Hallo, ihr Lieben.... ich bin nun seit drei Monaten immer wieder in verschiedenen Foren ein stiller Zuhörer. Jetzt ist für mich der Zeitpunkt gekommen selbst aktiv zu werden. Ich hoffe, dass ihr mir (...) >>>
MGiaILuca am 10.11.10 18:02
28.11.11 17:50
Danke,
ich habe hier immer viel Trost gefunden und trotzdem wollte ich nie zu denjenigen gehören, die über einen Angehörigen erzählen müssen, der von dieser schrecklichen Krankheit zu Grunde gerichtet wurde. Einerseits bin ich erleichtert, dass es endlich vorbei ist...insbesondere für meinen Papa. Wenn ich an die letzten zwei Wochen im Krankenhaus zurück blicke, bekomme ich einen dicken Kloß im Hals. Eine schreckliche Zeit. Ein Auf und Ab und letztendlich einen schreckliches und grausames Ende. Das hätte ich mir für meinen Vater nicht gewünscht. Eine Woche lang geprägt von Qualen, Angst und einem rasanten körperlichem Zerfall. Ein schrecklicher Anblick.Das hätte ich ihm so gerne erspart....Deswegen bin ich froh, dass er erlöst wurde.
Auf der anderen Seite, kann ich es immer noch nicht begreifen. Warum konnten wir nicht wenigstens noch ein paar Monate haben, wenigstens noch Weihnachten gemeinsam verbringen....Mein Papa wollte noch nicht sterben, aber er wollte dass das alles auch endlich aufhört. Das hat er auch am Dienstag gesagt, als er noch einigermaßen verständlich sprechen konnte und samstag früh ist er dann gestorben. Diese Bilder werde ich nie in meinem Leben vergessen. Das ich mal meinen Papa so sehen werde, dass hätte ich nie gedacht. Es ist, als würde ich einen Film gucken und nicht Teil dieses Dramas sein. Wie habt ihr das alles nur schaffen können...
Mein Papa, der gerade mal 51 Jahre alt geworden ist
28.11.11 18:51
Es ist einfach noch zu frisch alles...
Nein, die Bilder wirst du nie vergessen, sie werden immer Teil von dir sein und du wirst nicht mehr dieselbe sein, die du vorher warst.
Du wirst es genauso schaffen wie wir alle, du wirst stark sein, stärker als du glaubst und stärker als du vielleicht sein willst. Mir tat es gut, mich fallen lassen zu können, ich habe viel geweint, ich habe lange getrauert, ich habe auch lange schwarz getragen, nicht weil ich mich wichtig machen wollte, sondern weil ich mich schützen wollte. Die Leute gehen anders mit dir um, mir hat das geholfen. Als ich das Gefühl hatte, mein Leben wieder im Griff zu haben, habe ich die Trauerkleidung abgelegt. Meine Schwester dagegen tat von Anfang an, als sei nichts passiert, das war ihre Art, mit all dem fertig zu werden. Sie ist eher der Verdrängertyp.
Diese Krankheit ist so ungerecht. Sie reißt jemanden aus unserer Mitte, der doch noch so voller Leben war und es geht so unglaublich schnell.
Ich hoffe, du findest Trost darin, dass er nicht mehr leiden muss, dass er nun den kranken Körper verlassen konnte, ...
//Und als Gott sah, dass der Weg zu weit war, der Hügel zu steil, das Atmen zu schwer wurde, da nahm er dich in den Arm und sprach: "Komm heim" // 
28.11.11 20:48
Vielleicht hast du recht, kann es mir nur noch nicht vorstellen. Heute wird mir irgendwie erst richtig bewusst, dass er nicht mehr da ist. Ich kann ihn nicht mehr anrufen und er wird mich nie wieder anrufen können oder meine Tochter vom Kiga abholen. Ich weis gar nicht, wie sie das jetzt verstehen soll. Wahrscheinlich wird sie ihn einfach vergessen, so als hätte es ihn nie gegeben. Dabei war er der beste Opa auf der ganzen Welt....wirklich...Das tut am meisten weh....
Ich denke ständig, dass er auf der Arbeit ist, unterwegs mit seinem Lkw und am We kommt er dann nach Hause. Aber so ist es nicht.
