» »

Kind, 7, nässt immer wieder mal ein

C"ur`rxl hat die Diskussion gestartet


Hallo guten Morgen,

meine Tochter wird übermorgen bereits 7 Jahre alt! Nachts war sie noch nie trocken, sie trägt immer noch Windel. Wir haben es ein paar Mal versucht, aber ohne Erfolg. Was das angeht, bin ich aber noch halbwegs entspannt. Wir waren schon 2 mal bei der Urologin. Rein organisch ist alles in Ordnung. Nur ist ihr Blasenvolumen laut Miktionstest eher gering.

Was mich aber eher stresst ist die Tatsache, dass sie es auch tagsüber immer wieder mal nicht auf die Toilette schafft. Erst hat sie immer behauptet, dass sie es nicht merken würde. Ich weiß aber aus der Vergangenheit, dass es, wenn sie drauf achtet, eben schon geht (Thema Fernsehverbot - das einzige, was geholfen hat). Und dann hatten wir letzte Wochen ein längeres Gespräch, in dem sie mir gestanden hat, dass sie es schon merkt, aber halt gerade im Spiel ist oder was auch immer und dann zu spät geht. Das Schlimmste aber ist - SIE scheint es überhaupt nicht zu stören. Sie läuft auch die ganze Zeit mit einem nassen Höschen rum, wenn es ist. Das war im Kindergarten schon so. Ich hatte sie in der Kindergartenzeit quasi jeden Tag pitschnass abgeholt. Irgendwie hat dort keiner so richtig drauf geachtet von den Erziehern, obwohl ich es ihnen echt oft gesagt habe. Somit scheint es für meine Tochter nicht anormal zu sein, wenn da unten alles nass ist... und ich kann gar nicht sagen, wie kirre mich das macht!!! Habt Ihr noch irgendeine Idee, wie man so ein Kind motivieren kann!?!?!? Von Nachts spreche ich ja gar nicht mal... wir haben aber im Juli eh einen Termin in der Enuresis-Sprechstunde in einer Kinderklinik....aber eigentlich dachte ich, dass das nur nachts betrifft.... hatte ich mich leider getäuscht :-(

Antworten
dsanaOe8x7


Puhh, finde ich wirklich schwer, gerade weil so nasse Hösschen ja auch Ausschlag machen und eher unangenehme Hautreaktionen provozieren. ":/ ":/ Hast du mal mit ihr darüber gesprochen wieso es schlecht ist eine nasse Hose zu haben, so rein rational?

K0leine{Hexxe21


Hast du es schon anders herum versucht? Also mit Belohnungs- statt mit Bestrafungssystem? Funktioniert bei vielen Kindern viel besser.

Anfangs muss es natürlich sehr verlockend sein. Also zum Beispiel für jeden Tag ohne nasse Hose bekommt sie abends eine Belohnung. Wir hatten das Thema auch schon mal, unserer hatte sich von seinem Freund abgeguckt, dass man auch einfach in die Hose pinkeln kann. Das hat er mir auch so gesagt.

Bei uns zogen nur Süßigkeiten. Für jeden Tag ohne nasse Hose gab es abends nach dem Abendessen ein Duplo. Tagsüber gab es natürlich nicht den Hauch von Süßem. Der Reiz musste groß sein. Das hat von anfang an funktioniert. Nach und nach hab ich dann die Abstände vergrößert.

PzlüscahbYiest


Hallo,

erzähle deiner Tochter doch einmal, wie teuer Windeln sind

und dass man mit dem gesparten Geld viele schöne Dinge für sie kaufen könnte.

Vielleicht motiviert sie das.

d"anaex87


Das mit den Belohnungen finde ich gut. Mit sieben und je nachdem wie oft es passiert kann man ja auch die INtervalle größer machen. Für fünf sterne am Stück gibts eine Kleinigkeit oder so.

Kront+erpuxnze


und was macht sie in der Schule?

Gibt es unter Kindern nicht auch eine gewisse soziale Kontrolle sodass sie von alleine da aufpassen? Mit 7 macht man sich doch nicht mehr gerne vor seinen Freunden in die Hose. Deswegen wundert es mich, dass es sie nicht stört.

RXalph_3HH


Geht sie schon zur Schule? Das ist doch in der Regel oberpeinlich, wenn man dort in die Hose macht??

Ich würde es auch mit Belohnungen versuchen, nicht mit Strafen. Wobei es am Ende das gleiche ist. Fernsehen als Belohnung oder Fernsehverbot als Bestrafung, sieh zu, dass Du es positiv verpackst, damit das Thema trockene Hosen in positiven Empfindungen landet, nicht in Stress und Druck. Aber ich würde sie vielleicht die vollgepischerten Sachen per Hand waschen lassen. Einen Tag aufbewahrt stinken die unheimlich, das sollte ausreichend motivieren, wenn es denn tatsächlich ein Problem des "nicht wollens" ist.

Für Nachts würde ich mal eine Klingelhose probieren. (Verschreibt der Kinderarzt.) Unser Sohn hat noch mit 8J. nachts eingepischert. (Tagsüber nicht). Die Klingelhose hatte er nicht ganz einen Monat, aber nach nur einer Woche war das Thema eigentlich schon gegessen. Was für eine Erleichterung!!

PWlüsc`hbxiest


Hallo, habe gerade was in der Zeitung gelesen.

Versuche mal folgendes Causticum ( Globuli) in der Potenz D 12.

3 mal täglich 5 Globuli, sobald sie einnässt Abends vor dem Schlafen gehen

zusätzlich noch 7 Stück. Dass so lange bis mindestens eine Woche Ruhe ist.

Die 5 mal 3 bei behalten bis ein Monat beschwerdefrei vergangen ist.

Viel Glück, vielleicht hilft es ja.

Nsadenxia


Hallo auch. Mich würde auch interessieren wie das in der Schule läuft?

Soweit ich mich erinnere wurde das Kind bei uns in der ersten Klasse welches ab und zu nass war extrem ausgelacht und getrietzt.

- Also wenn es möglich wäre das zu vermeiden, würde jedes Kind dann darauf achten rechtzeitig aufs Klo zu gehen.

aHkaxf


Hast Du meine Tochter bei Dir? Klingt exakt wie bei uns, inklusive des Ignorierens der nassen Hosen. Auch hier passiert es auch in der Schule, stört sie gar nicht. Allerdings ist von Jahr zu Jahr schon eine leichte Verbesserung zu sehen, mit starken temporären Schwankungen. Wir sind im Moment bei ca 5 nassen Hosen pro Wochen. Manchmal mehr, teilweise über Wochen auch fast gar keine. Nachts wie bei euch noch nie windelfrei.

Klingelhose würde ich erst nach erfolgter Diagnostik probieren. Nachts und tags überhaupt eher getrennt betrachten. Nachts noch nicht trocken ist in dem Alter nicht ungewöhnlich und kann verschiedene körperliche Ursachen haben. Die Klingelhose ist nur dann sinnvoll, wenn der Grund ist, dass das Kind nachts zu tief schläft um zu bemerken, dass die Blase voll ist. Ein geregeltes Trinkverhalten den ganzen Tag über (regelmäßig trinken, nicht zu wenig, gut über den Tag verteilt, manche Getränke ab nachmittags vermeiden etc) kann unterstützen.

Eigenmächtige Experimente mit Globuli finde ich falsch. Falls das Zeug wirkt, sollte es genau auf den Patienten und die Situation abgestimmt sein. Nicht einfach rumprobieren, macht man doch mit anderen Medikamenten auch nicht.

