» »

Allergisches Asthma bei 3,5-jährigem Kind - total hilflos

MYathilUda_wGoettiPngexn hat die Diskussion gestartet


Unsere inzwischen 3,5 Jahre alte Tochter hat seit ca. einem 3/4 Jahr eine Hausstaubmilbenallergie und seit etwa 3 Monaten auch nachts massive Probleme mit Husten, mal mehr, mal weniger. Anfangs hatte ich mir noch gesagt, das sei ein Infekt, mittlerweile geht es dafür aber wirklich zu lange, so dass es keine einfache Erkältung sein kann. Wir waren schon beim Allergologen (wo eine starke Hausstaubmilbenallergie bestätigt wurde) und beim Kinderpneumologen. Die überaus ernüchternde Ansage von beiden war im Prinzip, dass es bei ihr sicherlich in Richtung Asthma geht bzw. schon ein Asthma vorliegt und es eine super Therapie gegen allergisch bedingtes Asthma gibt - nämlich die Hyposensibilisierung. ABER: Sie ist zu klein bzw. die Symptome bestehen noch nicht lange genug - man würde bei einem Kind wohl erst mal 2 Jahre abwarten, bevor man solch eine Therapie wagt. Einerseits weiß man schon, dass gerade bei kleinen Kindern eine Hypo besonders effizient ist und die einzige Möglichkeit, die Asthma-Entwicklung zu verhindern. Gerade kleine Kinder haben ohne Therapie innerhalb von 2 Jahren ein 30 -50%-iges Risiko, ein Asthma auf der Basis einer Allergie zu entwickeln. Andererseits würde man aber eben trotzdem diese 2 Jahre abwarten - wenn sie dann richtiges Asthma entwickelt, dann ist das eben Schicksal. Das einzige, was man aktuell machen könne, sei Kortison-Spray (wobei diese Therapie auf die Prognose keinen Einfluss hat) und eben darauf warten, dass es schlimmer wird. Ich hab irgend wie mit dieser (mangelnden) Perspektive gerade totale psychische Probleme. Jedes Mal, wenn sich die Kleine wieder eine Nacht um die Ohren schlägt und ich als Mutter dabei sitze und NICHTs machen kann, bin ich vollkommen verzweifelt. Ich weiß überhaupt nicht, wie ich das noch knapp 1,5 Jahre aushalten soll. Ach ja, die ganze Umgebungssanierung (Encasing, tägliches Putzen, keine Kuscheltiere, keine Teppiche, keine Blumen, alles bei 60°C waschen usw.) sowie die typischen Husten-Maßnahmen wie Kopfteil hoch lagern, genug trinken etc. machen wir natürlich schon.

Hat von euch jemand Tipps, wie man mit so einer Situation umgeht? Das Ganze belastet die komplette Familie total. Mein Mann sieht das alles nicht so eng und meint auch nach fast 3 Monaten noch, dass sie eben einen Infekt habe ("Kinder husten halt mal"). Jedwede Behandlung außer Kochsalz inhalieren lehnt er strikt ab, und wenn sie nachts 20x aufwacht, bekommt er das selten mit, weil die Kleine dann mich ruft und er halt weiter schläft. Nur wundert er sich darüber, dass sie aktuell morgens schwierig (weil unausgeschlafen und quengelig) ist! Das Alles ist für mich natürlich noch schwieriger, weil ich das Gefühl habe, alleine gegen die Allergie meiner Tochter zu kämpfen und dabei keinerlei Waffen in der Hand zu haben.

Also ich freue mich über jeden Ratschlag!

Mathilda

Antworten
K!lei)neHeBxe21


Nur zum Verständnis: warum entscheidet dein Mann, wie sie behandelt wird? Ist er Arzt?

Keine Teppiche war die Empfehlung von früher. Heute empfiehlt man spezielle allergikerteppiche. Diese halten den Staub fest. Auf blankem Boden wird dieser nämlich durch jede Bewegung neu aufgewirbelt.

Ist denn gesichert, dass sie keine weitere Allergie hat? Hat sie einen Kleiderschrank im Zimmer? Habt ihr das cortisonspray schon versucht?

