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Ads bei 10-jährigem Sohn, Probleme mit Methylphenidat

mLoniZ-felxix hat die Diskussion gestartet


Mein Sohn (10) nimmt sein Januar 07 Methylphenidat in folgender Dosierung 20 mg - 10 mg - 0 mg. Er war seit seiner Kindergartenzeit immer sehr weinerlich, unkonzentriert, niedrige Frustrationstoleranz und ohne Selbstbewusstsein. Die 1. und 2. Klasse in der Schule gingen mal besser oder mal schlechter rum. In der 3. Klasse dann auf einmal riesige Probleme. Er entwickelte eine sehr sehr schlechte Schrift, vergaß ständig Hausaufgaben und erledigte diese schlampig, verlor andauernd Arbeitsblätter und konnte sicher gelerntes in Proben nicht umsetzen. Deshalb auch schlechte Noten, wobei ich mir sicher war, dass er eigentlich alles kann. Dann die Diagnose ADS und mit den Medis eine schlag hafte Besserung in kürzester Zeit, sogar seine Lehrerin, die nicht an ADS geglaubt hatte, war begeistert von diesem anderen Kind. Dann mit beginn der 4. Klasse wieder Probleme. Er wurde wieder sehr weinerlich, vergaß wieder seine Hausaufgaben und verlor seine Arbeitsblätter. Dann Umstellung auf Concerta 36 mg aber die Probleme wurden nicht wirklich besser. Weil sein größter Wunsch, die Realschule, knapp verfehlt wurde, bekam er richtige Aussetzer. Er schlug sich mit den Händen auf den Kopf, den Kopf auf den Tisch und riß sich mit beiden Händen an den Haaren. Begleitet von den Sätzen ich bin das dümmste Kind, wenn ich nicht so blöd wäre usw. Er wurde von uns Eltern aber nie unter Druck gesetzt, was seine Lehrerin auch bestätigte er selber setzt sich so unter Druck. Genauso hat er sich auch bei unser Kinderpsychologin geäußert. Solche Aussetzer, wenn auch nicht so extrem bekommt er auch immer öfter in der Schule man kommt dann nicht an ihn heran und kann nur warten bis er nach einer Weile wieder ruhig zu weinen beginnt und dann ist alles wieder wie früher. Er tut mir so unendlich leid, aber ich weis nicht wie ich ihm im Moment helfen kann. Ich habe viel über Hochbegabung gelesen. Seit dem Kindergarten wird uns von seiner hohen Intelligenz erzählt und auch die Lehrer sagen wie intelligent unser Sohn doch sein und wie perfekt und gewählt er sich ausdrücken kann. Oder liegt es an den Medis Über-oder Unterdosierung. Aus lauter Zweifel habe ich gestern die Medis abgesetzt. Unser nächster Termin bei der Ärztin ist erst im August. Ich hoffe hier im Forum kennt sich jemand mit diesem Problem aus.

Antworten
d&e#vniTc


huhu *:)

welche form von methylpenidat bekommt er denn? und um welche uhrzeiten bekommt er seine dosierungen?

warum bekommt er morgens 20mg? (ist das eine schnellwirksame oder retardierte form?)

warum anschliessend "nur" noch 10mg und danach nichts mehr?

ich frag deshalb so "blöd", weil diese dosierung für mich nicht nach vollziehbar ist.

im normalfall tastet man sich an dieses medikament langsam heran und erhöht schrittweise die dosis, bis die "optimale" einzeldosis gefunden ist. dann beobachtet man, wie lange eine einzeldosis wirkt - und diese bekommt das kind dann mehrmals (aber gleichmässig!) über den tag verteilt.

angenommen, dein sohn benötigt 20mg als einzeldosis: die bekommt er morgens und die wirkt dann 2,5-4 stunden lang (je nach stoffwechsel), danach bekommt er 10mg, was ja ein gefälle von 50% ist, und wäre er damit unterdosiert!

angenommen, dein sohn benötigt 10mg als einzeldosis: dann ist er morgens mit 20mg völlig überdosiert, mit der 2.dosis dann richtig eingestellt und danach hat er keine medikamentöse unterstützung mehr.

ziel der medikation ist es, das kind im alltag zu unterstützen. unter anderem, um sich besser konzentrieren zu können, die vigilanz und stimmung stabiler halten zu können, die impulsivität besser steuern zu können usw. das erreicht man am besten mit einer REGELMÄSSIGEN dosierung! ein tägliches "auf und ab" - egal, ob er nun über- oder unterdosiert ist, bringt den dopaminstoffwechsel nur noch mehr durcheinander.

diese "weinerlichkeit" tritt häufig zu beginn der behandluing auf, bis man einen stabileren gehirnstoffwechsel mit der richtigen dosierung gefunden hat. (..oder eben immer wieder aufs neue, wenn der stoffwechsel nicht stabil unterstützt wird...)

mein rat deshalb:

nicht einfach absetzen!!!!! rufe SOFORT beim behandelnden arzt an und lass dich nicht abwimmeln! erzähle deine beobachtungen und frage, wie du bis zum nächsten termin weiter dosieren sollst! (z.b.alle drei stunden 10mg?? oder 15mg? oder ob du selber "probieren" darfst, wie dein sohn am stabilsten reagiert?) notiere deine beobachtungen und dann frag beim termin nochmal nach, welche dosierung nach meinung des arztes die optimale EINZELDOSIS ist. bis dahin beobachte genau, wie LANGE eine einzeldosis bei deinem sohn wirkt!

also:

1. optimale einzeldosis herausfinden

2. wirkungsdauer einer einzeldosis herausfinden

3. daraus zusammen mit dem arzt eine sinnvolle und stabile tagesdosis ermitteln

wenn du noch fragen hast, frag einfach *:)

mgoni-nfelxix


Hallo !

Danke für die Antwort. Wir haben auch mit einer sehr niedrigen Dosis angefangen und dann wöchentlich gesteigert. Am Ende blieben wir bei 20 mg um ca. 7 Uhr - 10 mg um ca. 14 Uhr Methylphenidat schnell wirksam. Mit dieser Dosierung kamen wir über ein Jahr bestens zurecht ohne Schulprobleme oder anderes. Dann auf Anraten der Ärztin Concerta retard 36 mg am Morgen. Dann fingen die Probleme in der Schule langsam wieder an und ich hatte ein weinerliches und verzweifeltes Kind zu Hause. Dann vor 3 Wochen auf meinen Wunsch Rückkehr zur Anfangsdosis mit den schnell wirksamen Medis, weil mir die Lehrerin von richtigen Panikattacken in der Schule erzählt hat. Und seit dem kämpfe ich mit der Dosierung. Habe sie ja probehalber abgesetzt und bis jetzt keinerlei Probleme damit gehabt. Einen früheren Termin bekomme ich leider nicht aber telefonisch ist sie immer zu erreichen. Selber probieren mit der Dosierung ist erlaubt.

d8ev@niWc


mein sohn hat concerta auch nicht richtig vertragen. die stimmungslage war zu instabil und seine impulsivität konnte er damit auch nicht steuern. keine ahnung warum, er verträgt die schnellwirksamen einfach besser...

ich hab nen verdacht, warum das bei deinem sohn nicht passt!!!!

zwischen 7 uhr und 14 uhr ist ein VIEL zu großer abstand für schnellwrksame medis!!!!

die erste dosis hält MAXIMAL 4 stunden an, dann ist der wirkstoff verstoffwechselt und dein sohn (bzw. sein dopaminstoffwechsel ;-)) fällt in ein "loch". er ist dann ab spätestens 11 uhr bis 14 uhr NICHT mehr eingestellt. in der zeit reguliert sich der gehirnstoffwechsel wieder auf "ohne medis" und um 14 uhr muss er sich wieder umstellen auf "mit medis"...

frage mal die lehrerin, ob sie beobachten kann, um welche uhrzeit dein sohn "abrutscht" und ob sie bereit wäre, ihn dann ans nachdosieren zu erinnern! (lehrer dürfen keine medis geben, aber "erinnern" dürfen sie!:)z) dann kann dein sohn, BEVOR er panikattacken, ausraster oder weinanfälle kriegt, nachdosieren. (das meinte ich im vorigen beitrag mit "herausfinden, wie lange eine einzeldosis wirkt"!!!)

mein sohn bekommt um 8 und um 11 uhr je 15mg, dann um 14 und um 17 uhr 10mg medikinet. damit ist er dann von 8 bis 20 uhr gleichmässig eingestellt. wenn ich nach der schule die 14 uhr dosis mal "verpasse", merkt man sehr schnell, wie seine stimmung abrutscht.

wenn eure lehrerin mitzieht, probiert das mal aus! ich bin mir ziemlich sicher, dass ihr ne verbesserung hinkriegt, wenn sein gehirnstoffwechsel gleichmässiger versorgt wird und nicht ständig ein auf und ab mitmachen muss.

liebe grüße *:)

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