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Immer mehr wollen nicht impfen

bnell<agia


@:)

Ich musste lächeln über die Kavallerie, ist doch prima :)^

n-oir~cexur


Diese Form der Willkür und Überheblichkeit bringt mich regelrecht in Rage, allein schon deswegen, weil hier eine inkompatible Diskussion entsteht, und zwar die zwischen Glaube und Wissenschaft. Da werden praktisch zwei Sprachen gesprochen. Quintessenz: die selbst ernannten Impfgegner stellen in maximal unverantwortlicher Weise ihre persönlichen Interessen über die ihrer Kinder.

Fakt (und kein Glaube!) ist, dass Impfungen teilweise schwerwiegende Nebenwirkungen haben können.

Das, was du schreibst, ist genauso undifferenziert, wie die große Weltverschwörung, die von einigen extremen Impfgegnern vermutet wird.

Mich stört in erster Linie die schlechte Informationspolitik und eine gewisse Panikmache in Bezug auf Krankheiten.

In Berlin ist aktuell ein Junge (möglicherweise!) an Masern gestorben. Jährlich sterben etwa 15.000 Menschen an Infektionen mit Krankenhauskeimen wie MRSA. Die aktuelle Impfdiskussion ist Opium für das Volk und lenkt von den echten und wirklich bedrohlichen Problemen ab, die unser Gesundheitssystem hat.

Mich erstaunt, welche Energie sich hier entlädt und wie man sich an Nichtimpfern abarbeitet und dabei stillschweigend viele offensichtlichere und existenzbedrohendere Gesellschaftsprobleme ausblendet.

Ich persönlich bin geimpft und lasse meine Kinder gegen vieles (nicht alles) impfen. Nicht immer zum angeratenen Zeitpunkt, aber im Großen und Ganzen so wie es sein sollte. Ein Problem mit Ungeimpften habe ich dennoch nicht, denn ich denke, ich kann nicht andere für mein allgemeines Überlebensrisiko verantwortlich machen.

Jeden Tag bewegen sich meine Kinder im Straßenverkehr und sind dort einer wesentlich größeren Bedrohung ausgesetzt, als von einem Impfverweigerer mit einer tödlich verlaufenden Krankheit infiziert zu werden. Und viele viele Menschen, die am Steuer eines Autos sitzen sind ein potentielles Risiko, was mich aber noch nicht berechtigt, ihnen den Führerschein wegzunehmen oder zu entscheiden, ob ihre Fahrt unnütz sei oder nicht.

Die hier deutlich gewordene Wut ist für mich ein deutliches Zeichen großer Verunsicherung und Angst. Daran macht mich wütend, dass die Bundesregierung mit der aktuellen Berichterstattung diese Angst schürt und mich beschleicht leider das Gefühl, es könnte Kalkül sein.

b@ellxagia


Mich erstaunt, welche Energie sich hier entlädt und wie man sich an Nichtimpfern abarbeitet und dabei stillschweigend viele offensichtlichere und existenzbedrohendere Gesellschaftsprobleme ausblendet

Ich verstehe was du sagen willst.

Allerdings ist dieser Punkt doch nur eine Vermutung. Man kann sich gleichzeitig mit allen möglichen Dingen auseinandersetzen.

Das Berliner Kind ist aktuell und in einer Woche kräht kein Hahn mehr danach... wie immer.

Mich schockiert vor Allem der Hass, mit dem diese Diskussion zum Teil geführt wird.

Mein Kind ist geimpft, somit muss ich keine Angst vor ungeimpften Menschen haben.

Ich verstehe sie nicht, damit ist aber auch schon gut.

Ich verstehe, dass Menschen die nicht impfen können, obwohl sie wollen das anders sehen und emotionaler diskutieren.

j:un)ipxer


MRSA ist ein Keim, kein Virus, soweit ich weiß, kann man gegen Keime nicht impfen, wohl aber gegen Viren.

Sicher kann es bei einer Virusinfektion, nichts anderes ist eine Impfung, zu komplikationen kommen, deswegen werden sehr kleine Kinder und gesundheitlich angeschlagene Menschen nicht geimpft, aber zu sagen, das Risiko einer Nebenwirkung ist mir groß genug, dass ich das Risiko einer Infektion eingehe ist ja nur möglich, wenn das Infektionsrisiko aufgrund von Impfungen -> seltenem Auftreten von Infektionen zu vernachlässigen ist. Das funktioniert so lange, wie eine ausreichende Menge von Menschen geimpft ist, fällt die Zahl jedoch unter einen bestimmten Threshold sind Infektionen wieder möglich. Wer nicht impft geht dieses Risiko bewusst ein.

Azle>onoxr


Mich schockiert vor Allem der Hass, mit dem diese Diskussion zum Teil geführt wird.

Mein Kind ist geimpft, somit muss ich keine Angst vor ungeimpften Menschen haben.

Bei mir ist das kein Hass, sondern Angst. Ich habe Angst vor ungeimpften Menschen weil ich mein Baby schlicht noch nicht impfen kann um es zu schützen. Ich bin darauf angewiesen das genug andere so vernünftig sind.

bKell7agia


@ Aleonor:

Dafür habe ich auch jedes Verständnis, denn die Angst ist nicht unbegründet.

Ich hab mal irgendwo eine klitzekleine Bemerkung pro Impfen geschrieben, worauf dann mehrere richtig hasserfüllte, beleidigende Antworten kamen...

Wie gesagt, das Verständnis für Impfgegner fehlt mir, die Hoffnung sie durch böse Worte zu überzeugen allerdings auch ;-)

Auch wenn ich lese, dass die böse Pharmaindustrie sich die Taschen voll macht damit....

Ok, das glaube ich sogar.

Allerdings werden Dinge nicht schlechter dadurch, dass jemand daran verdient. Sie werden lediglich teurer. Das ist kritikwürdig, mit der Verweigerung von Impfung spielt man der Pharma Industrie aber erst Recht in die Finger.

Immerhin können wir inzwischen auf die Pocken Impfung verzichten.

Wäre ein herber Verlust für die Pharma Industrie, wenn wir auch auf Masern und Co verzichten könnten.

UhniXrdiQscxh


soweit ich weiß, kann man gegen Keime nicht impfen, wohl aber gegen Viren.

Das ist nun wirklich absolut falsch! Beispiel gefällig? Die Meningokokken-Impfung.

Das sind Bakterien, umgangssprachlich Keime genannt.

[...]

n{oi+rEcxeur


Ich verstehe, dass Menschen die nicht impfen können, obwohl sie wollen das anders sehen und emotionaler diskutieren.

Ich hatte nicht den Eindruck, dass hier nur Menschen emotional geworden sind, die impfen wollen, aber nicht können.

Allerdings ist dieser Punkt doch nur eine Vermutung. Man kann sich gleichzeitig mit allen möglichen Dingen auseinandersetzen.

Ich lasse mich gern eines Besseren belehren. Mich erschreckt trotzdem das Stammtischniveau, auf dem diese Diskussion angefacht von Medien und Politik geführt wird.

MRSA ist ein Keim, kein Virus, soweit ich weiß, kann man gegen Keime nicht impfen, wohl aber gegen Viren.

Ich glaube nicht, dass du verstanden hast, was ich damit sagen wollte.

Wir haben ein schwerwiegendes Problem mit unserem Gesundheitssystem. Ich will sagen, dass der kollektive Aufschrei zu den Masern nicht im Verhältnis steht zu anderen medizinischen Bedrohungen, denen wir ausgesetzt sind. Bei uns im Büro sind es aber die gleichen Leute, die gerade Impfgegner mit üblen Vokabeln bepöbeln die, die nur achselzuckend "Na und, interessiert mich nicht." sagen, wenn sie MRSA hören. Von denen ist keiner auf die Straße gegangen, als Krankenhäuser privatisiert wurden und es war den meisten auch keinen Forenbeitrag wert.

j1unjiupexr


Erstens: es ging um MRSA. Kann man dagegen auch impfen?

Zweitens: deswegen habe ich gesagt, soweit ich weiß. Danke für's anmerken. Wieder was dazugelernt.

Wenn es jetzt noch geklappt hätte das in einem Tonfall zu machen, dass ich mir nicht komplett blöd vorkomme, das wäre toll gewesen. Aber man kann nicht alles haben.

Ich hatte jetzt nicht gegooglet welche der klassischen Impf-Krankheiten (Polio, Mumps, Röteln, Masern, Tetanus) Viren oder Bakterien sind.

hrag-tyssja


Bei mir ist das kein Hass, sondern Angst. Ich habe Angst vor ungeimpften Menschen weil ich mein Baby schlicht noch nicht impfen kann um es zu schützen. Ich bin darauf angewiesen das genug andere so vernünftig sind.

kann ich grundlegend komplett nachvollziehen.

mich stört jedoch auch in anderen beiträgen, aber noch viel massiver in der presse, dieses stilisieren des feindbildes "ungeimpfter" und das aufscheuchen des mobs.

es sollte an derr stelle angesetzt werden, an der das problem entsteht: aufklärung (nicht nur der gelbe zettel mit 20% der tatsächlich möglichen nebenwirkungen, ein viel strengeres nachhalten der meldepflicht von impfschäden und -reaktionen und strikte sanktionen bei verstoß durch den arzt, da finge es an.

wenn nie oder kaum die reaktionen gemeldet werden, dann kann der hersteller nicht optimieren und dann fühlt man sich als betroffener einfach mal ganz heftig allein gelassen. das hinterlässt einen faden beigeschmack und ist nicht vertrauenserweckend.

ich reagiere heftigst auch die gängigen impfungen, hatte ich in dem faden schonmal näher ausgeführt, mein kind macht es mir nach. die rennerei, die man genau da hat, wo man dann wagt, auszusprechen, dass 14 tage halbseitige lähmungserscheinungen, die wenige stunden nach der imfpung begannen, wohl von dieser kamen, die gönne ich keinem.

und solange man bei nebenwirkungen munter im regen stehen gelassen wird, wird auch niemand eine pflicht zur impfung durchsetzen können.

das sind seltene reaktionen, der nutzen überwiegt, komplett klar. gegen masern, tentanus, keuchhusten usw. habe ich trotz allem impfen lassen, das hat der klare menschenverstand entschieden.

dennoch sehe ich den fehler im system nicht bei leuten, die eine entscheidung treffen, weil ihnen vertrauen fehlt, sondern da, wo mit zwang und druck reagiert wird, anstatt die ursachen zu ergründen.

jMuniCper


Probleme mit dem Gesundheitssystem seien mal dahin gestellt, aber darf man den dann gegen keine Krankheit prophylatisch vorgehen, weil es auch andere Krankheiten gibt, wo die Prävention komplizierter ist?

Bei MRSA sind zum Beispiel Bakteriophagen spannend. Leider kaum zuzulassen nach bestehendem Recht. Aber bei großen bakteiteriellen Infektionen sollte man da vielleicht mal nachlesen.

nzoircBeur


Wäre ein herber Verlust für die Pharma Industrie, wenn wir auch auf Masern und Co verzichten könnten.

Da steckt aber die Illusion dahinter, wir könnten jeden Erreger kontrollieren und ausrotten.

Ein Erreger ist gefährlicher, je unangepasster der Wirt ist. Krankheiten, die altbekannt sind und mit denen sich unser Körper über Wildstämme immer mal wieder konfrontiert sieht, sind meist weniger schlimm im Verlauf. Ein Erreger hat keinen Nutzen davon, wenn sein Wirt stirbt. Ich sehe Impfungen insofern tatsächlich kritisch, weil ich eben nicht denke, dass man damit alles ausrotten kann. Stattdessen wird es dann Mutationen oder gänzlich andere Erreger geben, die meist weitaus gefährlicher sind als der Ursprungserreger.

Natürlich haben Impfungen ihren Sinn und ihre Daseinsberechtigung. Aber diese Allmachtsphantasie, wir könnten uns damit vor allem schützen und hätten die Natur quasi im Griff, ist überheblich und nicht realitätsnah. Man darf sich durchaus die Frage stellen, ob wir damit nicht einen Selektionsdruck in eine Richtung aufbauen, deren Konsequenzen wir überhaupt noch nicht überblicken können.

Zumindest sind das Fragen, die ich mir stelle. Die ich aber nicht beantwortet bekomme, weil niemand auf dieser Ebene überhaupt über Impfungen spricht. Nachfragen nach Nebenwirkungen sind ebenfalls nicht erlaubt, alles verpasst einem sofort den Stempel "IMPFGEGNER" und schon darf man zusammen mit Feministinnen, Esoterikern und Ewiggestrigen in die Ecke und sich schämen.

Das nervt. Ich würde mir eine offene Diskussion wünschen, in denen man die Fragen und Überlegungen der anderen ernst nehmen könnte.

HVin6ata


Ich hatte jetzt nicht gegooglet welche der klassischen Impf-Krankheiten (Polio, Mumps, Röteln, Masern, Tetanus) Viren oder Bakterien sind.

Die meisten Krankheiten, gegen die geimpft werden kann, sind nun mal Viruserkrankungen. Bakterielle Krankheiten die impfbar sind, sind relativ gering in der Anzahl. Beispiel Tetanus. Die Krankheit wird durch ein Stoffwechsel produkt eines Bakterium (Clostridium tetani) hervorgerufen. Geimpft wird also gegen diesen Stoff, das Tetanustoxin.

Keuchhusten (Bordetella pertussis) ist auch impfbar, ebenso HiB (Haemophilus influenzae), Diphtherie (Corynebacterium diphtheriae), Pneunokokken und Meningokokken.

Fast alles andere gängige impfbare, MMRV, Polio, Hepatitis, Rota, Grippe, HPV, FSME, sind virus-verursachte Krankheiten.

Cdleo YEdwards vg. DaDvon&poorxt


Also ich hab jetzt den Impfstoff nachgeschaut und das Gekritzel quer im gelben Impfpass der Ärztin war Pneumokokken. Damaliger Impfstoff Prevenar. Da habe ich mich insoweit verlesen dass ich die falschen Kokken geleaen habe. Mir auch wurscht... Ich bin nicht begeistertert von der.

H9innata


Kurz noch: Ausrotten kann man nicht jede Krankheit. Das geht nur bei bestimmten Voraussetzungen.

Eine davon ist zum Beispiel, dass der Mensch das einzige Reservoir für den betreffenden Erreger ist, und dass der Erreger eine geringe Variabilität hat. Dann kann man nämlich davon ausgehen, dass es nicht mehr aufflammt. (Ich wiederhole: Pocken)

Die Masern hätten bei einer konsequenten Impfquote von 95% vor Jahren schon ausgerottet sein können.

Keuchhusten z.B. hat auch nur das menschliche Reservoir.

Das ist auch der Grudn dafür, wieso man Tetanus nie ausrotten kann und die Grippe auch nicht.

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