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Ergotherapie bei 3-jährigem: Pro und Contra

UmnirWdiscxh hat die Diskussion gestartet


Da ich mir unsicher bin, ob eine Ergothrapie für meinen kleinen Sohn sinnvoll ist, würde ich mich freuen, wenn Ihr mir Eure Meinungen und Erfahrungen zu diesem Thema mitteilt.

Folgende Situation: mein im Februar 3 Jahre alt gewordener Sohn geht seit diesem Jahr in den Kindergarten. Zuvor war er schon längeren Zeit in der Kinderkrippe. Von Anfang an moniert die Erzieherin, dass es sich nicht schnell genug allein auszieht, obwohl er motorisch dazu fähig ist und auch versteht, was man von ihm will. Oft träumt er dabei oder lässt sich von anderen Dingen ablenken. Dieses Verhalten legt er auch zuhause an den Tag. Wenn man ihm genügend Zeit gibt, bekommt er auch alles allein hin, aber diese Zeit ist in der Regel weder zuhause noch im Kindergarten gegeben.

Zum Kindergarten muss gesagt werden, dass es sich um altersmäßig gemischte Gruppen handelt. Er ist einer der Jüngsten, die Ältesten kommen demnächst schon in die Schule.

Die Erzieherin hat ihn in Absprache mit mir nun mit einer Ergotherapeutin beobachtet, die mir nun nahe legten, von der Kinderärztin eine Ergotherapie verordnen zu lassen.

Soweit so gut. Eigentlich gehöre ich nicht zu der Sorte Mutter, die grundsätzlich alles besser weiß als qualifizierte Fachkräfte, doch habe ich gewisse Zweifel, ob langsames Ausziehen eine Therpiegrund ist. Mein Sohn hat ansonsten keine kognitiven Defizite. Er kann sich auch sehr intensiv und ausdauernd mit komplexen Dingen beschäftigen. Und obwohl er auch körperlich sehr aktiv ist, kann er auch ein Träumer sein. Aber ist das wirklich eine so schlimme Eigenschaft? Müssen alle Kinder heute auf Gleichmaß getrimmt sein?

Auf der anderen Seite frage ich mich natürlich auch, ob dies schon ein frühes Anzeichen für eine Aufmerksamkeitsstörung sein kann und es von mir fahrlässig wäre, darauf nicht zu reagieren.

Nun seid Ihr dran! Im Voraus danke für Eure Einschätzungen und Meinungen!

Antworten
P"iMa05x09


Ich persönlich finde das ein wenig übertrieben. Ich würde ihn mal dem kinderarzt vorstellen, denn letztendlich macht er auch seine Test und spricht mit dir und entscheidet dann ob er ein Rezept raus gibt.

Alternativ gibt es neutrale Anlaufstellen die Kinder testen.

hDat<schiGpxu


Wenn langsames Ausziehen ein Therapiegrund wäre, müsste meine halbe Kitagruppe therapiert werden. Gibt es denn sonst wirklich keine Probleme?

Ehrlich gesagt sind die meisten 3 jährigen schmwer zu motivieren sich an- oder auszuziehen. Ich arbeite deshalb nur noch mit positiver Motivation. ("wenn du angezogen bist, darfst du noch dieses oder jenes spielen ") Das ist das Einzige, was meine Truppe dazu bringt es allein und RELATIV schnell zu tun.

SOandyExrgo


Ich bin Ergotherapeutin und würde allein von deiner Beschreibung eine Therapie nicht für notwendig erachten (muss aber ehrlicherweise sagen - dass ich bisher noch keine Kinder behandelt habe :=o ).

Es gibt viele Kids, die in diesem Alter noch nicht in der Lage sind, sich alleine an- bzw. auszuziehen. Meist, weil es motorische Probleme gibt. Das scheint ja bei euch nicht der Fall zu sein.

Ich denke, dass man Kindern in dem Alter zugestehen muss, dass es in seiner Geschwindigkeit machen darf und zwischen durch auch mal abschweifen darf - solange es wieder zurückfindet und weitermacht.

Im Vergleich zu den Größeren im KiGa ist er natürlich noch in einer anderen Entwicklungsphase und hält so wahrscheinlich den Ablauf etwas auf, was der Erzieherin nicht gefällt. Aber mit der Zeit wird er sich dann bestimmt an den größeren Kids orientieren.

Aus meiner Sicht gibt es Kinder, die Ergotherapie nötiger brauchen (ich glaube, bei uns hier in der Gegend würden sich die Praxen für solche Rezepte "bedanken" - bei den langen Wartelisten, die es gibt :-X).

Beobachtet es einfach weiter und lasst ihn erst einmal noch in der Gruppe ankommen. Und schaut, wie es sich entwickelt, wenn er dann - vermutlich ab Schuljahresbeginn, wenn die Großen weg sind und neue Kleine kommen - nicht mehr der Jüngste ist.

RNa}l2ph$_8HxH


kommt drauf an....

Wir hatten unsere Kinder im Kindergarten, dort haben auch einige Kinder Ergo bekommen, ich weiss nicht genau weswegen. Wir hatten immer den Eindruck, im Kindergarten dürfen die Kinder so sein, wie sie sind, da wird in kein Schema gepresst, kein Druck aufgebaut. Wir hatten zweitweise für den großen einen Psychologen, der war immer eine große Hilfe und genau das sollte er auch sein. Wenn der Kindergarten da fördern will, helfen will, dann würde ich dem offen gegenüber stehen.

Auf der anderen Seite muss man aufpassen, wenn eine Einrichtung möchte, dass alle Kinder nach Schema F gleich "funktionieren", und sobald etwas nicht klappt, wälzt man die Arbeit ab auf Therapeuten, dann würde ich das Spiel nicht mitmachen. Da würde ich generell die Kompetenz der Kita in Frage stellen, wenn die glauben, dass 3 jährige sich genau so schnell anziehen, wie 5 jährige.

m6on^d+kstxerne


Nun seid Ihr dran!

Man könnte es so sehen: Dein Sohn passt nicht in den Kindergarten, weil er sich zu langsam auszieht. Die Erzieherin ist der Meinung, er sollte deshalb mit Hilfe einer Ergotherapie passend gemacht werden.

Ich könnte mir auch vorstellen, er passt noch nicht in den Kindergarten, weil er in seiner Entwicklung noch nicht so weit ist. Deshalb könnte man ihn eventuell für ein Jahr zurückzustellen. Vielleicht passt es dann.

Jetzt bist Du dran!

Was hältst Du von dieser Variante?

P|ongxo


Lass dich nur nicht so kirre machen.

Hör auf deine Intuition, die hat man nämlich als Mutter, nur leben wir in einer Gesellschaft, indem jeder mittlerweile glaubt man müße für alles und jedes jemanden haben, sprich einen "Experten", der einem sagt, was man wann, wie machen soll. %-|

Sei froh, das dein Kind sich "so normal" verhält!! Ein Kind in diesem Alter darf noch träumen, darf

sich "langsam" anziehen...du liebe Zeit...wie schlimm...Kinder werden nur noch bewertet, genormt und begutachtet...dürfen nicht mehr Individuzell im Tempo in der Entwicklung sein.Ich finde das ganz schlimm...wirklich!!!

Natürlich..wenn du eine Ergotherapeutin fragst, wird die in 80% der Fälle NATÜRLICH Handlungsbedarf sehen...ist doch klar!!

Sei selbstbewußter im Umgang mit deinem Kind und lass dir nicht einreden, dass dein Kind wegen jedem Furz eine Therapie bräuchte!

Ich will damit nicht sagen, dass Therapien nicht bei einigen wenigen sinnvoll sind, aber in dieser Masse, wie heute Kinder vom Ergotherapeuten zum Psycholgen und Logopäden geschickt werden, ist bedenklich und eine gewisse Modeerscheinung.

Ich bin der Meinung, man schadet Kindern mehr mit diesem Überbewerten und ständigen Begutachten ihrer kindlichen Entwicklung.

Als ich Kind war, gabs eine Kindergärtnerin für 20 Kinder. Die hatte gesunden Menschenverstand, konnte durchgreifen wenn nötig, war aber liebevoll konsequent und aus uns allen sind patente Mitglieder der Gesellschaft geworden.

Da wurde auch nicht jede Bewegung und jedes Verhalten bewertet und gleich als "behandlungsbedürftig" eingestuft. Nein. Die Kindergärtnerin hat jedes Kind in seiner Art angenommen wie es war und dann halt eben etwas mehr Zeit zum Beispiel fürs Anziehen gelassen.

Alleine DAS als Grund für eine Therapie zu nehmen, das finde ich gelinde gesagt...echt unglaublich!! Dieser "Erzieherin" (so heisst das ja heute %-| ) würde ich aber mal ganz klar sagen, was ich von ihrem Vorschlag halte und mich auf meinen mütterlichen Instinkt verlassen!!!

Viele Grüße

Pongo *:)

Kglzei.n4eHexe2x1


Er war doch vorher in der Krippe. Hast du mal Kontakt mit den Erzieherinnen dort aufgenommen und das Gespäch gesucht? Hast du da mal gefragt, ob es ihrer Meinung nach Therapiebedarf gibt?

Geht es wirklich allein um das Anziehen? Die Ergotherapeutin hat deinen Sohn doch sicher nicht nur beim Anziehen beobachtet?

Upniyrdisxch


Danke Euch allen (ausgenommen mond+sterne) für die konstruktiven Antworten und Denkansätze!

Mir geht es übrigens nicht darum, nur zu hören, dass mein Sohn keinesfalls therapiebedürftig ist, sondern auch um andere Meinungen. Darum finde ich auch den Gedanken von KleineHexe21 gut, mal nachzufragen, ob außer gelegentlicher Verträumtheit und langsamen Ausziehen noch andere Sachen auffallen.

Was noch hinzuzufügen ist, ist dass ich seit einiger Zeit alleinerziehend bin. Das heißt, meine Familie, die mich unterstützt, und ich selbst "betüddeln" den Kleinen möglicherweise auch etwas mehr.

tKiffIy0+0x7


Leider sollen heutzutage alle gleich nach einer Norm funktionieren. Aber jedes Kind ist anderst. ...das wir leider oft vergessen. Ich würde das Gespräch mit der Kindergärtnerin nochmals suchen und dann entscheiden. Man sagt immer man sollte das tun was auch dein Mutterherz dir sagt...ist auch so....wenn es nur das träumerische ist das er ab und zu an den Tag legt....würde ich noch etwas warten und dann nochmals eine Meinung einholen.

Ständig werden die Kids irgendwelchen bestimmten Anforderungen ausgesetzt. ..kommt noch früh genug mit der Schule.

tnikff/y007


Und ja....denk ich auch ...deshalb sind die Praxen auch totalüberfüllt

KpleineNHeuxex21


Ich glaube nicht, dass wir dir hier so viele Tips geben können. Dass du gerne andere Meinungen willst, verstehe ich. Aber da sind wir vermutlich nicht die richtigen Anprechpartner weil wir einfach nur das wissen, was du uns erzählen kannst. Deshalb würde ich mir die weiteren Meinungen wirklich in der Krippe und bei einem weiteren, ausführlicherem Gespräch mit den Erzieherinnen und der Ergotherapeutin einholen. Mit diesen Infos wiederum kannst du dann beim Kinderarzt aufschlagen.

Zum Thema "er ist da der jüngste". Das tut hier meiner Meinung nach nichts zur Sache. Bei einer gemischten Gruppe ist dein Sohn vermutlich nicht der erste 3jährige, den die Erzieherinnen haben. Die wissen im Normalfall schon ganz gut, was Kinder in dem Alter so können.

Außerdem gibt es da Leitlinien, nach denen sich die Erzieherinnen richten. Und die sind in Altersstufen unterteilt.

t1if;fyA00x7


@ ** KleineHexe21

Ja .genau...die Kinder müssen einer bestimmten Norm entsprechen.

KjlexinueHexe2x1


Ich meinte das eigentlich anders. Die Anforderungen an die älteren Kinder sind anders als die an die jüngeren. Ich kann das mit der "Norm entsprechen" wirklich nicht bestätigen. Sowas habe zumindest ich jetzt in den ganzen Jahren, in denen ich Kinder in Krippen und Kindergarten habe, nie erlebt.

Aber vielleicht sind die Erzieherinnen der TE da auch etwas zu eingefahren. Das lässt sich aber leicht heraus finden, indem sich die TE mit Eltern unterhält, deren Kinder schon länger in der Einrichtung sind. Oder solchen, die es mal waren.

mtond+sdternxe


Mir geht es übrigens nicht darum, nur zu hören, dass mein Sohn keinesfalls therapiebedürftig ist, sondern auch um andere Meinungen.

Ah ja, ok, da habe ich Dich wohl missverstanden. Ich dachte, ich käme Dir entgegen, wenn ich andere Möglichkeiten in Erwägung ziehe.

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