Die Tagsproblematik ist aber erstmal vordringlich, und das ist viel komplizierter, weil viel weniger standardisiertes Vorgehen dazu existiert. Wir haben zeitweise die Klingelhose tagsüber eingesetzt (als die Tochter noch in der Kita war). So konnten wenigstens vollgepisste Sofas vermieden werden. Im Moment hat die Tochter eine Uhr, die sie regelmäßig per Vibrationsalarm erinnert, aufs Klo zu gehen. Funktioniert natürlich auch nur, wenn sie sich daran hält...

Gut finde ich den Hinweis, lieber zu belohnen als zu bestrafen. Muss ich mich selbst immer mal dran erinnern. Sachen auswaschen lassen habe ich in größer Wut auch gemacht, finde es aber eigentlich total doof und schäme mich. Hilft bestimmt nicht, Kind schaltet eher mehr auf stur.

P=lSüsc8hbie.st


Das Thema scheint der Mutter wohl nicht so wichtig zu sein, sonst hätte sie sich hier mal wieder gemeldet.

[[http://www.initiative-trockene-nacht.de/bettnaessen/ursachen/adh-mangel.html]]

RkaupeNKimmerxsatt


Das scheint ja gar nicht so selten zu sein.

Bei meiner Tochter hatten wir bis vor kurzem das gleiche Problem. Es hat mich sehr gestresst. Meine Tochter störte es überhaupt nicht, dass sie in die Hose machte. Nachdem mit 6/7 die Hose noch ganz nass war, wurde es etwas besser, gegen Schluss hin (mit 8/9) waren es nur noch ein paar Tropfen, aber die Hose musste trotzdem fast täglich gewaschen werden.

Bei uns hat eine Kombination von Massnahmen geholfen:

1. Sie musste die Sachen selber waschen (also in die Waschmaschine legen und diese starten). Das in die Hose machen führte also zu mehr Arbeit für sie.

2. Belohnungssystem: In unserem Fall den Durchbruch gebracht hat, dass sie abends 15 min länger aufbleiben durfte, wenn die Hose nicht in die Wäsche musste.

3. Eigentmotivation stärken: Sie möchte gerne auf eine Reiterfreizeit. Wir haben ihr klar gemacht, dass das nur geht, wenn sie nicht mehr in die Hose macht. Daher hat sie die Aussicht, auf eine Freizeit zu gehen, sobald das über mehrere Monate problemlos klappt.

Vielleicht hilft das ja weiter.

aYk-af


Liebe RaupeNimmersatt,

Dein Beitrag macht mich ziemlich froh. Weil er mir wieder zeigt, dass es ein Ende geben wird mit dem Einpullern. Ich sehe ja durchaus Fortschritte, verglichen mit vor einem Jahr. Aber es geht so langsam voran... Allein der Gedanke, dass wir vielleicht in 1,5 Jahren auch "nur" noch nasse Schlüpfer haben, lässt mich schon wieder ein Stück entspannter die Situation hinnehmen.

Wäsche selber waschen lassen ist für meine Tochter eher Belohnung, sie hilft total gerne im Haushalt mit.

Euer Belohnungssystem finde ich super, weil es eine unmittelbare Belohnung für den Tag ist. Mir fällt nur leider nichts für uns passendes ein. Länger wachbleiben wäre für unsere Maus keine Belohnung, die ist abends knülle und will schlafen. Vielleicht an trockenen Tagen abends ein kurzes Filmchen gucken? Briefe von Felix sind glaub ich nur so 15 min jeweils. Das wär vielleicht was für uns, denn normaler Weise wird hier gar nicht Ferngesehen. Werde ich mal mit dem Mann besprechen. Im Moment haben wir "Sonntags Eis essen" wenn in der Woche nicht mehr als 4 Hosen nass waren. Aber das kommt mir selber als zu langer Zeitraum vor. Gab zwar schon Phasen, in denen das fast jede Woche hingehauen hat, aber im Moment wieder nicht. Da ist so eine Kleinigkeit für abends echt besser.

Unser Kind wird im Juni auf Klassenfahrt gehen, 5 Tage. Ich habe keine Ahnung, wie das Klappen wird. Aber da es eine Klassenfahrt ist, darf sie auf jeden Fall mitfahren, da Stelle ich keine Bedingungen. Bei so einem Wunsch wie Reiterferien ist das natürlich anders, und das ist ja echt auch ein guter Anreiz.

Wie alt ist denn Deine Tochter genau? Unsere ist jetzt 6,5 Jahre alt.

RvaupeN5immersxatt


Meine Tochter ist knapp 9 1/2 Jahre alt. Heute hatten wir übrigens wieder einmal einen Rückfall. Ganz ausgestanden ist es bei uns noch nicht. Aber es ist sehr, sehr viel besser, seit 2-3 Monaten. Der Durchbruch war bei uns die Belohnung mit dem Abends länger aufbleiben. Vorher hatten wir auch Belohnungen, aber weniger unmittelbar (mehr wie bei Euch mit dem Eis am Wochenende) und anscheinend auch für sie weniger attraktiv. Filmchen ansehen hätte meine mit 6 1/2 auch ganz toll gefunden (bei uns wird eigentlich auch nicht fern gesehen), mit knapp 9 hat das gar nicht gezogen bei ihr. Vielleicht müsst Ihr bei Misserfolg die Belohnung nach einiger Zeit auswechseln, bis ihr auch etwas gefunden habt, was bei ihr zieht. Aber es ist gar nicht so einfach, sich sinnvolle und attraktive und gleichzeitig noch unmittelbare Belohnungen auszudenken.

Was ich auch mit meiner Tochter angefangen habe, dass sie feste WC-Zeiten hat (z.B. in der Schule vormittags (Pause), vor oder nach dem Mittagessen und in der Nachmittagspause. Dann gleich wieder beim Heimkommen. Wenn es nicht geklappt hat, spreche ich mit ihr den Tag durch (wann warst Du auf dem WC, hast Du es mal vergessen, weisst Du, wann Du in die Hose gemacht hast, was war das für eine Situation, was könnte sie das nächste Mal anders machen). Ausserdem soll sie darauf achten, wie dringend sie musste, wenn sie aufs WC geht. Damit sie mehr das Gefühl für ihren eigenen Körper und seine Signale bekommt.

Ich drücke Euch ganz fest die Daumen, dass es bei Euch auch bald besser wird. Mich hat das sehr belastet und schlichtweg auch genervt.

aokaf


Feste Zeiten fürs Klo hat sie - zumindest theoretisch. Sie hat eine Uhr, die ihr mit Vibrationsalarm Signal gibt zur Toilette zu gehen. Allerdings hält sie sich da nicht immer dran.

Mit ihr drüber reden klappt nicht wirklich. De facto rede dann ICH, und sie sitzt daneben und wartet darauf, dass diese unangenehme Situation vorbei ist. Das macht mich immer ganz wild, auch wenn mir eigentlich klar ist, dass sie mit ihren 6,5 Jahren das alles noch nicht richtig erfassen und verbalisieren kann. Deshalb versuche ich, das Reden zu lassen.

Ja, die Situation ist belastend und macht mich zeitweise echt fertig. Zumal ich ja noch zwei andere Kinder habe. Die Jüngste macht grade die ersten Versuche, die Windel abzulegen. Und ich hab da ganz ambivalente Gefühle und innerlich Angst, dass das auch so ein Theater wird...

Wie ist es bei Euch nachts? Und habt ihr irgendwelche spezielle Diagnostik oder Therapien ausprobiert?

Hier gibt es für nachts eine Windel, die auch immer voll ist. Wir waren mal in der Kinderurologie zum Ultraschall, war aber unauffällig. Dann waren wir auf Mutter-Kind-Kur, aber da gab es keine speziellen Therapien. Sie hat einfach das Programm für die Therapiekinder dort mitgemacht, das waren Entspannungsübungen, Psychomotorik und Haltungsturnen.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Kinder- und Jugendmedizin oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Säuglinge · Kinderwunsch · Sternenkinder · Kinder nach Geburtsmonaten


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH