» »

4 Jahre Therapie und dennoch starke Krankheitsängste

S andmrinxa81 hat die Diskussion gestartet


Hallo

Ich habe schon ein paar Mal über meine Krankheitsängste einen Thread eröffnet.

Ich habe mittlerweile 3 Jahre Gesprächstherapie und nun 1 Jahr Verhaltenstherapie hinter mir. Begründet sei meine Angst durch den Suizid meines Vaters in der Kindheit. Aber ich hatte schon davor starke Verlustängste.

Die sind bis heute geblieben und gehen nicht weg. Auch die Krankheitsängste die im Teenageralter angefangen haben sind bis heute (bin 36) geblieben.

Aktuell ist es - wie so bei vielen - die Angst vor ALS. Unser Nachbar ist mit 43 an der bulbären Form erkrankt und 3 Jahre später gestorben. Ich habe ihn ab und zu gesehen und so sein Verfall miterlebt.

Bei mir zuckt es zwar nicht wirklich, aber ich habe vor ein paar Tagen eine Delle in der Zunge entdeckt, die vorher ganz bestimmt noch nicht da war. Habe nun im Internet war nur herausgefunden, dass die Zungenatrophie an den Seiten beginnt und bei mir ist die Delle vorne in der Mitte. Trotzdem ist meine Angst natürlich wieder gross. Ich kontrolliere sie nun mehrmals täglich und habe sogar Angst vor dem Sprechen, ob ich überhaupt noch normal rede oder plötzlich zu lallen anfange (so hat es beim Nachbarn angefangen).

Mit meiner Therapeutin habe ich natürlich darüber geredet. Aber ich schaff es einfach nicht. Und ich bin manchmal wirklich entmutigt, dass nach so langer Therapiezeit immer noch die gleichen Ängste und Gefühle hochkommen.

Wem ging es gleich und hat es geschafft?

Ich kann einfach langsam nicht mehr. Habe ja auch Familie und Kinder und versuche ein normales Leben zu führen. Medikamente (Cipralex) nehme ich seit 4 Jahren, vorallem auch wegen der Depression die ich vor 4 Jahren hatte. Depressionen sind stark in unserer Familie vertreten, mein Vater hatte sie auch und sich deshalb das Leben genommen.

Weiss einfach nicht mehr weiter :-( Möchte doch einfach mal ein angstfreies Leben führen.

Antworten
Skan0drinxa81


Niemand einrn Tipp?

LFucPi32


Schwierig. Auch mit Therapie wird es vermutlich nicht komplett verschwindet.

Tipp wäre weniger Selbstbeobachtung.

S2andrFinax81


Danke Lucie. Leider funktioniert das nicht. Versuche mich abzulenken, aber die Gedanken sind einfach so stark. Habe ja zb auch immer phasenweise Angst vor einem Hirntumor. Das wechselt sich immer wieder ab.

Dann bin ich vielleicht wirklich ein hoffnungsloser Fall. :-(

aV-psy=cho


Hallo,

ich lebe jetzt schon 16 jahre mit Angst - und Panikattacken. Nehme Escitalopram, und bin gerade am Ende der 2. Verhaltenstherapie.

Wobei ich sagen muss, seit dem Escitalopram und der 2. Therapie geht es mir wesentlich besser. Es gibt zwar immer

noch Momente, Situationen die ich meide - aber es wird....

Also: Kopf hoch, weiter machen !!

S9andor%inax81


Hallo a-psycho

Danke für deine Erfahrung. Leider habe ich bis jetzt niemand getroffen, der auch so "therapie-resistent" ist wie ich. Macht mir ziemlich zu schaffen.

Ich bin zwar nicht suizid gefährdet, aber manchmal wünschte ich mir schon, dass ich am nächsten Morgen nicht mehr aufwachen würde. Es ist so zermürbend, jede Woche Therapie und einfach kein Vorwärtskommen.

Calai2rMatyixn


Hallo Sandrina,

was Ängste angeht, bin ich auf einem guten Weg. Ich mache Hypnosetherapie. Damit habe ich schon ganz viel gelöst, besonders die Ängste aus der Baby- und Kinderzeit.

In dem Faden "Emetophobie - keine Lebensfreude mehr" habe ich Methoden bei Angst vorgeschlagen, auf der zweiten Seite noch eine detailliertere Beschreibung. Ich will das jetzt nicht alles noch einmal schreiben:

[[http://www.med1.de/Forum/Magen.Darm/742464/]]

Die Art der Angst ist egal. Vielleicht ist ja etwas für Dich dabei.

Aus meiner Erfahrung erreicht man mit Gesprächs- und Verhaltenstherapie nur die Oberfläche. Mit den genannten Methoden kommst Du auf eine andere Ebene, auf der Du konkret alte Probleme lösen kannst.

HranScxa


Medikamente (Cipralex) nehme ich seit 4 Jahren, vorallem auch wegen der Depression die ich vor 4 Jahren hatte.

Sandrina, ist das Medikament noch nötig? Als häufige Nebenwirkungen werden Angststörungen angegeben:

Häufige Nebenwirkungen:

Schlafstörungen, allgemeines Erschöpftsein, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisstörungen, Angststörungen, Aufgeregtheit, Nervosität, Müdigkeit, vermehrtes Gähnen, verändertes Traumerleben, Verwirrtheit, Appetitveränderung, Gewichtsveränderung, Teilnahmslosigkeit, Selbstmordneigung, Empfindungsstörungen,.....