M.athiyldae_Goetti1ngen


Hallo KleineHexe,

mein Mann entscheidet nicht, wie sie behandelt wird (nein, er ist kein Arzt), eigentlich versuchen wir das meistens zusammen. Aktuell gehen unsere Meinungen allerdings sehr weit auseinander und für mich ist es schwierig, seine Meinung und Entscheidungen komplett zu ignorieren. Ich tendiere durchaus dazu, mir bei unserer Tochter schneller Sorgen zu machen und manchmal ist es daher ganz gut, dass er alles ein bisschen gelassener sieht. Aber in diesem Fall ist es natürlich problematisch, einen Kinderarzt zu einer Therapie zu bewegen, wenn das eine Elternteil beteuert, es sei eigentlich alles gar nicht schlimm und sowieso nur ein Infekt. Über Kortison-Spray hatten wir kurz mit dem Arzt geredet, aber das fanden wir irgend wie beide einen heftigen Schritt (ich weiß, dass es wenig Nebenwirkungen macht usw. aber trotzdem versucht man ja bei so einem kleinen Kind doch lieber, ohne auszukommen) und der Kinderarzt meinte, es hätte auf die Prognose keinerlei Einfluss, ob man ein Spray nimmt oder nicht. Es wäre eben "nur", um der Kleinen (und mir) die schlaflosen Nächte zu ersparen. Wir hatten uns dann darauf geeinigt, doch noch ein bisschen abzuwarten. Ich habe aber mittlerweile einen neuen Termin bei dem Arzt und werde ihn nach so einem Spray/einer Inhalationslösung fragen. So, wie es jetzt ist, kann es sicherlich nicht bleiben.

Ja, das mit dem Teppich weiß ich inzwischen, ich wische aber jeden Tag feucht Staub, bevor sie ins Bett geht, eben damit nichts aufgewirbelt wird. Wo finde ich denn solche Allergiker-Teppiche? Ist vielleicht noch eine Idee, auch wenn ich im Großen und Ganzen nicht den Eindruck habe, dass diese Sanierungsmaßnahmen sehr viel bringen. Das Encasing hat beim morgendlichen Niesen etwas geholfen, mehr aber nicht.

Einen Kleiderschrank hat sie, der ist aber eigentlich immer zu... Leider können wir den auch nirgendwo anders unter bringen.

K=lei=neHe&xxe21


Ok, ich verstehe dich sehr gut.

Vielleicht kann man trotzdem noch ein paar Dinge versuchen. Könnt ihr ihre Kleider ein paar Wochen in euerem Schrank lagern? Einfach um auszuprobieren, ob es etwas bringt. Bei meiner Freundin war das der Schlüssel, aber ich kann mir gut vorstellen, dass da jeder auf andere Dinge reagiert.

Diese Teppiche findest du (meine ich) im Internet. Oder auf jeden Fall beim Fachhändler. Also beim Raumausstatter. Vielleicht hilft ja sogar schon ein Läufer.

Ich würde auf jeden Fall zumindest vorübergehend ein Spray benutzen.

Vielleicht hilft es, die raumfeuchte nachts zu erhöhen?

KcleihneHe)xe2x1


Was mir da noch einfällt: habt ihr eure anderen Polstermöbel mit milbiol behandelt?

Mkathilda_4GJoettingexn


Ja, wir haben alle Möbel/Matratzen gereinigt und mit Milbiol behandelt. Mit der Luftfeuchtigkeit das ist sehr schwierig. Ist es zu trocken, hustet sie mehr, aber wegen der Milben soll man den Raum ja eigentlich trocken und kalt halten...

KOlSeineLHexe2x1


Da habt ihr ja eigentlich schon alles gemacht, was möglich ist.

Mehr fällt mir gerade auch nicht mehr ein. Das tut mir echt leid für die kleine, dass ihr das keine Erleichterung bringt.

Dann wäre wahrscheinlich das Spray der nächste Schritt.

Habt ihr es schon mit antihistaminika probiert? Das wäre noch eine Idee, dass man ihr cetrizin vor dem schlafen gehen gibt. Dann müsstet ihr nicht gleich zum cortisonspray greifen.

R4alpxh_HH


Die Atemwege mögen es feucht, Trockenheit ist einer der schlimmsten Husten Verursacher. So kenne ich das zumindest von mir selbst. Gerade in der Heizperiode im Winter ist es in der Wohnung schnell sehr trocken. Wenn Du die Milben gut bekämpfst, also gut saubermachst etc, dann kann das m.E. im Raum ruhig feuchter sein. Aber aufpassen, nicht dass Du Dir mit Schimmel das nächste Problem ins Haus holst.

Ich habe zwei Freundinnen mit extremen Heuschnupfen. Die hat ein Homöopath so gut wie kuriert.

M.arry5Po{ppinxs


Ich würde an deiner Stelle schleunigst eine Kinderreha beantragen und das in dieser Klinik [[http://www.hochgebirgsklinik.ch/]] gerade bei Hausstauballergie.

Und das Cortisonspray auch auf jeden Fallö, es dauert ein wenuig bis es hilft aber so ist das ja kein Zustand, das Kind muss doch zur Ruhe kommen können.

Meinem Mann hätte ich was erzählt wenn er alles andere außer Kochsalz abgeleht hätte, meine Güte man kann seinen Kinder vieles ersparen mit den richtigen Medikamenten.

Mjathildad_Go;ettixngen


@ KleineHexe:

Ja, Antihistaminikum haben wir als erstes probiert. Hilft aber nicht so gut gegen den Husten, gegen das Niesen und die verstopfte Nase allerdings schon. Da es aber gegen das Hauptproblem nicht wirklich hilft, geben wir es nicht regelmäßig. Die Nase ist nach dem ganzen Encasing usw. sowieso deutlich besser geworden, so dass wir da mit ab und zu Nasentropfen ganz gut hin kommen.

@ MaryPoppins:

Die Klinik klingt ja super. Ich hab allerdings keine Ahnung, ob wir so einfach eine Kur dort genehmigt bekommen - ist ja sicherlich nicht ganz billig und die Diagnose unserer Kleinen steht ja noch nicht lange bzw. steht eigentlich auch jetzt noch nicht fest, weil es in dem Alter ja total schwer ist, zwischen chronischer/allergischer Bronchitis und Asthma zu differenzieren. Ich weiß gar nicht, was die Krankenkassen dazu sagen würden. Ich werde aber unseren Kinderarzt mal drauf ansprechen. Notfalls kann man seinen Familienurlaub ja auch mal in so einer Region machen, das ist prinzipiell sicher auch gut. Auf dieser Höhe gibt es ja tatsächlich keine Hausstaub-Milben mehr, das sollte also in jedem Fall helfen.

A@ntiZgonxe


@ Mathilda_Goettingen

Informiere dich mal begleitend über Schwarzkümmelöl. Es soll bei Allergien helfen und ich gebe es meinem Hund mit Allergien.

Hund bekommt Kapseln ins Feuchtfutter. Wie man das Öl in ein Kind bekommen könnte, weiß ich allerdings nicht. ???

M@arrAyPo&ppgin<s


Die Klinik klingt ja super. Ich hab allerdings keine Ahnung, ob wir so einfach eine Kur dort genehmigt bekommen - ist ja sicherlich nicht ganz billig

Die Klinik wird normalerweise von jeder Krankenkasse und Rentenversicherung bezahlt, gilt als deutsche Klinik und ist nicht teurer als Kliniken in Deutschland.

Wichtig ist der genaue Wortlaut im Antrag aber das steht irgendwo auf der Seite der Klinik.

MJathil9da_Goexttingen


Hallo,

ich habe endlich mal ein kleines Update. Unsere Tochter hat jetzt einen Provokationstest mit Hausstaub-Nasenspray beim Kinderarzt gemacht und das Ergebnis war nun doch so "überzeugend" (heftiges Niesen, Augenjucken, zugeschwollene Nase), dass der Kinderarzt sich nun doch für den sofortigen Beginn einer Hyposensibilisierung entschieden hat. Zum Glück! Ich bin jedenfalls ganz optimistisch, dass es irgend wann besser wird!

Ajnfti$gone


Super! Viel Erfolg. @:)

Habt ihr für akute Atemnot Salbutamol o.ä., was sie über Pariboy o.ä. einatmen kann?

MDathil!dag_Goexttingen


@ Antigone:

Wir haben Salbutamol Tropfen, die wir vernebeln, wenn die Kleine wieder starken Husten hat. Akute Atemnot hatte sie zum Glück noch nie, aber ich schätze, in diesem Fall könnte man das Salbutamol vielleicht etwas höher dosiert auch verwenden, in Kombination mit dem Pari-Boy. Aktuell versuchen wir immer, uns eher an der unteren Grenze der Dosierung für Bronchitis zu bewegen, bei richtiger Atemnot ist da sicher noch Spielraum nach oben.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Kinder- und Jugendmedizin oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Säuglinge · Kinderwunsch · Sternenkinder · Kinder nach Geburtsmonaten


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH