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Geistige und körperliche Behinderung, wie erkennen, was es ist?

h<atschmipu hat die Diskussion gestartet


Ich hoffe ihr kennt sich irgendjemand etwas aus, ich habe so viel gelesen und weiß immer noch nicht weiter.

Es geht hier nicht um mein Kind, sondern ein Kind mit dem ich arbeite.

Schon nach kurzer Zeit ist mir einiges aufgefallen, ich bin jedoch immer noch ratlos was mit ihm los ist. Das Kind ist 3 Jahre alt, geht seit dem Herbst in die Kita.

Die ersten Wochen hat er komplett das Essen verweigert, mittlerweile klappt es besser. Gründe dafür gibt es einige, teilweise denke ich, dass er Zahnschmerzen hat. Die Mutter schickte oft Kekse o.ä. mit "damit er überhaupt was isst" (ich hab ihm dann aber immer Obst oder Gemüse gegeben, das isst er auch), Da er schon so kaputte Backenzähne hat, scheint das die Regel zu sein.

Sobald er in eine Stresssituation kommt, z.B. in der Garderobe, anfangs auch auf dem Spielplatz und auch oft im Gruppenraum, fängt er an hin und her zu schaukeln... das scheint ihn zu beruhigen. Er scheint wie in Trance. Im Gruppenraum stellt er sich oft an den Tisch und springt dann auf der Stelle und macht komische Geräusche.

Beim Malen drückt er so doll auf und krakelt wie verrückt auf dem Blatt rum.

Kontaktaufnahme zu anderen Kinder besteht aus Geräuschen z.B. Bellen oder völlig hysterischen grundlosen Lachen...oft summt er vor sich hin und ihm fällt es richtig schwer damit aufzuhören, wenn man ihn anspricht. Richtig spielen kann er auch nicht, der schiebt nur einen großen Bagger vor sich hin und her.

Musik mag er gern, er singt zwar nicht mit ,a ebr schaukelt hin und her, allerdings nicht apathisch, sondern soll wo er tanzen sein. Laufen tut er sehr breitbeinig und schwermütig. Er hat auch erst spät laufen gelernt.

Brettspiele o.ä. sind nicht möglich, weil er nur ausdruckslos vor sich hin guckt und keine Iniatiative zeigt.

Er redet sehr wenig (kann aber sprechen, sogar 2 sprachig, kann bis 10 zählen, Dinge benennen und fragt auch mal "was ist das?", ansonsten kommt aber nichts)

Beim Mittagsschlaf schaukelt er mit dem Kopf hin und her.

Auch vom Aussehen her sieht er irgendwie "anders" aus. Er hat einen großen, Kopf, eine komische verknöcherte Schädeldecke, schwer zu beschreiben... dafür kleine Augen, eine flache Nase, einen sehr kleinen Mund mit kleinen Zähnen...ich dachte erst, Kinder sehen sehr unterschiedlich aus, aber er sieht seinen Eltern nicht ähnlich...die Augen sehen immer sehr ausdrucklos aus, eigentlich die ganze Mimik... :-/

Erst jetzt auf meinen Hinweis geht es voran, im neuen Jahr stehen Arzttermine an, sowie ein Antrag auf Frühförderung.

Vielleicht kann irgendjemand was damit anfangen...ich wusste auch nicht ob ich es jetzt ins Forum für Behinderungen stellen soll oder hier. Ich würde dem Kind gern helfen und auch der Mutter, die natürlich immer mehr merkt, dass was nicht stimmt mit ihm.

Antworten
Khran'kxeSr


Das könnte eine Form von Autismus sein in Zusammenhang mit evtl. einem "Wasserkopf", vllt. sind die Schädelnähte zu schnell zusammengewachsen und auf dem Gehirn ist jetzt zu viel druck.

S;unrfloweAr_73


Vom Verhalten war mein erster Gedanke auch Autismus.

Aber wen ein auffälliges Äußeres hinzukommt... hmm... Könnte auch was Genetisches sein... oder Einwirken irgendwelcher Schadstoffe während der Schwangerschaft (beim Fetalen Alkoholsyndrim gibt's bspw. typ. Veränderungen).

Erschreckend ist, dass erst jetzt reagiert wird. Die Schattenseite von "Kindern keinen Druck machen, kommt alles noch, ist halt ein Spätzünder"...

WQolf?g"axng


fängt er an hin und her zu schaukeln... das scheint ihn zu beruhigen.

Beim Mittagsschlaf schaukelt er mit dem Kopf hin und her.

Für sich alleine genommen hätte ich da zunächst mal auf "Hospitalismus", also mangelnde Zuwendung der Mutter / Eltern / Bezugsperson getippt. Allerdings ist die ergänzende Beschreibung schon sehr merkwürdig, so dass man eben weitere medizinische Untersuchungen abwarten muss.

Wie fürsorglich sind die Eltern? Könnte da Alkohol während der Schwangerschaft eine Rolle spielen?

Frühforderung ist hier sehr wichtig. Jede Woche früher zählt!

HDappy pBandaxna


Ich dachte auch an Autismus, aber auch an das Downsyndrom.

Ganz genaues kann da nur ein Experte sagen.

W'olfuganxg


Wasserkopf, Hydrocephalus (Wenn es denn einer wäre) kann man heute operativ beheben, doch auch hier spielt die Zeit eine wichtige Rolle.

hDatscehipu


Meinst du die anderen Syptome passen auch dazu?

SNunflomwer_7x3


Also ein Down-Syndrom hat so eindeutige Merkmale, dass das wohl schon kurz nach der Geburt erkannt worden wäre...

huatdschxipu


Wie fürsorglich sind die Eltern? Könnte da Alkohol während der Schwangerschaft eine Rolle spielen?

Die Mutter ist eher überfürsorglich....nimmt ihm alles ab. Er kann sich nicht mal an- und ausziehen (gut, Schuhe ausziehen und Hose ausziehen hat er jetzt in der Kita gelernt, aber ansonsten kann er nichts)

Sie hat in der Eingewöhnungszeit seine Arme bewegt und sozusagen für ihn gespielt, hat ihn mit dem Löffen gefüttert und den Mund abgewischt...sowas hab ich noch nie erlebt...

hIatsc)hipxu


Also nach Downsydrom sieht er nicht aus. Bis auf die eher tiefliegenden Ohren hat er keinerlei ähnliche äußerliche Merkmale.

Was von den einigen Symtomen passte, war das Sotos Syndrom...

[[http://de.wikipedia.org/wiki/Sotos-Syndrom]]

Wzolf3gang


Meinst du die anderen Syptome passen auch dazu?

Geht die Frage an mich?

Nein, m.E. passen die Symptome nicht alle zu Hydrocephalus. Sowas sollte auch in einer der frühkindlichen Vorsorgeuntersuchungen erkannt werden (wenn die Vorsorgeuntersuchungen denn gemacht werden...). Wenn das mit einem Shunt operiert wird (der die überschüssige Hirnflüssigkeit ableitet), dann sind die Kinder ziemlich unauffällig und normal in der Entwicklung.

Auch der hier geäusserte Autismus-Verdacht erscheint mir zunächst eine gewagte Vermutung. Nicht jedes auffällige Verhalten weist auf Autismus hin. Im Gegenteil ist Autismus im anfang erst mal sehr schwer zu diagnostizieren.

Das Downsyndrom sollte heute zweifelsfrei erkannt werden.

Natürlich gibt es ausser Akoholembryopathie noch etwa 5 Millionen anderer Gründe, die Behinderungen verursachen, so dass eine Auskunft im Forum sehr problematisch ist.

Wool;fganxg


Sotos-Syndorm? Naja, sowas kann man nicht nach Wikipedia diagnsotizieren. Da muss man genetische, zytologische, histologische oder andere Untersuchungen machen. Oft ist es aber dann auch gar nicht so wichtig, ob das nun Sotos- oder ein anderes Syndrom ist. Die Therapie für Betreuer bzw. im Kindergarten bleibt ziemlich ähnlich: helfen – fördern – helfen – fördern .... (und die Eltern stützen und beraten).

hWatLsNchxipu


Habe mir schon gedacht, dass ich sicher nicht auf Experten treffen werde, aber hatte mir vielleicht noch ein paar Denkanstöße erhofft...denn es sind so viele auffällige Sachen und es ist so schwer zu sagen, was jetzt wirklich von ihm aus kommt und was durch die Erzeihung kommt, denn die Mutter ist so schwer einzuschätzen. Sie ist spät Mutter geworden und ist einerseits so überfürsorglich, hat andererseits noch nie was unternommen und einmal hab ich sie richtig genervt und böse erlebt...ich denke sie spielt auch einiges vor, aber ich will mir da kein Urteil erlauben. Ich merke nur, dass ihm die große Gruppe nicht gut tut und er dringend spezielle Förderung braucht. Auch eine gute Intergartionskita wäre besser geeignet. Die Mutter hat uns ja nicht mal vorgewarnt und ist erst nach und nach mit der Sprache raus gerückt.

hpat"schi+pu


helfen – fördern – helfen – fördern .

Ganz ehrlich, ich will die Verantwortung nicht von mir schieben, aber ich bin mir sicher, dass er bei uns nicht richtig aufgehoben ist. Eine Erzieherin mit 14 Kindern im Alter von 1-6 kann einem Kind mit besonderen Bedürfnissen nicht das geben was es braucht. Man hat gar nicht die Zeit sich ausführlich um ihn zu kümmern so wie es sein müsste. Das Kind steht so unter Spannung und kann sich in so einer großen Gruppe kaum weiter entwickeln.

Wnolffgang


Nein, Experte bin ich nicht, aber selbst wenn ich Experte wäre – gerade dann – würde ich keine Ferndiagnosen stellen. ;-)

Die Mutter hat uns ja nicht mal vorgewarnt und ist erst nach und nach mit der Sprache raus gerückt.

Denkanstösse? : Das ist natürlich immer ein grosses psychologisches Problem für die Mutter (Was ist mit dem Vater?) Einerseits merkt sie, dass ihr Kind anders ist, andrerseits kann es auch leicht sein, dass sie ihre Bedenken zur Seite schiebt. Ermuntere sie, dass sie sich ärtzlichen Rat holt und dass sie das zeitlich dringend macht. Je früher desto besser.

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