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Wie "giftig" sind Chemo-Patienten?

Es geht hier um meine Frau Ende 40, die Eierstockkrebs hatte - OP ist vor einigen Monaten erfolgreich verlaufen - Diagnose nach der OP lautet "Krebsfrei, und der Krebs hatte noch nicht gestreut". (...)   >>>

C3ockt"axil  am 04.01.10  09:50

04.01.10  12:32

Hm - ich habe mal Dr. Google befragt (auf der Suche nach spezialisierteren Foren) und fand im Krebs-Kompass-Forum diesen Beitrag:

[[http://www.krebs-kompass.org/forum/showthread.php?t=4673]]

Offensichtlich ist das - zu meiner großen Überraschung - ein heikles Thema, selbst unter Betroffenen.

S&hoxjo

04.01.10  14:11

@ shojo

offensichtlich ein ziemlich heikles Thema, und ich bin echt schockiert, wie man den Partner von Chemopatienten "Egoismus" vorwerfen kann, wenn sie berechtigterweise auch an ihre eigene Gesundheit denken. Ein paar der dort reinkopierten Beiträge aus dem Hodenkrebs-Forum (dass die Verwendung von Kondomen eine Zeitlang anzuraten ist) stammten übrigens von mir damals. Mein Partner hatte Hodenkrebs und zu dem Zeitpunkt eine Chemo gemacht. Ich fand es gar nicht egoistisch von mir (und er auch nicht!), dass ich mir Gedanken machte, ob die Chemotherapeutika sich im Sperma befänden und mir schaden könnten. Diese Frage muss man wohl ein bisschen ent-emotionalisieren.

Z7inax 5

04.01.10  14:38

Lieber Cocktail,

Chemotherapie wird tatsächlich mit Zellgiften gemacht. Das heißt, dass deine Frau Stoffe bekommt, die auf sich teilende Zellen giftig wirken, so dass diese absterben. Da krebszellen ja vor allem dadurch charkterisiert sindm dass sie sich ungehemmt teilen, werden die (noch evtl vorhandenen) Krebszellen getötet, die gesunden Körperzellen nicht. Gwebe, die sich häufig erneuern, werden ebenfalls angeriffen, z.B. die Haarwurzeln oder die Darmschleimhaut.

Die Dosierung ist immer so, dass der Schaden für die Krebszellen möglichst hoch ist, während die normalen Körperzellen möglichst wenig geschädigt werden.

Die Patienten scheiden die Substanzen schnell wieder aus, z.B. über den Urin. Für ihre Umgebung sind sie aber nicht giftig(es sei den, du würdest literweise ihren urin trinken).

Deine Frau ist jetzt bestimmt bedürftig nach Nähe, Zärtlichkeit und liebevoller Annahme. Viele Frauen mit Eierstockkrebs fühlen sich nicht mehr als vollwertige Frauen.

Wenn sie Lust auf Sex hat, und es ihr gut tut, dann steht dem nichts im Wege. Sie ist bestimmt auch nicht giftig oder ansteckend. Der Tipp mit dem Gleitmittel ist gut, denn die Schleimhaut kann tatsächlich trocken und auch empfindlicher sein.

Was bestimmt ganz wichtig ist, ist, dass du sie und ihren veräderten Körper, mit Narben und ohne Haar liebevoll und zärtlich annimmst. Und dass eure Erwartungen nicht zu hoch sind. Denn einfach unbefangen drauflosvögeln, das wird wohl noch eine Weile dauern bis das geht.

Liebe Grüße

susanne

d-ieu_nasKewe)isxe

04.01.10  15:12

Die Dosierung ist immer so, dass der Schaden für die Krebszellen möglichst hoch ist, während die normalen Körperzellen möglichst wenig geschädigt werden.

Das wäre mir neu.

Geschädigt werden alle Zellen, dadurch lassen sich die Nebenwirkungen erklären.