[[http://www.onmeda.de/Medikament/Cipralex+10mg%7C+-20mg+Filmtabletten--nebenwirkungen+wechselwirkungen.html]]

Ich würde darüber mal mit dem Arzt sprechen, der das Medikament verschreibt.

Den Beitrag von ClairMatin kann ich nur unterstreichen.

Gesprächs- und Verhaltenstherapie können nur begrenzt helfen.

Eine Hypnosetherapie kommt an die Gefühle heran.

Würde es dir eigentlich helfen, wenn du mit dem Tod deinen Frieden schließen würdest?

Denn das Schlimmste, was dir passieren kann, ist zu sterben. Das müssen wir alle.

Wenn man den Tod annimmt, kann man beruhigter leben.

Spandrpiwna81


Vielen Dank für eure Tipps. Ja, das glaube ich langsam auch, dass man mit diesen Therapien nur an der Oberfläche kratzt. Werde mir ernsthaft überlegen eine von euch beschriebene Methode auszuprobieren. Vielleicht auch wirklich Hypnosetherapie. Hab sogar ein paar Therapeuten in meiner Nähe gefunden, die diese Therapie anbieten.

Werde nun nächste Woche mal mit meiner jetzigen Therapeutin sprechen, ob ich die Therapie zugunsten einer anderen abbrechen soll.

Suand&r,iknZa81


Das Cipralex nehme ich im Moment nur noch in ganz geringer Menge von 5mg. Mindestdossierung wäre 10mg. Ich werde es nun langsam ausschleichen lassen. Letztes Mal habe ich es innerhalb von 4 Wochen abgesetzt und starke Absetzungserscheinungen gehabt. Nun werde ich es innerhalb von 3 Monaten ausschleichen lassen.

S@andr"irnaF8x1


Bezüglich Angst vor dem Tod, die habe ich eigentlich nicht. Ich denke es ist mehr die Angst vor dem Kranksein, vielleicht pflegebedürftig zu werden und ganz schlimm, meine Kinder zurückzulassen. Hat alles ganz stark mit meiner Vergangenheit zu tun.

H=anni2b1c07x13


Liebe Sandrina,

Habe gerade deine Beiträge gelesen. Auch wenn es dir nicht helfen wird, du bist nicht alleine. Mir geht es seit Jahren so wie dir. Meine Mutter ist gestorben, als ich 14 Jahre alt war. 2004 ist dann noch mein Papa im Alter von 63 verstorben. Da fingen die Ängste bei mir an. Bin verheiratet und habe drei tolle Mädchen.und genau wie du habe ich keine Angst vor dem Tod an sich, sondern Angst meine Kinder und meinen Mann alleine zu lassen. Oder das sie mich pflegen müssen. Ich nehme seit einigen Monaten Opipramol und komme damit ganz gut zurecht. Aber wenn jemand in meinem Kopf gucken könnte,vwürde er mich einweisen. Meine Gedanken drehen sich den ganzen Tag um ALS. Und leider habe ich tatsächlich sehr viele Symptome die passen. Das einzige was ja dagegen sprich ist, dass es mir zwischenzeitlich auch mal ganz gut geht. Bei ALS ist es aber ja ein schnell fortschreitender Prozess. Jedenfalls habe ich jetzt in 2 Wochen einen Termin beim Neurologen. Wie geht es Dir?

Sqandr6inax81


Hallo Hanni, entschuldige bitte meine verspätete Antwort. Ich war nicht mehr online seit langem. Es geht mir leider gar nicht gut. Seit 6 Wochen habe ich einen Infekt am nächsten. Seit 1 Woche bin ich total schnell ausser Atem und immerzu müde. Schlaf am Nachmittag ein. Zudem permanent Glieder- und Gelenkschmerzen.

Letzte Woche war ich zum 1. Mal damit beim Arzt. Der hat nur schnell untersucht und ein kleines Blutbild gemacht. Da die Leukozyten erhöht waren gabs Antibiotika. Auf meine ganzen Beschwerden ist er gar nicht richtig eingegangen. Fühle mich gar nicht gut und hab jetzt grosse Sorgen vor Herzmuskelentzündung, Lungenentzündung oder sogar Lungenmetastasen von einem noch nicht erkannten Krebs. Ich weiss, das hört sich abenteuerlich an, geht mir deswegen aber sehr schlecht.

Bin jetzt trotzdem mit meiner Familie in den Urlaub, versuche es zu geniessen, köappt aber leider nicht.

Nächsten Montag hab ich jetzt nochmals einen Arzttermin. Es wurde im kleinen Blutbild gesehen, dass meine roten Blutkörperchen an der unteren Grenze sind, daher hat er noch Blut genommen um das Eisen zu testen. Hatte aber noch nie Eisenmangel, glaube daher nicht dran. Werde es nun am Montag sehen.

Geht mir also zur Zeit überhaupt nicht gut.

Danke dir fürs nachfragen und deinen Bericht. Die Angst vor ALS kenne ich nur zu gut. :)_ Bin aber zum Glück davon (im Momente zumindest) wieder weg. Wie geht es dir im Moment?

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Krankheitsängste oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Psychologie


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH