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Kind nässt mit 7 Jahren Tagsüber noch ein

I`ndaxy


Und das ist der Grund dafür, jahrelang untätig dem Kind beim Einnässen zuzusehen?

Und weil der nächste Zahnarzt mit dem Bus schwer zu erreichen ist, lässt man halt die Zähne nicht kontrollieren oder wie?

Ein Leben auf dem Dorf ist doch keine Rechtfertigung dafür, dem Kind keine adäquate ärztliche Hilfe zukommen zu lassen?

Und wo liegt der Sinn darin, der TE Vorwürfe zu machen?

Dem Kind muss geholfen werden und sie ist dabei etwas zu unternehmen und fragt nach weiteren Tipps. Kann man sich dann nicht einfach darauf beschränken, Dinge zu posten, die helfen, das Problem zu lösen?

aOkaf


@ Inday

:)^

@ TE

Ich hoffe, Du liest noch mit!

Du hattest nach konkreten Tipps gefragt, um die Zeit bis zum Arzttermin zu überstehen. Windeln wurden oft genannt, sind wegen Schulsport aber m.E. nicht praktikabel. In den Drogerien gint es inzwischen aber eine große Auswahl an Inkontinenzeinlagen. FALLS Deine Tochter einverstanden ist so etwas zu tragen, würde ich das als erste Maßnahme machen.

Geht sie auf die Toilette, wenn man sie erinnert bzw. bittet? Falls sie da kooperativ ist (meine Tochter hat sich zeitweise komplett verweigert): Es gibt hübsche bunte Armbanduhren mit Vibrationsalarm, man kann je nach Modell ca 8 Zeiten programmieren. Dadurch, dass es vibriert und nicht piept, ist das sehr diskret. (Firma z.B. WobL, erhältlich auch bei Ama...) Wir haben nach Rücksprache mit der Lehrerin die Zeiten so gewählt, dass sie IM Unterricht zur Toilette gehen konnte. In den Pausen haben die Kinder oft "so viel wichtiges zu tun", dass der Toilettengang da hinten runterfällt. Zusätzlich gab es die Ansage, dass sie bei JEDEM Toilettengang kontrolliert, ob etwas nass ist. Im Gang bei der Jacke hing ein Beutel mit Wechselsachen für sie, so dass sie sich bei Bedarf selbst umziehen konnte. Das gab ihr selbst so ein Stück Kontrolle über die Situation und war recht unauffällig, die anderen haben oft gar nicht bemerkt, dass sie nass war.

Nächste Maßnahme, die der Arzt euch wahrscheinlich empfehlen wird: Das Kind soll genug trinken, ca 1,5l am Tag. Klingt erstmal absurd, aber bei zu wenig Flüssigkeit dehnt sich die Blase nie richtig und kann daher zu klein sein. Außerdem greift der konzentrierte Urin die Blasenwände an, wodurch sich das Problem oft weiter verstärkt.

Vor dem Arztbesuch solltet ihr über 2 Tage ein "Miktionsprotokoll" führen. D.h. Jedes Trinken und Urinieren mit Menge und Uhrzeit protokollieren. Ich hoffe sehr, das wurde Dir bei der Terminvereinbarung gesagt! Vordrucke dafür findest Du auch online. Das geht am Besten am Wochenende, wenn man komplett zu Hause ist. Unterwegs ist das Urin-abmessen unpraktisch. Ein solches Protokoll ist unabdingbare Voraussetzung für eine sinnvolle Diagnose. Wenn ihr das nicht zum Arzt mitbringt, müsst ihr vermutlich zu einem weiteren Termin hin.

Zu nachts: Weckst Du sie JEDE Nacht, damit sie zur Toilette geht? Das sollte man nämlich nicht tun. Der ungestörte Schlaf ist sehr wichtig für die Entwicklung! Wenn sie tatsächlich nachts immer pieseln muss und nicht von selbst aufwacht, zieh ihr bitte nachts Höschenwindeln an und lass sie in Ruhe schlafen. Falls sie doch wach wird, kann sie die Höschenwindel bei der Toilette ja runterziehen.

Ganz wichtig: Schäm Dich nicht! Trocken werden ist nichts, was man einem Kind beibringen kann. Das ist ein Entwicklungsschritt, den die meisten Kinder irgendwann von selbst durchlaufen - mit Unterstützung der Eltern, aber aus eigener Kraft. Bei einigen wenigen Kindern klappt dieser Entwicklungsschritt nicht, und das ist weder die Schuld des Kindes, das "nicht will", noch der Eltern, die "etwas falsch gemacht" haben. Dein Kind kann es einfach nicht. Ganz ohne, dass jemand Schuld hat oder etwas falsch gemacht hat.

