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Verdacht auf autismus spektrum störung beim 2 jährigen kind

jHan;ine.bln hat die Diskussion gestartet


Hallo,

Wir hatten gestern die u7 und bekamen einen Überweisungs Schein für die Kinder und jugend Psychiatrie da der Verdacht besteht das mein Sohn eine autismus spektrum störung hat. Ist so ein verdacht meist schon sicher ? Oder kann es auch an etwas ganz anderen liegen. Ich war gestern fix und fertig. Ich liebe mein Sohn so wie er ist - keine Frage. Ich bin ja selbst froh wenn wir endlich wissen wovor und warum er diese Ängste hat

Der Grund warum der arzt diesen verdacht äußert ist weil mein Sohn eine "vermutliche " angststörung hat. Er hat vor alles angst was fremd ist. Sprich fremde Menschen, fremde Gebäude usw. Er bekommt dann richtig Panik. Untersuchungen beim Arzt sind fast unmöglich. Er brüllt , schreit , tritt und schlägt um sich. Lässt sich durch nichts ablenken oder beruhigen. :( man sieht ihm an das er Angst hat. Außerdem spricht er gerade mal 3 Wörter und zeigt nicht auf Dinge ( er bringt einem etwas wenn er was möchte zeigt aber nicht drauf)

Was mich jetzt interessiert. Was bedeutet das genau? Was kommt auf uns zu ? Was für "Formen " von autismus gibt es? Wird mein Sohn nun evtl nie sprechen usw können ? Vielleicht kennt sich jemand ein wenig mit dem Thema aus

Antworten
j{anineablxn


Kennt sich niemand damit aus ? :(

c)riechaCrlixe


Bei meinem Sohn wurde das Autismusspektrum diagnostiziert, da war 10 Jahre. Er hat die mildere Form, das sog. Asperger-Syndrom und man sagt, dass es sich zwischen dem 3. und 4. Jahr manifestiert, erstes Kennzeichen ist die Sprachentwicklung. Weitere Hinweise sind z.B., dass einen das Kind nicht in die Augen schauen kann, dass es eben die Bezugsperson nicht in seine Erlebniswelt mit einbezieht und ja, auch eine auffallende Dissonanz mit der Umwelt, eben, dass es sich in diese nicht einfindet. Es gibt ganz leichte Versionen und ganz schwere. Es hängt von dem Grad der Ausprägung, der Intelligenz und Persönlichkeit des Kindes und der Fördermöglichkeiten der Eltern ab, was passieren wird. Manche Kinder müssen speziell beschult werden, manche gehen auf Regelschulen und studieren.

Je früher man es weiß, desto besser ist es!!

Zwei Jahre finde ich SEHR früh für so etwas, der Asperger ist da eigentlich noch nicht feststellbar, aber die "schlimmere" Variante, der frühkindliche Autismus, der tatsächlich seinen Ursprung in einer körperlichen Behinderung hat, wäre da schon feststellbar. Allerdings ist das ein ziemlich heftiges Erscheinungsbild und das ist aus der Ferne hier jetzt nicht zu beurteilen. Das kann aber ein Fachmann. Egal, was festgestellt wird - denk ' immer dran, dass es bei so etwas super-wichtig ist, dass man es früh erkennt. Du hast "Glück", mal aus der Sicht einer betroffenen Mutter.

cCrietcharMl>ie


Autisten verstehen die Welt nicht wie nicht Betroffene und sie tun sich super-schwer mit ihrer Rolle in der Welt. Auch sind sie oft führ- und beratungsresistent, ein Autist gilt eigentlich als unerziehbar, er kann sich nur selbst beibringen, was er zu lernen hat. Der Austausch an sich mit anderen fällt ihm meist schwer (je nach Grad).

Ein Zweijähriger ist noch neu auf der Welt, vieles macht ihm Angst. Seine Eltern "retten" ihn, indem sie ihn beschützen und ihm die Welt erklären, ihn beruhigen und den Weg weisen, das passiert bewußt und unbewusst und zwar auf beiden Seiten. Er vertraut ihnen und lernt so Stück für Stück die Welt kennen.

Ein autistisches Kind sieht in seinen Eltern keine Unterstützer oder emotionale Bezugspersonen in dem Sinne, es hat aber trotzdem altersentsprechende Ängste, mit denen es sich komplett verlassen fühlt. Es kann nicht um Hilfe bitten und sieht die Bemühungen der Eltern nicht als Hilfe an.

Insofern wäre der Autismus tatsächlich eine mögliche Erklärung für die Ängste Deines Kleinen, aber eben nur eine mögliche.

Mich irritiert etwas das Alter - zu jung für Asperger, aber "zu wenig betroffen" für frühkindlichen Autismus (Kanner-Syndrom).

jKanin5eblxn


Danke dir erstmal .

Das alles hat er ja nicht8.

Er hält n

Blick Kontakt, fordert zum spielen auf , Sucht unsere Nähe und kuschelt gern mit uns. Er hat halt eigentlich nur diese Angst und er spricht halt noch nicht bis auf einige Wörter. Macht das schon autismus aus ?

jCaninxebln


Mich irritiert etwas das Alter - zu jung für Asperger, aber "zu wenig betroffen" für frühkindlichen Autismus (Kanner-Syndrom

Genau das dachte ich mir auch. Habe ein wenig im Internet drüber gelesen. Ich habe dem Kinderarzt auch gesagt das ich das Gefühl habe er hört auf dem einen ohr schlecht , er fasst sich da auch immer am. Aber er kam gleich mit autismus weil er halt so am brüllen war. Er meinte er kenne viele Kinder die so brüllen aber diese lassen sich ablenken. Das war bei meinen nicht der Fall. Nun habe ich auch gelesen das Kinder die schlecht hören auch mit angst zu tun haben können da sie selbst nichts verstehen- dadurch das sprechen nicht lernen - und sich somit nicht ausdrücken können. Mein kleiner reagiert auch meist nur wenn man etwas lauter redet. Ich fand das gestern schrecklich. Es wurde kaum was gesagt nur halt der Verdacht auf autismus und die Überweisung wo alles getestet werden soll.

cTrie<chaxrlie


vergessen:

bezüglich Sprache. Die meisten Autisten lernen sich so gut auszudrücken, dass die anderen neidisch sind ;-D Das liegt daran, dass der Sprachwerbsprozess bei ihnen anders verläuft, sie lernen nach Vorschrift, lassen sich selbst wenig Raum für Spielereien. Aber: was sie wirklich schlecht können ist die Metabebene zu bedienen, sprich: das, was nur mitschwingt und nicht ausgesprochen wird, ist für sie nicht verständlich. Sie können als Schüler auch keine Gefühle in Erlebnisaufsätzen schreiben oder "sich in die Hauptfigur" des Buches hineindenken, zumindest nicht so, wie die Lehrer das gerne hätten.

Zwischen den Zeilen, Lesen, Ironie, Sarkasmus, leider auch Humor... das ist für Autisten schwer verständlich, also mal bezogen auf Sprachentwicklung. Ihr Tonfall klingt auch oft monoton oder hölzern, weil sie den Zusammenhang Gefühl/Wort nicht gebacken bekommen. Wie betont man die Wörter, wenn man Trauer/Freude ausdrücken will/muss? So etwas ist ihnen nicht klar. Sie lernen es, machen es nicht intuitiv wie nicht Betroffene, aber wenn genau hinhört erkennt man das Antrainierte bzw. Hölzerne.

Mir ist noch eingefallen, dass man Autisten nicht beruhigt, indem man sie direkt anschaut oder berührt, das läßt sie umso mehr aufdrehen. Man muss ihnen erlauben, in der Interaktion mit ihnen wegzusehen, dann fühlen sie sich wohler und sind aufnahmefähiger.

c?riPecharlxie


äh, und ein ganz normaler Hörtest? War bei unseren Us immer dabei......

jcaniTneblxn


Es ist auch nur so das er sich woanders nicht von uns beruhigen lässt. Wenn Zuhause etwas passiert sucht er sofort Trost bei uns:/ er spielt auch nicht für sich allein oder so. Er liebt es mit uns zu spielen . Er ist fröhlich , er ist wütend, er ist traurig. Wenn er sich freut zeigt er es. Halt in seiner Sprache. Wenn er was nicht will sagt er nein. Wenn ihn was runter fällt ist er bestürzt und sagt " oh nein" wenn ich ihn sage das er nun schlafen geht fragt er nach seinen "nunu " ( nuckel) schnappt sich sein kuschel Kissen und läuft zum Bett. Also er versteht uns auch. Wenn wir direkt neben ihm stehen und mit ihm reden. Wenn wir ihn aber rufen reagiert er nicht. ( wenn wir nicht direkt neben ihn stehen) das alles hat für mich nichts mit autismus zu tun aber ich kenne mich da wie gesagt auch nicht aus. :/ ich fand es seltsam das der Verdacht so schnell ausgesprochen wurde ohne uns irgendwelche Fragen zu stellen

jSaninrebxln


Das war gestern nicht möglich. Da er sich nicht anfassen ließ :/ er wurde nur mit fest halten gewogen , gemessen, abgehört , abgetastet und in den Mund geguckt bei der u6 waren 1 jahr war es noch alles in Ordnung dieses sich ständig am Ohr fassen fing aber erst danach an.

