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Ritalin, ja oder nein?

dHev=nixc


@ julia

nun meine frage ich habe so viel über nebenwirkungen gelesen ist das wirklich so schlimm ??ist der nutzen größer als evtl. ein schaden durch ritalin ??

das kann man so pauschal nicht beantworten... ;-)

der grossteil, was du über die nebenwirkungen zu lesen kriegst, ist übertrieben und wird dazu noch aufgebauscht. durch [[http://www.med1.de/Apotheke/Wirkstoff/Methylphenidat/ Methylphenidat]] (das ist der wirkstoff von ritalin, medikinet, equasym, concerta und co..) wird man bei BESTIMMUNGSGEMÄSSEM (!) gebrauch weder "high" noch "ruhiggestellt", man kriegt weder alzheimer noch parkinson, keine leberschäden, keine sonstigen bleibenden schäden und wird auch nicht abhängig. %-|

bestimmungsgemässer gebrauch bedeutet: nach sorgfältiger diagnosestellung (adhs oder narkolepsie - für alles andere ist mph NICHT zugelassen!), nach individueller dosis-einstellung und unter äztlicher kontrolle (1-2 mal jährliche blutwert-kontrolle).

ausserdem sollte die medikation teil eines multimodalen therapieansatzes sein und durch verhaltenstherapie des kindes und elterntraining der bezugspersonen begleitet werden. einfach "medi rein und kind wird brav" ;-) funktioniert nicht, denn die hauptarbeit liegt TROTZDEM beim kind und dem umfeld, das ihn dabei nach kräften untersützen sollte.

entscheidend ist auch der schweregrad der betroffenheit des kindes. ein leicht betroffenes kind kann mit therapie und elterntraining schon gute erfolge erzielen und ist nicht unbedingt auf medis angewiesen.

einem schwer- oder schwerstbetroffenen kind die medis NICHT zu geben, grenzt in meinen augen an unterlassener hilfeleistung. denn die spätfolgen eines nicht behandelten, schweren adhs (erhöhtes unfallrisiko, erhöhtes schulversagen bei durchschnittlicher bis guter begabung, depressionen, erhöhte suchtgefahr, erhöhte scheidungsrate, erhöhte kriminalitätsrate, neigung zu tics, zwangshandlungen und selbstverletzung, entwicklung einer seelischen behinderung bis hin zu suizidalität...) können wesentlich SCHLIMMER sein , als alle nebenwirkungen, die ich dir gleich aufzählen werde....

okay, welche nebenwirkungen sind REALISTISCH zu erwarten?

kopfschmerzen im stirnbereich: nicht bei allen kindern und meistens nur in den ersten tagen. verschwinden bei regelmässiger medikation recht schnell. die kopfschmerzen treten auf, weil sich der stoffwechsel im frontalhirnbereich umstellen muss. (bei ads-lern ist der frontalhirnbereich weniher durchblutet, der glucosestoffwechsel ist vermindert und der dopaminstoffwechsel ist nicht im gleichgewicht)

verminderter appetit: tritt häufig auf, während die medis wirken. wenn die wirkung am nachmittag/abend nachlässt, futtern die meisten kinder dann aber drauf los...

einschlafschwierigkeiten: tritt bei vielen kindern auf. liegt meistens aber daran, dass die medis "zu spät" am tag nochmal nachdosiert werden und dann abends noch wirken, wenn die kinder schlafen sollen. ODER wenn die medis sehr unregelmässig gegeben werden (z.b. pause am wochenende)

verzögerter längenwachstum und verzögerte gewichtszunahme: erst mal, NICHT VERWECHSELN mit VERMINDERTEM wachstum und gewicht!!! die kinder sind wirklich meistens etwas kleiner und leichter, als gleichaltrige. allerdings holen sie das wieder auf. es bedeutet nicht, dass sie "auf ewig" kleiner und leichter bleiben...

alles andere, was du darüber gelesen hast, kannst du erst mal wieder vergessen... ;-)

du musst selber für dich und dein kind abwägen, ob dir diese nebenwirkungen zu heftig sind, oder nicht. und du musst leider auch selber abwägen, ob in eurem fall der nutzen grösser ist als das risiko. da kann und darf dir niemand reinreden, denn du musst zu deiner entscheidung stehen können.

WENN du dich FÜR die medikation entscheidest, achte darauf, dass dein kind eine geeignete therapie bekommt ("heilpädagogische entwicklungstherapie unter verhaltenstherapeutischen prämissen" oder "adhs-verhaltenstherapie" - bitte KEINE analytische spieltherapie, gewöhnliche ergo ohne adhs-kenntnisse, NICHTS mit festhalten oder ähnlichem...) und schau dich nach einem adhs-elterntraining um. die grössten nachweisbaren erfolge wurden aus kombination der drei bausteine erzielt. achte aber bitte auch darauf, dass der verschreibende arzt auf eine INDIVIDUELLE dosierung achtet und nicht nach "schema-f " dosiert und verschreibt!!!

eine adhs selbsthilfegruppe kann (ergänzend) auch sehr wertvoll sein, weil da leute sind, die dich und eure situation verstehen und dir immer wieder den rücken stärken. (..und das BRAUCHST du auf deinem weg... :)_)

ach ja: viele kinder mit adhs reagieren tatsächlich auf zucker, geschmacksverstärker und sonstige lebensmittelzusätze! das bedeutet nicht, dass wenn du diese dinge weglässt, dass adhs "verschwindet", sondern dass sich die symptome verschlimmern, wenn die kinder zu viel von dem zeugs zu sich nehmen. achte darauf, dass ihr auf zu viel zucker und glutamat usw... weitgehend verzichtet. zappelin, fischöl (omega-3-fettsären), nahrungsergänzungsmittel, homöopathie usw kannste im fall eines echten adhs leider vergessen (sorry, is aber so...)

wenn du noch fragen hast, internetlinks und/oder adressen brauchst, kannst du dich gerne an mich wenden @:)

alles liebe für dich und deinen süßen :)*

dbe<vnixc


NACHTRAG:

hab den rebound als nebenwirkung vergessen. dieser tritt manchmal auf, wenn die medis abends aufhören zu wirken. für einen kurzen zeitraum (ca. 20 minuten) verstärken sich die ursprünglichen symptome des adhs und das kind wirkt kurzzeitig noch zappeliger, mürrischer und weinerlicher als vorher. lässt aber mit der zeit und vor allem mit der richtigen dosierung meistens nach.

K}yra]-fLexe


Julia wollte eigentlich etwas über die Nebenwirkungen wissen. Aufzählen möchte ich diese hier nicht, denn das kann bei jedem Kind verschieden sein. Mein Sohn hatte zum Glück jedoch keine dieser Nebenwirkungen.

Ich empfehle Julia deshalb, dort beim Hersteller anzurufen:

[[http://www.medice.de/service]]

LRuwca-D omiEnxik


@ devnic

:)^ :)^ :)^ :)^ :)^ :)^

K#yrag-Lexe


@ devnic

:)^ :)^ :)^ :)^

Danke, besser und vor allem ausführlicher hätte es niemand sagen können.

C`at Po=wer


"heilpädagogische entwicklungstherapie unter verhaltenstherapeutischen prämissen" oder "adhs-verhaltenstherapie"

Warum malt, tobt, spielt ihr nicht mal mit euren Kinder, warum sollen das schon wieder irgendwelche Verhaltenstherapeuten machen. Bestimmt keine Zeit vor lauter Lesen und recherchieren und zum Arzt rennen, was man bei ADHS macht. :=o

CpaTt Powxer


Pippi Langstrumpf bekäme heute auch Ritalin

[[http://www.youtube.com/watch?v=h0zGCCF7KCs]]

h=induxkuxsh


Ritalin ist äusserst gefährlich. Hohes Suchtpotential! In den 70er waren sehr viele davon schwer süchtig.

[...]

Lmily8x7


cat power, schon mal ein Kind betreut, dass sich nicht mal auf die Hausaufgaben konzentrieren kann? ;-) ich schon... der Junge war schon richtig verzweifelt, das war nicht leicht für ihn, und seitdem er in Therapie ist, geht es ihm viel besser ;-) warum werden Therapien gleich immer verteufelt?

Lpuca-DWom(inixk


@ Cat Power

:(v :(v :(v :(v

Verhaltentherapeuten haben eine spezielle Ausbildung, die die Eltern nunmal nicht haben.

Es ist sehr lobenswert, wenn sich eine Mutter sehr intensiv über die Krankheit und möglichst beste Behandlung genaustens informiert.

Lnilyc87


@ Cat Power

:(v :(v :(v :(v

Verhaltentherapeuten haben eine spezielle Ausbildung, die die Eltern nunmal nicht haben.

Es ist sehr lobenswert, wenn sich eine Mutter sehr intensiv über die Krankheit und möglichst beste Behandlung genaustens informiert.

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LPuca-DYominixk


Abhängigkeitsgefahr

Methylphenidat wird seit Jahrzehnten in der Therapie von ADHS verwendet. Bei fachgerechter medikamentöser Therapie von ADHS mittels Methylphenidat konnte bisher kein Fall von Abhängigkeit festgestellt werden. Das plötzliche (eigenmächtige) Absetzen von Methylphenidat sollte jedoch unterlassen werden, da dies unter Umständen zu so genannten Absetzerscheinungen wie etwa verstärkter Hyperaktivität, Gereiztheit oder depressiver Verstimmung führen kann. Vor allem nach einer langfristigen und hochdosierten Behandlung sollte Methylphenidat daher nach ärztlicher Anweisung ausgeschlichen werden.

Studien zeigen, dass der Einsatz von Stimulanzien wie Ritalin die Suchtgefahr bei AD(H)S-Kindern senkt.

Bei ADHS-Betroffenen wird teilweise eine generell erhöhte Suchtneigung angenommen. Ursächlich hierfür ist jedoch nicht die Behandlung mittels Methylphenidat, sondern der gestörte Dopaminhaushalt. Die Betroffenen versuchten, sich mittels Nikotin und anderer Drogen, die sich auf den Dopaminhaushalt auswirken, selbst zu behandeln.

Nachzulesen bei: Wikipedia.de und in allen Packungsbeilagen

nkatwchxo


Und noch ein Mal ein winzigkleiner Nachtrag, mit dem ich verbalist bitten möchte sich zu informieren:

Ritalin wird nicht von Kinderärzten verschrieben, sondern von Psychatern.

Der Unterschied zum Psychologen liegt hauptzächlich in dem Einsatz von MEdikamenten. Also was ein Psychologe durch Gespräche oder andere psychologische Methoden versucht zu erreichen, versucht der Psychater mit Hilfe der Medikamente.

Und im Punkto Sucht möchte ich noch ein Mal erwähnen, dass man als Kind keinerlei Stimmungshochs oder ähnliches erlebt, die eine Abhänigkeit unterstützen könnten. Außerdem wirkt eine freie und einfache Zugänglichkeit eher suchtfördernt, da Ritalin jedoch verschreibungspflichtig ist und man keine neue Packung bekommt, wenn man eine verliert (war bei mir der Fall) ist der Zugang nur beschränkt möglich. Außerdem habe ich von noch keinem Fall gehört, in dem ein ADS Kind süchtig geworden ist. Es wird immer nur gesagt: Das Medikament kann süchtig machen!!! Es kann aber auch Krampfanfälle auslösen.

Was jedoch klar belegt ist, ist dass Retalin auch bei Leuten wirkt, die kein ADS haben. Da durch die Einnahme wesendlich mehr Botenstoffe im Gehirn zur Verfügung stehen und es somit leistungsstärker ist.

Aber das ist hier ja gar nicht das Thema, probier es einfach aus! Entweder es schlägt an und es wird besser oder nicht und ihr setzt es wieder ab.

LVuca-DZominixk


@ hindukusch

:(v :(v :(v :(v :(v :(v :(v :(v :(v :(v :(v

hqin5dulkusxh


Warum ist denn dann die Behandlung mit Ritalin bei Kindern so umstritten?

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