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Tochter zu klein, behandeln?

E"umWeltZier hat die Diskussion gestartet


Hallo,

meine Tochter (8 Jahre) ist deutlich zu klein (unter der 3% Linie). Sie geht in die 2. Klasse, ist aber kleiner als alle Erstklässler. Dies belastet sie auch.

Wir haben sie untersuchen lassen.

- Turner Syndrom ausgeschlossen

- Hormonstatus ok

- Endgröße aus Handknochen: 148 +- 5cm

Damit liegt sie deutlich unter der zu erwartenden Endgröße (Vater 181, Mutter 165).

Im Herbst gibt es noch einmal einen Termin, dann wird über eine mögliche Hormonbehandlung gesprochen.

Ich finde die Entscheidung sehr schwierig. Auch ist das Fenster der Endgröße ja nicht sehr genau. 148 + 5 = 153 cm geht ja noch. 148 - 5 = 143 cm ist dann schon arg wenig.

Meine Tochter ist in der Lage, über das Thema sachlich nachzudenken. Sie stört ihre Größe schon sehr, sie würde sich sogar eine tägliche Spritze antun, aber als ich ihr sagte, über acht Jahre lang jeden Tag, da sagte sie, nein, das sei ihr zu viel.

Auf der anderen Seite fängt sie an zu heulen, weil ihr Bruder sagt, sie sei die kleinste in der Schule.

Ich möchte einerseits nicht, daß sie mit 16 uns vorhält, "hättet ihr mal die Behandlung gemacht, dann wäre ich jetzt größer".

Andererseits ist sie jetzt gesund, für ihre Größe durchaus stark, nicht unproportional (also kein Zwergenwuchs).

Die Hormonbehandlung soll ja durchaus mögliche Nebenwirkungen haben wie erhöhtes Krebsrisiko oder mögliche Unfruchtbarkeit.

Will man die Gesundheit des Kindes aufs Spiel stellen, weil sie klein ist?

Vielleicht hat ja jemand selber kleine Kinder - oder ist selber klein - und kann mir mit Erfahrungen helfen, wie es ist, so klein zu sein...

Gruß,

Martin

Antworten
MQiscdhteckhni}k


Hi

Ich wundere mich, dass mittlerweile auch bei "Hormonstatus ok", wie du schreibst diese Therapie für riesiges Geld (100 000 Euro) von Ärzten verschrieben wird.

Verstehe mich nicht falsch: Früher ,also vor 20 Jahren, waren die Therapien für echten Mangel zugelassen (zB Männer unter 1,50 als Zielgröße) und somit wurden sie sehr selten verschrieben.

Es scheint jetzt seit circa 5 Jahren aber so als würden Ärzte reihenweise bei Zielgrößen unter der 3.Perzentile Hormone verschreiben. Somit würde es bald keine Männer mehr unter 1,70m geben, da diese alle einen "Anspruch" auf eine Hormontherapie haben.

Weiterhin besteht eine Debate über den Schluss der Therapie. Früher war das ja eine "near final height", die sich an der Elterngröße orientierte.

Heute lancieren bestimmte Ärzte aber Versuche jedem Kind je nach Gusto eine Endgröße zu ermöglichen.

Die ethischen Implikationen sind hierbei enorm. Schon heute behandeln in den USA reiche Menschen zB ihre Söhne ,um diesen eine größere Körperhöhe zu ermöglichen.

Zu den NW: Diese sind bestätigt. Das Krebsrisiko ist noch nicht umfassend im Längsschnitt untersucht. Weiterhin wird eine Häufung von Schlaganfällen aus Frankreich berichtet.

Fürsprecher versuchen dabei häufig die Nebenwirkungen zu untertreiben.

Allerdings würde ich mir da nicht die stärksten Sorgen machen.

c hie>fola6tu


Ich war auch immer sehr klein in der Schule, der Doc meinte ich würde 1.70m, es sind dann aber 1.84m geworden und plötzlich war ich grösser als viele grossgemeinte Schulkameraden ...

ELhemaligRer Nut>zOer (#46x7193)


Schwierige Situation. Würde mir da eventuell eine Zweitmeinung einholen. Generell finde ich auch 1,53 als Körpergröße für eine Frau recht wenig, aber bitte.

P8eLeKlxee


Wir haben einen sehr ähnlichen Fall in der Familie. Dort wird keine Hormonbehandlung vorgenommen. Wozu auch? Es bringt sicherlich Aufmerksamkeit und auch Probleme mit sich wenn man auffallend kleiner ist als der Rest. Aber das gehört dann einfach dazu zum Leben und zum Familienleben.

E"hemabliger 1Nutz|er (#467Z193)


einfach dazu zum Leben und zum Familienleben.

Noch. Was macht das Kind, wenn die Eltern mal nicht mehr sind?

Bei mir im Umfeld und Kollegenkreis gibt es ein paar recht kleingewachsene Menschen. Insofern wird das, je nach Beruf, auch mal schwierig - um nicht zu sagen, nicht möglich.

c~riechmarxlie


Hallo,

mein Sohn ist auch zu klein und es nervt ihn wirklich sehr. Er wird bald 8. Von Freunden das Kind ist 14 und auch zu klein, die Kinder haben sich gegen Therapie entschieden, aber der Junge ist nicht soooo glücklich, vor allem, nachdem nun alle um ihn herum geschossen sind und seine zwei Jahre jüngere Schwester ihn nun überholt hat.

Da braucht es schon eine starke Persönlickeit und natürlich setzt man als Eltern alles dran, dass sein Kind eine solche wird, aber ab einem bestimmten Alter ist der Einfluss und das Beschützen halt nur noch wenig bis gar nihcht mehr vorhanden (habe auch Teenagerkinder).

Und dan kenne ich tatsächlich nun Erwachsene, die ihren Eltern vorwerfen, dass sie nicht eingegriffen haben und sagen, sie konnten psychisch ja gar nicht stabil werden bei den Voraussetzungen....

Zuerst fängt man mal mit einer Stimulanz an,

es werden zwei Tests gemacht, die in der Durchführung ähnlich sind.

Der STH-Stimulationstest und der Arginin-Stimulationstest.

Einmal wird Arginin und einmal wird Insulin gespritzt und dann jeweils in verschiedenen zeitlichen Abständen Blut abgenommen, um zu schauen, ob Wachstumshormon ausgeschüttet worden ist.

Im Normalfall führt Insulin als auch auf Arginin zu einem Anstieg der WH-Konzentration im Blut.

Liegt ein WH_Mangel vor erhöht sich die Konzentration des Wachstumshormons nicht oder nur unzureichend.

DAs geschieht meist stationär.

Dann wird entschieden.

Wir werden unseren Sohn, falls es der Endokrinologe empfiehlt,

Spritzen lassen, einfach wegen der Psyche.

Ob das dann 8 Jahre sind, weiß ich nicht, es hängt auch davon ab, welche Form von Minderwuchs es ist.

Im Moment hat er eine Zielerwartung von +/- 168 und ja,

ich finde das für die heutige Zeit für einen Mann zu klein, auch wenn es politisch unkorrekt ist. Er fällt damit durch so viele Raster, dass er schon was super-tolles auf die Beine stellen müßte um die gleichen Chancen wir ein 1,80 Mann zu haben. Ausnahmen gibt es immer, aber muß man dem Kind eine ungünstige Startposition quasi auf's Auge drücken so nach dem Motto: schau' mal, ob Du was draus machst, wenn nicht: Experiment fehlgeschlagen.

Ich bin der Meinung, dass die Fachleute wissen, was sie tun und kein Kinderarzt will dem Kind schaden.

Da ist halt Zusammenarbeit angesagt und wenn ich meinem Sohn durch das Spritzen im ersten Jahr 10 - 12 cm schenken kann, die er sonst nicht hätte (das ist so der durchschnittliche Wachstumsgewinn mit Hormonbehanldung), dann soll er sie haben.

Schau mal zu rehakids.de, da wird das Thema viel diskutiert und da sind auch viele Eltern mit betroffenen Kidnern und Erfahrung.

PCeeKlxee


was bei unserem "Fall" noch hinzukommt, ist das die etwas zerbrechlich scheinende kleine Person auch von anderen unterschätzt bzw geschont wird. Sie hat einen extra Niedlichkeitsfaktor der das Leben von ihr manchmal etwas "vezeichnet". Sie hat z.B. das Seepferdchenabzeichen bekommen obwohl sie beim Schwimmen im Nichtschwimmerbereich mit den Füssen auf dem Boden gelaufen ist. Das wurde ihr halt durchgehen gelassen weil es für so einen kleinen Wurm das Schwimmen ja sowieso schon schwieriger ist als für die anderen. Wir passen eben extra auf dass das im Familienleben nicht so häufig passiert. Und wenn die Geschwister geringschätzige Bemerkungen machen, kriegen die eine Ansage. Punkt.

c.risechaxrlie


....die ELTERN haben sich gegen Therapie entschieden, der Junge ist nicht sooo glücklich...

E*hemal@iger NutBzer (a#467x193)


kriegen die eine Ansage.

Im Job erteilt niemand mehr Ansagen.

von anderen unterschätzt bzw geschont wird

Wird es wohl auch in Zukunft brauchen. Schon mal Gedanken darüber gemacht, wenn dieser Mensch einen Berufswunsch aufweist, der sich mit dieser Kõrpergröße nicht realisieren lässt?

Vor allem, wie erklärt man das dann?

Das sind Dinge, die kann man auch mit Willen nicht kompensieren. Irgendwann ist die physische Belastungsgrenze erreicht.

PUeeKilexe


Wird es wohl auch in Zukunft brauchen. Schon mal Gedanken darüber gemacht, wenn dieser Mensch einen Berufswunsch aufweist, der sich mit dieser Kõrpergröße nicht realisieren lässt?

Vor allem, wie erklärt man das dann?

Huppala, ist heute der Abend hier Bullshit-Bingo? Das ist ja sehr grosser Unsinn. Jeder Mensch hat Grenzen die er nicht überschreiten kann. Ich kann mein Kind besser damit vertraut machen als ihm weis zu machen dass die Welt ihm nur offen steht wenn es genauso ist wie ich denke dass die anderen es erwarten. Ich kenne blinde Physiotherapeuten, Psychotherapeuten im Rollstuhl, eine Schauspielerin die kleinwüchsig ist. Vielleicht wollten die ja alle lieber Astronaut werden und mussten sich dann halt mit ihrer entsprechenden karriere begnügen, dass kann ja auch sein.

Wenn ich mein Kind zu persönlicher Stärke erzogen habe, dann weiss es mit persönlichen Grenzen umzugehen. Das kann schmerzhaft sein, hilft aber ungemein, sich im Leben nicht nutzlose Gedanken über was wäre wenn zu machen.

P-eeKl}ee


die ELTERN haben sich gegen Therapie entschieden, der Junge ist nicht sooo glücklich...

der junge und die Eltern haben dann wohl noch einen Weg zu gehen in dem Thema: wie akzeptiere ich mich selber so wie ich bin und mache mich nicht abhängig von anderen.

DPrePams2s01x5


Tja, ich wollte Balett-Tänzerin werden. Doch mein Körperbau ist nicht dafür geeignet (gewesen). Ich bin normal groß (1,66), daher hat meiner Meinung nach nicht jeder Berufswunsch mit Größe zu tun.

Dann wählt man halt einen anderen Beruf. Es gibt viele.

M=oyi


Das sind Dinge, die kann man auch mit Willen nicht kompensieren. Irgendwann ist die physische Belastungsgrenze erreicht.

Also mir geht es ganz gut und ich bin deutlich unter 153cm. Ich konnte natürlich nicht zur Polizei oder Hubschrauber fliegen, aber sonst hatte ich nie ein konkretes Problem mit meiner Größe. Also jedenfalls weit weniger als scheinbar immer von "normalen" Menschen angenommen wird. Bei mir wurde aus oben genannten Gründen auf Hormone verzichtet, ich hatte keinen Mangel und damals hat man dann auch nichts gemacht. Das war für mich Erklärung genug. Allerdings habe ich aus anderen Gründen meine Endgröße nicht erreicht( zu frühe Pubertät), ob man da etwas hätte stoppen können ohne gravierende Nebenwirkungen weiß ich nicht.

E(hemali0gerI Nuhtzer x(#467193)


Das ist ja sehr grosser Unsinn

In deiner Wahrnehmung vielleicht. Aufgrund von physiologischen Sonderheiten meinerseits fallen zB bei mir auch bestimmte Berufsgruppen weg. Punkt, aus. Da ist kein Diskussionsspielraum in der Hinsicht.

Mein einziger Vorteil war/ist, dass sich das mit meinem Werdegang immer gut vereinbaren hat lassen.

Das kann schmerzhaft sein, hilft aber ungemein, sich im Leben nicht nutzlose Gedanken über was wäre wenn zu machen.

Bitte, ich hoffe, dass du das deinem Kind in einer anderen Wortwahl erklären wirst, sollten im späteren Leben mal Fragen dazu kommen.

Ihr hätttet das als Familie beeinflussen können, was ihr abgelehnt hab und auch euer gutes Recht ist - genauso woe es das gute Recht eines Kindes ist, seinen Eltern deswegen später ewig Vorwürfe zu machen. In dem Wissen, dass man intervenieren hätte kõnnen, man das aber nicht getan hat.

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