Ich glaube , wir haben so viel falsch gemacht. Im nachhinein glaube ich, dass wir ihn ziemlich unter Druck gesetzt hatten und er sich oft schrecklich alleine gefühlt hat. Das zerreist mir das Herz, wenn ich darüber nachdenke. Ich weis, dass es jetzt sowieso egal ist und alle sagen das auch:
"Mach dir keine Vorwürfe. Ihr habt schon alles richtig gemacht!" Aber das sind nur tröstende Worte, die uns nicht von unserer Schuld befreien können. Wir haben ständig gesagt, er soll kämpfen, nicht aufgeben und wenn er mal seine Krankheit oder sein mögliches Ableben angesprochen hatte, hatten wir das sofort unterbunden:"Wenn du jetzt schon anfängst so zu denken, dass kannst du gleich auch aufgeben...." Warum haben wir uns nie auf dieses Gespräch eingelassen? Wir wussten gar nichts über seine Ängste. Er konnte sich auch von uns nie richtig verabschieden oder sagen, was ihm wichtig war. In der Zeit als er im Kh lag, wussten wir auch nicht was sein Wille gewesen wäre. Es war so schrecklich. Er stand fast fünf Tage unter Beruhigungsmittel und Morphium und sein Zustand hatte sich ständig verändert. Er war so unruihg; legte sich hin, dann nach 5 Minuten setzte er sich im Bett wierder auf, natürlich nur mit Hilfe..er wälzte sich herum, stönte, konnte später nicht einmal mehr sprechen...so was schreckliches habe ich in meinem ganzen Leben nicht gesehen. Ist es denn normal, dass in solchen Fällen die Patienten Beruhigungsmittel bekommen? Das ist ja genau so, als hätte er Drogen genommen. Sein Blick war glasig und manchmal konnte er noch nicht mal seine Augäpfel konntrolieren. Aber trotzdem hatte man Angst und Panik in seinen Augen gesehen. Und wir konnten nichts sagen. Wir fragten ständig nur, ob er trinken will oder sich wieder hinlegen. Was hätten wir denn tun sollen
?
28.11.11 21:32
Im Nachhinein siehst du so viele Wege. Du musst dir bei dem Ganzen aber immer nur eine Frage stellen und ich bin sicher, du kannst dir nur eine Antwort geben:
Handelte ich so, weil ich meinem Vater schaden wollte?
Nein, ich handelte so, weil ich dachte, das sei das Beste für meinen Vater.
Das hat mir meine Therapeutin immer wieder nahegelegt, als ich mit meinen Schuldgefühlen anrückte. Sie sagte mir immer wieder, ich solle zurückschauen, auf die gleiche Situation und mir immer wieder klarmachen, WARUM ich mich damals für den einen und nicht den anderen Weg entschieden habe. Nicht weil ich es böse meinte, sondern weil ich davon überzeugt war, das Richtige zu tun.
Ihr dachtet bestimmt, ihr hättet noch Zeit. Und ich denke, das Wichtigste habt ihr ihm gezeigt und gegeben, ihr wart bei ihm, ihr habt ihm all eure Liebe noch vermitteln können, ihr habt ihn nicht allein gelassen, was hätten da Worte noch mehr sagen können als Taten.
Ja, es ist schade, dass sich dein Kind nicht mehr wirklich erinnern wird können. Doch das liegt auch an dir, dass du die Erinnerung an den Großvater wach hältst. Der Opa im Himmel, für Kinder ist das oft ein schöner Gedanke, dass da jemand ist, der auf sie aufpasst.
Wir haben für unseren Vater damals ein kleines Album gemacht, mit den schönsten Bildern, mit seinen eigenen Kinderbildern, mit Gedichten, die ich ihm schrieb, mit kleinen Erinnerungen und Anekdoten, ich schaue das Album auch heute noch, nach 30 Jahren gerne an. Erst muss man jedesmal weinen beim Öffnen, aber bald ist es eine Quelle der schönen Erinnerung. Vielleicht willst du so etwas für dein Kind und mit ihm zusammen anlegen?
05.12.11 15:27
Hallo,
das tut mir sehr leid!