Der Arzt wird hoffentlich herausfinden können, an welcher Stelle das Problem liegt. Die Ursache können körperliche Fehlbildungen sein, die z.B. im Ultraschall feststellbar sind (manchmal braucht man auch weitere Untersuchungen, aber das würde ich gut abwägen). Es wird hoffentlich auch ein "Uroflow" gemacht, und außerdem natürlich das Protokoll ausgewertet. Bei meiner Tochter wurde eine "hyperaktive Blase" diagnostiziert. Sie nimmt nun ein Medikament zum Entspannen des Blasenmuskels und trinkt extra viel, um die Blasenkapazität zu erhöhen. Schon 2 Wochen nach Einnahmebeginn war eine deutliche Besserung zu verzeichnen.

Es gibt von der Firma Apogepha online eine Infobroschüre zur kindlichen Harninkontinenz. Ist etwas Produktwerbung, aber auch informativ. Die deutsche Kontinenzgesellschaft hat auch Infomaterial.

Zu guter Letzt: Lass Dich hier nicht verrückt machen! Psychische Ursachen sind extrem unwahrscheinlich beim tagsüber Einnässen, zumal sie ja (wie meine Tochter) noch nie richtig trocken war. Und dass sie wegen der unschönen Situationen, in die sie durch ihr Problem kam, zwingend therapiebedürftig wird, ist auch Unfug. In halbwegs funktionierenden Familien kann man sowas auffangen ohne dass man gleich einen Experten benötigt. (Trotzdem sollte man hellhörig sein, um Bedarf ggf. rechtzeitig zu erkennen und externe Hilfe in Anspruch zu nehmen)

So, das war lang. Ich hoffe, ich hab mir die Mühe nicht umsonst gemacht. Alles Gute für Deine Tochter!

G&ro4ttixg


@ akaf

Ich bin zwar nicht die Te, bedanke mich aber trotzdem für deinen Beitrag.

Ansonsten finde ich auch, die ganzen Vorwürfe an die Te müssen nicht sein. Ich habe z.B. auch 4 Jahre in einer Patient/Arzt Beziehung gesteckt, die mir im Nach hinein nicht gut getan hat. Aber das durchschaut man halt auch nicht immer gleich. Mag für einige unvorstellbar sein, ist aber so.

Die Te hat sich halt an das gehalten, was der Kinderarzt gesagt hat. Die Vorwürfe sollte man eher ihm machen.

@ TE

Deiner Kleinen alles gute.

Alias 743869


Danke akaf für den langen und informativen Beitrag :)^

Dass man ein Miktionsprotokoll vorher erstellen soll, wurde mir nicht mitgeteilt, deswegen auch danke dafür.

Die vibrierende Uhr, als auch die Wechselsachen hat sie, die Wechselsachen befinden sich in ihrem Fall bei der Betreuung, nur mit der Uhr kamen wir leider nicht weiter, da sie, wenn sie mal nichts musste die Uhr ignorierte oder auf Klo lief, nichts machte und wieder zurücklief, ganz nach dem Motto "Jetzt nicht, später" was dann eben in die Hose ging.

Die Idee mit den Einlagen hatte ich ebenfalls und haben wir eben besorgt, hat sie versucht und findet sie super "Fühlt sich an wie ein Kissen ;-D " Auch hat sie unauffällig in eine kleine Dose nochmal welche zum wechseln in die Schultasche bekommen.

Und das mit den zwei Litern Trinkmenge um die Blase zu vergrößern, ist mir auch neu aber werden wir versuchen, auch dafür ein dankeschön.

