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Ritalin bei eigentlich entspanntem Ads Kind?

EFhemaliYger NutKzer (#498x327)


Wer braucht schon Fakten, wenn man eine Meinung hat? %-|

clrie0charxlie


Wie konnte er sich so gut auf den IQ-Test konzentrieren, dass er den mit einem IQ von 150 abschloss?

Wir wissen nichts über den Testverlauf;

kann auch sein, dass er noch besser gewesen wäre, aber der Wert für Verarbeitungsgeschwindigkeit (bei einem sog. HAWIK-Test), der bei einem ADSler im Vergleich zu den anderen Werten deutlich niedriger ist (diese Diskrepanz bietet einen quantitativ zu erfassen und zu lesenden Hinweis auf ADS) und das drückt den Quotient insgesamt. Insofern hat er sich vielleicht gar nicht "gut" konzentriert, ist aber insgesamt so clever, dass er trotzdem auf 150 kommt.

c5riebchar[lie


Egal,

ob ADS oder nicht, ein Kind in dem Bereich braucht in einer Regelschule Hilfe, sowohl mit als auch von den Lehrkräften. Das mit den Freunden wird (leider) in der Schule in seiner Altersstufe wohl nichts werden; die meisten Eltern solcher Kinder bauen außerhalb der Schule Netzwerke auf, daraus entstehen dann echte Freundschaften und die Schule wird diesbezüglich nicht mehr zum Versorger Nummer 1. Die Kinder und Eltern lernen, diese nebenher laufen zu lassen und sich die Freunde und intellektuellen Anregungen außerhalb der Schulzeit zu holen. Eine normale Regelschule schafft diese Form der Inklusion tendenziell nicht- genauso wenig wie die Inklusion von Kindern am anderen Ende der IQ-Skala. Und das sollte man ihr auch gar nicht erst erwarten, dann erspart man sich viel Ärger und Enttäuschungen.

sLensiKbel|mann,9x9


Ich hatte den Link eines Neurologen (Prof. Dr. Hüther) nicht umsonst gepostet. Was Unsinn ist und was nicht dürfte gerade im Fall von ADS sehr umstritten sein.

ADS Kinder bräuchten Spezialbetreuung.

Könntest du das bitte näher und detaillierter erläutern?

Ich glaube nicht, dass die normale staatliche Regelschule den Ansprüchen von ADS-Kindern ausreichend gerecht werden kann. Erst recht nicht mit abenteuerlichen Inklusionsversuchen. Klassen mit ADS oder ADHS-Kindern bedürften neben dem üblichen Lehrer einer weiteren Person, die sich dem speziellen Verhalten der ADS/ADHS-Kinder annehmen kann.

aber es ist auf jeden Fall eine organische Erkrankung.

Wissenschaftlich gesehen ist das höchst umstritten. Es ist schon umstritten, ob es sich überhaupt um eine Erkrankung handelt.

von dem Du nur als Zuschauer mit DDR-Erziehung und schon längst erwachsenen Kindern was weißt.

Ich weiß mehr als du ahnst.

dQadnae8x7


Könntet ihr vielleicht eine Ritalin/AD(H)S Grundsatzdebatte woanders führen?

Hier geht es um ein konkretes Kind. Dies Kind ist in Behandlung und spricht wohl ganz gut auf die Ergotherapie an. Weil Medikamente für mich immer die allerletzte Alternative sind, würde ich auch hier erstmal andere Wege suchen. Schule wechseln, mit der Ergo über Deutsch sprechen, in Bezug auf Schreibübungen und soweiter, Netzwerke für sehr intelligente Kinder kontaktieren und da versuchen Kontakte aufzubauen. Wenn das alles nichts nützt und das Kind leidet, kann man Medikamente ja noch immer angehen.

Wbaterxli2


Also bei einem Kind mit IQ 150, dass gemobbt wird, würd ich mich über Ausraster nicht wundern...

Menschen haben auch ne Belastungsgrenze: das ist bei ihm dauernde Unterforderung und Mobbing. Und das als Kind. Wer würde da nicht ausrasten, selbst als Erwachsener? Und was außer ausrasten soll man bei Mobbing eigentlich machen? Ignorieren bringt ja nix, wird er mit seinem IQ sicherlich schon längst geschnallt haben.

Für mich klingt das nach einer Hochbegabung und die bringt eben in der Regel solche Probleme mit sich. Wenn ein Kind sich langweilt, kann es nicht anders, als ausflippen. Das ist einfach entwicklungsbedingt nicht möglich, da die Impulskontrolle nur eingeschränkt vorhanden ist. Alle Kinder rasten bei Langeweile aus, nur dass ein Kind mit dem IQ sich vermutlich sogar langweilt, wenn eigentlich alles normal läuft außenrum...

Zdydxa


Das Kind soll Ritalin bekommen und nicht eine Maximaldosis Haldol oder ähnliches. Von "Zombie" und "Persönlichkeitsveränderung" kann in dem Sinne da ja keine Rede sein.

Das sind keine Benzodiazepine oder Neuroleptika die in entsprechender Dosis wirklich komplett "dämpfen" können psychisch wie physisch.

Wenn er in dem Alter hinsichtlich seiner Reflexionsfähigkeit als auch in Bezug auf sein Sprachverständnis so weit ist wie es hier scheint, sollte er ja in der Lage sein, zu verstehen , was das Medikament bewirken soll.

Ein gewisser Leidensdruck scheint ja auch durchaus vorhanden zu sein...also warum fragt man ihn eigentlich nicht -einmal ganz prinzipiell- was er davon hält und ob er es versuchen möchte ?

Natürlich mit der Option die Medikamente wieder abzusetzen, wenn die Wirkung nicht eintritt oder Nebenwirkungen auftreten die die negativen Aspekte vorrangig machen ?

Ich bin nicht dafür Kinder leichtsinnig auf eine zweifelhafte Diagnose hin mit jeglichen Medikamenten zu bewerfen, vor allem nicht wenn Psychotherapie, Ergotherapie o.ä. noch nicht einmal versucht wurden, aber was das angeht scheint da ja bereits ein Netzwerk zu bestehen.

Wenigstens sollte man ihm die Möglichkeit einräumen es zu versuchen, wenn er das denn selbst möglicherweise selbst unbedingt möchte.

SAhe?ilaxgh


Das Kind soll Ritalin bekommen und nicht eine Maximaldosis Haldol oder ähnliches. Von "Zombie" und "Persönlichkeitsveränderung" kann in dem Sinne da ja keine Rede sein.

Oh, doch!

Das habe ich leider zig mal in der (Schul-) Praxis erleben müssen. Besonders dann auch Kinder, die Jahre lang Ritalin genommen haben und nicht mehr in der Lage sind ohne zu funktionieren, entzügig sind nach dem Absetzen (sind ähnliche Mechanismen wie bei Kokain), beziehungsweise ihre eigene körperliche und geistige Abhängigkeit als sehr belastend empfinden.

Und Eltern, die die Medikamentengabe Jahre später bitter bereuen.

Ich schließe mich sensibelman an.

ADHS ist keine Krankheit.

Vielmehr haben wir übergewichtige, mediensüchtige, bewegungsverarmte Kinder welche Zivilisationskrank sind.

S`un3flo]wer_x73


Grundsätzlich ist die Medikamenteneinnahme anfangs ein Experiment. Um zu schauen, was es bringt - und wie es sich mit Nebenwirkungen verhält. Und dann sieht man weiter. Es gibt Modelle, wo die Medikamente konstant genommen werde. Modelle, wo nur der Schulbesuch abgedeckt wird. Modelle, wo man bspw. in den Ferien aussetzt.

Ziel ist immer so wenig wie möglich und so viel wie nötig - und den Weg muss man finden. Ritalin bei ADS-Kindern muss man immer vorsichtiger ausprobieren als bei den ADHS-Kindern.

Was spricht gegen probieren?

Ja, das Medikament ist nicht ohne und kann Nebenwirkungen haben. Es gibt aber auch die andere Seite der Medaille: Wo die Symptome (und der Kleine scheint ja zu leiden und zu reflektieren, dass er nicht anders KANN!) zum Problem werden können, Folgestörungen auslösen (hier schon ein kleiner unglücklicher Junge, der weiß, was er nicht darf, aber sich selber hilflos ausgeliefert ist. Schon mal drüber nachgedacht, wa das mit ihm macht?). Und irgendwann ggf. das Risiko der Selbstmedikation mit Drogen etc. (gerade bei ADS-Jungen nicht selten).

Seht es bitte mal differenziert. Das Medikament ist erprobt, man kennt die Risiken. Und andererseits sitzt da ein kleiner Kerl, der unter sich leidet. Der so tolle Erfolge erzielt hat mit der Ergotherapie, d.h. da wurde nicht von Anfang an leichtfertig mit Medikamenten "ruhiggestellt" under der bequeme Weg des "sonst nichts Tuns" gegangen. Sondern er wird aktiv behandelt - mit Erfolg. Aber in einem Bereich bleibt der Erfolg ihm verwehrt, trotz aller Bemühungen. Was, wenn genau DA die Grenze erreicht ist? Was, wenn man verhindern sollte, dass er diese Restprobleme als persönliches Versagen empfindet? Was, wenn das Medikament hier einen Durchbruch bringt und es für ihn so viel leichter und schöner macht? Warum soll er sich abmühen, wenn es an dem Punkt ohne Medikamente ggf. nicht anders wird? Soll er weiter unter den Ausrastern leiden?

Vielleicht mal diese Perspektive wirken lassen. Das Kind scheint gut behandelt zu werden (langjährige Ergo, bislang kein Ritalin). Da macht es sich niemand leicht - aber vielleicht braucht er ein bisschen mehr an Hilfe als bislang.

mxiri2x2


Ich stimme Sunflower 73 voll zu!

Als Mutter eines Sohnes mit ADHS, die lange nach Wegen gesucht hat, ihm die Medikation zu ersparen, letztlich genau das aber der richtige Weg war, macht es mich traurig zu lesen, wie man immer wieder an den Pranger gestellt wird.

Rückblickend, mein Sohn ist mittlerweile erwachsen und kommt ohne das Medikament aus, kann ich nur sagen, es war die richtige Entscheidung. Ich kann auch sagen, dass er trotz Medikament immer er selbst geblieben ist, sein Wesen sich nicht verändert hat. Es hat ihm aber geholfen, sich besser zu strukturieren, auf vieles besser einzulassen und damit auch geholfen, in die Klassengemeinschaft integriert zu werden.

sdensiAbelmamnn9x9


An den Antworten betroffener Mütter bestätigen sich einmal mehr die Aussagen von diesem Wissenschaftler:

Ich empfehle [[https://www.youtube.com/watch?v=rBh6Mya6sOk das hier]].

S&unfl+owePr_7x3


@ sensibelman:

ADHS ist also keine Störung. fein. Dann erkläre das mal den Kindern und Jugendlichen, die sich lieber umbringen wollen als so weiter zu leben... :(v

(Ja, AD(H)S ist zu einer Modediagnose geworden; die Diagnostik lässt oft zu wünschen übrig und man presst Kinder z.T. schon zu schnell in ein Raster, wie sie zu sein haben. ABER: Es gibt dieses Krankheitsbild und Kinder, die wirklich leiden, Mit vernünftigen Eltern, die sich alles zu Herzen nehmen, alles probieren und bei denen nichts zu kritisieren ist.)

Svunfl.ower:_73


Früher gab es auch keine Legasthenie und Dyskalkulie. Da galten die Kinder einfach als dumm...!

R#oJge`rRaxbbit


Sensibelmann99, hast du auch noch eine andere Quelle als diesen unsäglichen Hüther?

mnirix22


@ sunflower_73

:)^

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