Hochbegabung beim Kind testen

27.07.11  23:24

Hallo,

meine Kleine ist 6 und wird dieses Jahr eingeschult. Im Kindergarten hatten wir heute ein Entwicklungsgespräch und die Erzieherinnen haben mir empfohlen sie auf Hochbegabung zu testen. Ich konnte bis jetzt nichts mit "Hochbegabung" anfangen, bis ich mir heute die Anzeichen im Internet durchgelesen habe.

Sie hat sich vor 2 Jahren alleine das Lesen beigebracht. Ich habe ihr nur gesagt wie die Buchstaben heißen wenn sie nachgefragt hat aber wie man Wörter liest hat sie irgendwie alleine rausgefunden. Rechnen kann sie auch schon lange. Verbringt die Zeit gerne mit Erwachsenen, dafür hat sie große Probleme mit gleichaltrigen. Es gibt noch viel mehr, was bei ihr zutreffen würde.

Ich habe sie immer so akzeptiert, dachte mir nichts dabei. Bis ich nun diese Empfehlung bekam.

Wo testet man sowas? Wo soll ich mit ihr hin? ???

Muss man es selber bezahlen? Wie geht so ein Test?

Sorry für blöde Fragen aber ich bin damit ziemlich "überfordert"

CnoffSee

27.07.11  23:34

Vielleicht helfen dir diese Informationen vom Verein [[http://kids.mensa.de/informationen-fuer-eltern/haeufige-fragen/ Mensa]] zu hochbegabten Kindern.

Ejrdbeer-'Engexl

27.07.11  23:36

danke @:)

CWoffexe

27.07.11  23:39

Wie und wo das getestet wird, weiß ich leider auch nicht – zunächst würde ich mich aber fragen, ob der Test überhaupt sinnvoll ist. Findest du, daß deine Tochter ein Problem hat, gegen das Fachleute etwas tun müssen? Wenn nicht, dann würde ich an deiner Stelle den Test sein lassen. Hochbegabung ist für sich genommen kein Problem und muß daher auch nicht "behandelt" werden – gelegentlich kommt es durch die Feststellung überhaupt erst zu Problemen (z.B. daß das Kind sich für etwas Besseres hält und entsprechend unbeliebt bei Mitschülern und Lehrern macht).

Etwas anderes wäre es für mich, wenn das Kind insgesamt unglücklich erschiene.

Letztlich kann man aber auch bei festgestellter Hochbegabung nichts anderes tun, als was man ohnehin tun sollte – nämlich dafür sorgen, daß das Kind einerseits möglichst viel von dem tun kann, was es interessiert und möglichst viel mit anderen Kindern zusammenkommt, die sich für Ähnliches interessieren – und andererseits möglichst darauf hinwirken, daß es bei den Klassenkameraden nicht zum Außenseiter wird (also z.B. eine Aktivität finden, die das Kind gut oder ganz o.k. findet, welche von mehreren aus der Klasse geteilt wird. Z.B. in dieselbe Sport- oder Musikgruppe geben).

HIanselcine

27.07.11  23:43

zunächst würde ich mich aber fragen, ob der Test überhaupt sinnvoll ist. Findest du, daß deine Tochter ein Problem hat, gegen das Fachleute etwas tun müssen? Wenn nicht, dann würde ich an deiner Stelle den Test sein lassen. Hochbegabung ist für sich genommen kein Problem und muß daher auch nicht "behandelt" werden – gelegentlich kommt es durch die Feststellung überhaupt erst zu Problemen

:)^ :)z

pGeacea.a=ndi

27.07.11  23:52

Das Problem ist, dass sie mit gleichaltrigen nicht zurecht kommt. Sie hat keine Freunde unter den Kindern im Kindergarten, die jetzt eingeschult werden, zieht sich zurück und erzählt immer wieder, dass sie sich im Kiga langweilt. Ich habe Angst, dass sie in der Schule auch zum Außenseiter wird und dadurch gemobbt wird. Dass sie sich für etwas besseres hält, kann ich aussschließen, sie hat sehr hohe Ansprüche an sich selber.

Ich mache mir auch Gedanken, dass sie sich in der Schule vielleicht unterfordert fühlt und sich dadurch langweilt und die Motivation verliert.

Es würde mich sehr interessieren welche Vor- und Nachteile man hat, wenn man sowas testet. Wie gesagt, ich bin von allen Wolken gefallen, als ich das gehört habe, dass sie sehr wahrscheinlich hochbegabt ist. Habe Angst vor dem, was auf mich zukommt, wenn es wirklich so ist. Was soll ich dann machen, wie soll ich sie fordern? Es macht mir Antst :-(

CWoffxee

27.07.11  23:53

Antst

Angst |-o

Caoffxee

28.07.11  00:20

Nur weil man "anders" ist als die Mehrheit, wird man nicht automatisch gemobbt – auch wenn man wahrscheinlich nicht zu den Beliebtesten der Klasse zählen wird.

Wichtig ist, daß ihr Selbstbewußtsein gestärkt wird. Dazu gehört unter anderem, ihr klarzumachen, daß sie NICHT so hohe Ansprüche an sich selbst stellen soll ("sich für besser halten" gibt es nämlich nicht nur in Form von "ich bin ja sowieso besser als ihr Idioten, ätsch", sondern sehr oft auch in Form von "ich MUSS immer Bestleistungen bringen, da ich es ja erfahrungsgemäß kann; für alle anderen ist eine 2 oder 3 o.k. aber bei mir muß es eine 1 sein, sonst habe ich versagt". Und auch das kann sich u.U. verschlimmern, wenn das Kind weiß, daß es "hochbegabt" ist).

Wie fördern? Am besten findest du heraus, was sie besonders interessiert, und gibst ihr das "Futter", nach dem si everlangt. Laß sie lesen, was sie möchte, und laß dir darüber von ihr erzählen. Verschaffe ihr Material für die "Experimente", die sie interessieren (damit meine ich alles von Insekten beobachten oder Pflanzen bestimmen über Salzkristalle "züchten" bis zu Bastelarbeiten, Malen, Schreiben... was sie halt interessiert).

Lege sie nicht fest, sondern ermutige sie, Verschiedenes auszuprobieren.

Gehe mit ihr an interessante Orte – z.B. Museen (nicht nur die großen Ausstellungen, sondern auch die lokalen Naturkunde- und Heimatmuseen), Konzerte, Theateraufführungen... (meine Mutter hat mich ab dem Grundschulalter zu so etwas mitgenommen, das ging sehr gut).

Lege sie auch nicht auf die Rolle der "Intellektuellen" fest – Phantasiespiel und Sport/Toben sind für deine Tochter genauso wichtig wie für alle anderen Kinder; wenn sie so etwas eher meiden sollte, versuche sie zu motivieren.

Rede niemals schlecht über ihr Anderssein – und rede niemals schlecht über das "Gewöhnlichsein" der Anderen. Man kann durchaus Mathe-oder Sprachgenie sein UND zum Hip-Hop-Dance gehen (nur als Beispiel).

Bringe sie mit Kindern zusammen, die ein besonders großes Interesse mit ihr teilen. Mit Kindern, bei denen sie Anerkennung für das findet, was sie gut kann.

Finde heraus, was andere Kinder in ihrem Alter/ihrer Klasse tun, und laß sie das Gleiche tun (irgend etwas davon wird ihr sicher Spaß mache).

Wenn es möglich ist, bringe sie mehr mit Kindern und weniger mit Erwachsenen zusammen.

Akzeptiere, daß es zurückhaltende Menschen gibt und daß nicht jeder beliebt ist (und als eine, die beides erfahren hat, kann ich eindeutig sagen: Nicht so beliebt sein ist etwas ganz, ganz anderes als gemobbt werden. Auch Hänseln ist etwas ganz anderes als Mobbing. Gemobbt wird man nicht, weil man anders ist – sondern weil die Täter spüren, daß man sich nicht gut wehren kann. Also wenn du da ernste Befürchtungen hast, dann solltest du ihr beibringen, daß man sich gegen Angriffe entschieden wehren darf und der Klügere nicht immer nachgibt).

Auch wenn ich das nun alles wie eine Reihe von Anweisungen formuliert habe – es ist natürlich nur meine persönliche Meinung; kombiniert aus dem, was bei mir sehr gut und richtig gemacht wurde, und dem, was mir gutgetan hätte.

(Ob ich hochbegabt bin, weiß ich nicht – aber ich war definitiv sehr viel sprachgewandter und hatte andere Interessen als die meisten anderen Kinder, und es war ein Problem. Für meinen Bruder war dasselbe kein Problem, weil er ein guter Sportler war und daher immer Anerkennung bekam. Er war und ist sehr beliebt. Ich bin immer noch komisch, aber heute ist es mir egal.)

HPanse(linxe

28.07.11  00:23

Bitte um Entschuldigung für die Tippfehler. Soviel zur Sprachgewandtheit – man wird halt nicht jünger.