Wir haben im Bekanntenkreis jemanden, der auch an BSDK erkrankt ist - er musste operiert werden, was nun weiter wird, steht noch offen...
Es tut mir für Dich ganz arg leid - und auch für Deine Mutter, die ihren Mann ausgerechnet an ihrem Hochzeitstag verloren hat....

Ich wünsche Dir, Deinem Bruder und auch Deiner Mutter ganz ganz viel Kraft - ganz besonders in dieser schweren Jahreszeit...

18.12.11 21:36
lieb das du dich meldest....
auch wenn ich dich nicht kenne,mirsanmir, habe ich immer das Gefühl dir alles sagen zu können und ich weis, dass du mich verstehst.....
Es ist schwer zu sagen, wie ich mich fühle. Ich habe das Gefühl nicht normal zu sein. Müsste ich nicht von morgens bis abends heulen
??Stattdessen hane ich nicht richtig das Gefühl ,dass mein Papa tot ist. Ich habe mir schon überlegt, dass ich das einfach auf einen Zettel schreibe und zwar 100mal oder so, damit ich das endlich realisieren kann. Ich denke ständig, dass Papa mit seinem Lkw unterwegs ist und am We schon nach Hause kommt. Aberr so wird das ja nicht sein!!!!Ich verstehe das nicht, dass mein Papa mich nie wieder umarmen wird....Ich wünschte mir so sehr, dass das alles nie passiert wäre....Ich glaube ich stehe total neben mir und mir in der Phase der Verleugnung..... 
18.12.11 22:26

Es ist so schwer und es dauert so lange, bis man es akzeptieren kann.
Meine Mutter ist schon so lange tot, ich träume immer noch von ihr, ich glaube, das hört nie auf.
Das Weinen kommt immer wieder, wenn man es nicht erwartet, wenn man glaubt, gefasst zu sein und plötzlich ist es da. Also so war es bei mir. Und das Schlimmste ist, wenn man plötzlich fröhlich ist, dann hat man ein schlechtes Gewissen, weil man ja traurig sein müsste. 
Ich wünsche dir von Herzen ein schönes Weihnachtsfest, für deine Tochter wird es ein ganz normales Fest sein, auf das sie sich freut und das hilft dir vielleicht ein wenig.
Mein Sohn hatte eine Woche nach dem Tod der Oma seine 1. heilige Kommunion. Wir haben alle versucht, diesen Tag nur ihm zu widmen, alles andere auszuklammern.
Ich zünde eine Kerze für deinen Vater an
und ich denke ganz fest an dich. Danke auch für deine lieben Worte!
23.12.11 20:01
Das muss damals ein sehr schwerer Tag für dich gewesen sein.
Ich bin so froh, dass wir im September meine zweite Tochter haben taufen gelassen. So war er bei diesem Ereigniss wenigstens noch dabei gewesen. Alles andere wird er ja nun jetzt verpassen...leider. Dabei lieben sie ihren Opa aus ganzem Herzen. Und bald wird er einfach vergessen sein. Wenn ich Glück habe, wird die Große wenigstens irgendeine Erinnerung an ihn haben, aber mehr auch nicht...ganz egal wie oft ich ihnen seine Fotos zeige oder von ihm erzähle. Letztendendes wird er einfach vergessen werden, so als hätte es ihn nie gegeben. Für meine Kinder wird er irgendwann ein Mann auf einem Foto sein, über den sie Geschichten hören, die für sie aber immer nur Geschichten bleiben werden, ohne jegliche emotionale Verbinndung.....
Ich werde versuchen Weihnachten zu überstehen...Bei uns geht die Magen Darm Grippe rum....
Aber dir und deiner Familie möchte ich fröhliche, gesunde und besinnliche Feiertage wünschen...
Danke, dass du immer da warst und bist

23.12.11 22:11
Dir und deiner Familie wünsche ich auch ein schönes Weihnachtsfest. Trotz der Trauer,...
Die Kinder werden euch bestimmt hinweghelfen, für sie ist Weihnachten eben ein schönes Fest und ich hoffe, ihre Freude und die glänzenden Augen werden euch eine Hilfe und Trost sein.
Die Magen-Darm-Grippe, jaja, ich warte auch gerade ob es ausbricht oder nicht, meine Kollegin war krank. Aber ich denke positiv!
Lieb von dir, dass du dich bedankst, aber ich bin wirklich gerne da, ich höre auch gerne weiter zu, ich habe ja auch in ähnlicher Situation schon so viel Hilfe bekommen, vielleicht ist es an der Zeit, ein klein wenig zurückzugeben.
Alles Liebe und viel Kraft schicke ich dir 
Wenn das erste Weihnachtsfest überstanden ist, hat man uns früher gesagt, ist viel geschafft. Rückblickend kann ich das bestätigen...
10.01.12 23:38
Ich wünsche dir und deiner Familie ein gutes neues Jahr und ich hoffe, ihr hattet trotz allem schöne und tröstliche Festtage!

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