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Ist Er ein Autist? Begleitet mich auf meinen Weg

A>nt3igoxne


Hallo HolliWood

Erstmal würde ich den Papierkram ausfüllen und dann eine Art Tagebuch anlegen - mit dem vorweg, was du hier schon alles geschrieben hast.

Mehr als auf Tests und die Ergebnisse warten kannst du jetzt kaum machen.

Ich möchte auch Wissenschaftsmusen besuchen, in denen man experimentieren kann.

Mit 2 1/2 ist er für vieles noch zu klein, aber ich denke gerade an sowas wie Baukästen oder "Experimentierkoffer" (weiß gerade nicht, wie ich das anders ausdrücken soll) für später.

Vielleicht ist er glücklich, wenn er alleine mit sich experimentieren kann.

Eine Nachbarin hat einen autistischen Sohn, der eine Zeit lang völlig fasziniert vor der Autowaschanlage stand und stundenlang zusehen konnte.

R;a\lph3_HH


Er isst auch kaum noch.

All das, was Du über das Essen schreibst, da frage ich mich, sieht der arme Kerl nicht total abgemagert aus? Wiegt er nicht viel zu wenig? Das sind doch eigentlich einfach erkennbare Alarmzeichen, bei denen jeder Kinderarzt sofort hellhörig wird und das nicht auf die lange Bank schiebt. Im Extremfall endet sowas in der Notaufnahme mit Magensonde, soweit muß man das ja nicht kommen lassen.

Wie ist denn der Zeitplan mit der Diagnostik im SPZ?

Ich drück weiter die Daumen. Wir haben auch zwei Kinder, sind beide berufstätig und unser Sohn ist sehr speziell. Ich kenne dieses hilflose Gefühl, daß man einfach nicht genug Zeit hat, um immer genau herauszufinden, was nun gerade los ist, wie er tickt und was er möchte. Gerade wenn da noch ein Säugling daneben rumturnt. Aber das wird besser. Mit jedem Stück Erkenntnis durch den Neurologen und mit jedem Stück Lebenserfahrung mit Euch gemeinsam gewinnst Du ein Stück Verständnis für Deinen Sohn und seine speziellen Bedürfnisse.

mEond*+asterxne


Nicht das du den Satz noch bereust. ;-D Gut, was mich wirklich belastet, ist die Angst, dass ich ihn nie reden hören könnte. Ich möchte diese ganzen witzigen und frechen Geschichten hören, die kleine Jungs in seinem Alter irgendwann erzählen. Ich möchte den besagten Kindermund hören und wissen, was in seinem Kopf vorgeht. Wie er die Welt sieht. Ich habe Angst, dass ich nie die Möglichkeit haben könnte. Ich möchte mit ihm spielen und Ritterschwerte bauen. In Höhlen kriechen und mit ihm Fussball spielen. Ich möchte auch Wissenschaftsmusen besuchen, in denen man experimentieren kann. Ich möchte ihn auch sehen, wie er sich mit seinem Bruder streitet und wie sie anschließend wieder zusammen durch den Garten toben. Ich habe Angst, dass er überall untergehen wird und wir es nicht schaffen, ihn ausreichend in der Familie zu integrieren. Und ich habe Angst, dass er einsam ist und ich ihm nicht helfen kann, dieses Gefühl loszuwerden. Das sind alles die Gedanken, die seit Wochen und Monaten in meinem Kopf schwirren.

Bis jetzt bereue ich meine etwas schmutzige Aufforderung nicht. Du hast sehr schön von Deinen Wünschen, Träumen und Ängsten geschrieben.

Von mir aus gerne weiter so....

E2hexmaligeDr NutzeJr (#46k948x5)


Wenn tatsächlich die Diagnose Autismus rauskommt, schließe Dich mal mit Liselotte40 kurz. Sie hat Erfahrung mit autistischen Kindern. Ist selbst betroffen.

E$hemalNiger N#utzer ((#508125)


Das er jetzt noch zu klein für manche Dinge ist, die ich aufgeschrieben habe, weiß ich. Aber meine Angst ist einfach, dass es auch in der Zukunft so sein könnte, dass er auch dann nicht in der Lage dazu ist. Er ist schon dünner geworden, aber nicht so sehr, dass es direkt auffällt. Oftmals können wir ihn dann doch noch zumindest zu einer Milch oder ähnliches bewegen. Gerade haben wir gegessen und er hat zum Glück seine Portion aufgegessen. Die letzten zwei Tage hat er allerdings nur 2 Mahlzeiten gegessen. Die auch nicht sehr groß waren. Einen Zeitplan im SPZ gibt es noch nicht. Dort muss der Fragebogen erstmal ankommen und dann wird vom Oberarzt aus ein Termin festgelegt, das Team zusammengestellt, das wir durchlaufen müssen und dann gibt es erst den Termin.

KjantenmeXchanixker


Hast du dir mal überlegt, ob er nicht extrem eifersüchtig auf seinen jüngeren Bruder sein könnte? Bis er kam, hat er alle Aufmerksamkeit der Welt von euch bekommen, nun spielt er die zweite Geige, was ja aufgrund der Bedürfnisse des Jüngeren "normal" ist. Wie geht er mit seinem Bruder um?

A4phro0dit^EsChi ld9


HolliWood 0,1

Er schaut mit zwar ins Gesicht, aber immer an den Augen vorbei.

Er hat Angst.

A`p~hrodi=tEsChOild9


Kantenmechaniker

Wie geht er mit seinem Bruder um?

Er versucht ihn zu ignorieren: "Was aber am auffälligsten ist, dass er seinen Bruder zwar inzwischen wahrgenommen hat, aber ihn nicht sieht."

AxntJigonxe


@ Kantenmechaniker

Hast du dir mal überlegt, ob er nicht extrem eifersüchtig auf seinen jüngeren Bruder sein könnte?

Aus den anderen Thread der TE:

Die Rückschritte fingen ja schon lange vor der Geburt an.

Kqantenme#ch*anFikxer


Für mich klingt das eher nach einem Erlebnis, welches er nicht verdauen kann. Davon ab, ich denke, dass Rückschritte in der Entwicklung bis zu einem gewissen Grad vollkommen normal sind.

EuhemaligeCr Nuteze%r (#508D125)


Wovor soll er denn Angst haben? Ich habe nichts gefunden, was das sein könnte. Die ganzen Auffälligkeiten in ihrer Gesamtheit werden wahrscheinlich nicht vom Bruder kommen, wenn sie generell schon lange vor der Geburt angefangen haben. Gewisse Rückschritte sind in Ordung, das stimmt. Aber nicht den kompletten Verlust der schon erlernten Sprache.

mCoEnd+s.te^rne


Wovor soll er denn Angst haben?

Das ist eine heikle Frage.

MNetIa4


Liebe HolliWood,

zuerst einmal möchte ich dich umarmen, denn wenn mit den eigenen Kindern etwas ist, dann ist das oft schlimmer, als wenn man selber etwas hat und es trifft wirklich mitten ins Herz.

Du musst schlimme Zeiten durchmachen.

Ich habe sowas erlebt als mein Sohn 4 Jahre alt war. Plötzlich gab es ein schlimme Erklärung für all die kleinen Auffälligkeiten, die vorher da waren. Es hat mich buchstäblich zu Boden geworfen, es war als täte sich ein großes Loch auf.

Plötzlich fiel ein ganzes Gerüst an Vorstellungen und Erwartungen in sich zusammen. Lauter Ideen, die ich hatte, wie es mit meinem Sohn einmal werden würde.

Was ich dabei gelernt habe: Die Zukunft gibt es nicht. Es gibt Jetzt und Heute, dann hat man noch irgendwo morgen im Blick und plant so ganz grob für 1-2 Jahre. Aber ob es so kommt, das weiß man nie und wenn man mit dem Kopf in der Zukunft lebt, dann verpasst man die Gegenwart.

Deshalb rate ich dir: Wirf alle Vorstellungen über Bord und sei bei deinem Sohn, wie er jetzt ist. Du wirst da vielleicht ganz neue Dinge lernen (müssen), die in keinem Erziehungsratgeber drin stehen, weil dein Sohn nicht so ist, wie die Kinder um die es dort geht.

Und du wirst lernen müssen, auf dem Spielplatz nicht zu denken: Wird er das jemals können?, sondern einfach zu sagen: Er ist so und das ist anders als die anderen.

Ich will dir nicht jede Hoffnung nehmen, dass es anders kommt und er wieder so wird wie vorher, aber bis dahin wäre es sicher hilfreich, bei dem zu bleiben, wie er jetzt ist.

Ein Frage, die sich mir gestellt hat und die du sicher bei den Stellen zu denen du kommst, immer wieder gestellt bekommen wirst, ist, ob es irgendetwas Besonderes gab während der Schwangerschaft oder der Geburt oder kurz danach?

Infekte, Krankenhausaufenthalte, längere Bettruhe, eine Geburtskomplikation, ein schwerer Schlag, etc.

Gab es da etwas, bzw. möchtest du darüber schreiben?

Du schriebst über seine verärgerten Reaktionen, da habe ich mich gefragt, ob da wenigstens eine Art Kontakt entsteht? Auch wenn es kein guter ist, aber immerhin passiert da doch wohl eine Reaktion, also eine Art Kommunikation.

Was das Essen angeht, würde ich versuchen, alle Esssachen in seine Rechweite zu tun, so dass er nicht beschreiben muss, was er will, sondern dahin gehen kann, den Schrank aufmachen und dann darauf zeigen, oder es rausnehmen und auf den Tisch stellen, o.ä.

Auch beim Kühlschrank könnte man ihm einen Stuhl davor stellen und ihm den Kühlschrank öffnen, damit er da zeigt, was er will.

Soweit.

Ich wünsche dir viel Kraft und Unterstützung von welcher Seite auch immer. Dass du genug Kraft hast für dich und deinen großen Sohn und auch deinen kleinen Sohn!

Ich hatte damals auch noch einen kleinen Bruder zu versorgen und ich weiß gar nicht mehr, wie das eigentlich ging, aber es ging.

:)*

Mxööp% M(ööxp


Hallo Holli, ich komm dann auch mal hier rüber *:)

Bei deiner ausführlicheren Beschreibung ist mir eine kleine "Nachbarin" von uns eingefallen. Sie ist etwa ein Jahr älter als meine ältere Tochter. Sie war wohl als Baby ganz normal, solange sie gestillt wurde. Als man ihr Beikost gab, stagnierte sie in ihrer Entwicklung und bekam massive Probleme. Nach langer Diagnostik fand man irgendwas ganz Seltenes - nagel mich nicht drauf fest, aber ich glaube, es fällt unter die Stoffwechselkrankheiten. Seitdem bekommt sie ein Medikament (auch da, ich weiß nichts genaues, kenne die Familie nur lose von Spielplatz & Co) und seitdem entwickelt sie sich auch weiter. Sie ist immer noch etwas zurück, war im integrativen Kindergarten und müßte jetzt auf die Förderschule gekommen sein. Aber lange war sie dann ähnlich wie meine Tochter, also etwa ein Jahr zurück. Aber sie läuft, sie spricht, sie ist frech...

Ich glaube zwar nicht, daß es genau das bei deinem Sohn ist, diese spezielle Krankheit steht ja in Zusammenhang mit der Nahrung, die nicht richtig verwertet werden kann. Aber manchmal gibt es auch für so umfassende Probleme eine nicht-psychische Ursache. Nur, damit du dich nicht zu sehr auf diese Diagnose einschießt.

Ich kenne mich mit Autisten ehrlich gesagt gar nicht aus, aber gehört sowas alles denn auch dazu? Nicht essen wollen und so?

Ich habe übrigens gehörigen Respekt vor dir. Die Aufgabe, die sich dir grad stellt, ist furchtbar anspruchsvoll und ich finde, du machst das wirklich toll. Zumal der Papa dabei nicht hinter dir steht, sondern dir noch Steine in den Weg legt >:( Auf alle Fälle liegt es nicht daran, daß du zu wenig mit ihm gesprochen hast oder so. Unsinn. Wirklich. Das ist nicht dein Fehler. Er hat doch wunderbar sprechen gelernt und konnte schon vieles sagen. Kein Kind gibt diese Freiheit, seinen Willen so äußern zu können, daß andere ihn zweifelsfrei verstehen, freiwillig auf. Irgendetwas hindert ihn und jetzt braucht ihr Hilfe, um den Grund zu finden.

Ich drücke dir alle Daumen, daß ihr möglichst schnell einen Termin bekommt und du mit deinen Sorgen nicht mehr so allein bist @:) @:)

Und wenn du dich auskotzen oder ausheulen willst, kannst du das hier tun. Es wird sicher immer jemand da sein. :)*

LtieselVo}ttex40


Plötzlich fiel ein ganzes Gerüst an Vorstellungen und Erwartungen in sich zusammen. Lauter Ideen, die ich hatte, wie es mit meinem Sohn einmal werden würde.

Was ich dabei gelernt habe: Die Zukunft gibt es nicht. Es gibt Jetzt und Heute, dann hat man noch irgendwo morgen im Blick und plant so ganz grob für 1-2 Jahre. Aber ob es so kommt, das weiß man nie und wenn man mit dem Kopf in der Zukunft lebt, dann verpasst man die Gegenwart.

Genau so ist es...aber liebe TE - du bist jetzt grad in der "Bin ich dran schuld?" und "Warum denn ausgerechnet wir?" Phase...die geht vorbei! :)^

Jetzt ist erst mal wichtig rauszufinden WAS wirklich los ist - ich hab bei deinen Schilderungen eigentlich weniger auf Autismus getippt - aber auch da gibt es gefühlte 1000 verschiedene Ausprägungen und für jede gibt es die passende Reaktion und Therapie...FraX fällt mir dazu auch noch ein, es wird sicher erst mal ein Gentest gemacht werden...

Konzentrier' dich jetzt erst mal auf den Ärztemaraton der euch erwartet! Fang an dir ein Netz aus Betreuungsmöglichkeiten aufzubauen für dein jüngeres Kind - du wirst es brauchen!

Ich will dich jetzt nicht überfordern - ein Schritt nach dem Anderen. Aber du wirst erst wieder Frieden finden wenn du Antworten hast...

Dann lassen auch die Selbstvorwürfe nach - und mit ihnen die Trauer über die über den Haufen geworfene und unsichere Zukunft! :=o

Lg Lieselotte

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