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Wie das Kind an Brille und Abkleben des Auges gewöhnen?

lvilaro9sagelb hat die Diskussion gestartet


Auf Anraten des Kinderarztes sind wir mit unserer Tochter (4 Jahre) zum Augenarzt zur Kontrolle der Sehfähigkeit gegangen. Dabei wurde festgestellt, dass auf dem einen Auge nur 10 % Sehkraft besteht, das andere Auge ist vollkommen in Ordnung. Das war ein riesengroßer Schock, denn es ist niemals aufgefallen das eine Sehstörung vorliegen könnte.

Die ersten Wochen sollten wir nur die verordnete Brille tragen, das ist schon dramatisch genug, mehr als ein paar Stunden ist bisher gar nicht drin. Sie fühlt sich unwohl mit der Brille, fühlt sich gestört und behindert dadurch und ich kann nicht einschätzen ob sie wirklich schlecht sieht oder ob sie die Brille einfach nicht mag. Ich habe mir auch eine zweite Meinung eines anderen Kinderaugenarztes eingeholt, dieser kam zu der gleichen niederschmetternden Diagnose und ab sofort sollen wir beginnen das gesunde Auge vier Stunden am Tag anzukleben. Gut, heute ist erst Tag zwei, aber sobald das Auge angeklebt ist und die Brille auf ist, sagt meine Tochter das sie ganz schlecht gucken kann und das irritiert mich. Sie ist ganz unglücklich und ich weiß das nun meine Konsequenz gefragt ist damit sich die Sehkraft deutlich bessert, aber ehrlich gesagt weiß ich nicht wie ich das umsetzen soll?

Hat jemand Tipps für mich? Ich bin wirklich verzweifelt :-(

Antworten
M~issxGeo


Da wirst du konsequent sein müssen. Klar sieht sie schlecht. Schließlich ist ihr gesundes Auge abgeklebt. Und ihr fehlt halt die Sicht auf einer Seite der Gesichtshälfte.

aJli"t*heaxa


Versuche bitte, Deiner Tochter kindgerecht zu erklären, dass ihr Auge "krank" ist und deshalb ein Pflaster und die "Krücke" Brille braucht. Vielleicht hat sie einen Teddy/Puppe, die auch ganz dringend ein Auge abgeklebt haben müssen.

Sei konsequent! Bei meinem Sohn hat diese Behandlung (über mehrere Jahre, immer mit Sehschule) dazu geführt, dass er auf beiden Augen eine Sehkraft von 85% und vor allem räumliches Sehen hat.

Das Gehirn schaltet das schwächere Auge quasi einfach ab und es bleibt untrainiert und verliert weitere Sehkraft. Wenn das gesunde Auge abgeklebt ist, muss das schwache Auge sich anstrengen und trainiert damit seine Fähigkeit.

Alles Gute :)*

bKmed


Hallo,

leider habe ich keine tröstenden Worte für Dich.

Bei mir ist dieses Sehkraftdefizit erst mit 6 Jahren entdeckt worden ... da wurde dann auch abgeklebt etc, aber es hat sich nur minimal gebessert, und ich bin zeitlebens quasi "einäugig" durch die Gegend gelaufen ...

Landläufig hat das "schlechte" Auge noch nicht sehen gelernt ... Netzhaut, Nerven und Gehirn müssen sich "aneinander gewöhnen" und bestimmte Dinge ausbilden.

Egal, wie es Deiner Tochter geht, SIE MUSS DAS AUGE TRAINIEREN ... und das geht nur wenn es abgeklebt ist.

Klar sie sieht schlecht, aber das ist eben so und durch die Zeit muss sie durch ... ich formuliere es mal dramatisch: "JEDE SEKUNDE ZÄHLT!!!".

Vielleicht erklärst Du ihr das einfach: "das schwache Auge muss jetzt hart trainiert werden" ... sollte doch funktionieren.

Ich habe es als Kind blöd gefunden, in der Schule für Schönschreiben eine 6 zu bekommen, zumal wir damals noch auf unliniertem Papier schreiben mussten ... ich habe nicht gewusst, was mit meinem Auge los ist, und meine Eltern waren eher über die schlechte Note besorgt, als über mein Auge.

Am Besten Du gehst zur den Betreuern im Kindergarten etc. und sagst ihnen was Sache ist ... so wird ein "verkritzeltes" Bild kein Unglück ...

Ich wünsche Dir Glück und ein gutes Händchen und einen Riesen Pott voll Konsequenz.

(und wenn es nur das einzige Mal im deinem Leben ist, dass Du konsequent bist, TU ES FÜR DAS AUGE DEINES KINDES ... alles andere später ist Kinderkram dagegen!)

Viele liebe Grüße :)_ :)* :)*

SZtetueTrxman


Hallo,

bei mir wurde das gesunde Auge auch nicht konsequent zu geklebt bzw. nach ein paar Wochen damit abgebrochen. Ich lief damals ständig gegen Türrahmen etc. Heute habe ich deshalb keine Stereosehen.

Die Verknüpfung von Auge und Gehirn hat sich halt nicht so gebildet, wie bei normal sehenden.

Ich kann allerdings trotzdem Auto fahren und alles machen, was andere auch machen. Ich kenn es ja halt nicht anders.

Bei meiner Tochter (4J.) müssen wir das jetzt auch machen. Sie ist aber sehr behilflich und wir haben auch schöne Pflaster mit Elfen ausgesucht. Sie findet sie total schick und es ist kein Problem die Pflaster drauf zu machen.

Die Sehstärke bei Ihr ist nach nem halben Jahr schon sehr viel besser geworden.

Es lohnt sich also am Ball zu bleiben und keine Zweifel aufkommen zu lassen, dass das jetzt sein muss.

Dann gibts auch (bei uns) keinen Widerspruch.

Steuerman

l+ila\rosPagelxb


Vielen lieben Dank für die Antworten, ja ich weiß ich muss Konsequent sein und ich bin es ja auch. Ich habe nur so viel Mitleid und ich bin noch immer so schockiert darüber, wie das gehen kann, wo sie doch die kleinsten Dinge sieht, das ich als Mama nicht gemerkt habe, das mein Kind eigentlich einen so großen "Schaden" hat.

Ich bin auch so irritiert darüber, dass sie wenn sie Brille und oder Pflaster trägt sagt sie sieht dann schlecht. Ich nehme an, dass "schlechte" Auge muss sich erst daran gewöhnen? Ich gehe immer von mir aus, ich habe sofort einen Aha-Effekt wenn ich eine Brille trage und habe gedacht das müsse bei ihr auch so sein.

Muss das Pflaster eigentlich 4 Stunden am Stück getragen werden oder darf man diese Zeit auch in 2 x 2 Stunden stückeln? Ist es sehr wichtig das sie ansonsten den Tag über die Brille trägt? Wir haben in ein paar Wochen die erste Kontrolluntersuchung und ich hoffe so so so so so sehr, dass sich vielleicht schon eine erste Besserung zeigt.

SlilbebrmoMndaxuge


Hallo lila...

natürlich muss das gesunde Auge abgeklebt werden damit das kranke Auge die Chance hat, sich zu verbessern (ich hoffe für das Kind dass es klappt !)

Aber habt bitte auch etwas Verständnis. Also nicht nach dem Motto "ok wenn es so schlimm ist kleben nur alle paar Tage" sondern "ja das ist jetzt blöd dass du kaum was siehst aber das hört auch wieder auf. Geht sie den ganzen Tag in den Kindergarten ? Vielleicht könnt ihr nachmittags kleben so dass du ihr auch etwas helfen kannst (sie vor Hindernissen warnen)

Ich hatte mal eine Brille auf die einen Visus von 0,2 (Sehkraft 20%) simulierte. Also viel mehr als grau mit schwarzen Schatten war das nicht ! (Wenn sie beide Augen zur Verfügung hat, gleicht sie das halt aus)

l`ilaro&sagexlb


Ja, sie geht ziemlich lang in die Kita, zumindest momentan. Ich schaffe gut morgens zwei Stunden anzukleben und nachmittags zwei Stunden, vier Stunden am Nachmittag würden dann schon in die Schlafenszeit fallen. Ich arbeite daran, bzw. ich motiviere das das Pflaster ab morgens vier Stunden bis in die Kitazeit getragen wird und hoffe da auf Unterstützung der Erzieher, denn zuhause kann ich es ja gut beeinflussen das sie sich das Pflaster selbst nicht entfernt und kann mit ihr spielen, lesen, etc.

SbandyQEzrgo


Von welcher Firma habt ihr denn die Pflaster??

Heutzutage gibt es die ja mit vielen verschiedenen Motiven. Wir haben ORTOPAD > da gibt es Prinzesinnen, Pferde, Hunde, ........... Die kann man sich selbst auch zusammenstellen. So kann das Kind "mitentscheiden", was auf sein Auge geklebt wird. Genauso ist es auch bei PIRATOPLAST (aber eben nur andere Motive).

Und es gibt zumindest bei ORTOPAD Motivationsposter, da kann das Kind jeden TAg sein Pflaster draufkleben und es entsteht ein neues Bild -- das hat bei unserer Tochter am Anfang gut geholfen. :)^

Schau einfach mal im Internet nach.

Und was ich hinzufügen muss - 2 mal 4h klappt bei uns auch besser als 8h am Stück. :)*

bkmexd


Hallo,

Also nicht nach dem Motto "ok wenn es so schlimm ist kleben nur alle paar Tage" sondern "ja das ist jetzt blöd dass du kaum was siehst aber das hört auch wieder auf

jede Stunde "nicht geklebt" macht sich mit verminderter Sehkraft bemerkbar.

Lieber jetzt eine Möglichkeit finden, das Auge eher länger abzukleben, als kürzer.

Klar, es ist ein Eiertanz (und schlechtes Gewissen bringt Garnichts, denn als Eltern kann man das nicht merken, denn das Kind hat subjektiv keine Einschränkungen bis jetzt, und wer macht schon jeden abend den "einäugigen" Sehtest mit dem Kind ...)

Wie es formuliert und motiviert wird, ist zweitrangig, aber es sollten KEINE zeitliche Zugeständnisse gemacht werden ...

lg.

cFi;occol6atax_


Ui, ich glaub dir, dass du aus allen Wolken gefallen bist.

Stell dir das so vor: Das gute Auge hat bis jetzt immer für das schlechtere mitgeguckt. So ist das bei mir auch. Ich habe noch 20-30% Sehkraft auf dem schlechten Auge und wenn ich das gute zu mache, sehe ich fast nix (alles recht verschwommen, lesen kann ich nix). Das mit dem Abkleben ist auf jeden Fall wichtig. Aber mal ne dumme Frage: Kann man es verantworten ein Kind mit 10% Sehkraft unbeaufsichtigt zu lassen? (ist ja manchmal im KiGa für ein paar Minuten so)

Ich lese nicht ganz raus, ob du selber eine Brille hast. Es ist für gesunde Menschen immer schwer vorstellbar wie man dann sieht, wenn man so ein Defizit hat.

Meine große Tochter trägt seit dem 2. Lebensjahr eine Brille und wir müssen auch weiterhin abkleben ( sie ist jetzt 7). Es hat wirklich sehr viel gebracht. Sie hat auf beiden Augen sehr hohe Werte, aber mit Brille erreichen wir jetzt meistens auf beiden Augen fast 100%!

Du must kein Mitleid mit deiner Tochter haben, weil sie eine Brille trägt oder abkleben muss. Das ist für die Kleinen nach einer gewissen Eingewöhnungszeit gar nicht schlimm, wenn man auch als Erwachsener dahinter steht und animiert. Nur bei deiner Tochter kann ich es echt nachvollziehen, dass sie wegen der großen Sehschwäche schimpft. Sie hat ja recht! Bitte achte darauf, dass sich immer ein Erzieher um sie kümmert. Nicht nur, wenn sie das Pflaster abmachen möchte. Aber es ist gut, dass du das weiter gegeben hast. Meine Große hat es sich dann einfach abgemacht und den Erziehern gesagt, es reicht so :-P.

Wie verhält sie sich denn genau, wenn sie die Brille auf hat? Meinst du, sie sieht damit gut?

Die Brillenstärke zu bestimmen finde ich bei so kleinen Kindern mit so einer goßen Sehschwäche immer schwierig. Ich bin dazu übergangen selbst keine Brille mehr zu tragen, weil es mir total schwindlig wird, wenn ich sämtliche Stärken ausprobiere und auch mit Brille leider nicht mehr sehe. Aber bei deiner Tochter ist durch das Abkleben noch alles möglich. Versuch sie zu motivieren und die Zeiten vielleicht auch so zu legen, dass sie im Kiga nicht zu eingeschränkt ist. Das reine Pflastertragen stört erfahrungsgemäß nicht, aber wie gesagt, stell dir vor, sie sieht wirklich momentan kaum etwas!

Ich drück euch die Daumen, dass ihr weiter durchhaltet und schnell eine Besserung erzielt, dann fällt es ihr auch nicht mehr so schwer.

bymexd


Bei mir ist es ebenso, das "schlechte" Auge kann eben nicht sehen ... verschwommene Bilder ja, mit Einschränkungen ist Orientierung in bekannter Umgebung möglich (die Fehlerkorrektur lernt seit über 50 Jahren ...), aber mit Lesen ist nix (beim Augenarzt maximal in die zweite Reihe ...)

Brillenstärke auf dem "schwachen Auge" ca. +2 bis +3 ... es hilft schon ein wenig ... aber lesen ... Fehlanzeige.


Wie oben schon angesprochen muss man zwar auf die Bedenken und Befindlichkeiten des Kindes reagieren ... darf ihnen aber (leider) nicht nachgeben.

Gut finde ich, mit den Erziehern zu sprechen, dass sie das Kind "mental" unterstützen, und ihm helfen, falls es etwas nicht genau sehen kann. (Wichtig dabei ist, dass das gute Auge ZUUUUU bleibt!!)

Durchhalten ... :)^ jede Stunde zählt :)_

cMihoccodlatax_


Und wie läufts?

l0ilarosFagxelb


Cioccolata, sie hat ja "nur" auf dem einen Auge 10 Prozent Sehkraft, also sie selbst merkt nicht mal das sie eine Sehschwäche hat, von Bügelperlen, lesen, balancieren, etc. sie selbst und auch wir haben nie gemerkt das was nicht stimmt. Jetzt wo wir das natürlich wissen und wir das gesunde Auge zuhalten, merkt sie es natürlich ganz deutlich.

Zumindest der Kontrolltermin beim Augenarzt hat schon eine Verbesserung um20 % Prozent ergeben, das hat ermutigt und motiviert alle Tränen zu überstehen.

Aber nach wie vor, haben wir jeden Tag stunden, stunden, stunden langes weinen, richtig dicke fette Kullertränen. Wir schaffen jeden Tag diese 4 Stunden, haben noch nicht einmal nachgegeben, aber es ist wahnsinnig anstrengend. Ich tröste und tröste und tröste und hoffe jeden Tag das das Pflaster bald dazu gehört wie das Zähneputzen, aber es nützt bisher alles nichts.

Am besten klappt es in der Kita, oft hole ich sie ab und sie hat ihre vier Stunden schon in der Kita erledigt, wahrscheinlich ist die Ablenkung dort am größten. Zuhause ist das schwer umsetzbar, ich versteh schon das beim Einkaufen, beim Ballett, Turnen, etc. das Pflaster sehr störend ist, aber unter der Woche hätte ich gar keine vier Stunden in denen ich mich bemühen könnte für so viel Bespassung zu Sorgen das das Pflaster komplett vergessen wird.

lJila+rosRagelxb


Ach, sie sagt auch, dass sie mit Brille und Pflaster schlecht sieht, schlechter als ohne. Der Augenarzt sagt, das ist die Gewöhnung, aber wie lang soll den diese Gewöhnung dauern? Wenn sie wenigstens einen Aha Effekt hätte, wenn sie die Brille aufsetzt, aber für sie verschlechtert es sich ja eher als das es sich bessert.

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