Nun wollte ich zum HNO mit ihm, aber ich weiß nicht wie er da untersucht werden kann mit seiner angst :/

d dHa123


Kinder können nach einer einfachen Erkältung ganz schnell Probleme mit den Ohren bekommen. Google mal nach Paukenerguß. Ich kenne ein Mädchen, dass - nun ja - "vehaltensauffällig" wurde, weil es eben durch solche Paukenergüsse in den Ohren fast schwerhörig war. Sie hat nicht sprechen gelernt (klar, wie denn, wenn man nichts hört) und war aggressiv anderen Kindern gegenüber, weil sie die halt nicht verstanden hat. Nachdem das diagnostiziert und behoben wurde, hat sie alles aufgeholt und sich normal entwickelt.

Ich würde ein paar HNOs durchtelefonieren, von den Probleme beim Untersuchen erzählen und fragen, ob sie dennoch eine Möglichkeit sehen, die Hörkraft testen zu können.

j&anin"ebblxn


Lieben Dank

Das ist eine gute Idee mit den Rum telefonieren. Vielleicht haben wir ja irgendwo Glück

apkaf


Ich gebe immer sehr viel auf die Intuition der Eltern. Wenn Du meinst, es könnte sein, dass er schlecht hört, wirkt das auf mich plausibel und sollte unbedingt als erstes geklärt werden. Vor allem anderen. Wenn es anders nicht geht, sollte das ausnahmsweise unter Beruhigungsmittel, leichter Sedierung oder so erfolgen.

Ich hoffe, Du findest einen HNO, der das ernstnimmt und dem es gelingt, eine Untersuchung durchzuführen!

Pelüs)chbi.est


Ein Hörproblem scheint mir hier durchaus im Bereich des Möglichen.

Und dass kleine Kinder die schlecht hören, auch wesentlich schlechter das Sprechen lernen ist bekannt.

Wenn er sich dauernd ans Ohr fasst, sollte der HNO Arzt da mal einen Blick rein werfen.

Es gibt doch überall HNO Kliniken, vielleicht haben die spezielle Möglichkeiten zur Untersuchung?

jnaninexbln


Ich werde morgen anfangen Rum zu telefonieren und hoffe einen Arzt zu finden der uns ernst nimmt und nicht sofort genervt guckt weil das klein kind am brüllen ist. Ich finde de es so schrecklich meinen kleinen so zu sehen voller angst und ich weiß nicht wovor. Ich würde halt auch lieber erst das Problem mit dem Ohr klären statt ihn gleich zur Kinder und jugend Psychiatrie zu schicken wo wir in 3 Wochen den Termin haben. Ich finde es auch komisch das der Kinderarzt da nicht reagiert hat. Es fiel uns Weihnachten so richtig auf. An den Geschenken waren kleine Glocken. Die fand er toll. Sie waren nicht besondere laut. Ich habe dann mit ihm mit der Glocke gespielt und warum auch immer habe ich die Glocke genommen und sie neben seinen rechten ohr geläutert wo er auch reagiert hat. Danach auf der linken Seite kann keine reaktion. Ich wieder holte das "Spiel ' einige Tage lang und immer wieder kam keine Reaktion auf dem linken Ohr. Wenn wir wie gesagt neben ihn sitzen und mit ihm reden guckt er uns an, lacht plappert in seiner Sprache mit uns, wenn ich sage komm wir spielen Ball dann läuft er in sein Zimmer und holt den Ball. Wenn er in sein Zimmer ist und wir rufen ihn aus dem Nebenzimmer reagiert er nicht. Es ist als hört er uns halt nichts wenn er uns dann sieht weil wir dann hingehen freut er sich. Und dann wie gesagt dieses ständige an ohr fassen ( auch nur an dem linken Ohr) er fasst an, er kratzt Rum und meckert manchmsl dabei. Kein weinen nur ein meckern.

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