m. Injetion in den Po zumuten?

wWisserGbis saexr

15.02.06  22:38

ch bin 30´und habe mit meiner Freundin 28 vor einigen Monaten meine Nichte adoptiert, da ihre Eltern bei einem Autounfall verstorben sind (vor etwa einem halben Jahr). Wir haben eigentlich keine größeren Probleme mit ihr, immerhin ist sie ja auch schon 14 und für das Alter recht aufgeschlossen.

Wenn die Eltern deiner Nichte vor einem halben Jahr tödlich verunglückt sind, dann sind wohl andere Dinge von Bedeutung, als sie zu einer Impfung zu "zwingen" und auf das Themea zu beharren :-(

Was meinst du sollte ich tun??

Sie nicht weiter drängen, sondern im Rahmen einer Untersuchung bei einer Ärztin ihres Vertauens, das versuchen anzusprechen.

Sie hat weder Hep- B noch MMR! Ich bin echt verzweifelt. Wie alt sind deine Kinder, würdest du ihnen eine i.m. Injetion in den Po zumuten?

Mag ja wichtig sein ( Impfung), aber der Weg geht gar nicht :(v

Mit 14 Jahren hat sie meines Erachtens ein Recht das selbst zu bestimmen, und wenn sie es ablehnt, dann musst du dich dem fügen.

cxommu9niCty

16.02.06  09:37

Ich habe inzwischen bei den Kollegen von [[http://impfinformationen.de]] nachgefragt.

Einhellige Meinung: Zur Zeit ist der Aufbau einer intakten Beziehung wichtiger als die Impfung, so sehr wir da auch für sind.

Wenn diese Beziehung da ist, kann man impfen (Hep-B gibt es kostenlos bis 18). Dies solltest nach Vorbereitung aber nicht du selber machen sondern ein behandelnder Arzt, der auch ansonsten zuständig ist, also Kinder- oder Hausarzt.

Das Mädel muss im ganzen darauf hingeführt werden auf sich, ihren Körper und ihre Gesundheit zu achten. Dazu gehört letztendlich auch die Einsicht, dass sein muss, was sein muss, also Impfungen, regelmäßig zum Zahnarzt, Vorsorgeuntersuchungen usw. Das wurde wohl bisher vernachlässigt.

N'eueprMYatt

16.02.06  09:41

Nachtrag

In den Po impfen! Vom Onkel! mit 14! Wie peinlich!

Es mag ja sein, dass Dir als Arzt solche Befindlichkeiten fremd sind. Deinen Patienten und auch eben Deiner Nichte sind sie das aber nicht.

Und wenn sie Rechtshänderin ist, impft man halt links. In den Po ist nicht mehr State-of-the-art.

NGeuerM5axtt

16.02.06  13:10

Ich finde, dass sie mit 14 schon eine junge Dame ist. Versuche doch ihr de Impfung in den anderen Arm zu geben? Ist sie sonst irgendwie verhaltensauffällig?

Mit 14 ist sie auch in dem Alter, in dem man ja schon über Probleme der Pubertät (z.B. die Regel) sprechen sollte. Wenn Dein Verhältnis zu ihr sonst gut ist, kannst Du sie ja mal auf die Problematik ansprechen. Ist sie sonst gesund?

m~elm800

16.02.06  13:32

Sind Impfungen im Po, nicht sowieso unzweckmäßig? Macht man doch gar nicht ;-)

cXommuTnity

16.02.06  14:28

aufklärung, eigenverantwortung.

hallo

ich schließe mich den meisten hier an, die die meinung vertreten, dass der kontakt zu ihr erstmal wichtiger ist als die impfung. seine eltern zu verlieren (und ja wohl ein jahr zuvor die oma, wie du hier geschrieben hast) ist mehr als ein verlust. und das noch mitten in der pubertät! da jetzt mit injektion unter zwang anzufangen ist bestimmt nicht förderlich. sie scheint ja gründe zu haben, warum sie dies ablehnt. dies zum thema zu machen empfinde ich als falsch. es gibt bestimmt andere themen die bearbeitet werden müssen als eine fehlende impfung. ich würde das thema abschließen, in dem du ihr eine kurze aufklärung über die wichtigkeit der impfung gibst und ihr die eigenverantwortung dafür überläßt. sie darf selbständig entscheiden, wann sie ihre impfung erhält. vielleicht fühlt sie sich dann auch nicht so unter druck gesetzt.

welche funktion hat denn deine freundin? eine frau hat doch bestimmt einen anderen draht zu einer pubertierenden jungen dame?

ihr hab ja ein heftiges schicksal hinter euch - ich wünsch euch viel glück dabei und konzentriert euch doch erstmal auf das richtig wichtige! nämlich viel zuneigung und vertrauen! grüße, siggi

siig*gSi>m

16.02.06  17:04

Ich danke euch allen für diese Vorschläge und ich werde sie jetzt auch umsetzen!

Danke :)^

w|isHse2rbixsser

16.02.06  17:42

Hmm,

Ich selbst arbeite als Assistenzarzt im Krankenhaus und meine Freundin ist Krankenschwester

Ihr geht beide täglich mit Patienten um.Bestimmt sind doch dann auch welche dabei,die bei irgendwelchen Spritzen oder Impfungen "Probleme" oder "Schwierigkeiten" machen.Und ihr wollt nicht wissen,wie man mit solchen Patienten,und noch dazu mit der eigenen Nichte,umgeht?

:-/ :-/ :-o :-o :-/ :-/

G1lüc[klich3esBXienxchen

16.02.06  18:48

Nein, ich gebe zu ich hatte schon oft sehr schwierige Patienten aber ich arbeite in einer Abteilung da sind die Menschen froh wenn sie durch eine Spritze mal weg von den Schmerzen kommen. Ich hoffe das beantwortet deine Frage! :-)

wVisseurbi(ssexr

16.02.06  18:59

Nein,ich kann´s trotzdem noch nicht ganz begreifen.

G-lüc>klicIhesBienxchen

16.02.06  19:35

Ein Bienchen

weiss natürlich, wie man sticht. ;-)

Sorry, aber DEN konnte ich einfach nicht liegen lassen.

N4euereMatt

16.02.06  19:44

weiss natürlich, wie man sticht.

Nicht wie man sticht,sondern wie man gestochen wird. ;-) ;-D

Und außerdem kann eine Biene nicht stechen,höchstens zuschlagen. ;-D

GtlücLklich_esB~ienwcxhen

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Kinder- und Jugendmedizin oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Apotheke | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH