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Erfahrung mit Medikinet gesucht (Ritalin retard)

I*n-Ko[g Nfimtxo hat die Diskussion gestartet


hallo,

sohni war ja schon immer, sagen wir mal, "besonders".

er hat uns viele soziale kontakte gekostet mit seinem verhalten,

war einerseits sehr clever (nur 3 jahre grundschule, gym-empfehlung), konnte auf der anderen seite aber kaum was auf s papier bringen, hatte viele black-outs in prüfungssituationen, unstrukturiert, unorganisiert, blätter nur zur hälfte, wendete das gesagte kaum bis nie an, beamt sich in der schule gedanklich weg....

alles muß man ständig wiederholen, ansage-umsetzung eine katastrophe....

unsere umgebung meinte je nach wahl:

du bist zu lasch ODER du bis zu streng.

er polarisierte mit seinen handlungen.

wir haben alles versucht:

konzentrationstraining beim ergo, autogenes training beim ergo, power learning, sportarten, bei denen ansage-umsetzung trainiert wird, einzelmusikunterricht, nachhilfe, erziehungsberatung....

und trotzdem lag es vor allem immer an uns, wenn man der umgebung glauben durfte....

nachdem er nun in seiner alten schule gescheitert ist (sozial und inhaltlich, er hatte ein grauenvolles jahr, welches für ihn so belastend war, dass er neurologische ausfälle hatte), haben wir ihn neu woanders angemeldet,

das klappt im moment ganz gut.

in den sommerferien waren wir in der diagnostik

und um es kurz zu machen:

er ist ein asperger (autismus) mit einem schuss adhs.

und er ist clever (hocbegabt, das war nicht neu).

seine verarbetungsgeschwindigkeit liegt gerade so noch im durchschnitt, was im vergleich zu seinen sonstigen werten eine abweichung von fast 50 intelligenzpunkte bedeutet.

kein wunder, dass er kein blatt fertig bekommt oder wir in der grundschule 6 stunden an den hausaufgaben saßen. auch latein geht so nicht, weil er einfach einer festgelegten struktur nicht folgen kann.

nun soll er auf medikinet eingestellt werden,

wir erhoffen uns verbesserung bezüglich bei der stange bleiben.

nun werde ich im bekanntenkreis abwechselnd geröstet oder gevierteilt.

ich selbst kenne zwei kinder, die das bekommen und bei beiden erzielt das gute erfolge, ohne ihre persönlichkeit negativ zu beeinflussen.

was sind denn eure erfahrungen? gibt es nebenwirkungen, mit denen zu rechnen ist?

danke,

Antworten
mZaumxa


Mein Sohn hat auch eine Weile Medis bekommen.

Das erste mal mit 11 Jahren nachdem sein vater ausgezogen ist ( Zitat: halte den Streass mit dem Kind nicht mehr aus) ???

Auch ich musste mir anhören was ich doch alles falsch mache, insbesondere vom Vater.

Also nach der Trennung verstärkte sich die Adhs Problematik meines Sohnes so stark, das ich mich auch für Medis entschieden habe. Anfangs hat er Methylfenidat von Tad bekommen aber er hat die die 2. tablette in der Schule nicht genommen.

Später hat er dann Ritalin bekommen, was er auch gut vertragen hat. als Nebenwirkung war bei Ihm besonders auffällig, das er am Abend gar nicht mehr in Bett zu bekommen war, auch hat er den ganzen Tag nichts gegessen, das hat er dann aber am Abend nachgeholt.

Insgesamt hat es ihm aber geholfen wieder gefstigter zu werden.

Es gab nicht ganz so viel Stress in der Schule. :)^

Er hat jetzt seinen Realschulabschluss (MSA ) bestanden. aber gerade mal mit 3-4 bei einem IQ von 115

Jetzt kommen wir ganz gut ohne Medikamente hin Seit ca 1,5 Jahren. Wir haben immer noch so unsere Problemchen z.B morgentliches aufstehen. ;-D :)^

Ich kann nur sagen einen Versuch ist es auf jeden Fall wert, wiegesagt auch wenn es darum geht, das eine Therapie überhaupt greifen kann.

Und lass dich nicht von anderen verunsichern :)* keiner gibt seinem Kind gedankenlos irgendetwas nur damit er seine Ruhe hat. Du willst Deinem Sohn helfen, damit er besser zurechtkommt :)^

m<auLma


Ach so noch etwas, sine Persöhnlichkeit hat sich durch die Einnahme nicht verändert, am Anfang sagte er er fühle sich komisch , so unwirklich, aber das war dann eine Sache der Einstellung.

Die muss wirklich ganz vorsichtig erfolgen unter genauer ärztlicher Aufsicht.

So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich.

Du musst dein Kind in der ersten Zeit wirklich sehr genau beobachten, wenn möglich mit betreuenden Personen absprechen, und auch Lehrer usw. mit ins Boot nehmen.

S@unfl^ower_x73


Auf jeden Fall ist es mit dem Ritalin einen Versuch wert. Allein schon um festzustellen, welcher Teil der Symptomatik auf Asperger zurückzuführen ist.

Und da offensichtlich eine umfassende Diagnostik erfolgt ist und nicht nur ein Kinderarzt einem lebhafteren Kind Ritalin verschreibt UND Sohnemann schon einiges an Qualen hinter sich hat, würde ich auch aus dem Grund das Ritalin geben. Möglichst geringe Dosis und ggf. auch schauen, ob es am Wochenende und in den Ferien mit weniger oder ganz ohne geht. Aber wenn es hilft, wenn es IHM besser geht und die Nebenwirkungen (oft ja Appetitlosigkeit) sich in Grenzen halten: Tut Eurem Kind den Gefallen.

Das mag jetzt merkwürdig klingen, aber ich habe in den letzten Monaten beruflich im Suchtbereich zu tun gehabt. Wir hatten etliche junge Patienten (Anfang/Mitte 20), die alkohol- oder medikamentenabhängig waren. Weil ein ADHS in der Kindheit übersehen wurde und sie somit quasi Selbstmedikation betrieben haben. Das waren z.T. heftige und letztlich auch vermeidbare Schicksale.

Daher:

Ausprobieren, abwarten, vorsichtig bleiben bzgl. der Dosis etc. – und bitte die Hilfe nicht auf das Medikamentöse beschränken, sondern allein schon wg. Asperger eine wie auch immer geartete Therapie parallel laufen lassen.

mbaumxa


Wir sind übrigens gut damit gefahren, die medis an den Wochenenden und in den Ferien nicht zu geben ;-)

I5n-Ko%g Nvitxo


so,

kerlchen hat nun eine halbe (circa 5 mg) zum frühstück bekommen und ist dann fröhlich mit seinem freund zu einem robot-programmierkurs gefahren.....

wollte da nicht so viel theater drumrum machen,....

deshalb war das heute morgen "ganz normal".

am donnerstag hat er nämlich mathe-schulaufgabe und ich möchte bis dahin einen spiegel aufgebaut haben um zu sehen, was sich verändert – oder auch nicht...

allerdings habe ich nun ein schlechtes gewissen, weil ich ihn nun am ersten tag nicht unter beobachtung habe....

aber die wirkung läßt ja nach 4- 5 stunden nach, um 17:00 UHr kommt er wieder, mal sehen, ob er was bemerkt hat....

ob das so richtig war?

keine ahnung....

ist schwer, den mittelweg zu finden....

trotzdem muß ich die ganze zeit daran denken.

I|n-4Kog 6Nito


Das mag jetzt merkwürdig klingen, aber ich habe in den letzten Monaten beruflich im Suchtbereich zu tun gehabt. Wir hatten etliche junge Patienten (Anfang/Mitte 20), die alkohol- oder medikamentenabhängig waren. Weil ein ADHS in der Kindheit übersehen wurde und sie somit quasi Selbstmedikation betrieben haben. Das waren z.T. heftige und letztlich auch vermeidbare Schicksale.

:)^ :)^

das habe ich in der vielen fachliteratur auch gelesen.

die extrema in der längsschnittbeobachtung haben ihren ursprung meist darin, dass sich im jugendalter verzweiflung, abweichendes verhalten und eben soziale schikanen häufen – und keiner da, der richtig hilft oder beobachtet oder eben auch keine (notwendig gewesene) medikation.....

I.n-Kog ?NEitxo


unserer hat übrigens

entweder ADS, die träumer-variante ODER

AD(H)S, und das H steht für hypoaktiv.

beide beschreibungen meinen den selben umstand, aber die etikettierung ist in der literatur nicht ganz einheitlich....

hibbeln tut er nicht ;-)

er sass dafür 6 stunden an grundschulhausaufgaben....

S'unflowXer_x73


Wenn er nicht hibbelt, ist es dann nicht schlichtweg ADS? ;-)

Den größten Gefallen tust Du ihm, wenn sein Alltag normal weitergeht. Er scheint selber ja kein Drama aus der Tabletteneinnahme zu machen (was positiv ist). Warum sollst Du ihn dann jetzt total unter Kontrolle halten, nur weil er es nimmt?

WENN es ihm nicht gut geht, wird er sich melden, nach Hause kommen,... Aber genausogut könnte ihn heute auch ein fieser Magen-Darm-Virus erwischen beim Programmierkurs. Verstehst Du, worauf ich hinauswill?

Mit zuviel Beobachtung etc. bekommt das Medikament einen zu großen Stellenwert, wird der Symptomatik mehr Raum eingeräumt im Alltag, als sie ohnehin schon einnimmt. Und das sollte nicht sein, denn letztlich soll das Alltag ja normalisiert werden.

Wichtig ist sicherlich, nachher Interesse zu zeigen und nachzufragen. Damit Sohnemann nicht denkt, es interessiert nicht weiter. So nach dem Motto "Pille genommen, Kind hat jetzt normal zu sein". Kommunikation sollte stattfinden. Nur keine großartigen Veränderungen im Alltag.

Dass DU Dir jetzt Gedanken machst, ist dabei völlig logisch und überhaupt. Und zeigt ja auch, dass Du es Dir nicht leicht machst mit der Gabe.

Aber lass' ihm seinen Freiraum. Der Rest wird sich finden.

I)n-7KNog nNixto


so,

in neer stunde muß ich abholen....

kam kein anruf auf dem handy....

bin mal gespannt, ob er was bemerkt hat – oder auch nicht....

S;unfl;owesr_73


Immerhin war offensichtlich nichts Gravierendes in punkto Nebenwirkungen! ;-)

m4irLi2x2


Wir hatten auch viele Bedenken, unserem Sohn Ritalin zu geben und haben alles mögliche versucht. Nach dem Übergang zum Gymnasium verstärkten sich seine Probleme aber deutlich, von nervöser Unruhe bis hin zu Konzentrationsproblemen. Im Rahmen einer Verhaltenstherapie wurde uns dann nahegelegt, doch zu medikamentieren. Wir haben uns dann entschlossen, es zu versuchen. Wir sind auch mit 5mg Ritalin angefangen, aber die Wirkung war für lange Schultage nicht ausreichend und in der Schule das Medikament nehmen, wollte unser Sohn nicht. Wir sind dann auf Ritalin retard 20 mg umgestiegen und heute froh, diesen Schritt getan zu haben. Unser Sohn ist ausgeglichener, sein Sozialverhalten verbessert und unser Familienleben deutlich entspannter. Zu den Nebenwirkungen kann ich sagen, dass unser Sohn in den ersten Wochen über Kopfschmerzen und manchmal Einschlafprobleme geklagt hat, er hat auch weniger gegessen. Dieses hat sich dann aber alles gegeben. Wir setzen das Medikament in den Ferien ab und die Nebenwirkungen treten mit Einnahmebeginn dann nicht oder ganz leicht wieder auf.

Wir haben nur mit ganz wenigen Vertrauten über die Einnahme des Medikamentes gesprochen, da wir keine Lust auf Rechtfertigungen hatten, insbesondere bei Menschen, die sich nicht in unsere Situation denken konnten oder wollten.

AJbflussre^iniger


huhu,..

ich bin jetzt 31 und war so mit 8-13 jahren ADHAS extrem patient,...wobei man mir sagt ich habe es immernoch :/

Ich kann mich sehr gut erinnern,....Kinderpsychologe,..wollte ich nie hin,..und dann Ritalin,...

Ohne ritalin ging garnichts,..schule zuhause alles nur totaler horror nur stress wollten mich ins heim stecken,..

also ritalin kam war ich zu ertragen es hat mich runtergefahren und war ausgeglichen,...

nebenwirklungen konnte ich so nicht beobachten,..ich kann mich wie gesagt sehr sehr gut noch dranerinnern,...

mir hat das mittelche ndamals extrem geholfen,..villeicht würde es mir heute auch noch helfen wobei ich sage ich habs nicht mehr ^^

S9unflSower_x73


@ Abflussreiniger:

Im Erwachsenenalter verliert sich die Wirkung bei einem Teil der Patienten. Ein anderer Teil profitiert weiterhin davon. Darf es aber nur von sehr auserlesenen Ärzten verordnet bekommen, die sich explizit mit ADHS im Erwachsenenalter auskennen. Und auch nur nach entsprechender erneuter Testung (1x mit, 1x ohne Ritalin, umfassende Testung) mit dem Ergebnis, dass die Leistung unter Ritalin besser ist.

gEarc4iax75


huhu,

wenn ich das lese frage ich mich wie ihr mit dem anteil asperger umgeht ? du schreibst von freunden und ausflügen – er hat "normale" soziale kontakte ?

lg

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