[[http://www.krebsinformationsdienst.de/themen/behandlung/chemotherapie.php]]

[[http://de.wikipedia.org/wiki/Chemotherapie]]

D%i]ckiDOickDickxens

04.01.10  15:54

Mein Partner hatte Hodenkrebs und zu dem Zeitpunkt eine Chemo gemacht. Ich fand es gar nicht egoistisch von mir (und er auch nicht!), dass ich mir Gedanken machte, ob die Chemotherapeutika sich im Sperma befänden und mir schaden könnten.

Ich war auch völlig platt - eine ganz sachliche und absolut nachvollziehbare Frage, und BAMM, prügeln die drauflos ... und einige von denen können sich ja, da nicht persönlich betroffen, nicht einmal mit persönlicher Betroffenheit rausreden. Übelst. Dass man sich das fragt, ist gut und richtig, es ist eben, wie es ist, und alle beide müssen auf sich achten.

Klingt ja, als ob es bei euch gutgegangen ist - freut mich sehr! @:)

SGhxojo

04.01.10  16:05

@ DickDickDickens

Falsch!

Eine Chemo greift Zellen an, die sich schnell teilen!

Daher auch der Haarausfall, Spermienproduktion wird eingestellt, Darmzellen gehen flöten... alles schnellteilende Zellen.

Natürlich ist die Chemo auch für die gesunden Zellen kein Klacks (erhöhtes Risiko für andere Genmutationen), aber sie werden nicht so stark angegriffen wie die schnellteilenden.

s1ch5neckeg1985

04.01.10  18:16

...Ich hatte mir allerdings erhofft, auch über dieses Forum eine Antwort zu bekommen. Da dieses Forum soweit ich weiß von Fachleuten betrieben und moderiert wird...

??? - auf der Startseite von Med1 steht...

"Die Foren von med1 dienen der Selbsthilfe, die Beiträge stammen von medizinischen Laien"

gehe ich davon aus, dass meine Angaben über die Krebsart und die Chemo-Intervalle und Chemo-Dauer genug Infos beinhalten, um meine Fragen zu beantworten. Wenn Dir die Angaben nicht ausreichen, könnte es daran liegen, dass Dein Fachwissen in anderen Bereichen liegt ...

Ich bin Laie, habe also überhaupt kein Fachwissen über Chemotherapien und die Frage, wie lange die Mittel im Körper bleiben, wie sie ausgeschieden werden usw. deine Angaben sind allerdings recht vage, du nennst nicht die verwendeten Chemotherapeutika, die Dosierung... Ich würde es nicht wagen mit so wenig Informationen, quasi aus dem Bauch heraus Rat zu geben - deshalb habe ich das einzige geschrieben, was mir als medizinischer Laie und als erfahrener Patientin einfiel - den behandelnden Arzt zu fragen.

Ginge es mir um die Frage, wie man mit einem Arzt kommunizieren kann, bräuchte ich wohl kaum ein Forum aufzusuchen

Dann bist du besser davor als viele Patienten. Mich hat es eine Menge Mut gekostet einem Arzt auf Visite im Vorbeiflug zu sagen.. ich habe noch Fragen, können sie sich mal Zeit für ein ausführliches Gespräch nehmen.

Man muss erstmal lernen ein mündiger Patient zu sein.

tJatuxa

04.01.10  18:29

@ all

Bin freudig überrascht, wie viele tolle Antworten ich in den letzten Stunden hier erhlaten habe. Euch allen ganz herzlichen Dank dafür!!!

Ich lese da zwischen den Zeilen, dass Leute mit ähnlichen Fragen als Egoisten bezeichnet worden sind - Hammer!!! Tja eigentlich sollte man schon davon ausgehen, dass ein Onkologe seine Patienten über eventuelle Vorsichtsmaßnahmen aufklären würde, war bei uns zumindest aber nicht der Fall. Doch da es sich ja um gezielt verabreichte Zellgifte handelt, ergibt sich doch zwangsläufig die Frage, über welchen Weg diese abgebaut werden - die bleiben ja wohl nicht dauerhaft in den Patienten gespeichert ... Dass der Abbau über die natürlichen Ausscheidungswege erfolgen müsste, erscheint also recht logisch. Und genau aus diesem Gedankengang resultierte ja meine (unsere) Fragestellung.

Wir achten beide sehr auf uns gegenseitig - wir lieben uns halt, meiden daher potenzielle Risiken wie größere Menschenansammlungen, um den durch Chemo geschwächten Organismus nicht durch vermeidbare Infektionen zu gefährden etc. Und in sofern ziehe ich mir den Ego-Schuh auch nicht an. Dass sie inzwischen ihre Haare fast vollständig verloren hat, habe ich zwar wahrgenommen, doch außer dass es mir für sie Leid tut, sehe ich sie nicht anders als mit Haaren. Die wachsen schon irgendwann wieder nach - und selbst wenn nicht, ändert das nichts an unserer Liebe. Genau so sehe ich das auch mit der OP-Narbe. Medizinisch indizierte Narben sind für mich unsichtbar - im Gegensatz zu Narben durch vermeintliche SchönheitsOPs, z.B. Bruststraffung, damit eine 50jährige wieder Brüste wie eine 18jährige bekommt - solche Narben stören mich gewaltig! Blinddarm-Narben, Kaiserschnitte etc. sind für mich unsichtbar.

Völlig klar auch, dass ich es ihr überlasse, Lust zu äußern, damit sie sich nicht von mir gedrängt fühlt. Denn das weiß ich sogar als Mann, dass nach so einer OP, bei der Eigerstöcke und Gebärmutter entfernt wurden, eine drastische Umstellung des Hormonhaushalts stattfindet - quasi die Wechseljahre innerhalb von wenigen Tagen/Wochen durchlebt werden müssen, und zwar wegen der Krebsdiagnose ohne ausgleichende Hormonpräparate. Unabhängig von Narben oder Chemo-Nebenwirkungen hat so eine Hormonumstellung natürlich auch Auswirkungen auf das gesamte Lustempfinden. Und daher bin ich super glücklich, dass wir uns nun doch schon wieder mit dem Gedanken befassen, der mich veranlasst hat, hier mal meine/unsere Fragen zur "Giftigkeit" zu stellen! Denn wenn es aus medizinischen Gründen erforderlich wäre, noch weitere Monate auf Sex zu verzichten, würden wir auch das überstehen ...

Dies nur als kleines Feedback von mir auf die vielen guten Gedanken von Euch.

@ die_naseweise

Vielen Dank für den Link und die besonders ausfühlichen Gedanken. "...literweise" nö und ansonsten :)^ aber erst wieder, wenn die Chemo wirklich durch ist ;-)

@ Schnecke1985

Chemos scheinen ja recht unterschiedliche Wirkweisen zu haben, bzw. je nach Krebsart werden unterschiedliche Zellgifte verabreicht. Bei manchen sind die Nebenwirkungen extrem heftig, bei anderen relativ erträglich, wobei das sicher jeder individuell noch unterschiedlich empfinden dürfte - Männer sind ja z.B. eh nicht so leidensfähig ... *ggg* Manche Nebenwirkungen, z.B. Haarausfall gehören bei Brustkrebs- oder auch Unterleibskrebs wohl dazu - bei Darmkrebs eher nicht. Naja - anderes Thema. Schon toll, was die Medizin heute schon alles leisten kann. Auf das die gewünschten Ziele voll erreicht werden!

CKocktxail

04.01.10  18:59

Ich habe dem Krebsinformationsdienst, der eine seriöse Informationsquelle darstellt

[[https://www.krebsinformationsdienst.de/]]

eine eMail geschrieben mit der Bitte, ihre Informationen um diesen Punkt zu ergänzen. Bin mal gespannt, ob es eine Reaktion gibt.

Ich kann mir wahrscheinlich nur ansatzweise vorstellen, wie heikel dieses Thema in dieser Phase nach Diagnosestellung sein kann. Allen, die es betrifft, wünsche ich viel Kraft :)*

MZattThea

04.01.10  20:13

@ Matthea

Tolle Aktion - bin auch gespannt, ob es und wenn ja, was für eine Reaktion es geben wird.

Und vielen Dank für die guten Wünsche. Hierzu möchte ich jedoch etwas anmerken:

Neben Kraft, um die körperlichen Torturen durchzustehen und z.B. nicht die Chemo auf halber Strecke abzubrechen ... neben der Kraft sollte vor allem Zuversicht gewünscht werden. So halten wir es hier bei uns und es hilft, ein recht normales Leben zu führen.

... ZUversicht, dass die Ärzte Recht behalten und mein Schatz nach der OP bereits als "krebsfrei" galt und die Chemo "nur" die restlichen, für den Operateur im nicht sichtbaren Bereich liegenden Zellen zu killen...

... Zuversicht, dass die Medizin in den letzten jahren so viele gute Fortschritte gemacht hat, und inzwischen auch Menschen geholfen werden kann, deren Diagnose vor kurzer zeit noch einem Todesurteil gleich kam.

... Zuversicht ... etc!

ganz wichtig.

C/ocktaVil

21.01.10  18:02

Hatte inzwischen zweimal E-Mail-Kontakt mit einer Ärztin des Krebsinformationsdienstes. Als erstes kann ich berichten, dass sich eine Anfrage dort erfreulicherweise in jeder Hinsicht lohnt. Die Antworten waren freundlich, korrekt und fachlich umfassend.

Die mir gegebenen Antworten kann ich aus nachvollziehbaren Gründen hier nicht posten, hier der Kommentar des KID:

Was Ihre zweite Frage hinsichtlich der Veröffentlichung von Auszügen der E-Mail betrifft, möchten wir Ihnen [...] mitteilen, dass wir mit der Verbreitung der E-Mail-Antwort in einem Internetforum nicht einverstanden sind.

Wir halten die Verbreitung aus folgendem Grund nicht für sinnvoll:

Es gibt ständig neue Entwicklungen und Erkenntnisse in der Krebstherapie. Aussagen von heute können schon in wenigen Wochen nicht mehr aktuell sein. Wir möchten Betroffenen und Ihren Partnern empfehlen, sich bei aktuell auftretenden Fragen immer wieder erneut an den Krebsinformationsdienst zu wenden. So können sie sicher sein, dass die Informationen dem aktuellen Wissensstand entsprechen.

Wir denken, dass diese Vorgehensweise im Sinne der Patienten und Ihrer Partner ist und zählen auf Ihr Verständnis.

Ihre Anregung zur Ergänzung der KID-Internetseiten werden wir gerne an unsere Internetredaktion weiterleiten.

Wer eine individuelle Anfrage an den Krebsinformationsdienst stellen möchte, dem stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

Krebsinformationsdienst (KID)

Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)

Informationen zu allen krebsbezogenen Fragen

Telefonisch kostenfrei unter 0800 - 420 30 40 täglich von 8.00 bis 20.00,

Aus dem Ausland unter +49 - 6221 - 999 8000 täglich von 8.00 - 20.00 Uhr

im Internet unter [[http://www.krebsinformationsdienst.de]] oder

per E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de

Mnadtthxea

24.01.10  17:05

hallo ! Hatte auch mein erste chemo wegen brustkrebs am donnerstag!- wer kann mir sagen was ist mit rauchen,

3-5 am Tag !---Arzt hat verboten!! Sehr gefährlich monentan??, und was ist mit küssen,-??? ?

oder tatsächlich mit oralfekehr??, die sind sehr sehr diskrete fragen beim arzt, traum ich nich!!

efn20x09

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