Allgemein bedanke ich mich für die hilfreichen Beiträge, die haben mir jetzt doch etwas Hoffnung gegeben, also dankeschön @:)

h8erzenKs,guteU69


unser jüngster hatte das auch und durch zufall kam im Krankenhaus ( lag wegen nierenstau drin) eine fehlbildung der blase raus. due blase wurde durch einen knick nie ganz leer und wenn die blase cvoll war merkte er das nicht u die blase lief einfach über u er nässte ein. zu hause habe ich ihn eben regelmäßig zur toilette geschickt ... das ging ganz gut, aber draußen beim spielen oder in der schule gab es probleme. er bekam medikamente u in der nacht weckte ich ihn, damit er zur toilette geht. in der schule durfte er auch im unterricht ohne fragen leise aufstehen u auf toilette, in jeder pause ging er. zuerst wurde über eine op nachgedacht, aber der arzt sagte im wachstum kann sich da noch was ändern. es wurde besser ( dauerte aber ) mit als er 10 war war es komplett weg.

der urologe ist genau der richtige und am besten sofort. alles gute @:)

h@erzepnsgute.69


Weckst Du sie JEDE Nacht, damit sie zur Toilette geht? Das sollte man nämlich nicht tun. Der ungestörte Schlaf ist sehr wichtig für die Entwicklung! Wenn sie tatsächlich nachts immer pieseln muss und nicht von selbst aufwacht, zieh ihr bitte nachts Höschenwindeln an und lass sie in Ruhe schlafen. Falls sie doch wach wird, kann sie die Höschenwindel bei der Toilette ja runterziehen.

das wußte ich damals noch nicht, sonst hätt ich ihn lieber schlafen lassen ... allerdings wollte er auch keine windeln oder einlagen.

aekaf


@ Herzensgute

Da habt ihr ja auch was hinter euch. Gut, dass sich das dann verwachsen hat.

Fürs nächtliche Einnässen ist häufig dieser Hormonmangel verantwortlich, da kann man dann versuchen, dieses Hormon über Tabletten zuzuführen. Unsere Tochter hat das zusätzlich zur Tagsproblematik, die jetzt mit Medikament ja unter Kontrolle ist. Bei ihr kam es unter den "Nachttabletten" zu gehäuften Blasenentzündungen, warum auch immer. Die haben wir deshalb abgesetzt, sie hat mit 8 Jahren noch jede Nacht eine prallvolle Windel. Wir hoffen nun, dass es mit der Pubertät besser wird.

@ TE

Na, da habt ihr ja auch schon einiges probiert. Bei uns war es mit der Uhr auch sehr wechselhaft, gab immer wieder lange Phasen, wo sie das ignoriert hat. Aber prima, dass sie die Einlagen mag! Zum Trinken: 2 l ist arg viel, wenn sie es auf 1,5 bringt ist das schon toll. Uns wurde noch geraten, dass der größte Teil bis 17 Uhr getrunken werden sollte, damit es nachts nicht noch mehr Probleme gibt. Sie hat dann eine schöne große Flasche für die Schule bekommen, die sie auch fast immer schafft. Dann zu Hause noch 250 ml morgens, mittags und nachmittags, und schon hat sie es fast geschafft.

Alias 743869


@ akaf

Ja das mit den zwei Litern ist mir nach Absenden auch aufgefallen, dass das ein Fehler von mir war :=o

Dass man nur bis zum späten Nachmittag noch trinken darf, das wusste ich und bisher hat sie täglich etwa einen liter getrunken, was wir nun etwas anheben werden.

Da eure Knöpfe ebenfalls noch in der Schule eingenässt haben, mal die Frage, wie lief es bei ihnen in der Schule? Wie waren die Klassenkameraden zu ihnen? Und wie war es nachdem sie trocken waren?

a/kaxf


Meine Tochter hatte da zum Glück friedliche Klassenkameraden. Sie hat uns zumindest nie erzählt, dass es deshalb Probleme mit anderen Kindern gab. Sie ist die Jüngste in der Klasse und hat nur eine richtig gute und 1-2 oberflächliche Freundinnen, das liegt aber eher daran, dass sie insgesamt noch nicht so weit ist wie die anderen.

Mit der Lehrerin hatten wir schon vor der Einschulung das Gespräch gesucht, und sie war total nett. Nicht im Traum hätte hier jemand das Kind öffentlich gedemütigt.

Insgesamt ist die Maus natürlich viel entspannter, seitdem sie trocken ist. Das war ja immer und überall, auch zu Hause, ein omnipräsentes und unangenehmes Thema...

hHer5zenisgutxe69


Bei ihr kam es unter den "Nachttabletten" zu gehäuften Blasenentzündungen, warum auch immer.

vieleicht bleibt bei ihr auch ein rest urin in der blase ... da bilden sich schnell bakterien u dann kommt es zu blasenentzündungen ... so wurde uns das erklärt u unser sohn bekam zu den tabletten noch antibiotika und das ffür längere zeit ... er musste allerdings immer wieder für einige tage zur kontrolle ins krankenhaus. vieleicht hilft euch das weiter.

_,Surfexrin


Es gibt auch Klebeeinlagen für Kinder (so wie Tena für Frauen) für die Unterhose.

Das reicht bei einer "vollen Ladung" nicht.

Inkontinenzslip oder dicke Einlagen sind besser.

Mich interessiert wirklich mal, was da die Ursache ist, da von dem Kind selbst dazu ja kaum Infos kommen.

Wenn das Kind älter und älter wird, wird es sich allem ja auch bewußter, dann wird das Problem sich eh lösen oder zumindest besteht dann vom Kind aus noch mehr der Wunsch, dass die Sache geregelt werden kann.

Als Maximalbeispiel: mit 20 Jahren wird das Kind mehr so dasitzen und sagen...weiß auch nicht...ist so... ;-)

Will damit nur sagen: das Problem wird sich auf jeden Fall lösen oder zumindest eine Änderung erfahren.

_zSvubrferixn


Tippfehlerkorrektur:

-das Kind NICHT mehr so dasitzen- mußte es heißen. |-o

a$kaxf


@ Surferin

Ohne Arzt wird sich bei körperlicher Ursache (von der ich ausgehe) auch auf lange Sicht eher nichts ändern. Da hilft es eben nicht, dass es dem Kind bewusster wird. Es KANN es eben wirklich nicht. Mögliche Ursachen habe ich schon weiter oben genannt, und wenn die behoben werden, wird es besser werden.

@ Herzensgute

Im US war bisher nie Restharn nachweisbar, aber danke für den Hinweis. Werden wir im Auge behalten. Langzeitantibiotikum haben wir auch hinter uns, seit jetzt 8 Wochen abgesetzt und bisher kein Rückfall, zum Glück. Dafür steckt sie grade in einer kompletten Darmsanierung, weil sie anfangs BreitbandAB bekam, was ihr die komplette Darmflora zerschossen hat. Außerdem Vit D ( nachgewiesener Mangel) und div. ätherische Öle als Sitzbad... sie macht alles tapfermit, und wenn das Immunsystem dann irgendwann wieder fit ist, ist sie hoffentlich weniger anfällig.

Das nächtliche Einnässen liegt auch in der Familie, bei meiner Nichte wurde es mit 14 (!) besser.

hfeVrzensLgute6x9


akaf

.. da macht die kleine ja schon jede menge durch ... tapferes mädchen ... ich hoffe es wird alles schnell besser :)* :)* @:)

R5ogerRaxbbit


Da setzen sich zig User ernsthaft mit dem Problem auseinander und dann verlässt die Themenstarterin die Diskussion, weil es hier unter anderem auch berechtigte Kritik gibt... Armselig...

Ich kann das gut verstehen. Sie wollte den Faden ja auch nicht wegen Personen verlassen, die sich lösungsorientiert mit ihrem Problem auseinandergesetzt haben. Für mich hat sich beim Lesen des Eingangsbeitrags sofort das Bild einer kleinen Familie mit einem sehr großen Leidensdruck ergeben, die mir sehr leid tut. Aus diesem Grund finde ich eher den ein oder anderen Kommentar "armselig", denn Kritik ist sie offenbar schon zur Genüge ausgesetzt; irgendwann hält man es eben nicht mehr aus.

Und apropos Kritik: ich finde es überhaupt nicht in Ordnung, wie deine Tochter in der Schule behandelt wird. Es ehrt dich, dass du versuchst, für alle Seiten Verständnis aufzubringen, aber meiner Meinung nach musst du das in diesem Fall nicht. Natürlich ist es unangenehm für die betroffenen Personen, wenn ein Malheur passiert und sie sich darum kümmern müssen. Aber mein Gott, die meisten Berufe halten wohl immer mal wieder unangenehme Situationen für einen bereit. Es ist aber die Aufgabe der Erwachsenen, das Kind zu schützen und nicht noch Demütigungen, die es durch Mitschüler erfährt und die wohl erst einmal schwer zu verhindern sind, noch zu füttern. Offenbar können sie es nicht sehen als das, was es ist - ein gesundheitlich Problem, egal, ob nun psychisch, physisch oder beides. Das würde ich, wenn du kannst, in der Schule noch einmal ganz deutlich machen, das geht so nicht. Alles Gute @:) .

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