Hbavnselxine

28.07.11  00:24

Daß sie sich im KiGa langweilt, könnte übrigens auch an der Qualität des Kindergartens liegen...

H1ansCelinAe

28.07.11  00:45

Danke Hanseline :-)

Ich liebe sie so wie sie ist :)z

bei Erwachsenen kann sie sich durchsetzen, ist dort auch selbstbewußt, aber Kindern gegenüber ist sie ängstlich und zieht sich lieber zurück. Sie spielt dann lieber alleine als mit anderen Kindern. Sie hat viel im Köpfchen aber ist dafür tolpatschig, was das körperliche angeht. Da dauert es schon mal sehr lange, bis sie sich entschließt einen Purzelbaum zu machen (beim Turnen). Vom Klettern auf dem Spielplatz ist keine Rede.

Wenn sie etwas macht und es nicht auf Anhieb klappt, dann muss ich ihr immer zureden, dass es nicht schlimm ist wenn was nicht klappt sowie man es sich vorstellt. Manchmal klappt es beim zweiten oder dritten mal und es ist kein Weltuntergang wenn es gar nicht klappt. Man muss nicht alles können, es ist unmöglich, dass ein Mensch alles kann. Aber es dauert sehr lange, bis sie sich aufmuntern lässt.

Hmmm, das mit der Qualität vom KiGa könnte vielleicht auch stimmen. Habe es von dieser Seite noch nicht betrachtet

Cfoffxee

28.07.11  01:11

Ich denke auch das es sinnvoller ist wenn du deine Tochter nicht zu solch einem Test bringst. Sollte sie hochbegabt sein und das "bescheinigt" bekommen, würde man sie vermutlich von allen Seiten versuchen "voll zu pumpen". Wie schon jemand schrieb, gib ihr die Möglichkeiten das zu tun, zu lernen, aus zu probieren was sie interessiert – dann ist alles in Butter und super für deine Tochter.

Es kann wirklich an der Qualität des Kindergarten liegen, aber ansonsten gibt es auch andere Kinder die lieber alleine spielen oder unsicher im Umgang mit Altersgenossen sind. ;-) Ich hab im Kindergarten eigentlich auch immer so lange alleine gespielt, bis sich ein anderes Kind für mich interessiert hat. Kontakt GESUCHT habe ich sehr selten. (Was nicht einmal etwas mit Unsicherheit zu tun hatte sondern damit, dass ich alleine spielen konnte was ICH wollte. ;-D )

EDledonorxa

29.07.11  22:22

Könnte es passieren, dass man in der Schule dann von ihr zu viel fordert/erwartet, wenn die Lehrer es erfahren? Das will ich ihr nicht zumuten. Ich möchte zwar, dass sie gefordert wird aber nicht überfordert.

Cmof?fxee

29.07.11  22:49

So ein Kind habe ich hier auch, allerdings etwas älter. Auf Hochbegabung habe ich sie nie testen lassen, weil sich mir der Sinn nicht erschlossen hat und so würde ich an deiner Stelle auch nicht viel unternehmen als das, was Hanseline schon vorgeschlagen hat. Die Diagnose "hochbegabt" hilft ja nicht wirklich weiter.

Wenn sich in der Schule herausstellt, dass sie schneller und weiter ist als der Rest wird schnell das Thema "Klasse überspringen" im Raum stehen und dann kannst du zusammen mit deiner Tochter entscheiden, ob ihr diesen Weg gehen wollt.

zbim\tz?icke

29.07.11  22:53

Ich war auch bei Mensa Kids.

Mein Kind würde ich da nicht anmelden, geschweige denn einen Test auf Hochbegabung machen.

Ich war ein komisches Kind, das noch komischer wurde als es wusste das es hochbegabt war und deswegen in einen speziellen Club musste. Ich fühlte mich nicht überlegen, ganz im Gegenteil, ich fühlte mich nicht zugehörig. Weder den Mensa-Kids und ihren übermotivierten Eltern und Betreuern, noch meiner Schulklasse.

Ich hatte Anpassungsstörungen, wurde depressiv und was am meisten geholfen hätte, wäre ein Sportverein. ;-) Da kommt es weniger aufs Köpfchen und mehr auf Teamgeist und Durchsetzungsvermögen an.

Ich habe mir übrigens genau wie deine Tochter mit schon lange vor Schulbeginn das Lesen selbst beigebacht und war generell ein sehr schnelles Kind. Ich war noch keine 18 Monate alt, da war ich schon trocken und habe fast druckreif gesprochen.

G{ibNuichtxAuf

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